Wiesenmargeriten aussäen: Termin, Saattiefe und der Weg zur ersten Blüte
- Wiesenmargeriten sind Lichtkeimer: Streu die Samen obenauf und bedecke sie höchstens etwa 0,5 cm tief.
- Als Einzelart säst du von März bis Juli, in einer Wiesenmischung nach deren Zeitplan.
- Rechne mit 10 bis 21 Tagen bis zur Keimung und halte die Saat so lange gleichmäßig feucht.
- Im Beet bleiben in der Reihe und zwischen den Reihen jeweils 20 bis 30 cm Platz.
- Die erste Blüte kommt im Jahr nach der Aussaat, die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.

Wiesenmargeriten sind Lichtkeimer. Wer ihre Samen in eine tiefe Rille legt und mit Erde zudeckt, nimmt ihnen das Licht, das sie zum Keimen brauchen. Ich streue Margeritensaat deshalb obenauf und drücke sie nur an. Außerdem brauchst du Geduld, denn die erste Blüte zeigt sich im Jahr nach der Aussaat.
Die Wiesenmargerite, botanisch Leucanthemum vulgare, ist eine mehrjährige und winterharte Staude, die bis 80 cm hoch wird. Wie Wildblumen grundsätzlich leben und wachsen, zeigt das Kurzporträt der Wildblumen mit Lebenslauf und Wuchshöhe.
Die Eckdaten der Margeritensaat
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit als Einzelart | März bis Juli |
| Keimverhalten | Lichtkeimer |
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm |
| Keimtemperatur, untere Angabe | 15 °C |
| Keimtemperatur, obere Angabe | 18 bis 20 °C |
| Keimdauer | 10 bis 21 Tage |
| Abstand in der Reihe | 20 bis 30 cm |
| Reihenabstand | 20 bis 30 cm |
| Wuchsform | Staude bis 80 cm, bei Bedarf stützen |
| Licht | sonnig oder halbschattig |
| Erste Blüte | im Jahr nach der Aussaat |
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
Die Werte gelten für die Wiesenmargerite als Einzelart. Säst du eine Wiesenmischung, geht die Angabe auf der Packung vor.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; gegebenenfalls stützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für eine sommerblühende Gartenwiese.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst im Topf im Frühbeet bewurzeln lassen.
- Düngung
Wiesen mit den angebotenen Margeriten nicht düngen, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Wann säst du Wiesenmargeriten aus?
Als Einzelart säst du Wiesenmargeriten von März bis Juli. Gehören sie zu einer mehrjährigen Wildblumen-Wildgräser-Mischung, richtest du dich nach deren Zeitplan. Für solche Mischungen liegen die AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. im Frühjahr und vom Spätsommer bis in den Herbst:
| Was du säst | Aussaatfenster |
|---|---|
| Wiesenmargerite als Einzelart | März bis Juli |
| Mehrjährige Wildblumen-Wildgräser-Mischung | Februar bis Mai sowie August bis Oktober |
Die genauen Termine weichen von Mischung zu Mischung etwas ab, deshalb zählt die Angabe auf deiner Packung. Eine Wiesenfläche säst du möglichst vor einer Phase mit feuchter Witterung. Ich schaue dafür vor dem Säen auf die Wettervorhersage und säe, wenn feuchte Tage angesagt sind.
Wie tief kommen die Samen in die Erde?
Kaum: Die Samen liegen auf der Oberfläche oder höchstens etwa 0,5 cm tief. Statt sie einzuarbeiten, drückst du sie mit einer Walze, einem Brett oder dem Schaufelrücken an. Die geringe Saattiefe gilt im Beet, auf der Wiesenfläche und in der Saatschale.
Lichtkeimer brauchen Licht als Auslöser für die Keimung. Liegen ihre Samen zu tief, fehlt dieser Reiz. Bei der Wiesenmargerite heißt das: obenauf säen und andrücken, statt einzugraben.
„Margeriten sind Dunkelkeimer und gehören unter die Erde.“ Das stimmt nicht. Die Wiesenmargerite ist ein Lichtkeimer, ihre Saattiefe liegt bei höchstens etwa 0,5 cm. Gegen Austrocknen hilft gleichmäßige Feuchte in der Keimphase, keine dicke Erdschicht.
