Sommeraster winterhart? Diese Stauden ersetzen sie im Spätsommer und Herbst
- Die Sommeraster Callistephus chinensis ist einjährig und nicht winterhart.
- Herbstastern gehören zur Gattung Symphyotrichum und sind ausdauernde Herbstblüher.
- Winterastern sind Garten-Chrysanthemen, ihre Winterhärte hängt von der Sorte ab.
- Für frische, nährstoffreiche Beete passen Hoher Staudenphlox, Sonnenbraut und Rudbeckia ‚Goldsturm‘.
- Für sonnige, trockenere Plätze eignen sich Hohe Fetthenne, Koreanische Minze und Witwenblume.
- Insekten finden vor allem in ungefüllten Blüten Nahrung.

Im Frühjahr säst du Sommerastern, im Herbst sind sie verblüht, und im nächsten Jahr fängst du wieder von vorn an. Die Sommeraster kommt nicht zurück, weil sie einjährig ist. Ich plane deshalb einen Teil meines Spätsommerbeets mit Stauden, die an ihrem Platz bleiben. Hier findest du, welche Arten dafür infrage kommen, wann sie blühen und welcher Boden zu welcher Staude passt.
Ist die Sommeraster winterhart?
Nein. Die Sommeraster, botanisch Callistephus chinensis, ist einjährig und nicht winterhart. Auch Strahlenastern wie die ‚Riesenstrahlen-Mischung‘ gehören zu dieser Art. Ihre Blütezeit ist dabei nicht das Problem: Die Standy-Mischung blüht von Juli bis Oktober. Der Haken ist die jährliche Neuaussaat.
Dazu kommt die Asternwelke. Auf Flächen, auf denen sie wiederholt auftritt, sollten 5 bis 7 Jahre lang keine Sommerastern angebaut werden. Wer dort nicht jahrelang auf Spätsommerfarbe verzichten will, braucht für dieses Beet andere Pflanzen.
Für Insekten ist die Sommeraster nicht wertlos. Ungefüllte Sorten werden als Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten empfohlen. Die dicht gefüllte ‚Pompon Mischung‘ ist dagegen als nicht nützlingsfreundlich ausgewiesen.
Drei Pflanzengruppen tragen die Aster im Namen. Die Sommeraster ist Callistephus chinensis und einjährig. Die Herbstastern, also Raublatt- und Glattblatt-Astern, gehören zur Gattung Symphyotrichum und sind ausdauernd. Winterastern sind Garten-Chrysanthemen der Gattung Chrysanthemum.
Welche Stauden ersetzen die Sommeraster?
Ich sortiere die Kandidaten zuerst nach dem Boden und erst danach nach der Farbe. Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben. Die Tabelle zeigt Arten, die im Spätsommer und Herbst Farbe ins Beet bringen.
| Staude | Höhe | Blüte | Standort |
|---|---|---|---|
| Myrten-Aster ‚Pink Star‘ (Herbstaster) | 100 bis 130 cm | September und Oktober | sonnig, frischer Boden |
| Garten-Chrysanthemen (Winterastern) | je nach Sorte | August bis zu den Frösten im November oder Dezember (Richtwert) | sonnig bis halbschattig, nährstoffreich, möglichst tiefgründig |
| Hoher Staudenphlox (Phlox paniculata) | 60 bis 140 cm | Hochsommer bis Herbst | sonnig bis absonnig, luftig, stets frisch, nährstoffreich, lehmig-humos |
| Sonnenbraut ‚Rauchtopas‘ (Helenium) | 80 bis 100 cm | ab Spätsommer | sonnig, frisch, nährstoffreich |
| Rudbeckia fulgida ‚Goldsturm‘ | 60 bis 100 cm | Hochsommer bis Frühherbst | sonnig, frisch, nährstoffreich |
| Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) | 40 bis 100 cm | Juni bis Oktober | sonnig, frisch, nährstoffreich |
| Hohe Fetthenne ‚Herbstfreude‘ | 30 bis 60 cm | ab Spätsommer | sonnig, trocken bis frisch, durchlässig |
| Koreanische Minze (Agastache rugosa) | 80 bis 100 cm | Juni bis Oktober | sonnig, trockenheitstolerant |
| Witwenblume ‚Red Knight‘ (Knautia macedonica) | 60 bis 80 cm | Juli bis September | sonnig, trockenheitstolerant |
| Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) | 20 bis 80 cm | Juli bis Oktober | sonnig, relativ trocken, schwach basisch |
| Verbena bonariensis | 100 bis 150 cm | Juli bis Oktober | sonnig, zeitweise trocken |
Beim Namen Sonnenhut lohnt ein zweiter Blick aufs Etikett. Der Gartenname steht für Echinacea und für Rudbeckia, deshalb lassen sich Pflegewerte nur mit der Gattung sicher zuordnen.
