Wiesenmargeriten pflegen: Was im Frühling, Sommer, Herbst und Winter ansteht
- Wiesenmargeriten blühen im Jahr nach der Aussaat zum ersten Mal, danach von Mai bis Oktober.
- Nicht düngen: Düngung kann Wiesenmargeriten aus dem Bestand verdrängen, und auch Kompost zählt als Dünger.
- In wüchsigen Wiesen kann das beginnende Verblühen der Margeriten den ersten Schnitt anzeigen, gemäht wird auf etwa 10 cm.
- Samen im August an einem trockenen Tag ernten, vollständig nachtrocknen und trocken, kühl und dunkel lagern.
- Ältere Pflanzen im Frühling oder Herbst teilen, die Teilstücke sofort einpflanzen und gut angießen.
- Die Wiesenmargerite gilt als winterhart, ihre Stängel bleiben im Beet bis zum Frühjahr stehen.

Wiesenmargeriten brauchen wenig Pflege, aber jede Arbeit hat ihre Jahreszeit. Wer sie düngt oder die Wiese zu selten mäht, kann am Ende die Gräser fördern und Blütenvielfalt verlieren. Ich arbeite deshalb nach einem festen Jahresplan. Im Frühling bringe ich die Jungpflanzen durch, im Sommer richte ich den Schnitt nach der Blüte. Im Spätsommer ernte ich Samen, im Herbst teile ich ältere Pflanzen, und im Winter bleiben die Stängel stehen.
Die Wiesenmargerite, botanisch Leucanthemum vulgare, ist eine mehrjährige, winterharte Wildstaude und kann von Mai bis Oktober blühen. Lebenslauf, Wuchshöhe und Pflegezeit von Wildblumen ordnet das Kurzporträt im Wildblumen-Ratgeber ein. Was sie im Naturgarten für Insekten bedeutet, liest du im Beitrag darüber, welche ökologische Rolle die Wiesenmargerite spielt.
Das Pflegejahr auf einen Blick
| Zeit | Was ansteht | Wert |
|---|---|---|
| Frühling | Vorjahresstängel abschneiden, Keimlinge feucht halten, Jungpflanzen setzen | in der Reihe 20 bis 30 cm, Reihenabstand 20 bis 30 cm, frei wachsend |
| Ansaatjahr | SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. in einer jungen Wiesenansaat | etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat, Resthöhe 5 bis 6 cm |
| Sommer | Blüte begleiten, jäten, die Wiese nur bei extremer Trockenheit gießen | Blütezeit Mai bis Oktober |
| nach der Hauptblüte | erster Schnitt in wüchsigen Wiesen, wenn die Margeriten zu verblühen beginnen | Schnitthöhe etwa 10 cm |
| August | Samen ernten | an einem trockenen Tag |
| Herbst | letzte Mahd, ältere Pflanzen teilen | Mitte September bei mäßiger Wüchsigkeit |
| Winter | Stängel stehen lassen, das nächste Jahr planen | winterhart |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; gegebenenfalls stützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für eine sommerblühende Gartenwiese.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst im Topf im Frühbeet bewurzeln lassen.
- Düngung
Wiesen mit den angebotenen Margeriten nicht düngen, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Frühling: Jungpflanzen durchbringen
Stängel, die über Winter stehen geblieben sind, schneide ich im Frühjahr ab. Danach kümmere ich mich um die Jungpflanzen.
Aussaat und Standort in Kürze
Wiesenmargeriten werden von März bis Juli gesät. Die Samen sind Lichtkeimer, deshalb kommen sie oberflächennah in die Erde, höchstens etwa 0,5 cm tief. Wann und wie du am besten vorgehst, steht in der Anleitung, wie du Wiesenmargeriten richtig aussäst.
Die Margerite steht sonnig bis halbschattig auf mäßig nährstoffreichem, feuchtem und gut drainiertem Boden. Lehmiger Wiesenboden kommt für sie ebenfalls infrage.
Keimlinge in der Saatschale
Die Samen keimen ab 15 °C. Bis die ersten Keimlinge erscheinen, vergehen 10 bis 21 Tage. In dieser Zeit hältst du die Aussaaterde gleichmäßig feucht, ohne dass sie austrocknet oder vernässt. Ich sprühe dafür nur mit dem Zerstäuber und prüfe vorher mit dem Finger, ob die Oberfläche noch feucht ist.
Stell die Schale hell und nicht zu warm auf. Ein warmer, zu dunkler Platz begünstigt übermäßiges Längenwachstum und schwache Jungpflanzen. Steht die Schale draußen, kann ein Maschendraht sie vor Vogelfraß schützen.
