Schleierkraut ernten und trocknen: Schnitt, Vase und Trockenstrauß
- Schneide Rispen-Schleierkraut für frische Sträuße, wenn die Blüten vollständig geöffnet sind.
- Ernte morgens, ersatzweise abends, bei trockenem Wetter und nicht in der Mittagshitze.
- Stell die Stiele sofort ins Wasser und lass sie 2 Stunden kühl und schattig stehen.
- Wechsle das Vasenwasser alle 2 bis 3 Tage und schneide die Stiele dabei frisch an.
- Zum Trocknen hängst du kleine, entblätterte Bündel kopfüber an einen luftigen Ort.

Für einen Strauß, der lange frisch aussieht, zählen beim Schleierkraut drei Dinge: der Blühzustand, die Tageszeit und das Wasser direkt nach dem Schnitt. Ich gehe deshalb früh am Morgen ins Beet und nehme den Eimer mit frischem Wasser gleich mit. Jeder Stiel kommt sofort hinein, und der Eimer wandert danach in den Schatten.
Viele Rispen landen bei mir nicht in der Vase, sondern im Trockenstrauß. Deshalb geht es hier um beides: um Schnitt und Vasenpflege, aber auch ums Trocknen, Pressen und Aufbewahren.
Welches Schleierkraut du für die Vase schneidest
Für die Vase meine ich hier das Rispen-Schleierkraut, Gypsophila paniculata, das als Schnittblume eingestuft ist. Seine Sorte ‘Alba’ ist mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu., winterhart und etwa 80 bis 100 cm hoch, während Gypsophila elegans in der ‘Elegans Mischung’ einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. und nicht winterhart ist. Wie du die Schleierkraut-Arten mit Pflanzpartnern und Farben kombinierst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist leichter, vorzugsweise alkalischer, sehr gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; Winternässe vermeiden.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist leichter, vorzugsweise alkalischer, sehr gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Blumenbeete und Rabatten, Bauerngärten, naturnahe Gärten sowie als Schnittblume.
Pflege
- Pflege
Winternässe vermeiden; etablierte Pflanzen vertragen Trockenheit.
- Düngung
Rispen-Schleierkraut braucht auf durchlässigem, eher magerem Gartenboden keine zusätzliche Düngung.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Wann ist Schleierkraut erntereif?
Das Rispen-Schleierkraut blüht von Juni bis August, in diesen Wochen holst du dir die Stiele. Für frische Hausgartensträuße schneidest du es mit vollständig geöffneten Blüten. Ich schaue dabei nicht auf einzelne Blütchen, sondern auf die ganze Rispe. Erst wenn sie rundum offen ist, kommt sie in den Eimer.
Die richtige Tageszeit
Geschnitten wird möglichst morgens, ersatzweise am Abend, und immer bei trockenem Wetter. Sommerschnittblumen erntest du am besten in gut wasserversorgtem Zustand und nicht in der Mittagshitze. An heißen Tagen verlege ich den Schnitt deshalb ganz auf den frühen Morgen.
Schleierkraut in der Mittagshitze schneiden und die Stiele erst nach dem Gartenrundgang ins Wasser stellen. Schneide morgens oder abends und stell jeden Stiel sofort kühl in Wasser.
Laufend schneiden oder Samen reifen lassen
Bei vielen Stauden kann Samenbildung weitere Blüten vermindern, und das Entfernen welker Blüten kann die weitere Blüte fördern. Wer offene Rispen laufend für die Vase schneidet, nimmt sie also weg, bevor sie Samen ansetzen. Für eigenes Saatgut lässt du dagegen ausgewählte BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. an der Pflanze. Woran du reife Samenstände erkennst und wie du die Samen erntest, beschreibt der Ratgeber zur Samenernte.
So schneidest und versorgst du die Stiele
Im Beet arbeite ich mit einer scharfen Gartenschere und schneide ganze Rispen mit möglichst langem Stiel. Die unteren Blätter streife ich gleich am Eimer ab, denn für die Vase werden die unteren und überflüssigen Blätter ohnehin entfernt. Jeder Stiel kommt ohne Umweg ins kühle Wasser.