Herbstastern und Winterastern im Kurzporträt
Herbstastern
Raublatt- und Glattblatt-Astern sind ausdauernde Herbstblüher der Gattung Symphyotrichum. Mit ihren körbchenförmigen Blüten erinnern sie an die Sommeraster, botanisch gehören sie aber zu einer anderen Gattung. Myrten-Astern wie ‚Pink Star‘ blühen im September und Oktober, ‚Schneetanne‘ blüht bis in den November.
Für Bienen ergänzen Astern im Spätsommer und Herbst das Nahrungsangebot, zusammen mit ungefüllten Dahlien. Achte auch bei Astern auf ungefüllte Blüten. Stark gefüllte Blüten bieten Insekten häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung.
Winterastern
Hinter dem Namen Winteraster stecken Herbst-Chrysanthemen der Gattung Chrysanthemum. Je nach Sorte blühen sie als Richtwert von August bis zu den Frösten im November oder Dezember. Bei der WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. musst du genau hinschauen, denn im Sortiment gibt es winterharte Gartenstauden und nicht frostharte Kübelpflanzen. In einer Staudensichtung verbesserte eine 5 cm starke Rindenmulchschicht das Überleben der Gartenchrysanthemen. Ungefüllt blühende Sorten können das Nahrungsangebot für Insekten bis in den Spätherbst verlängern.
Sorten, Standortwahl, Pflege und Teilung der späten Astern findest du im Ratgeber zu Winter-Astern für Herbstbeete und die Vase.
Stauden für frische, nährstoffreiche Beete
Hoher Staudenphlox
Hoher Staudenphlox, die Flammenblume Phlox paniculata, wird je nach Sorte und Standort etwa 60 bis 140 cm hoch. Er blüht vom Hochsommer bis in den Herbst in Weiß, Rosa, Rot oder Lila. Er braucht stets frischen, nährstoffreichen, lehmig-humosen Boden an einem eher kühlen, luftigen Platz. Sonne bis Absonne passt ihm. Ein trockener, von Baumwurzeln durchzogener Platz ist für ihn ungünstig. Auch die Sorten ‚Freudenfeuer‘, ‚Hesperis‘ und ‚Landhochzeit‘ kommen mit leichteren, trockeneren Böden zwar besser zurecht, sind aber nicht wirklich trockentolerant.
Bei den Paniculata-Hybriden gibt es eine klare Sortenfolge. ‚Bright Eyes‘ zählt zu den frühen Sorten, ‚Barnwell‘ und ‚Eva Cullum‘ blühen mittelspät, ‚Kirmesländler‘ spät. Setzt du Sorten aus allen drei Gruppen zusammen, verteilt sich die Phloxblüte über einen längeren Zeitraum.
Echter MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. zeigt sich am Phlox als weißer, mehlartiger Belag und tritt besonders bei trocken-warmer Witterung auf. Ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung helfen vorbeugend. Zeigt sich der Belag, entfernst du zuerst befallene Blätter oder schneidest kranke Triebe zurück.
Sonnenbraut
Die Sonnenbraut ‚Rauchtopas‘ aus der Gattung Helenium blüht ab dem Spätsommer gelb mit braunroter Unterseite. Sie wird etwa 80 bis 100 cm hoch. Sie braucht einen sonnigen Beetplatz mit frischem, nährstoffreichem Boden. Damit teilt sie die Ansprüche von Hohem Phlox und Rudbeckia ‚Goldsturm‘, sodass die drei gut in dasselbe Beet passen.
