Gurkensorten: Einlege-, Salat- und Snackgurken
- Einlegegurken kommen ins Glas, feste Schälgurken in den Topf, lange Salatgurken auf den Teller und kleine Snackgurken in die Hand.
- Bitterfrei ist eine Züchtungsbezeichnung – solche Sorten bilden auch bei Trockenheit oder Kälte kaum Bitterstoffe; schmeckt eine Gurke doch bitter, entsorge sie.
- Rein weiblich (parthenokarp) bedeutet Fruchtansatz ohne Bestäubung – ideal fürs Gewächshaus.
- Bei wiederholtem Anbau auf Resistenzen gegen Mehltau und Fusarium-Welke achten.

Gurken werden nach ihrer Verwendung eingeteilt: Einlegegurken fürs Glas, feste Schälgurken zum Schmoren, lange Salatgurken für den Frischverzehr und kleine Snackgurken zum Naschen. Dazu kommen bitterfreie Sorten und rein weibliche Typen, die ohne BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. Früchte tragen. Wer diese Unterschiede kennt, wählt gezielt die passende Sorte. Genau so eine Übersicht hätte ich mir bei meinen ersten Gurken gewünscht. Und wenn die Sortenfrage geklärt ist, findest du alles rund um Aussaat und Pflege gebündelt in unserem Gurken-Ratgeber.
Weltweit gibt es mehr als 2000 Gurkensorten. Ihre Früchte sind kugelig, eiförmig oder länglich und zwischen 4 und 50 cm lang. Die Schale reicht von hell- bis dunkelgrün über gelb und weiß bis hin zu orange, glatt oder mit feiner Netzstruktur. Als Faustregel gilt: Sorten mit heller, dünner Schale sind leichter bekömmlich als solche mit dunkler, dicker Schale.
Welche Gurkentypen gibt es?
Am einfachsten sortiert man Gurken nach dem, was in der Küche mit ihnen geschieht. Vier Gruppen decken das Sortiment ab.
Einlege- und Schälgurken
Einlegegurken sind besonders klein und werden oft schon als junge Früchte geerntet, bevor sie voll ausgewachsen sind und Kerne bilden. Landgurken haben eine feste Schale und eignen sich zum Schmoren, Füllen und Einlegen; geschält lassen sie sich auch für Rohkost verwenden. Schälgurken haben einen großen Durchmesser und viel Fleisch unter dünner Schale. Sie werden reif geerntet, wenn die Kerne ausgebildet sind und sich die Schale gelb färbt, und wandern dann klassisch in Senfgurken.
Salatgurken, Schlangen- und Midigurken
Salatgurken werden meist frisch gegessen, taugen aber auch zum Kochen und Schmoren. Sie haben eine festere Schale. Nach der Länge unterscheidet man weiter: Schlangengurken tragen 30 bis 50 cm lange Früchte, Midigurken 20 bis 30 cm. Salatgurken lassen sich im Beet oder im Kübel ziehen und an Schnüren, Zäunen oder Rankgittern nach oben leiten – hängend entwickeln sich ihre Früchte am besten. Ich ziehe meine an einer einfachen Schnur nach oben – mehr braucht es nicht.
Snackgurken, Apfel- und Zitronengurken
Mini- oder Snackgurken haben nur etwa 10 bis 15 cm lange Früchte und eignen sich sogar für die Kultur in Ampeln – frische Gurken sind so auch auf Balkon und Terrasse möglich. Apfel- und Zitronengurken sind kugelförmig und haben rund 8 bis 10 cm Durchmesser. Je nach Sorte ist ihre Schale grün, gelb oder weiß; manche schmecken süß und fruchtig und sind ein guter Snack.
Gurkensorten im Überblick
| Typ | Erntezustand | Verwendung |
|---|---|---|
| Einlegegurke | jung, vor der Kernbildung | Einlegen, Konservieren |
| Schälgurke | reif, Schale gelblich | Schälen, Senfgurken, Schmoren |
| Salatgurke | ausgewachsen, grün | Frischverzehr, Salat |
| Snackgurke | jung, klein | Naschen, Balkon, Ampel |
| Apfel-/Zitronengurke | kugelig, reif | Rohkost, Snack |
Was bedeutet „bitterfrei”?
