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Nährstoffmangel im Steingarten: Blattbild deuten, Ursache finden, gezielt beheben

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen auf magerem Boden normalerweise keinen Zusatzdünger.
  • Vergilben zuerst ältere Blätter, kommen eher Stickstoff oder Magnesium infrage; beginnt es an den Triebspitzen, eher Eisen.
  • Über pH 7,0 kann Eisen trotz vorhandener Bodenvorräte schlecht verfügbar sein.
  • Trockenheit und Staunässe können Mangelsymptome auslösen, auch wenn der Boden genug Nährstoffe enthält.
  • Die Standard-Bodenanalyse erfasst pH, Phosphor, Kalium und Magnesium, Stickstoff nur auf gesonderten Auftrag.
  • Gekalkt wird nur bei einem zu niedrigen gemessenen pH-Wert.
Gelb und schwarz verfärbte Blätter als Zeichen von Blattschäden
Foto: Laython Photos · Pexels License · Quelle ↗

Ein Blaukissen wird gelb, eine Schleifenblume treibt nur zögerlich aus, und die Hand greift fast von selbst zum Dünger. Im Steingarten kann genau dieser Griff danebengehen. Mangelbilder können dort entstehen, obwohl im Boden genug Nährstoffe liegen, und eine zusätzliche Gabe kann die Pflanzen weich und weniger winterhart machen. Wenn bei mir ein Polster die Farbe verliert, schaue ich zuerst auf die Blätter, dann unter den Kies und erst ganz zum Schluss in den Düngerschrank. In dieser Reihenfolge gehst du auch hier vor: Blattbild deuten, Verwechslungen ausschließen, Ursache finden, gezielt beheben.

Warum Steingartenpflanzen selten wirklich hungern

Steingartenpflanzen wie Blaukissen wachsen in durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden. Beim Nährstoffbedarf stehen Steingartenstauden unter den Staudengruppen ganz unten, Beetstauden ganz oben. Wie Lebensläufe, Licht und Boden bei Stauden grundsätzlich zusammenspielen, findest du in den Grundlagen zu Standort und Boden bei Stauden, mit pH-Zielbereichen je Bodenart.

Für dich heißt das: Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen auf magerem Boden normalerweise keinen Zusatzdünger. Auch beim Stickstoff deckt das Angebot des Bodens den Bedarf von Steingartenstauden häufig schon, sodass zusätzliche Gaben weitgehend entfallen können. Stauden natürlich nährstoffarmer Standorte werden deshalb erst gedüngt, wenn ein Mangel erkennbar ist. Zu viel Dünger kann bei ihnen untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern. Düngst du also schon beim ersten gelben Blatt, riskierst du eine weiche, weniger winterharte Pflanze, ohne dass ein Mangel überhaupt feststeht.

Warum Pflanzen karger Standorte mit so wenig auskommen und wie oft eine Gabe im Jahreslauf überhaupt infrage kommt, gehört in die Düngeplanung. Dazu, wann und wie oft du im Steingarten düngst, gibt es einen eigenen Ratgeber.

Woran du Nährstoffmangel an den Blättern erkennst

Die erste Frage lautet nicht, welcher Nährstoff fehlt, sondern welche Blätter betroffen sind. Ich hebe die Triebe eines blassen Polsters mit zwei Fingern an und vergleiche die alten Blätter am Grund mit den jungen an den Spitzen. Vergilben zuerst die älteren Blätter, kommen eher Stickstoff oder Magnesium infrage. Beginnt die Gelbfärbung an den Triebspitzen, kann das auf Eisenmangel hindeuten.

Stickstoff wird für das Chlorophyll gebraucht, Magnesium ist ein Bestandteil davon, und Eisen ist an seiner Bildung beteiligt. Alle drei können deshalb als Gelbfärbung auftreten, und erst Blattalter und Muster grenzen sie voneinander ab.

