Steingarten natürlich düngen: mager halten, gezielt nachhelfen
- Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger.
- Für Polster- und Wildstauden sowie trockenheitsliebende mediterrane Stauden ist Kompost nicht sinnvoll.
- Gedüngt wird erst bei erkennbaren Mängeln, am besten nach einer Bodenuntersuchung.
- Pflanzenjauche wird in der Regel 1:10 mit Wasser verdünnt an die Wurzeln gegossen.
- Holzasche gehört weder in den Garten noch auf den Kompost.

Wer seinen Steingarten versorgt wie ein Prachtstaudenbeet, riskiert untypisch starkes Wachstum und eine schlechtere Winterhärte. Ich streue deshalb im Frühjahr nichts aus, bevor ich mir die Pflanzen genau angesehen habe: Wie dicht treiben die Polster aus, wo kümmert eine Pflanze, welche Ecke steht nass?
Natürlich düngen heißt im Steingarten vor allem, den mageren Boden zu erhalten. Nachgeholfen wird nur dort, wo eine Pflanze erkennbar Bedarf zeigt, und dann mit Düngern, die das Bodenleben langsam umsetzt.
Natürliche Dünger wie Kompost oder Hornspäne enthalten organisch gebundene Nährstoffe. BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. müssen sie erst zersetzen und mineralisieren, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können.
Braucht ein Steingarten überhaupt Dünger?
Meistens nicht. Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen benötigen normalerweise keinen Zusatzdünger, solange sie auf entsprechend magerem Boden stehen. Im Vergleich der Staudengruppen haben Steingartenstauden den geringsten Nährstoffbedarf und Beetstauden den höchsten.
Daraus ergibt sich eine klare Reihenfolge. Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten düngst du erst, wenn ein Mangel erkennbar ist. Übermäßige Düngung kann bei ihnen untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern. Wie groß der Düngebedarf tatsächlich ist, ergibt sich aus dem Nährstoffbedarf der Pflanze und dem, was der Boden bereits bietet.
Ich behandle Dünger im Steingarten deshalb als Ausnahme für einzelne Pflanzen, nicht als Routine für die ganze Fläche.
Boden, Lockern und Gießen in Kürze
Steingartenpflanzen wie Blaukissen wachsen in durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden. Lehmigen Boden machst du mit Sand, Kies und Splitt magerer und durchlässiger. Vor der Pflanzung entfernst du Wurzelunkräuter und beseitigst Verdichtungen, damit ein durchlässiger Pflanzboden entsteht.
An vollsonnigen Plätzen kann je nach Bodengüte zusätzliches Gießen nötig sein, vor allem in den Anfangsjahren und nach längeren Trockenphasen. Wie du Standort, Boden und Wasserversorgung grundsätzlich angehst, beschreiben die Grundlagen zu Standort, Boden und Gießen bei Stauden und Ziergräsern.
Erst messen, dann düngen: die Bodenprobe
Ob und womit du nachhilfst, zeigt dir eine Bodenuntersuchung. Aus dem vorhandenen Vorrat lässt sich ableiten, welcher Nährstoff in welcher Menge fehlt. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und den Kalkbedarf. Stickstoff musst du gesondert beauftragen.
Ein Steingarten ist selten einheitlich. Bereiche mit unterschiedlichen Bodenarten beprobst du deshalb getrennt, zum Beispiel eine stark abgemagerte Fläche und eine lehmigere Ecke.
Grenze je Bodenart eine Fläche ab. Stich dort 10 bis 15 gleichmäßig verteilte Einzelproben aus dem Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe. Mische alles gut und schicke rund 500 g davon ein. Achte im Befund auf die Messlösung, denn Wasser-, Calciumchlorid- und Kaliumchloridverfahren können unterschiedliche pH-Werte liefern.
Ein pH-Schnelltest gibt dir eine Orientierung, ersetzt für eine passende Kalkempfehlung aber keine Laboruntersuchung. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist; liegt er über dem passenden Bereich, kommen weder Kalk noch kalkhaltige Dünger infrage. Welcher Bereich für deine Pflanzen passt, erklärt der Beitrag dazu, welchen pH-Wert Steingartenpflanzen brauchen.