Sobald sich die KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. und die ersten Folgeblätter entfaltet haben, pikierst du die Sämlinge. Ins Beet kommen sie erst als kräftige Jungpflanzen. Vorher härtest du sie ab, indem du mehr lüftest und die Temperatur senkst.
Im Beet setzt du sie in der Reihe 20 bis 30 cm auseinander und lässt zwischen den Reihen denselben Abstand. Die Pflanzen wachsen frei, nur hohe Stängel brauchen gegebenenfalls eine Stütze. Mit Blüten rechnest du im ersten Jahr nicht: Wiesenmargeriten aus Samen blühen im Jahr nach der Aussaat zum ersten Mal.
Junge Margeriten in einer Wiesenansaat
Eine frisch gesäte Blumenwiese hältst du etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Danach achtest du vor allem auf das BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt..
Der Schröpfschnitt ist ein Pflegeschnitt in der jungen Ansaat. Er kappt das rasch auflaufende Beikraut, während die jungen Wildblumen darunter stehen bleiben.
Den ersten Schröpfschnitt setzt du etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat, wenn rasch Beikraut aufläuft. Stehen bleibt dabei eine Höhe von 5 bis 6 cm. Wächst das Beikraut nach, kannst du den Schnitt im Ansaatjahr noch ein- bis zweimal vor dessen Samenreife wiederholen. Voraussetzung ist, dass du die jungen Margeriten dabei schonst. Das Schnittgut nimmst du jedes Mal von der Fläche.
Einzelne Problemkräuter wie den Stumpfblättrigen Ampfer ziehst du möglichst früh von Hand. Hast du Margeriten in eine Rasenfläche nachgesät, hältst du das Gras kurz, bis die neuen Kräuter RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz. gebildet haben.
Sommer: Blüte begleiten und den ersten Schnitt planen
Die Wiesenmargerite kann von Mai bis Oktober blühen. Eine heimische Blumenwiese hat ihre Hauptblüte aber häufig im Mai und Juni.
Gießen: in der Wiese kaum, im Beet gezielt
Etablierte Blumenwiesen brauchen im Sommer normalerweise kein zusätzliches Wasser. Ist die Wiese standortgerecht zusammengesetzt und angewachsen, bekommt sie höchstens bei extremer Trockenheit eine Notbewässerung.
Im Beet sieht es anders aus, solange die Pflanzen anwachsen. Gepflanzte Staudenmischungen brauchen bei anhaltender Trockenheit in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. durchdringende Wassergaben.
Ich gieße morgens und direkt in den Wurzelbereich. Vor einer größeren Gabe stecke ich den Spaten in die Erde und prüfe, ob der Boden in etwa 20 cm Tiefe noch feucht ist. Beginnt die Oberfläche unter der Brause zu verschlämmen, unterbrichst du dort und gießt an einer anderen Stelle weiter.
Stützen, jäten, Blattläuse abstreifen
Wiesenmargeriten werden 60 bis 80 cm hoch. Kippen die Stängel im Beet, gib ihnen eine Stütze.
In mehrjährigen Garten-Blühmischungen rechnest du zwischen Mai und September mit 2 bis 3 Jätgängen gegen Problemunkräuter. Blattläuse an jungen Triebspitzen streifst du als erste Maßnahme vorsichtig mit Handschuhen ab. Bei blattlausfressenden SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. nutzen die erwachsenen Tiere Blüten als Nahrung, ihre Larven fressen Blattläuse.
Den ersten Schnitt nach den Margeriten richten
In stärker wachsenden Blumenwiesen kann das beginnende Verblühen der Margeriten das Signal für den ersten Schnitt sein. Ich gehe dafür durch die Wiese und schaue, wie viele Blütenköpfe schon welken.
Mehrjährige Garten-Blühmischungen bekommen ab dem zweiten Standjahr je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli einen Sommerrückschnitt. Wie oft eine etablierte Wiese insgesamt gemäht wird, hängt an ihrer Wüchsigkeit:
| Fläche | Schnitte im Jahr | Zeitpunkte |
|---|---|---|
| sehr mager und trocken | 1 | eine einzige Mahd im Herbst kann reichen, etwa Mitte bis Ende September |
| mäßig nährstoffreich | 2 | Mitte Juni und Mitte September |
| sehr nährstoffreich mit starkem Wachstum | 3 | Mitte Mai, Mitte Juli, Ende September bis Anfang Oktober |
Gemäht wird auf etwa 10 cm. Diese Schnitthöhe hilft, Lurche und andere Tiere zu schonen. Ein Balkenmäher mit Messerschneidwerk gefährdet dabei weniger Tiere als ein Rotationsmäher.
Das Mähgut lässt du kurz antrocknen und räumst es dann ab. Bleibt es dauerhaft liegen, bildet es eine nachteilige Filzschicht. Sollen Samen ausfallen, darf es kurzzeitig auf der Fläche bleiben, bevor du es entfernst.