Die ersten zwei Stunden
Nach dem Schnitt stellst du die Stiele zur Erstversorgung 2 Stunden an einen kühlen, schattigen Platz. Das Wasser reicht dabei bis unter die Blüten. Ich nehme dafür einen hohen Eimer, der an der Nordseite des Hauses steht. Erst danach schneide ich die Stielenden mit einem scharfen Messer noch einmal schräg an und stelle sie in die Vase.
Blütezeit des Rispen-Schleierkrauts: Juni bis August. Erstversorgung nach dem Schnitt: 2 Stunden kühl und schattig, Wasser bis unter die Blüten. Vasenwasser: alle 2 bis 3 Tage wechseln und die Stiele dabei frisch anschneiden.
Schleierkraut in der Vase frisch halten
In die Vase kommt Schleierkraut nur, wenn Gefäß und Wasser sauber sind. Blätter, die unter Wasser stehen würden, entfernst du vorher vollständig. Bei gewöhnlicher Schnittblumenpflege wird das Vasenwasser alle 2 bis 3 Tage gewechselt. Dabei schneidest du die Stiele jedes Mal frisch an.
Handelsübliche Blumenfrischhaltemittel können die Vasenhaltbarkeit von Schnittstauden verlängern. Die Mittel enthalten dafür Zucker und bakterienhemmende Zusätze. Ich gebe sie ins frische Wasser und halte mich an die Angabe auf der Packung.
Der Strauß steht bei mir geschützt vor Hitze, starker Sonne und Zugluft. Obst und Gemüse halte ich von ihm fern, auch die Obstschale auf dem Esstisch. Beim Wasserwechsel schaue ich genau hin: Ist das Wasser trüb, wasche ich die Vase gründlich aus. Rispen, die welk werden, ziehe ich heraus und stecke den Rest neu.
saubere Vase · keine Blätter im Wasser · Stiele mit scharfem Messer schräg angeschnitten · Wasser alle 2 bis 3 Tage frisch · Platz ohne Hitze, pralle Sonne und Zugluft · kein Obst und Gemüse daneben
„Schleierkraut verströmt einen zarten Duft.“ Das Rispen-Schleierkraut gilt als nicht duftend. Wenn dein Strauß duften soll, kombinierst du es mit Garten-Nelken, die als duftend und als Schnittblume geführt werden.
Schleierkraut trocknen: so gehst du vor
Getrocknetes Schleierkraut ist bei mir der Grundstock für Trockensträuße und kleine Kränze. Zum Trocknen wähle ich Rispen, die frisch, unbeschädigt und vollständig geöffnet sind. Beim Geflügelten Strandflieder wird für Trockensträuße bei voller Blüte geschnitten. Ich halte es beim Schleierkraut genauso und schneide nur bei trockenem Wetter, wenn die Rispen nicht nass sind.
Kopfüber an der Luft trocknen
Zuerst streife ich alle Blätter von den Stielen. Dann binde ich wenige Stiele zu kleinen, lockeren Bündeln zusammen. Die Bündel hänge ich kopfüber an einen luftigen Ort, so wie es beim Strandflieder für Trockensträuße üblich ist. Große Pfingstrosenblüten hängt man einzeln statt in Bündeln auf, die feinen Rispen des Schleierkrauts bündle ich dagegen.
Ob ein Bündel fertig ist, prüfe ich mit den Fingern. Ich lasse es hängen, bis sich Stiele und Blütchen beim Anfassen durch und durch trocken anfühlen. Erst dann nehme ich es ab und verarbeite es weiter.
Ich hänge meine Bündel an eine Schnur im luftigen Schuppen und beschrifte jedes mit dem Schnitttag. So sehe ich beim Nachschauen sofort, welches Bündel am längsten hängt.