Zeigt der Befund hohe oder sehr hohe Werte für Phosphat, Kalium oder Magnesium, düngst du diesen Nährstoff nicht zusätzlich. Wer Kompost gibt, kontrolliert mögliche Phosphor- und Kaliumanreicherungen mit einer Bodenuntersuchung alle 4 bis 5 Jahre. Ich lege die Befunde jeder Zone zusammen ab, damit ich die Werte beim nächsten Mal vergleichen kann.
Welche natürlichen Dünger passen in den Steingarten?
Natürlich heißt nicht automatisch harmlos. Kompost, StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. und Gründüngung liefern ebenfalls Nährstoffe, die du von der zusätzlich benötigten Düngermenge abziehst. Auch häufige Kompost- oder Stallmistgaben können einen Gartenboden überversorgen. Die Übersicht zeigt, wie ich die gängigen Materialien im Steingarten einordne.
| Material | Einordnung im Steingarten |
|---|---|
| Kompost | für Polster- und Wildstauden sowie trockenheitsliebende mediterrane Stauden nicht sinnvoll; nur bei erkennbarem Bedarf einzelner Pflanzen |
| Hornspäne, Horngrieß, Hornmehl | stickstoffbetont, typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff; kein Grunddünger für Polster |
| Organischer Langzeitdünger | Option bei kümmerndem Wachstum nach dem Einwachsen, etwa bei der Immergrünen Schleifenblume |
| PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. | in der Regel 1:10 mit Wasser verdünnt an die Wurzeln; keine allgemeingültige Menge und kein fester Rhythmus |
| Tiermist | nur kompostiert verwenden und seine Nährstoffe mitrechnen |
| Rindenmulch | im trockenen Kiesbeet ungeeignet, kann Stickstoff binden |
| Holzasche | nicht verwenden, weder direkt noch als Kompostzusatz |
Kompost: nur mit gutem Grund
Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Genau diese Anreicherung wollen viele Steingartenpflanzen nicht. Für Polster- und Wildstauden sowie trockenheitsliebende mediterrane Stauden ist Kompost nicht sinnvoll, weil sie einen kargen Boden benötigen.
Dazu kommen zwei Nebenwirkungen. Kompost kann den Boden mit Phosphat überversorgen, und sein Kalkgehalt kann den pH-Wert erhöhen. Die Heidenelke, Dianthus deltoides, wächst auf nährstoffarmen Sand- und Silikatstandorten und meidet Kalk. Bei solchen Arten spricht also gleich zweierlei gegen Kompost: die Nährstoffe und der Kalk.
Selbst im übrigen Garten soll die jährliche Kompostgabe 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten, damit sich kein Phosphat anreichert. Im Steingarten gibt es Kompost bei mir nur als Ausnahme mit klarer Bedingung. Die Immergrüne Schleifenblume, Iberis sempervirens, bekommt beim Pflanzen keinen Dünger. Kümmert sie nach dem Einwachsen, erhält sie im Frühjahr bei Bedarf etwas Kompost oder einen organischen Langzeitdünger, grundsätzlich zurückhaltend. Für das Blaukissen ‘SPERLI’s Azurro’ ist im Frühjahr ebenfalls nur eine zurückhaltende Düngung vorgesehen.
Den Steingarten gleich mitzuversorgen, wenn das Prachtstaudenbeet im Frühjahr seinen Kompost bekommt. Prachtstauden erhalten 3 l Kompost/m², für Polster- und Wildstauden ist Kompost dagegen nicht sinnvoll.
Hornspäne und organische Langzeitdünger
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff. Damit zählen sie zu den stickstoffbetonten organischen Düngern. Ihre Nährstoffe werden erst durch mikrobiellen Abbau pflanzenverfügbar, deshalb wirken sie langsamer als mineralische Dünger.