Sonnenhut: Rudbeckia und Echinacea
Rudbeckia fulgida ‚Goldsturm‘ ist eine Staude mit goldgelben Blüten vom Hochsommer bis in den Frühherbst. Sie wird etwa 60 bis 100 cm hoch und ist für sonnige, frische und nährstoffreiche Plätze gedacht. Der Gewöhnliche Sonnenhut der Gattung Rudbeckia kann auch im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. stehen.
Der Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea ist mehrjährig und winterhart. Er blüht von Juni bis Oktober und wird etwa 40 bis 100 cm hoch. Er bevorzugt einen sonnigen Standort auf frischen, nährstoffreichen Böden. Hohe Sonnenhut-Sorten brauchen einen windgeschützten Platz oder eine Stütze.
Wie stark Bienen den Purpur-Sonnenhut anfliegen, kann je nach Sorte unterschiedlich ausfallen. An ‚Kismet Raspberry‘ wurden in einer Gartenleistungsprüfung Honigbienen und Hummeln beobachtet. Ich lasse die Samenstände von ‚Roter Leuchtstern‘ als Winterschmuck und Vogelnahrung stehen und schneide erst im Frühjahr zurück. Sämlinge aus eigenen Samen fallen beim Purpur-Sonnenhut nicht sortenecht aus.
Herbst-Anemonen
Herbst-Anemonen gehören auf frische bis feuchte, nährstoffreiche Standorte. Nach dem Einwachsen gelten sie überwiegend als winterhart. Gepflanzt werden sie vorzugsweise im Frühjahr, so haben sie bis zum ersten Winter eine ganze Saison zum Einwachsen.
Als Gras für solche Plätze eignet sich die Rasen-Schmiele, die sonnige bis halbschattige Lagen mit nährstoffreichen, frischen bis feuchten Böden mag. Ihre Blatthorste werden etwa 30 bis 50 cm hoch. Die BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. erreichen ungefähr 1 m.
Stauden für sonnige, trockenere Plätze
Hohe Fetthenne
Die Hohe Fetthenne ‚Herbstfreude‘ wird je nach Standort etwa 30 bis 60 cm hoch. Ab dem Spätsommer blüht sie braunrosa. Sie wächst auf sonnigen Plätzen mit trockenen bis frischen, durchlässigen Böden. Fürs Kiesbeet bilden Stipa calamagrostis ‚Algäu‘, Euphorbia seguieriana var. niciciana und Sedum telephium in Sorten ein Trio mit langer gestalterischer Wirkung.
Koreanische Minze und andere Duftnesseln
Die Koreanische Minze Agastache rugosa wird etwa 80 bis 100 cm hoch und blüht von Juni bis Oktober violett. Sie braucht Sonne und gilt im Staudenbeet als trockenheitsrobust. Im innerstädtischen Straßenbegleitgrün zeigte sie in einer Prüfung allerdings unzureichende Trockentoleranz. Ihre Blüten werden von Bienen und Schmetterlingen besucht.
Duftnesseln brauchen einen sonnigen Standort mit gut wasserdurchlässigem Boden. Bei der Winterhärte unterscheiden sich die Arten deutlich. Agastache rugosa gilt als relativ winterhart, Agastache foeniculum nur als bedingt winterhart. Agastache mexicana und Agastache aurantiaca überwintern höchstens in Weinbaugebieten.
Witwenblume und Tauben-Skabiose
Witwenblumen der Gattung Knautia und Skabiosen der Gattung Scabiosa sind botanisch getrennte Gattungen. Die Witwenblume Knautia macedonica ‚Red Knight‘ trägt rubinrote Blüten von Juli bis September. Sie wird etwa 60 bis 80 cm hoch, steht sonnig und gilt als trockenheitstolerant. Ein leichter RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. nach der ersten Blüte kann einen zweiten Blütenflor fördern. Für den Topf eignet sich die kompakte ‚Midget Mauves‘ mit etwa 40 cm Höhe.
Die Tauben-Skabiose Scabiosa columbaria bildet 20 bis 80 cm hohe Blütenstängel und blüht von Juli bis Oktober. Sie bevorzugt sonnige Standorte mit relativ trockenem, schwach basischem Boden. Die Sorte ‚Butterfly Blue‘ gehört zur Tauben-Skabiose und ist keine Knautia macedonica. Sie erreicht als Richtwert etwa 30 bis 40 cm. Eingewachsen verträgt sie gelegentliche Trockenheit, reagiert aber besonders im Winter empfindlich auf übermäßige Nässe.
