Wiesenmargerite: ihre Bedeutung für Insekten, Boden und deinen Naturgarten
- Die Wiesenmargerite, Leucanthemum vulgare, ist in Deutschland heimisch, mehrjährig und blüht von Mai bis Oktober.
- Ihre Blütenkörbchen bieten Nahrung für Masken-, Furchen- und Schmalbienen sowie für Käfer und Schwebfliegen.
- Zum Boden trägt sie als Teil einer artenreichen Wiese über Wurzeln und Pflanzenreste bei, nicht als Dünger; Düngung kann Wiesen-Margeriten sogar verdrängen.
- Gegenüber gefüllten Zierblüten bietet die Wildform eine offene Mitte aus Röhrenblüten; beim Kauf zählen Artenliste und Ursprungsgebiet.
- Kulturell ist sie die Orakelblume des Liebesorakels „er liebt mich, er liebt mich nicht“.

Eine Wiesenmargerite im Garten ist mehr als Dekoration: An ihren Blüten finden Wildbienen, Käfer und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. Nahrung. Gleichzeitig reagiert sie empfindlich auf gut gemeinte Hilfe, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen. Ich gehe im Frühsommer langsam an meiner Margeritenfläche entlang und schaue zuerst in die gelben Mitten, wer dort sitzt. Dünger und Kompost kommen auf diese Fläche nicht.
Die Frage nach der Bedeutung der Margerite hat zwei Antworten, eine ökologische und eine kulturelle. Du bekommst hier beide, die ökologische ausführlich.
Was bedeutet die Margerite? Die kurze Antwort
Ökologisch ist die Wiesenmargerite eine heimische, mehrjährige Nahrungspflanze für Wildbienen, Käfer und Schwebfliegen. Für den Boden ist sie ein Teil der artenreichen Wiese, ein Dünger ist sie nicht. Abgebaute Wurzeln hinterlassen dort Kanäle, abgestorbene Pflanzenreste werden zu Humus. Kulturell ist sie die Orakelblume des Liebesorakels, und in der Blumensprache wird sie mit Unschuld und aufrichtiger Liebe verbunden.
Für die Einordnung reichen zwei Eckdaten: Sie ist mehrjährig und wird 60 bis 80 cm hoch. Wie sich Wildblumen nach Lebenslauf, Wuchshöhe und Pflegeaufwand unterscheiden, zeigt das Kurzporträt der Wildblumen mit Lebenslauf, Wuchshöhe und Pflegezeit.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; gegebenenfalls stützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für eine sommerblühende Gartenwiese.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst im Topf im Frühbeet bewurzeln lassen.
- Düngung
Wiesen mit den angebotenen Margeriten nicht düngen, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Welche Insekten an der Wiesenmargerite Nahrung finden
An der Wiesenmargerite finden verschiedene Wildbienen Nahrung, darunter Maskenbienen, Furchenbienen und Schmalbienen. Dazu kommen Käfer und Schwebfliegen. Für alle diese Gäste zählt, wie die Blüte gebaut ist.
Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist ein Blütenkörbchen aus vielen Einzelblüten. Außen sitzt eine weiße Randzone, innen eine goldgelbe Mitte aus zahlreichen RöhrenblütenRöhrenblüten sind die röhrenförmigen Einzelblüten im Blütenstand der Korbblütler. Sie bilden ihn allein, etwa bei Disteln, oder zusammen mit den Zungenblüten am Rand, etwa bei Astern.. Bei der Wildform liegt diese Mitte offen.
Die Margerite blüht von Mai bis Oktober. Sie steht also auch dann in Blüte, wenn eine heimische Blumenwiese häufig ihren Hauptblühzeitraum hat, nämlich im Mai und Juni. Hitze und Trockenheit können die Blüten allerdings schneller verblühen lassen und das Angebot an Pollen und Nektar verringern.
Insektenfreundliche Pflanzungen sollten ungefüllte Blüten und ein zeitlich gestaffeltes Angebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst haben. Die Margerite übernimmt darin einen Abschnitt, BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. füllen die übrigen Wochen.
Warum Schwebfliegen an der Margerite auch deinem Gemüse nützen können
Bei blattlausfressenden Schwebfliegenarten ernähren sich die erwachsenen Tiere von Blüten, ihre Larven fressen Blattläuse. Die Margerite gehört zu den Blüten, an denen Schwebfliegen Nahrung finden. Eine Margeritenfläche kann also die Eltern jener Larven versorgen, die an deinen Pflanzen Blattläuse fressen. Eine Garantie gegen Blattläuse ist das nicht.
Mehr als Blüten: Stängel, Rückzugsräume und Nahrungskette
Artenreiche Wiesen bieten Insekten neben Nahrung auch Raum für Fortpflanzung, Rückzug und Überwinterung. Stehen gelassene Pflanzenstängel können als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Bleiben abgestorbene Staudenstängel länger als ein Jahr stehen, können manche Wildbienen darin nisten und ihre Nachkommen schlüpfen. Ich lasse beim Mähen jedes Mal einen Streifen stehen, denn ungemähte Altgrasstreifen bieten den Tieren während der Mahd Rückzugsräume.