Langsam passt zum Steingarten, stickstoffbetont eher nicht. Für die Immergrüne Schleifenblume ‘Snow Flurries’ gilt in der Kultur eine geringe bis mäßige Düngung ohne hohe Stickstoffgaben. Hornspäne liefern aber vor allem Stickstoff, als Grunddünger für Polster taugen sie deshalb nicht. Ich greife zu ihnen nur, wenn eine einzelne Pflanze nach dem Einwachsen erkennbar kümmert, und rechne die Menge aus dem Befund aus.
Pflanzenjauche: flüssig, aber nur nach Bedarf
Pflanzenjauche ist ein flüssiger organischer Dünger, den du selbst ansetzen kannst. Zur Wurzeldüngung wird sie in der Regel im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt und rund um die Pflanze an die Wurzeln gegossen. Für Ausbringmenge und Intervall gibt es keine allgemeingültigen Angaben, weil Pflanzenbedarf und vorhandene Bodennährstoffe mitentscheiden.
Im Steingarten ist Jauche deshalb kein Frühjahrsritual für alle Polster. Ich gieße sie nur dort, wo eine Pflanze Bedarf zeigt, und immer auf feuchten Boden statt auf feuchte Blätter. Manchen Jauchen wird zusätzlich eine stärkende Wirkung nachgesagt; ich setze sie ausschließlich als Dünger ein.
Ist bei Hitze eine Flüssigdüngung nötig, gib sie niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden und nicht über die Blätter.
Was nicht in den Steingarten gehört
Holzasche verwendest du im Steingarten nicht, auch wenn sie aus naturbelassenem Holz stammt. Sie soll weder direkt in den Garten noch als Zusatz auf den Kompost. Asche kann Schadstoffe anreichern und überdüngen, und größere Ascheanteile können Schwermetalle im Kompost anreichern.
„Holzasche ist ein natürlicher Kaliumdünger für den Herbst.“ Für den Garten gilt das nicht: Asche gehört weder ins Beet noch auf den Kompost, weil Schadstoffanreicherung und Überdüngung möglich sind. Eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung richtet sich nach dem Bodenbefund.
Rindenmulch passt ebenfalls nicht. Für ein trockenes Kiesbeet mit Immergrüner Schleifenblume ist er wegen des feucht-sauren Milieus ungeeignet. Beim Abbau kann er außerdem Stickstoff binden, und roher Rindenmulch gilt auch für junge Staudenpflanzungen als ungeeignet.
Mineralischer Mulch hält den Boden mager
Für nährstoffarme Staudenpflanzungen auf leichten Böden eignet sich mineralischer Mulch, weil organischer Mulch dort unerwünschte Nährstoffe zuführen kann. Er passt besonders zu sonnig-trockenen Pflanzungen mit mageren, durchlässigen Böden. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und das Aufheizen des Bodens. Außerdem schützt sie die Bodenoberfläche vor Verkrustung.
Für Staudenpflanzungen der trockenen Freifläche, Felssteppe und Steppenheide hat sich Kies oder Splitt in einer Schicht von mindestens 5 cm, besser 7 cm bewährt. Die Körnung liegt bei 8 bis 16 mm.
Für bepflanzte Kiesbeete wird mineralischer Mulch derselben Körnung in einer Schicht von 5 bis 7 cm aufgetragen. So bleibt die Fläche mager, und du musst keine Nährstoffe aus organischem Mulch mitrechnen.
Bodenleben: wer die Nährstoffe freisetzt
Was du an organischem Material gibst, kommt nicht sofort bei der Pflanze an. Bodenlebewesen machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus verfügbar. Organisch gebundene Nährstoffe fester Dünger werden erst durch Zersetzung und MineralisierungMineralisierung ist der Abbau organischer Stoffe wie Erntereste, Mulch, Kompost oder Mist im Boden. Bodenlebewesen schließen sie dabei auf, sodass die darin gebundenen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar werden. pflanzenverfügbar. Wärme und Bodenfeuchtigkeit beschleunigen diese Freisetzung gemeinsam.