Blattbild Wo es zuerst auftritt Kann hindeuten auf Prüfe auch
hell- bis gelbgrüne Blätter, gebremstes Wachstum ältere Blätter Stickstoffmangel frischer Mulch aus Holzhäcksel oder Rinde, torffreie Erde im Trog
Vergilben zwischen zunächst grünen Blattadern vorwiegend ältere Blätter Magnesiummangel Magnesiumwert der Bodenanalyse
Gelbfärbung, Chlorose Triebspitzen und junge Blätter Eisenmangel pH über 7,0, hoher Kalkgehalt, Staunässe, Verdichtung
dunkelgrüne bis rötlich-purpurfarbene Blätter, Wachstumshemmung Blätter, Bild nicht immer eindeutig Phosphormangel Bodenanalyse
braune Blattränder ältere bis mittelalte Blätter Kaliummangel Trockenschäden, Streusalz, Überdüngung
kleine Blätter, Rosettenbildung Blätter und Triebe Zinkmangel pH-Wert und Bodengefüge
weiße Blattspitzen, Spitzenwelke Blattspitzen Kupfermangel hoher Humusgehalt
Sprossspitze wächst nicht weiter oder stirbt ab Sprossspitze Bormangel pH-Wert und Bodengefüge

Phosphormangel lässt sich am Erscheinungsbild nicht immer eindeutig erkennen, hier bringt erst die Bodenanalyse Klarheit. Schwache Blüte allein ist kein Grund für Phosphor, denn er ist kein pauschaler Blühverstärker.

Zink wirkt in zahlreichen Pflanzenenzymen und bei der Bildung von Wuchsstoffen mit. Kupfer ist für den Enzymstoffwechsel und die Verholzung der Zellwände wichtig, Bor für die Zell- und Gewebeentwicklung. Für Gräser wie den Blauschwingel lohnt sich der Ratgeber dazu, welche Rolle Eisen, Zink, Bor und Kupfer für Ziergräser spielen.

Kurz erklärt

Chlorose ist das Fachwort für vergilbendes Blattgewebe. Bei Magnesiummangel liegt sie an älteren Blättern zwischen zunächst grünen Adern, bei Eisenmangel beginnt sie an den Triebspitzen.

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Mangel oder etwas anderes? Was das Blattbild noch bedeuten kann

Ein Blattsymptom ist ein Hinweis, keine Diagnose. Sowohl Trockenheit als auch Staunässe können Mangelsymptome hervorrufen, weil sie die Nährstoffaufnahme stören. Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf und brauchen dafür ausreichend Bodenfeuchte. Bevor ich irgendetwas gebe, schiebe ich am Rand des Polsters den Kies beiseite und fühle, ob die Erde darunter nass, feucht oder staubtrocken ist.

Braune Blattränder können auf Kaliummangel hindeuten, aber ebenso von Trockenheit oder Streusalz stammen. Blaukissen eignen sich für Wegeinfassungen, und an einem im Winter gestreuten Weg gehört Salz deshalb mit auf die Liste der möglichen Ursachen. Auch zu viel Dünger kann durch Salzanreicherung braune Ränder verursachen.

Andere Bilder deuten auf Tiere statt auf Hunger. Punktartige, weißlich gelbe Sprenkel und feine Gespinste sind ein Anlass, die Blattunterseiten auf Spinnmilben zu kontrollieren. Zum Problem werden Spinnmilben im Freiland besonders in trockenen, warmen Sommerperioden. Silbrig graue Flecken und verformte junge Blätter können auf Thripse hinweisen.

Kümmert eine Pflanze oder welkt sie, lohnt der Blick auf die Wurzeln. Braune, faule oder vermorschte Wurzeln sind ein Hinweis auf Wurzelkrankheiten. Bei Nelken kann einseitiges Vergilben älterer Blätter zusammen mit Welke bei starker Sonne auf eine Fusarium-Welke hinweisen. Sind die Erreger in die Leitungsbahnen eingedrungen, lässt sich die Welke nicht mehr heilend bekämpfen. Bestätigt sich der Verdacht, gehören befallene Pflanzen in den Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost womöglich nicht die nötigen Temperaturen entstehen.

Pilzliche und bakterielle Blattflecken an Stauden können sich so ähneln, dass erst eine Laboruntersuchung die Ursache unterscheidet. Bei virusverdächtigen Mustern kann eine Pflanzenschutzdienststelle weiterhelfen. Verkahlt ein älteres Blaukissenpolster in der Mitte, ist das eher eine Frage der Pflege. Ein Rückschnitt nach der Blüte kann dem Verkahlen entgegenwirken, und ältere Polster lassen sich im Frühjahr durch Teilung verjüngen.

Mini-Checkliste

Bevor du düngst, gehst du diese Fragen durch.