Ich mähe meine Margeritenwiese nicht in einem Durchgang. Die Fläche ist in Abschnitte geteilt, die ich nacheinander schneide, und am Rand bleibt ein Altgrasstreifen ungemäht.
Ungemähte Streifen bieten Tieren während der Mahd Rückzugsräume. Den nächsten Abschnitt mähst du erst, wenn der vorige ausreichend nachgewachsen ist. Je nach Witterung und Tierwelt dauert das etwa vier bis sechs Wochen.
Sehr wüchsige Flächen brauchen drei Schnitte im Jahr, und zu seltenes Mähen kann auf Dauer die Gräser fördern. Wer dort aus Rücksicht auf die Blüten nur einmal mäht, riskiert also genau die Blütenvielfalt, die er schonen will. Planst du die Fläche noch, zeigt dir der Beitrag, wie du Wiesenmargeriten in eine Wildblumenwiese einbindest.
Spätsommer: Samen ernten und lagern
Die samen.liver Wiesenmargerite erntest du im August. Damit ich in der Wiese ernten kann, lasse ich beim ersten Schnitt einen Streifen mit Margeriten stehen.
Wähle für die Ernte einen trockenen Tag und warte, bis die Samen ausgereift sind und sich leicht lösen lassen. Ich schneide die Köpfe ab und lasse die Samen drinnen vollständig nachtrocknen. Danach kommen sie in beschriftete Tüten und lagern trocken, kühl und dunkel bis zur nächsten Aussaat.
Herbst: letzte Mahd, Rückschnitt und Teilung
Die letzte Mahd
Den letzten Schnitt setzt du nach dem Mähplan, in mäßig wüchsigen Wiesen also Mitte September. Auch jetzt räumst du das Mähgut nach kurzem Antrocknen ab, denn das entzieht der Fläche Nährstoffe. Auf wüchsigen Standorten kann regelmäßiges Abräumen bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken.
Zurückschneiden oder stehen lassen?
Im Beet lasse ich die verblühten Stängel über Winter stehen und schneide sie erst im Frühjahr zurück. Stehen gelassene Stängel können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. In der Wiese übernimmt die Herbstmahd den Rückschnitt. Ein ungemähter Altgrasstreifen kann dort Nist- und Überwinterungsstrukturen erhalten.
Ältere Pflanzen teilen
Ältere, große Margeriten teilst du im Frühling oder im Herbst. So gehst du vor:
- Grab die Pflanze aus und teile den Wurzelballen in Teilstücke.
- Setz die Teilstücke sofort wieder ein, in der Reihe 20 bis 30 cm auseinander und zwischen den Reihen mit demselben Abstand.
- Gieß sie gut an.
- Kleine Teilstücke lässt du zuerst im Topf im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. bewurzeln und setzt sie erst danach ins Beet.
Winter: Ruhe für die Pflanzen, Planung für dich
Die Wiesenmargerite gilt als winterhart. Ich decke sie nicht ab und lasse die Stängel im Beet als Struktur stehen.
Den Winter nutze ich für die Planung. Wo Teilstücke und Jungpflanzen im nächsten Jahr hinkommen, legst du mit dem Beetplaner für deine Beetflächen fest. Auf lehmigem Wiesenboden kommen neben der Margerite etwa Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume infrage. Farben, Blühfolge und Beetaufbau planst du mit dem Beitrag über passende Gräser und Stauden neben Wiesenmargeriten.
Düngen: das ganze Jahr dieselbe Regel
Der BUND weist für die Wiesenpflege darauf hin, dass Düngung Wiesenmargeriten aus dem Bestand verdrängen kann. Eine magere, artenreiche Blumenwiese bleibt deshalb ungedüngt, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Auch vor der Aussaat einer dauerhaften Blumenwiese wird der Boden nicht mit Kompost angereichert.
Kompost als neutrale Bodenpflege zu sehen. Er ist ein Dünger und kann wie StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. bei zu hohen Gaben Nährstoffe im Boden anreichern.
Wer seine Margeritenwiese mit Kompost versorgt, düngt also trotzdem und riskiert, dass die Margeriten aus dem Bestand verdrängt werden.
Auf der Stickstoffskala nach Ellenberg, die von 1 für stickstoffärmste bis 9 für übermäßig stickstoffreiche Standorte reicht, steht die Wiesenmargerite bei 3.
Für Garten- oder Schnittsorten im Beet ergibt sich aus dem Wiesenhinweis keine eigene Düngeempfehlung. Ich dünge dort nicht nach Kalender. Bist du unsicher, lass den Boden untersuchen: Eine Standarduntersuchung ermittelt Phosphat, Kalium und Kalkbedarf als Grundlage für eine sachgerechte Düngung.



