Feldsonnenblumen im Garten: Bienenweide, Gründünger und Vogelfutter
- Feldsonnenblumen sind einjährig und liefern Insekten Pollen und Nektar.
- Säe sie 3 bis 5 cm tief, wenn der Boden warm ist.
- Als Gründüngung schlegelst du den Bestand, bevor er Samen bildet.
- Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Aussaat.
- Für die Vögel lässt du einen Teil der Köpfe ausreifen und über den Winter stehen.

Feldsonnenblumen können in deinem Garten drei Aufgaben übernehmen: Sie füttern im Sommer Insekten, kommen als Gründüngung in den Boden und liefern im Winter Samen für Vögel. Alles zugleich schafft dieselbe Pflanze aber nicht. Ich lege deshalb schon vor der Aussaat fest, welcher Teil meiner Fläche Gründüngung wird und welcher für die Vögel stehen bleibt.
Was Feldsonnenblumen leisten und wo die Grenze liegt
Feldsonnenblumen liefern Insekten Pollen und Nektar. Ihre ausgereiften Samen sind Winterfutter für Wildvögel. Als Gründüngung werden Sonnenblumen dagegen geschlegelt, bevor sie Samen bilden. Daraus folgt: Was du als Gründüngung zerkleinerst, kann den Vögeln keine reifen Samen mehr liefern. Wer beides will, teilt die Fläche.
Die Pflanzen sind einjährig, du säst sie also jedes Jahr neu. Diese Werte gelten für die Feldsonnenblume:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Lebensdauer | einjährig |
| Saattiefe | 3 bis 5 cm |
| Keimtemperatur | 15 bis 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Tausendkorngewicht | 60 g |
| Aussaatmenge, Kiepenkerl-Saatgut | etwa 5 g/m² |
| Wuchshöhe, Kiepenkerl-Saatgut | etwa 150 bis 200 cm |
Für Aussaatzeit, Abstände, Blüte und Ernte plane ich mit den Werten der Gemeinen Sonnenblume:
| Merkmal, Gemeine Sonnenblume | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | April bis Mai |
| Abstand in der Reihe | 20 bis 50 cm |
| Reihenabstand | 20 bis 50 cm |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
| Erntezeit | August bis Oktober |
| FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. | 4 Jahre |
Höhe und Saatmenge gelten für ein bestimmtes Saatgut. Ich gleiche sie deshalb mit den Angaben auf meiner Saatguttüte ab.
Welcher Standort passt zu Feldsonnenblumen?
Sonnenblumen brauchen einen sonnigen Platz. Gut passt ein mäßig fruchtbarer, humusreicher, feuchter und gut durchlässiger Boden. Die Gemeine Sonnenblume wächst auf Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden und mag ihn neutral bis alkalisch. Trockenheit verträgt sie, am besten blüht sie nach einem langen, heißen Sommer.
Plane die Höhe mit ein, vor allem im Gemüsegarten. Bei einer Mischkultur zählen die endgültige Pflanzengröße der Nachbarn und ihre Reife- und Erntezeiten. Feldsonnenblumen aus Kiepenkerl-Saatgut werden etwa 150 bis 200 cm hoch. Setze sie deshalb so, dass ihr Schatten nicht auf niedrige, sonnenhungrige Kulturen fällt. Ich prüfe vorher, welche Gemüse als Mischkultur zusammenpassen.
Aussaat: wann, wie tief und wie dicht?
Feldsonnenblumen keimen bei 15 bis 20 °C. Ich säe deshalb erst, wenn sich der Boden nicht mehr kalt anfühlt. Bei der Gemeinen Sonnenblume reicht die Aussaatzeit von April bis Mai, daran orientiere ich mich. Die Samen kommen 3 bis 5 cm tief in die Erde. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage.
Vorher lockere ich den Boden und ziehe Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch mitsamt den Wurzeln heraus. Danach ebne ich die Fläche ein. Bis die Saat keimt, halte ich das Saatbett feucht.