  • Sind zuerst die alten Blätter am Grund oder die jungen an den Triebspitzen betroffen?
  • Ist die Erde unter dem Kies nass, feucht oder staubtrocken?
  • Sitzen Spinnmilben oder Thripse auf den Blattunterseiten?
  • Wächst die Pflanze an einem Weg, der im Winter gestreut wird?
  • Hast du kürzlich gedüngt, Kompost gegeben oder mit Holzhäcksel gemulcht?
  • Liegt ein aktueller pH-Wert mit Angabe der Messlösung vor?

Welche Ursachen hinter dem Mangel stecken

Sind Verwechslungen ausgeschlossen, bleibt die Frage, warum ein Nährstoff fehlt oder nicht ankommt. Im Steingarten lohnt es, zuerst an die Aufnahme zu denken und erst danach an einen leeren Boden.

Ein hoher pH-Wert legt Eisen fest

Ein zu hoher pH-Wert kann Nährstoffe im Boden festlegen und ihre Aufnahme behindern. Liegt der pH-Wert über 7,0, kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein. Mangelsymptome sind dann möglich, obwohl der Boden genug Eisen enthält. Diese Kalkchlorose zeigt sich zuerst an den jungen Blättern. Am anderen Ende der Skala kann Molybdän unter pH 5,5 schlecht verfügbar sein.

Vor einer Spurenelementgabe musst du pH-Wert und Bodengefüge berücksichtigen, denn zusätzliche Bodendüngung behebt eine eingeschränkte Verfügbarkeit nicht zuverlässig. Auf einem zu basischen Boden landet eine solche Gabe also neben dem Eisen, das dort schon festgelegt liegt.

Staunässe, Verdichtung und Trockenheit

Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Staunässe und verdichteter Boden können außerdem Eisenmangelchlorosen auslösen. Verdichtung verkleinert den Porenraum, behindert das Versickern und kann Luftmangel an den Wurzeln verursachen. An karge Standorte angepasste Steingartenpflanzen können in schweren, nährstoffreichen und nassen Böden Wurzelschäden erleiden. Blauschwingel reagiert empfindlich auf zu hohe Bodenfeuchte, Delosperma cooperi auf Winternässe.

Trockenheit stört die Aufnahme von der anderen Seite, weil den Wurzeln das Wasser fehlt, in dem die Nährsalze gelöst sind. An vollsonnigen Steingartenstandorten kann zusätzliches Gießen je nach Bodengüte nötig sein. Das gilt vor allem in den Anfangsjahren und nach längeren Trockenphasen.

Kalter Boden im Frühjahr

Niedrige Bodentemperaturen vermindern die Nährstoffaufnahme, und Kälte kann zusätzlich die Verfügbarkeit von Spurennährstoffen verschlechtern. Mehr Dünger gleicht diese begrenzte Aufnahme nicht automatisch aus. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe ohnehin kaum Nährstoffe frei. Erst Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen gemeinsam die Freisetzung aus dem Humus. Blasse Polster im zeitigen Frühjahr beobachte ich deshalb weiter, bis sich der Boden erwärmt hat, statt sofort nachzulegen.

Zu viel Dünger und unpassender Mulch

Auch ein Zuviel kann wie ein Mangel aussehen. Unkontrollierte Düngung kann über unausgewogene Nährstoffverhältnisse die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen. Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind zudem anfälliger für Krankheiten. Häufige Kompostgaben können den Boden ebenfalls überversorgen, auch mit Phosphat.

Kohlenstoffreiche Mulchstoffe wie Holzhäcksel, Stroh oder Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden und so Stickstoffmangel begünstigen. Für nährstoffarme Pflanzungen passt mineralischer Mulch besser, weil organischer Mulch dort unerwünschte Nährstoffe zuführen kann. Wie du Mulch, Kompost und Mykorrhiza im Steingarten natürlich einsetzt, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Im Trog: torffreie Erde und Stickstoff

Steingartenpflanzen in Stein- und Tongefäßen stehen in lockerem, nährstoffarmem Substrat. Torffreie Erden sind meist vorgedüngt, können aber durch ihre Ersatzstoffe die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Die Nachdüngung richtest du dann nach der Stickstoffversorgung, die tatsächlich verfügbar ist.