Der Nutzen reicht über die Insekten hinaus. Von den Insekten, die an heimischen Wildpflanzen leben, ernähren sich unter anderem Vögel, Igel, Amphibien und Reptilien.
Geh an einem sonnigen Tag zu blühenden Margeriten und schau eine Weile in die gelben Mitten. Notier dir, ob du Wildbienen, Käfer oder Schwebfliegen siehst. So lernst du die Gäste deiner Fläche kennen, bevor du an Pflege oder Schnitt denkst.
Ist die Wiesenmargerite ein Bodenverbesserer?
Ja, als Teil einer Wiese, aber anders, als das Wort vermuten lässt. Die Margerite düngt nicht und macht den Boden nicht nährstoffreicher. Ihr Beitrag läuft über Wurzeln, abgestorbene Pflanzenteile und die Bedeckung des Bodens.
Fein verzweigte Wurzeln stabilisieren die Krümel im Boden. Nach ihrem Abbau bleiben Kanäle zurück, durch die Luft und Wasser eindringen. Abgestorbene Pflanzenreste bauen Bakterien, Pilze und Regenwürmer ab, dabei entsteht Humus und Nährstoffe werden frei. Regenwürmer legen zusätzlich Röhren an, die Luft und Wasser führen. Eine Bodenbedeckung ab etwa 30 % wirkt Wassererosion entgegen, eine feste Schutzleistung einer bestimmten Pflanzung folgt daraus aber nicht.
Für den Boden zählt die Wiese als Ganzes. Im Jena-Graslandexperiment erhöhte größere Pflanzenvielfalt den Gehalt an organischem KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. im Boden. Auf Grünflächen des Gießener Campus hatten Wildblumenwiesen höhere Bodenkohlenstoffvorräte als kurz geschnittene Rasen, wobei auch die frühere Nutzung den Vorrat beeinflusste. Die Margerite ist in einer solchen Wiese eine Art unter vielen, ihr Wert liegt im Zusammenspiel.
„Margeriten reichern den Boden mit Stickstoff an.“ Das stimmt nicht. Luftstickstoff binden LeguminosenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. wie Klee und Luzerne mithilfe von KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. an ihren Wurzeln. Die Margerite ist ein KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen. und gehört nicht zu dieser Gruppe.
Bodenverbesserung klingt nach Kompost. Kompost ist aber ebenfalls ein Dünger und kann bei zu hohen Gaben Nährstoffe anreichern. Für die Wiesenpflege weist der BUND darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann. Wer die Margeritenfläche mit Kompost verbessern will, riskiert also, genau die Margeriten zu verdrängen, die er fördern möchte. Auf mageren, artenreichen Blumenwiesen verzichtet man auf Düngung, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Das Mähgut meiner Margeritenfläche räume ich nach kurzem Antrocknen ab, damit sich keine Filzschicht bildet.
Die StickstoffzahlDie Stickstoffzahl ist einer der Zeigerwerte nach Ellenberg, also eine Kennzahl von 1 bis 9. Sie zeigt, ob eine Pflanzenart in der Natur eher auf stickstoffarmen (1) oder stickstoffreichen Standorten (9) wächst. nach Ellenberg reicht von 1 für stickstoffärmste bis 9 für übermäßig stickstoffreiche Standorte. Die Margerite trägt den Wert 3. Als Zeiger taugt sie trotzdem nur im Verbund: Größere Bestände und mehrere Zeigerarten sagen über einen Standort mehr als eine einzelne Pflanze.
Wiesenmargerite oder Zierpflanze: was die heimische Art anders macht
Heimisch heißt bei der Margerite konkret: Leucanthemum vulgare im engeren Sinn ist in Deutschland einheimisch. Sie ist eine Art innerhalb der Artengruppe der Wiesenmargeriten, mehrjährig und winterhart. Heimische Wiesenpflanzen dienen auch spezialisierten Insekten als Nahrung. Ein Beispiel sind Scherenbienen, von denen einzelne Arten ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen sammeln.
Der erste Unterschied zur Zierpflanze liegt in der Blüte. Bei gefüllten Blüten können die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, und dann finden Insekten weniger Pollen. Die Wildform der Margerite zeigt dagegen ihre offene Mitte aus Röhrenblüten.
Der zweite Unterschied ist die Dauer. Langlebige, artenreiche Wiesen, Säume und Wegränder sind für Insekten wertvoller als Blühflächen, die nur vorübergehend bestehen. Weil die Margerite mehrjährig ist, kann sie in einer dauerhaften Wiese Jahr für Jahr an ihrem Platz blühen, statt nach einer Saison ersetzt zu werden.
Der dritte Unterschied betrifft Wasser und Dünger. Etablierte Blumenwiesen brauchen im Sommer normalerweise keine zusätzliche Bewässerung. Auf trockenen, nährstoffarmen Wiesenstandorten unterstützt der Verzicht auf Bewässerung und Düngung sogar konkurrenzfähige Wildblumenbestände. Junge Pflanzen brauchen bis zum Bestandsschluss Wasser, deshalb lohnt ein Blick darauf, wie viel und wie oft du Wiesenmargeriten gießt.