Die Wildformen von Gurken und Kürbissen enthalten giftige Bitterstoffe, das Cucurbitacin, mit dem sich die Pflanzen vor Fressfeinden schützen. Durch sorgfältige Auslese entstanden die essbaren Kultursorten, die unter normalen Bedingungen keine Bitterstoffe im Fruchtfleisch einlagern. Die meisten Sorten tragen aber noch die Gene zur Bitterstoffbildung in sich und können unter ungünstigen Bedingungen – Wassermangel, Hitze oder Kälte – bittere Früchte bilden. Als bitterfrei gezüchtete Sorten bilden auch unter Stress kaum Bitterstoffe; ganz ausschließen lässt sich Bitterkeit aber bei keiner Gurke. So hältst du das Risiko klein:
- gleichmäßig gießen und TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. vermeiden,
- Hitze- und Kältephasen abpuffern,
- im Zweifel als bitterfrei gezüchtete Sorten wählen.
Und wenn es doch passiert: Schmeckt eine Gurke bitter, probiere nicht weiter und entsorge die ganze Frucht – die verantwortlichen Cucurbitacine können den Magen reizen.
Was heißt „rein weiblich”?
Von Natur aus bildet eine Gurkenpflanze männliche und weibliche Blüten. Die ersten Blüten sind meist männlich; sie liefern nur Pollen zur Bestäubung. Die weiblichen Blüten erkennst du an ihrem verlängerten Fruchtknoten, der bereits wie eine kleine Gurke aussieht – nur aus ihnen werden Früchte. Rein weibliche Sorten bilden keine männlichen Blüten und setzen ihre Früchte auch ohne Bestäubung an. Das hat Vorteile: Die Pflanzen sparen Energie, die Ernte beginnt früher und fällt höher aus. Weil sie keine Bestäuber brauchen, eignen sich rein weibliche Sorten besonders gut für das Gewächshaus.
Im Gewächshaus setze ich inzwischen ganz auf rein weibliche Sorten. Seit ich nicht mehr darauf angewiesen bin, dass sich eine Hummel unters Dach verirrt, ist die Ernte für mich deutlich entspannter.
Welche Gurke passt zu welchem Standort?
Der passende Platz hängt vom Gurkentyp ab:
- Einlege- und Schälgurken kommen direkt ins Freilandbeet und wachsen am Boden entlang.
- Salatgurken gelingen im Beet oder Kübel und danken eine Rankhilfe, an der die Früchte frei herabhängen.
- Snackgurken sowie Apfel- und Zitronengurken eignen sich für Ampeln, Balkon und Terrasse.
Für alle Typen gilt: Der Standort sollte warm, sonnig und windgeschützt sein, der Boden humos und gut wasserhaltend. Entscheidend ist eine gleichmäßige Bewässerung – bei wechselndem Wasserangebot werfen Gurken Blüten und junge Früchte ab, und bei nicht bitterfreien Sorten drohen Bitterstoffe. Beim Gießen bin ich deshalb konsequenter als irgendwo sonst im Garten.
Wie Einlegegurken sicher ins Glas oder in die Fermentation kommen, erklärt der Spezialratgeber zum Einmachen und milchsauren Fermentieren. Luffa, Schwamm- und Klettergurke grenzt der Beitrag über besondere Gurkenarten von den üblichen Sortentypen ab.
Worauf bei resistenten Sorten achten?
Gurken können von Pilzen und Viren befallen werden, die sie schwächen oder abtöten. Resistente Sorten wehren sich mit vererbten Eigenschaften: Hoch resistente Sorten (HR) zeigen keine Symptome, intermediär resistente Sorten (IR) verlangsamen die Ausbreitung. Für den Hausgarten sind besonders diese Punkte wichtig:
- ResistenzResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen Echten und Falschen MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. schützt die Blätter.
- Eine Resistenz gegen die Fusarium-Welke zahlt sich bei wiederholtem Anbau auf derselben Fläche aus.
- Gegen bodenbürtige Erreger hilft das Veredeln auf eine robuste Unterlage wie den Feigenblattkürbis.
Je mehr Resistenzen eine Sorte mitbringt, desto weniger Pflanzenschutz ist nötig – ein wichtiges Kriterium schon bei der Sortenwahl. Und zeigt sich doch einmal ein Befall, hilft dir der Überblick über die häufigsten Krankheiten bei Gurken und ihre Behandlung weiter.