Umgekehrt setzen organische Dünger bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung können sie dagegen starke Nährstoffschübe auslösen. Wurzeln nehmen Nährsalze zudem nur als im Wasser gelöste Ionen auf. Im ausgetrockneten Steingarten bringt Nachstreuen deshalb wenig: Der Dünger wird kaum umgesetzt, und ohne Bodenfeuchte können die Wurzeln ihn ohnehin nicht aufnehmen.
Auch Kälte bremst. Niedrige Bodentemperaturen vermindern die Nährstoffaufnahme, und mehr Dünger gleicht diese Grenze nicht aus.
Gründüngung, Kompost, Mulch und bodenschonende Bearbeitung können das Bodenleben fördern und zum Humusaufbau beitragen. Im Steingarten bleibt davon vor allem die schonende Bearbeitung, weil Kompost für Polster- und Wildstauden nicht sinnvoll ist. Ich ziehe Beikraut zwischen den Polstern einzeln heraus, statt die Fläche durchzuhacken. In jungen Steingartenpflanzungen entfernst du Beikräuter und überzählige Sämlinge rechtzeitig, auch im Winter.
Vorsicht gilt bei kohlenstoffreichem organischem Mulch wie Holzhäckseln, Stroh oder Rindenmulch. Beim Abbau können Bodenorganismen vorübergehend Stickstoff binden und so an den Pflanzen Stickstoffmangel begünstigen.
„Effektive Mikroorganismen bringen das Bodenleben in Schwung.“ In einem Gewächshausversuch mit Herbststauden brachte eine Behandlung damit keinen einheitlichen Vorteil für Wuchs, Bewurzelung und Pflanzengesundheit.
Zeitpunkt, Häufigkeit und Pflanzentypen
Stickstoff bekommen mehrjährige Pflanzen nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr, damit sie ausreifen können. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus statt im Herbst, das vermindert die Nitratauswaschung. Wann im Jahr und wie oft welcher Pflanzentyp etwas bekommt, liest du im Beitrag, wann und wie oft du einen Steingarten düngst.
Ob Steingartenpflanzen wirklich ganz ohne Dünger auskommen und wie organische und mineralische Dünger im Vergleich abschneiden, sortiert der Beitrag über verbreitete Irrtümer zur Steingartendüngung.
Natürliche Schädlingsabwehr: vorbeugen, kontrollieren, eingreifen
Pflanzenschutz folgt im Steingarten derselben Stufenfolge wie im Staudenbeet. Zuerst beugst du vor, dann kontrollierst du, und erst danach greifst du mechanisch ein. Die Versorgung gehört dabei zur Vorbeugung.
Vorbeugen mit Abstand, Licht und Wasserabzug
Gegen Echten Mehltau helfen an anfälligen Stauden ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Trockenes Wetter ist keine Entwarnung. Für die Keimung der Pilze kann bereits eine relative Luftfeuchte von 70 % ausreichen.
Zur Vorbeugung gehört auch ein guter Wasserabzug. Anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Welkende Triebe können auf Wurzel- oder Stängelgrundfäulen hindeuten, deren Erreger bei anhaltender Bodenfeuchte und schlechter Durchlüftung günstige Bedingungen finden.
Kontrollieren, bevor du eingreifst
Blaukissen und Immergrüne Schleifenblume stehen bevorzugt sonnig. Spinnmilben werden im Freiland besonders in trockenen, warmen Sommerperioden zum Problem. In Hitzephasen kontrolliere ich die Polster deshalb genauer und nehme dafür eine Lupe. Erwachsene Spinnmilben sind nur etwa 0,5 bis 0,7 mm groß.
Ein Schneckenzaun schützt ein Beet nur zuverlässig, wenn du innerhalb der Umzäunung weiterhin regelmäßig Schnecken absammelst. Weinbergschnecken stehen unter Schutz und dürfen nicht gezielt bekämpft werden.
Mechanisch eingreifen
Einen schwachen Blattlausbefall an Zierpflanzen spritzt du häufig schon mit einem Wasserstrahl ab. Bei beginnendem Echtem Mehltau entfernst du erkrankte Blätter und schneidest befallene Triebe bis ins gesunde Gewebe zurück. Werkzeuge, Schuhe und Pflanzenstützen, die mit krankheitsbelasteter Erde verschmutzt sind, reinigst du danach. So begrenzt du die Verschleppung von Schaderregern.