Als Fläche für Gründüngung und Bienenweide
Für eine Fläche richtest du dich nach der Saatmenge auf der Tüte. Beim Kiepenkerl-Saatgut sind es etwa 5 g/m². Ich wiege die Menge für meine Fläche ab, ziehe Rillen in Saattiefe und verteile die Samen gleichmäßig darin. Danach schließe ich die Rillen und drücke die Erde leicht an.
Als Reihe im Beet
Im Beet setze ich Feldsonnenblumen als freistehende Reihe. Die Gemeine Sonnenblume steht mit 20 bis 50 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen gilt dieselbe Spanne. An windoffenen Stellen bekommt jede Pflanze bei Bedarf einen Stab als Stütze. Stehen die Keimlinge zu dicht, vereinzele ich auf den Abstand und lasse die kräftigsten stehen.
Vorziehen im Topf
Die Gemeine Sonnenblume lässt sich auch früh unter Glas vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus.. Dafür kommen zwei bis drei Samen in einen Topf, später bleibt nur der kräftigste Sämling stehen. Ein warmer, zu dunkler Platz fördert übermäßiges Längenwachstum und schwache Pflanzen. Ich stelle die Töpfe deshalb hell. Vor dem Auspflanzen härte ich die Jungpflanzen ab, indem ich mehr lüfte und sie kühler stelle. Sonnenblumen sind nicht winterhart, ins Beet kommen sie erst, wenn kein Frost mehr droht. Stehen Saatschalen im Freien, kann eine Abdeckung aus Maschendraht vor Vogelfraß schützen. Mehr zur Anzucht liest du im Ratgeber dazu, wie du Wildblumen vorziehst und Keimprobleme löst.
Vor der Aussaat gehe ich diese Punkte durch.
- Boden gelockert, Quecke und Giersch mit Wurzeln entfernt
- Saattiefe 3 bis 5 cm
- Saatmenge nach Tüte abgewogen
- Saatbett feucht bis zur Keimung
- Grenze zwischen Gründüngung und Vogelstreifen markiert
Pflege bis zur Blüte
Einen regelmäßigen Rückschnitt brauchen Sonnenblumen nicht. Gegossen wird, wenn der Boden austrocknet. Vor größeren Wassergaben prüfe ich mit dem Spaten, ob der Boden in etwa 20 cm Tiefe noch feucht ist. Das Wasser gebe ich morgens direkt an den Wurzelbereich. Eine Mulchdecke verringert die Verdunstung aus dem Boden.
Zusätzlich düngen musst du in der Regel nicht. Als Gründüngung haben Sonnenblumen zwar einen beträchtlichen Stickstoffbedarf, decken ihn aber normalerweise aus Bodenvorräten und NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab.. Die Empfehlung, während der Blüte regelmäßig zu düngen, bezieht sich auf eine kompakte Topf-Sonnenblume.
Auch Kompost und StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. sind Dünger. Zu hohe Gaben können zur Nährstoffanreicherung im Boden beitragen.
Blattläuse an jungen Triebspitzen streife ich als erste Maßnahme vorsichtig mit Handschuhen ab. Bei blattlausfressenden SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. fressen die Larven Blattläuse, die erwachsenen Tiere nutzen Blüten als Nahrung.
Feldsonnenblumen als Bienenweide
Feldsonnenblumen liefern Insekten Pollen und Nektar. Die Gemeine Sonnenblume blüht von Juni bis Oktober. Wann deine Pflanzen blühen, hängt vom Aussaattermin und von der Witterung ab. Hitze und Trockenheit können Blüten schneller verblühen lassen und das Angebot an Pollen und Nektar vermindern.
Achte beim Saatgut auf ungefüllte Blüten. Bei gefüllten Blüten können pollenführende Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, dann finden Insekten weniger Pollen.
Eine insektenfreundliche Pflanzung bietet Blüten zeitlich gestaffelt vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Für das Frühjahr brauchst du deshalb andere Pflanzen, denn die Sonnenblume blüht erst ab Juni. Im Sommer ergänzen Kornblumen und Ringelblumen das Angebot, sie können je nach Aussaat und Sorte ungefähr von Juni bis September blühen. Auch Phacelia liefert Bienen Pollen und Nektar. Wie du die Blütezeit mit gestaffelter Aussaat verlängerst und welche Mischung zu deinem Standort passt, zeige ich in eigenen Ratgebern.