Pressen für Karten und Lesezeichen
Kleine Zweige lassen sich auch pressen. Dafür legst du sie zwischen saugfähiges Papier, beschwerst sie und lässt sie an einem warmen, trockenen Ort trocknen. Gepresste Blüten eignen sich für selbst gestaltete Karten und Lesezeichen.
Getrocknetes Schleierkraut aufbewahren
Fertige Bündel lagere ich trocken in einer Schachtel, in der die Rispen locker liegen und nicht gequetscht werden. Feuchte Räume wie Keller oder Bad meide ich für Trockenblumen grundsätzlich.
Schleierkraut in Sträußen und Gestecken
Frisch bringt Schleierkraut Luft zwischen größere Blüten. Für sommerliche Sträuße eignen sich zum Beispiel Schleierkraut und Ehrenpreis gemeinsam als Schnittblumen. Wenn ich einen Strauß aus dem eigenen Garten binde, schneide ich jede Art in ihrem eigenen Stadium.
| Art | Schnittstadium | Verwendung |
|---|---|---|
| Rispen-Schleierkraut | Blüten vollständig geöffnet | frische Hausgartensträuße |
| Rittersporn | etwa ein Fünftel der Einzelblüten offen | Vase |
| Bartnelke ‘Einfachblühende Mischung’ | etwa ein Drittel der Einzelblüten offen | Vase |
| Echinacea purpurea ‘Roter Leuchtstern’ | Blüten vollständig geöffnet | Vase |
| Geflügelter Strandflieder, Spezialmischung | volle Blüte | Trockensträuße |
Wie viel Schleierkraut in einen Strauß gehört, hängt von der gewünschten Wirkung ab. Mit vielen Rispen wird der Strauß luftig und zart, kräftige Farben treten dann zurück. Bei einem bunten Sommerstrauß stecke ich deshalb nur einzelne Zweige zwischen die großen Blüten. Für einen weißen Strauß darf das Schleierkraut dagegen die Hauptrolle übernehmen.
Im Trockenstrauß braucht Schleierkraut Partner, die sich ebenfalls trocknen lassen. Beim Geflügelten Strandflieder behalten die farbigen Kelchblätter auch getrocknet ihre Farbe. Die Rasselblume ‘Amor Blue’ eignet sich frisch und getrocknet als Schnittblume, und die Wilde Karde gilt als Schnitt- und Trockenblume. Bei der Lampionblume ‘Gigantea’ lassen sich entblätterte Triebe oder einzelne Fruchtstände trocknen.
Aus getrockneten Rispen binde ich kleine Türkränze und stecke einzelne Zweige unter das Band eines Geschenks. Für den Tisch stelle ich frische, kurze Zweige in kleine Gläser.
Kurz zur Pflanze: Standort, Pflege und Gesundheit
Standort und Boden
Rispen-Schleierkraut eignet sich für volle Sonne und durchlässige, kalkhaltige Böden, WinternässeWinternässe ist Nässe in der kalten Jahreszeit, unter der vor allem Pflanzen aus Gebieten mit trockenen Wintern leiden. Bei ungünstiger Witterung können ihre Überwinterungssprosse faulen – auch wenn die Pflanzen als winterhart gelten. solltest du vermeiden. Welcher Platz mit wie viel Licht und Wasser passt und wie du den Boden vor der Pflanzung vorbereitest, steht in eigenen Ratgebern. Die Grundlagen zu Licht und pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. für alle Stauden findest du im Stauden-Ratgeber unter Standort und Boden.
Pflege im Jahreslauf
Auf einem durchlässigen, eher mageren Gartenstandort braucht Rispen-Schleierkraut keine zusätzliche Düngung, und ‘Alba’ wird im Herbst zurückgeschnitten und mit leichtem Winterschutz abgedeckt. Welche Pflege- und Schutzarbeiten von Frühjahr bis Winter anfallen, zeigt der Jahreskalender zum Schleierkraut. Allgemeine Regeln zu RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen., Winter und MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. findest du im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.
Krankheiten und Schädlinge
Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen reicht es meist, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Wie du im Staudenbeet vorbeugst, kontrollierst und mechanisch eingreifst, zeigt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.