Winterhart mit Vorbehalt
Mehrjährig heißt nicht automatisch frosthart. Bei Garten-Chrysanthemen und Duftnesseln hängt es von Sorte und Art ab, wie sicher sie überwintern. Zwei weitere Spätsommerblüher brauchen ebenfalls einen genauen Blick.
Kokardenblume
Zur Gattung Gaillardia gehören einjährige Sommerblumen und mehrjährige Stauden, das Etikett entscheidet also mit. Gaillardia aristata der Großblumigen Prachtmischung ist winterhart, ein Winterschutz wird aber als günstig beschrieben. Sie ist eine kurzlebige Staude mit ihrem Optimum im zweiten und dritten Jahr. Kokardenblumen blühen typischerweise von Juni bis September. Mehrjährige Kokardenblumen werden Anfang bis Mitte September bis auf die grundständigen Blätter zurückgeschnitten, um Erneuerungsknospen und ihre Lebensdauer zu fördern. In einer Leistungsprüfung der LWG fielen die Serien ‚Gusto‘ und ‚SpinTop‘ als besonders attraktiv für Insekten auf.
Verbena bonariensis
Verbena bonariensis wird etwa 100 bis 150 cm hoch und blüht von Juli bis Oktober violett. Sie verträgt sonnige, zeitweise trockene Standorte. Im Herbst empfiehlt sich ein leichter Winterschutz, zurückgeschnitten wird im Frühjahr. Ihre Blüten besucht auch das Taubenschwänzchen.
Auch im Garten winterharte Pflanzen können im Kübel erfrieren, wenn ihr WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. durchfriert. Ziehst du eine späte Staude im Freilandgefäß, schützt du den Wurzelballen mit einer isolierenden Topfumhüllung. Gießen und Wasserabfluss müssen dabei möglich bleiben.
Pflanzen und anwachsen lassen
Für einige Spätblüher ist das Frühjahr die bessere Pflanzzeit. Garten-Chrysanthemen blühen spät und bilden im Herbst nur wenig Wurzeln, deshalb pflanzt du sie besser im Frühjahr. Ziergräser der Freifläche setzt du am günstigsten im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden schon erwärmt ist. Herbstpflanzungen können bei ihnen schlechter anwachsen.
Vor dem Pflanzen beseitigst du Wurzelunkräuter und Bodenverdichtungen, damit ein durchlässiger Pflanzboden entsteht. Den Topfballen tauchst du vollständig in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Beim Einsetzen erhalten die oberen Wurzeln eine Bodenabdeckung von 1 cm. Bei anhaltender Trockenheit gießt du die neue Pflanzung wiederholt durchdringend mit etwa 25 l/m² je Gießgang. Das gilt während der ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht., auch für trockenheitsverträgliche Arten.
Später kann eine Verjüngung anstehen. Lässt die Blühleistung nach, kann bei dafür geeigneten Stauden nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen nötig werden.
Ich gehe im September mit einem Notizbuch durchs Beet und schreibe auf, wo Farbe fehlt. Die passenden Stauden setze ich dann im folgenden Frühjahr.
Aus Samen ziehen
Einige Kandidaten kannst du selbst aussäen. Den Purpur-Sonnenhut ‚Roter Leuchtstern‘ ziehst du von März bis Juni vor, die Jungpflanzen blühen dann im zweiten Jahr ab Juni. Die ‚Paradiso Dwarf Mischung‘ kann bei Vorkultur von März bis Mai schon im Aussaatjahr ab September blühen. Die Großblumige Prachtmischung der Kokardenblume säst du von April bis Juli ins Freiland. Ihre Saat drückst du nur leicht an, deckst sie nicht mit Erde ab und hältst sie feucht.
Welche Herbstblumen sich sonst aus Samen ziehen lassen, zeigt der Ratgeber zu Herbstblumen aus Samen und ihren Saatterminen. Die Termine behältst du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken im Blick.