Nachhaltig versorgen: nichts verschwenden, nichts auswaschen
Im Steingarten beginnt Nachhaltigkeit beim Dünger, den du gar nicht erst ausbringst. Überhöhte, zu häufige oder außerhalb der Vegetationsperiode ausgebrachte Stickstoffgaben können als Nitrat ausgewaschen werden. Leicht lösliche mineralische Dünger wirken schnell, verursachen bei nicht bedarfsgerechter Anwendung aber insbesondere Stickstoffverluste durch AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt.. Organische Dünger geben ihre Nährstoffe langsamer frei, können einen Boden aber ebenfalls überversorgen. Unkontrollierte Düngung kann zudem die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen, weil die Nährstoffverhältnisse aus dem Gleichgewicht geraten.
Für das Gießen in den Anfangsjahren sammelst du Dachablaufwasser in Regentonnen und verteilst es mit der Gießkanne. Regenwasser ist salzarm und sehr weich. Auch Wasser vom Waschen von Obst und Gemüse in einer Schüssel kannst du sammeln und zum Gießen verwenden.
Die Pflege nach der Saison kann zusätzlich Lebensraum schaffen. Ein Teil der dürren Staudenstängel kann ganzjährig stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten. Winter- und immergrüne Stauden sowie Halbsträucher nimmst du vom pauschalen bodennahen Schnitt aus und befreist sie einzeln von braunen oder kranken Blättern. Das betrifft im Steingarten etwa die Immergrüne Schleifenblume, die als niedriger HalbstrauchEin Halbstrauch ist eine ausdauernde Pflanze, die unten verholzt, während die Triebe des laufenden Jahres krautig und grün bleiben. Er steht zwischen Staude und Gehölz; Beispiele sind Lavendel, Salbei und Thymian. wächst.
Wie behutsam man auch auf anderen mageren Standorten düngt, zeigt der Beitrag zur Düngung von Wiesenmargeriten auf mageren Standorten.
Praxistipps: So planst du die Versorgung
Ich teile meinen Steingarten in Zonen nach Bodenart und Bepflanzung ein. Jede Zone bekommt ihre eigene Bodenprobe und eine eigene Zeile in meinen Notizen. Deine Zonen kannst du auch im Beetplaner als Flächen skizzieren. Die Menge rechnest du dann vom Befund aus, statt zu schätzen.
Die Düngermenge in g/m² ergibt sich aus dem ermittelten Düngebedarf eines Nährstoffs in g/m², mal 100, geteilt durch den Gehalt dieses Nährstoffs im Dünger in Prozent. Nährstoffe aus Kompost oder Mist ziehst du vorher ab.
Beim Ausbringen gibst du Dünger möglichst auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile. BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. ersetzt die Versorgung über den Boden nicht, denn als alleinige Versorgung mit HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. wäre sie zu aufwendig. Setzt du sie ein, dann bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung konzentrieren und Blätter schädigen kann. An empfindlichen Pflanzen ist vorher eine Probespritzung sinnvoll.
Steingartenpflanzen im Gefäß setzt du in ein lockeres, nährstoffarmes Substrat. Pflanzgefäße brauchen Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Ich notiere für jede Zone Bodenart, letzten Befund, meine letzte Gabe und wie die Pflanzen im folgenden Frühjahr austreiben. Gedüngt wird bei mir nur eine Zone, für die ich einen konkreten Grund notiert habe.
Wenn etwas nicht stimmt: Mangel oder Überdüngung
Blasse oder kümmernde Pflanzen sind nicht automatisch ein Fall für mehr Dünger. Trockenheit und Staunässe können die Nährstoffaufnahme stören, und Eisenmangelchlorosen können auch von zu hohem pH oder verdichtetem, vernässtem Boden kommen. Woran du die Ursache erkennst und was dann hilft, zeigt der Beitrag, wie du Nährstoffmangel im Steingarten erkennst und behebst.