Pflanze und Gestein passen nicht zur Bodenreaktion

Im Steingarten müssen Pflanzenauswahl und Gestein zur Bodenreaktion passen. Die Heide-Nelke meidet Kalk und wächst auf nährstoffarmen Sand- und Silikatstandorten. Die Kartäuser-Nelke kommt dagegen auf warmen, kalkreichen und nährstoffarmen Halbtrockenrasen vor. Für die Immergrüne Schleifenblume ist ein Boden-pH von 6 bis 8 angegeben. Saure Böden ermöglichen statt des klassischen Steingartens auch eine Heide- oder Moorbeetgestaltung.

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Bodenanalyse: So findest du heraus, was wirklich fehlt

Am Blatt bleibt jede Diagnose ein Verdacht. Eine Bodenuntersuchung zeigt dagegen, welcher Nährstoff fehlt und in welcher Menge du ihn ergänzen musst.

Für eine einheitlich genutzte Fläche stichst du 10 bis 15 Proben gleichmäßig verteilt aus dem Oberboden. Jeder Einstich reicht bis etwa 25 bis 30 cm tief. Die Proben mischst du gründlich, rund 500 g davon gehen ins Labor. Bereiche mit unterschiedlichen Bodenarten beprobst du getrennt. Ich nehme den abgemagerten Lehmbereich und die reine Kiesfläche deshalb als zwei eigene Proben. Wer die Bereiche in einem Beetplan festhält, findet die Probenstellen beim nächsten Mal wieder.

Die Standarduntersuchung erfasst den pH-Wert sowie Phosphor, Kalium und Magnesium, aber keinen Stickstoff. Den musst du gesondert beauftragen. Stickstoffmangel zeigt sich an hell- bis gelbgrünen älteren Blättern, und genau dieser Verdacht bleibt ohne Zusatzauftrag ungeprüft.

Weist der Befund einen Nährstoff als hoch oder sehr hoch versorgt aus, düngst du ihn nicht zusätzlich. Hast du früher Kompost gegeben, lässt du Phosphor und Kalium alle 4 bis 5 Jahre kontrollieren. Bei stark erhöhten Werten schränkst du weitere Kompostgaben ein. Erklärt die Bodenanalyse das Blattbild nicht, kann eine Pflanzenanalyse den tatsächlichen Versorgungszustand klären.

Für einen schnellen Überblick über den pH-Wert vermengst du zerkleinerte Gartenerde mit destilliertem Wasser und liest nach kurzer Einwirkzeit die Farbe des Teststreifens ab. Ein solcher Schnelltest gibt Orientierung, ersetzt aber nicht die Laboruntersuchung, aus der sich eine passende Kalkempfehlung ableiten lässt. Vergleichbar sind pH-Werte nur mit Angabe der Messlösung, denn Wasser-, Calciumchlorid- und Kaliumchloridverfahren können unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Marias Erfahrung

Für meinen Steingarten führe ich ein kleines Heft. Darin stehen Datum, Pflanze, betroffene Blätter und die Bodenfeuchte unter dem Kies. Bei jedem pH-Wert notiere ich die Messlösung dazu, damit ich später nur Werte aus demselben Verfahren nebeneinanderlege.

pH-Wert anpassen: wann Kalk hilft und wann du ihn weglässt

Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist. Welcher Bereich passt, hängt von Bodenart, Humusgehalt und Kultur ab. Die allgemeinen Zielbereiche je Bodenart stehen in den Stauden-Grundlagen zu Standort und Boden. Für den Steingarten selbst gibt es einen Ratgeber dazu, welchen pH-Wert deine Steingartenpflanzen brauchen und wie du die Düngung darauf abstimmst.

Liegt der pH-Wert oberhalb des passenden Zielbereichs, bringst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger aus. Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert dem Boden ebenfalls Kalzium, und sein Kalkgehalt kann den pH-Wert erhöhen. Beides gehört deshalb in jede Kalkentscheidung mit hinein.

Ist der Boden für eine Pflanze zu basisch, setzt du an mehreren Stellen an. Staunässe und Verdichtung behebst du, weil sie die Eisenaufnahme zusätzlich behindern können. Akute Chlorosen an den jungen Blättern lassen sich über eine Blattdüngung vorübergehend überbrücken. Langfristig müssen Pflanzen und Gestein zur vorhandenen Bodenreaktion passen.