Welches Saatgut passt?
Die Bezeichnung Wildblumen auf einer Tüte garantiert keine heimischen Arten. Prüf deshalb die Artenliste und achte bei einer Mischung auf die ausdrücklichen Angaben heimisch und mehrjährig. Für gebietseigenes Saatgut ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Frag beim Kauf nach dem Ursprungsgebiet, damit du es mit deiner Region abgleichen kannst. Als Herkunftsnachweis dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert.
Saatgutreste bewahre ich in beschrifteten Tüten trocken, kühl und dunkel bis zur nächsten Aussaat auf.
Wie bereitest du das Saatbett vor?
Vor einer Wildblumenansaat holst du konkurrenzstarke Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch mitsamt ihren Wurzeln heraus. Steckt viel Samenunkraut im Boden, bearbeitest du die Fläche vor der abschließenden Saatbettbereitung mehrmals flach. Für eine Wiesenfläche lässt du das Saatbett nach dem Umgraben etwa 2 bis 4 Wochen setzen. Danach lockerst du nur noch flach, nach der Berliner Anleitung bis etwa 3 cm tief. Nach Bauarbeiten löst du vorhandene Verdichtungen, bevor du säst.
Wiesenmargeriten wachsen sonnig oder halbschattig auf mäßig nährstoffreichem, feuchtem und gut drainiertem Boden. Welche Plätze im Garten passen und welche Fehler du dabei vermeidest, liest du unter welchen Standort Wiesenmargeriten brauchen. Wie du einen zu nährstoffreichen Boden für eine Blumenwiese abmagerst, beschreibt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Wie gelingt die Direktsaat?
In Reihen im Beet
Im Beet säst du in Reihen und planst in der Reihe und zwischen den Reihen jeweils 20 bis 30 cm ein. Streu die Samen obenauf und drück sie an. Stehen die Sämlinge später zu dicht, vereinzelst du sie auf diesen Abstand. Als Staude braucht die Margerite bei Bedarf eine Stütze.
Ich stecke an beide Enden jeder Saatreihe je einen Stab, damit ich beim Jäten weiß, wo die Keimlinge kommen. Wo die Reihe im Beet Platz findet, legst du vorher fest, etwa wenn du deine Beetbelegung im Beetplaner planst.
Auf der Wiesenfläche
Von feinem Kräutersaatgut verwendest du für eine Blumenwiese meist 1 bis 3 g/m². Maßgeblich bleibt dabei die Empfehlung deiner Mischung. Feines Wildwiesensaatgut kannst du mit trockenem Trägermaterial strecken, bis insgesamt 10 g/m² ausbringbare Mischung zusammenkommen. Teil die Saat dann in zwei Hälften: Die eine streust du längs über die Fläche, die andere quer. Eingearbeitet wird nichts, du drückst die Samen mit Walze, Brett oder Schaufelrücken an.
Wiesensaat bleibt ohnehin obenauf, und die Margerite ist ein Lichtkeimer. In einer Wiesenmischung braucht sie deshalb keine Sonderbehandlung.
Wurzelunkräuter entfernt; Saatbett gesetzt und flach gelockert; Saat bei Bedarf mit trockenem Trägermaterial gestreckt; eine Hälfte längs, eine quer gestreut; angedrückt statt eingearbeitet; Fläche gleichmäßig feucht gehalten.
In eine vorhandene Rasenfläche
Margeriten kommen auch per NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. in eine bestehende Rasen- oder Wiesenfläche. Die Methode setzt einen Bestand ohne Obergräser voraus, für Sportrasen scheidet sie aus. Du vertikutierst die Fläche stark und streust 1 bis 2 g/m² reines Kräutersaatgut ohne Gräser oberflächlich aus. Danach walzt du die Saat an und hältst das vorhandene Gras kurz, bis die neuen Kräuter RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz. gebildet haben.
Wie ziehst du Margeriten in der Saatschale vor?
In der Saatschale ziehst du kräftige Jungpflanzen heran und setzt sie gezielt an ihren Platz. So gehst du vor:
- Füll Saatschalen mit steriler Aussaaterde.