In einer zweijährigen Untersuchung in Riedstadt wurden auf Wildblumenflächen je nach Fangmethode 212 bis 260 % mehr Insektenexemplare erfasst als auf Flächen mit exotischen Gehölzen. Die Pflege der Wildblumenwiesen war dort um den Faktor 5 günstiger als die der zuvor vorhandenen Gehölzflächen. Verglichen wurden ganze Flächen, nicht einzelne Margeriten.
Vorsicht beim Übertragen auf Sorten: Der Hinweis des BUND zur Düngung meint die Artengruppe der Wiesen-Margerite. Für einzelne Garten- oder Schnittsorten folgt daraus keine Düngeempfehlung.
Woran du heimisches Margeritensaatgut erkennst
Die Bezeichnung Wildblumen allein garantiert keine heimischen Arten. Heimisch hat bei Saatgut außerdem eine regionale Seite: Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Regionale Herkünfte derselben Art können sich in Blühzeitpunkt und Widerstandsfähigkeit gegen Frost oder Hitze unterscheiden. Ich lese beim Kauf zuerst die Artenliste und die Herkunftsangabe, erst danach schaue ich auf die Bilder.
So prüfst du Margeritensaatgut beim Kauf:
- Der botanische Name Leucanthemum vulgare steht auf der Packung oder in der Artenliste.
- Bei Mischungen ist die Artenliste einsehbar und nennt die Angaben heimisch und mehrjährig.
- Das Ursprungsgebiet ist angegeben und passt zu deiner Region.
- Ein Herkunftsnachweis wie VWW Regiosaaten oder Regiozert liegt vor.
- Die Pflanze trägt ungefüllte Blüten.
Kulturgeschichte: die Margerite als Orakelblume
Bekannt ist die Wiesenmargerite als Orakelblume des spielerischen Liebesorakels. Du zupfst die weißen Randblüten einzeln ab und sagst dabei abwechselnd „er liebt mich“ und „er liebt mich nicht“. Was beim letzten Zupfen fällt, gilt als Antwort.
Botanisch zupfst du dabei keine Blütenblätter. Jedes weiße Blatt am Rand ist eine eigene Randblüte des Körbchens, eine sogenannte Zungenblüte. Ob am Ende Ja oder Nein steht, hängt nur davon ab, wie viele davon das Körbchen trägt.
In der Blumensprache wird die Margerite mit Unschuld und aufrichtiger Liebe verbunden. Das passt zum Orakel, bei dem es ebenfalls um die Liebe geht.
Eine praktische Rolle hat sie im Wiesenjahr: Auf stärker wachsenden Blumenwiesen kann das beginnende Verblühen der Margeriten als Zeichen für den ersten Schnitt dienen. Wer bei mir das Orakel spielen will, pflückt am Rand der Fläche, die Mitte bleibt für die Insekten stehen.
Die Margerite ist hier Gartenpflanze und Insektennahrung, kein Heilmittel. Blüten gehören nur dann in Speisen, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist. Als Zierpflanzen verkaufte Blumen verwendest du wegen möglicher Pflanzenschutzmittelbehandlungen nicht als essbare Blüten.
Standort, Aussaat, Pflege und Begleiter in Kürze
Die praktischen Fragen beantworten eigene Ratgeber, hier bekommst du nur die Eckpunkte.
Standort: Die Margerite steht sonnig bis halbschattig auf mäßig nährstoffreichem, frischem und gut drainiertem Boden. Was Licht, Boden, pH-Wert und Klima im Einzelnen verlangen, liest du unter welcher Standort zur Wiesenmargerite passt.
Aussaat: Margeriten sind Lichtkeimer und werden oberflächennah gesät, höchstens etwa 0,5 cm tief. Gesät wird von März bis Juli, die erste Blüte kommt im Jahr nach der Aussaat. Die einzelnen Schritte erklärt der Ratgeber dazu, wie du Wiesenmargeriten aussäst und bis zur ersten Blüte bringst.
Pflege: Eine Margeritenwiese wird gemäht, das Mähgut abgeräumt und nicht gedüngt. Die Stängel können über Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Was über das Jahr ansteht, findest du in der Pflege der Wiesenmargerite durch die Jahreszeiten, das Mähen ganzer Blumenwiesen erklärt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt Mähen und Pflege im Jahreslauf.
Gestaltung und Samen: Samen erntest du im August bei trockenem Wetter, sobald sie ausgereift sind und sich leicht aus den Hüllen lösen. Gut nachgetrocknet lagern sie in beschrifteten Tüten trocken, kühl und dunkel bis zur Aussaat. Von der Gruppenpflanzung bis zur Samenernte zeigt dir der Ratgeber, wie du Margeriten in eine Wildblumenwiese einbindest.
Begleiter: Auf lehmigem Wiesenboden passen etwa Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume zur Margerite. Wie du Farben, Blühfolge und Beetaufbau planst, erfährst du unter welche Gräser und Stauden zur Wiesenmargerite passen.