Häufiger Fehler

Gelbe Triebspitzen auf kalkreichem Boden mit einer zusätzlichen Bodengabe zu behandeln. Ist Eisen festgelegt, behebt mehr Dünger im Boden die eingeschränkte Verfügbarkeit nicht zuverlässig. Prüfe zuerst pH-Wert, Staunässe und Verdichtung.

So behebst du den Mangel Schritt für Schritt

Zuerst kommt die Ursache, dann der Nährstoff. Steht Wasser im Boden, lockerst du auch tiefer liegende Verdichtungen, bevor du bei Bedarf mineralisches Material für mehr Durchlässigkeit einarbeitest. Lehmigen Steingartenboden machst du mit Sand, Kies und Splitt magerer und durchlässiger. Gearbeitet wird erst, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist.

Fehlt laut Befund tatsächlich ein Nährstoff, ergänzt du gezielt nur diesen. Die Menge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe. Die Empfehlung auf der Verpackung gilt allerdings nur unverändert, wenn der Boden optimal versorgt ist und keine Nährstoffe aus Kompost oder weiteren Düngern dazukommen. Dünger gibst du auf feuchten Boden, nicht auf feuchte Pflanzenteile.

Kurz erklärt

Aus dem Laborbefund lässt sich die Düngermenge selbst berechnen. Du nimmst den ermittelten Bedarf eines Nährstoffs in g/m², multiplizierst ihn mit 100 und teilst durch den Gehalt dieses Nährstoffs im Dünger in Prozent. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist oder Gründüngung ziehst du vorher vom Bedarf ab.

Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr, damit die Pflanzen ausreifen. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Überhöhte oder zu häufige Stickstoffgaben können außerdem als Nitrat ausgewaschen werden. Organisch gebundene Nährstoffe werden erst durch Bodenorganismen pflanzenverfügbar und wirken deshalb verzögert.

Für Polster- und Wildstauden ist Kompost zur Anreicherung des Bodens nicht sinnvoll, weil sie einen kargen Boden brauchen. Zur Frage, ob organischer oder mineralischer Dünger besser zum Steingarten passt, kursieren verbreitete Irrtümer. Dazu, welche Irrtümer zur Steingartendüngung nicht stimmen, gibt es einen eigenen Ratgeber. Wie unterschiedlich Polsterstauden, Sukkulenten und Gräser auf Dünger reagieren, findest du dort ebenfalls.

Achtung

Asche aus dem Haushalt gehört weder als Dünger in den Steingarten noch in den Kompost, auch nicht aus naturbelassenem Holz. Möglich sind Schadstoffanreicherung und Überdüngung.

Mythos-Check

Bittersalz gilt als Magnesiumquelle und wird deshalb gern gegen gelbe Blätter empfohlen. Magnesiummangel zeigt sich aber an älteren Blättern zwischen zunächst grünen Adern, gelbe Triebspitzen können eher auf Eisenmangel hindeuten. Ob Magnesium fehlt, zeigt die Standardanalyse ohnehin mit an. Ist der Wert hoch oder sehr hoch, wird Magnesium nicht zusätzlich gegeben.

Blattdüngung bei akutem Mangel

Ist ein Spurennährstoff im Boden festgelegt, etwa Eisen bei hohem pH-Wert, kann eine gezielte Blattdüngung die Festlegung vorübergehend umgehen. Ihre Wirkung hält allerdings nur begrenzt an. Sie ersetzt deshalb nicht die Arbeit an pH-Wert und Bodengefüge. Als alleinige Versorgung mit Hauptnährstoffen ist sie in der Regel zu aufwendig, weil dafür viele Behandlungen nötig wären.

Gesprüht wird bei bedecktem Himmel oder abends, denn starke Sonne kann die Lösung auf dem Blatt konzentrieren und Blattschäden verursachen. Eine feine Zerstäubung vermindert, dass die Nährlösung zu schnell abtropft. Die Konzentration richtest du nach der Produktangabe. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vor der flächigen Behandlung eine Probespritzung. Ich sprühe dabei nur die Pflanzen, deren junge Blätter das Bild zeigen, und lasse die gesunden Nachbarn aus.

Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit verzichtest du auf das Sprühen über die Blätter. Flüssigdünger kommt dann niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden.