- Streu die Samen obenauf, drück sie an und bedecke sie höchstens etwa 0,5 cm.
- Feuchte die Saat mit einem Zerstäuber an und halte sie gleichmäßig feucht, ohne dass sie austrocknet oder vernässt.
- Stell die Schale hell bei 20 °C auf.
- Stehen die Schalen draußen, schützt eine Abdeckung aus Maschendraht vor Vogelfraß.
- PikierePikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. die Sämlinge, sobald die KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. entfaltet sind und die ersten Folgeblätter erscheinen.
- Härte die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ab, indem du mehr lüftest und die Temperatur senkst.
- Setz sie erst als kräftige Jungpflanzen ins Beet, mit jeweils 20 bis 30 cm in der Reihe und zwischen den Reihen.
Margeriten sind Lichtkeimer, und ein warmer, zu dunkler Anzuchtplatz begünstigt lange, schwache Sämlinge. Die Schale gehört deshalb von Anfang an an einen hellen Platz.
Ich beschrifte jede Saatschale mit Art und Saatdatum. So sehe ich beim Nachschauen, wie lange die Saat schon liegt, und gebe keine Schale vorschnell auf.
Wie bringst du die Keimlinge bis zur ersten Blüte?
Wie lange dauert die Keimung?
Rechne mit 10 bis 21 Tagen, bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Die Keimung kann sich aber auch bis zu 3 Monate hinziehen. Eine Saat, die nach der üblichen Keimdauer noch ruht, ist deshalb nicht zwingend verloren.
Zeigt sich nach der üblichen Keimdauer nichts, wird die Fläche umgegraben und neu gesät. Dabei landen auch spät keimende Samen unter der Erde, wo ihnen als Lichtkeimer das Licht fehlt. Halte die Saat lieber weiter feucht und schau nach.
Wie feucht muss die Saat bleiben?
Bis die Keimlinge stehen, hältst du die Saat gleichmäßig feucht, ohne sie zu vernässen. Eine frisch gesäte Blumenwiese bleibt etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Wie viel und wie oft du später gießt, erklärt der Beitrag darüber, wie du Wiesenmargeriten je nach Wachstumsphase und Wetter gießt.
Was hilft gegen Beikraut?
Im Beet jätest du zwischen den markierten Reihen von Hand. Ich jäte in der Saatreihe nur, was ich sicher als BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. erkenne. Laufen in einer Wiesenansaat rasch Samenunkräuter auf, setzt du einen SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen.. Das ist ein Pflegeschnitt, der den konkurrierenden Aufwuchs kappt, während du die jungen Margeriten schonst.
Den ersten Schröpfschnitt setzt du etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Stehen bleiben 5 bis 6 cm. Wächst das Beikraut nach, wiederholst du den Schnitt im Ansaatjahr noch ein- bis zweimal vor dessen SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen., sofern die jungen Margeriten dabei geschont bleiben.
Weil die Margerite erst im Jahr nach der Aussaat zum ersten Mal blüht, kostet dich der Schröpfschnitt im Ansaatjahr in der Regel keine Margeritenblüten.
Wann blüht die Margerite zum ersten Mal?
Die erste Blüte kommt im Jahr nach der Aussaat. Rechne im Ansaatjahr deshalb nicht fest mit Blüten, auch wenn die Keimlinge kräftig stehen. Ihre Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.
Wie geht es nach dem ersten Jahr weiter?
Rückschnitt, Überwinterung und Teilung gehören zur Pflege im Jahreslauf. Welche Arbeiten in welcher Jahreszeit anstehen, liest du unter wie du Wiesenmargeriten durchs Jahr pflegst; das Mähen der Wiese steht im Wildblumen-Ratgeber unter Mähen und Pflege. Für die Wiesenpflege weist der BUND darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann.
Gruppenpflanzung, Schnittblumen und Samenernte findest du unter wie du Wiesenmargeriten in eine Wildblumenwiese einbindest. Für die Kombination mit Gräsern und Stauden helfen dir die passenden Begleiter für Wiesenmargeriten.
Die Margerite ist eine Nahrungsquelle für Nützlinge und Insekten. Mehr dazu liest du unter welche Rolle die Wiesenmargerite für Insekten im Naturgarten spielt.