Feldsonnenblumen als Gründünger
Als Gründüngung säst du Feldsonnenblumen, damit ihre Pflanzenmasse später in den Boden kommt. Den Zeitpunkt gibt die Samenbildung vor: Als Gründüngungsbestand werden Sonnenblumen geschlegelt, bevor sie Samen bilden.
Schlegeln heißt, den Bestand zu zerkleinern. Die zerkleinerte Masse arbeitest du danach in den Boden ein.
Ich beobachte die Köpfe ab Blühbeginn und schlegle, bevor sich Samen bilden. Die Masse arbeite ich danach ein. Bakterien, Pilze und Regenwürmer bauen sie ab und wirken dabei an Humusbildung und NährstofffreisetzungNährstofffreisetzung ist die Abgabe von Nährstoffen aus Dünger, Kompost oder Humus in eine Form, die Pflanzen aufnehmen können. Wie schnell sie abläuft, hängt von der Düngerart, vom Boden sowie von Feuchtigkeit und Temperatur ab. mit. Fein verzweigte Wurzeln können Bodenkrümel stabilisieren und hinterlassen nach ihrem Abbau Kanäle, durch die Luft und Wasser in den Boden gelangen.
Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen, bevor du die nächste Kultur säst oder pflanzt. Plane auch die Pause für die Sonnenblumen selbst: Die Gemeine Sonnenblume braucht eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. Folgekultur und nächste Sonnenblumenfläche trage ich deshalb im Beetplaner ein.
„Sonnenblumen als Gründüngung bringen Stickstoff aus der Luft in den Boden.“ LeguminosenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. wie Klee und Luzerne können über KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Stickstoff aus der Luft binden. Sonnenblumen decken ihren beträchtlichen Stickstoffbedarf dagegen normalerweise aus Bodenvorräten und Nachlieferung. Einen Stickstoffgewinn aus der Luft erwartest du von ihnen also besser nicht.
Verwertung: Samen für Vögel und Blüten für die Vase
Samen für Vögel
Ausgereifte samen.liver Feldsonnenblume sind Winterfutter für Wildvögel. Der Stieglitz etwa nutzt Sämereien, ausgereifte und stehen gelassene Fruchtstände unterstützen sein Nahrungsangebot. In der Brutzeit brauchen viele Gartenvögel dagegen tierische Nahrung. Fruchtstände sind für sie im Herbst und Winter eine zusätzliche Quelle. Ich lasse deshalb einen Teil der Köpfe bis in den Winter an den Pflanzen.
Ich stecke im Frühjahr Stäbe an die Grenze zwischen Gründüngungsfläche und Vogelstreifen. So weiß ich beim Schlegeln im Sommer, wo ich aufhöre.
Bei der Gemeinen Sonnenblume liegt die Erntezeit zwischen August und Oktober. Samen erntest du bei trockenem Wetter, sobald sie ausgereift sind und sich leicht aus ihren Hüllen lösen. Einen Teil hebe ich für die nächste Aussaat auf. Diese Samen lasse ich vollständig nachtrocknen und lagere sie in beschrifteten Tüten trocken, kühl und dunkel.
Die Wilde Karde ist zweijährig. Ihre Fruchtstände können für Vögel über den Winter stehen bleiben, und der Stieglitz frisst im Winter ihre Samen.
Blüten für die Vase
Die Gemeine Sonnenblume eignet sich als Schnittblume. Jede Blüte, die du abschneidest, fehlt später als Samenstand für die Vögel. Ich schneide deshalb nur einzelne Blüten am Rand der Gründüngungsfläche, die ohnehin vor der Samenbildung geschlegelt wird.
Was Feldsonnenblumen sonst noch bringen
Eine Reihe hoher Feldsonnenblumen kann niedrigere Pflanzen dahinter vor Wind schützen, an windoffenen Stellen brauchen die Stängel dafür selbst manchmal eine Stütze. Stehen gelassene Stängel können Insekten außerdem als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Mehr dazu, was Blühflächen Insekten bringen, findest du im Wildblumen-Ratgeber.