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Häufige Fragen

Wie erkennt man Nährstoffmangel bei Steingartenpflanzen an den Blättern?
Entscheidend ist, welche Blätter zuerst betroffen sind. Hell- bis gelbgrüne ältere Blätter bei gebremstem Wachstum können auf Stickstoffmangel hindeuten, ein Vergilben zwischen grünen Adern an älteren Blättern auf Magnesiummangel. Beginnt die Gelbfärbung an den Triebspitzen, kommt eher Eisenmangel infrage, braune Ränder an älteren Blättern können auf Kaliummangel hinweisen. Weil Trockenheit, Staunässe, Streusalz oder Spinnmilben ähnliche Bilder erzeugen können, gehören ein Blick auf die Bodenfeuchte und eine Bodenanalyse immer zur Diagnose.
Warum ist bei der Steingartenpflege weniger Düngung oft mehr?
Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen auf magerem Boden normalerweise keinen Zusatzdünger, und ihren Stickstoffbedarf deckt der Boden häufig schon. Zu viel Dünger kann bei Stauden nährstoffarmer Standorte untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern. In schweren, nährstoffreichen und nassen Böden können an karge Standorte angepasste Pflanzen außerdem Wurzelschäden erleiden. Gedüngt wird deshalb erst, wenn ein Mangel erkennbar ist.
Welche Rolle spielt der pH-Wert bei Mangelerscheinungen in Steingärten?
Der pH-Wert entscheidet mit, ob vorhandene Nährstoffe überhaupt aufgenommen werden können. Über pH 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein, obwohl genug davon im Boden liegt. Unter pH 5,5 kann dagegen Molybdän schlecht verfügbar sein. Zusätzliche Bodendüngung behebt eine solche Festlegung nicht zuverlässig, deshalb wird zuerst gemessen und nur bei einem für die Bodenart zu niedrigen Wert gekalkt.
Welche Auswirkungen hat Staunässe auf die Mikronährstoff-Aufnahme?
Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Sie kann außerdem die Eisenaufnahme behindern, auch wenn genug Eisen im Boden vorhanden ist, und die Verfügbarkeit weiterer Spurennährstoffe verschlechtern. Die Folge können Chlorosen sein, die wie ein Mangel aussehen. Wichtig ist deshalb ein durchlässiger Boden, bei dem auch tiefer liegende Verdichtungen gelockert und bei Bedarf Sand, Kies oder Splitt eingearbeitet werden.
Wie führt man eine Bodenanalyse für Steingärten richtig durch?
Für jede einheitlich genutzte Fläche werden 10 bis 15 gleichmäßig verteilte Einstiche aus dem Oberboden zu einer Mischprobe vereinigt. Davon gehen rund 500 g ins Labor, wobei Bereiche mit unterschiedlicher Bodenart, etwa abgemagerter Lehm und reine Kiesfläche, getrennt beprobt werden. Die Standarduntersuchung erfasst pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium, Stickstoff muss gesondert beauftragt werden. Ein pH-Schnelltest gibt nur Orientierung und ersetzt nicht die Laboruntersuchung, aus der sich eine Kalkempfehlung ableiten lässt.
Welche Schritte sind bei der Blattdüngung von Polsterpflanzen zu beachten?
Blattdüngung eignet sich, um eine Festlegung von Spurennährstoffen im Boden vorübergehend zu umgehen, nicht als Dauerversorgung mit Hauptnährstoffen. Gesprüht wird bei bedecktem Himmel oder abends und fein zerstäubt, weil starke Sonne die Lösung konzentrieren und Blätter schädigen kann. Bei empfindlichen Pflanzen gehört eine Probespritzung vor die flächige Behandlung. Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit kommt Flüssigdünger niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden statt auf die Blätter.
Wie beeinflusst die Bodentemperatur die Spurenelemente-Verfügbarkeit?
Kälte kann die Verfügbarkeit von Spurennährstoffen verschlechtern, und niedrige Bodentemperaturen vermindern die Nährstoffaufnahme insgesamt. Mehr Dünger gleicht diese begrenzte Aufnahme nicht automatisch aus. Organische Dünger setzen bei Frost zudem kaum Nährstoffe frei, erst Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen die Freisetzung aus dem Humus. Blasse Pflanzen in kaltem Frühjahrsboden beobachtest du deshalb besser weiter, bis sich der Boden erwärmt hat.
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