Ein Spätsommerbeet zusammenstellen
Ich stelle zuerst Arten mit ähnlichen Ansprüchen zusammen und staffle dann nach Höhe. Bei einseitig betrachteten Beeten stehen höhere LeitstaudenLeitstauden sind die prägenden Stauden eines Beets: langlebige Arten mit mächtigem, auffälligem Wuchs und üppiger Blüte. Sie bilden das Gerüst der Pflanzung, auf das die Begleitstauden abgestimmt werden. hinten und niedrige Pflanzen vorne. Im frischen, nährstoffreichen Beet setze ich Hohen Phlox und Sonnenbraut nach hinten, Rudbeckia ‚Goldsturm‘ und Purpur-Sonnenhut in die Mitte. Am trockenen Platz stehen Verbena bonariensis und Koreanische Minze hinten, Witwenblume und Tauben-Skabiose davor und die Hohe Fetthenne vorne.
Zum Purpur-Sonnenhut passen Rutenhirse und Indianernesseln als Begleiter. Indianernesseln lassen sich ihrerseits mit Phlox paniculata, Echinacea purpurea und Liatris spicata zu sommerlichen Staudenbildern kombinieren. Die Rutenhirse Panicum virgatum mag warme Sonne und mäßig trockene bis feuchte, nährstoffreiche Böden. Mit Blüten erreicht sie sortenabhängig etwa 80 bis 200 cm. Ihre Samenstände können Vögeln im Winter Nahrung bieten. Das Reitgras Calamagrostis x acutiflora ‚Karl Foerster‘ bleibt durch seine aufrechte Gestalt bis in Herbst und Winter gestalterisch wirksam.
Im Frühjahr wirkt ein reines Spätsommerbeet lange leer. Frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen überbrücken in Staudenmischpflanzungen die Zeit zwischen Winterrückschnitt und neuem Austrieb. Die Aufteilung kannst du vorab im Beetplaner für deine Beete skizzieren.
Für standortgerecht zusammengestellte Staudenmischpflanzungen gelten 7 bis 10 Pflanzen/m² als Orientierung. Die konkrete Dichte richtet sich nach Standort und gewünschter Wirkung. Mittelhohe bis hohe Stauden wie Phlox und Astern ordnest du wirkungsvoll in Gruppen von 3 bis 5 Pflanzen an.
Was Insekten im Spätsommer davon haben
Für Insekten zählt die Blütenform. Offene, ungefüllte Blüten sind ein wichtiges Auswahlmerkmal, weil bei gefüllten Blüten Staub- und Fruchtblätter ihre ursprüngliche Funktion verlieren können. Eine insektenfreundliche Staudenpflanzung bietet Blüten vom frühen Frühjahr bis zum Spätherbst. Die späten Stauden aus der Tabelle decken das Ende dieser Blütenfolge ab, von der Koreanischen Minze bis zu ungefüllten Chrysanthemen.
Manche Arten haben feste Gäste. Die Knautien-Sandbiene sammelt den Pollen für ihre Nachkommen an Witwenblumen und an der Tauben-Skabiose. Für ihre Nester braucht sie zusätzlich offenen Boden. Wildbienen brauchen generell neben Blütennahrung auch Nistplätze. Geeignete verblühte Staudenstängel, die länger als ein Jahr stehen bleiben, können manchen Arten als Nistplatz dienen.
„Stauden sind automatisch insektenfreundlicher als Sommerastern.“ So pauschal stimmt das nicht. Ungefüllte Sommerastern werden als Nahrung für zahlreiche Insekten empfohlen, während stark gefüllte Sorten häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung bieten. Entscheidend ist die Blüte, nicht die Lebensdauer der Pflanze.
Pflege im Jahreslauf kurz gefasst
Abgestorbene Stängel und Blätter bilden einen natürlichen Winterschutz und bleiben im Herbst stehen. In sommergrünen Staudenpflanzungen schneidest du sie erst im Spätwinter zurück, einen Teil der dürren Stängel kannst du ganzjährig als Unterschlupf für Insekten stehen lassen. Wie du Stauden im Jahreslauf zurückschneidest, durch den Winter bringst und mulchst, zeigt der Überblick zur Staudenpflege.





