Adzukibohnen in der asiatischen Küche: Anko, Sekihan und Shiruko
- Adzukibohnen sind kleine rote Bohnen mit leicht süßlichem Geschmack, die im Topf sehr zart werden.
- Aus Adzukibohnen, Wasser und Zucker köchelst du Anko, eine dicke, süße Paste.
- Koshi-an ist glatt, weil die Schalen ausgesiebt werden; Tsubu-an behält sie.
- Zu Shiruko, der süßen Suppe aus Bohnenpaste, gehören gegrillte Mochi-Reiskuchen.
- Sekihan ist Klebreis mit Adzukibohnen, der in Japan zu besonderen Anlässen auf den Tisch kommt.
Du hast eine Tüte Adzukibohnen gekauft und weißt nicht, was du daraus kochen sollst? Dann schau nach Japan: Dort kocht man die kleinen roten Bohnen zu süßer Paste, zu Suppe und zu festlichem Reis. Ich koche meine Adzukibohnen in genau diesen Formen und zeige dir hier, wie ich dabei vorgehe. Du brauchst dafür wenige Zutaten, aber etwas Geduld am Herd.
Wofür werden Adzukibohnen in Asien verwendet?
Adzukibohnen bringen von sich aus eine süßliche Note mit, und gekocht werden sie sehr zart. Zusammen erklärt das, warum sie sich so gut zu einer glatten, süßen Paste verarbeiten lassen. Diese Paste heißt in Japan Anko und ist dort die Grundlage vieler Süßspeisen. Ganze Bohnen landen außerdem im Festreis, in Suppen und in Desserts.
| Gericht | Land | So steckt die Adzukibohne darin |
|---|---|---|
| Anko | Japan | süße Paste aus Bohnen, Wasser und Zucker |
| Mochi, Dorayaki, Taiyaki | Japan | Anko als Füllung |
| Shiruko | Japan | süße Suppe aus Anko, mit gegrillten Mochi serviert |
| Sekihan | Japan | ganze Bohnen im Klebreis, zu besonderen Anlässen |
| Patjuk | Korea | rote Bohnensuppe zur Wintersonnenwende |
| Bingsu | Korea | Eisschnee-Dessert mit Adzukibohnen |
| Reisgerichte und Suppen | China | Bohnen mit Reis gekocht oder in der Suppe |
Was für eine Bohne ist die Adzukibohne?
Die kleine rote Adzukibohne kennt man besonders aus Japan, botanisch ist sie eine eigenständige Art mit dem Namen Vigna angularis. Kidneybohnen zählen dagegen zur Gartenbohne, und die Unterschiede in Botanik, Anbau und Geschmack zwischen Adzukibohnen und anderen Bohnen stehen in einem eigenen Ratgeber. Wo die Adzukibohne unter den HülsenfrüchtenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. steht, zeigt der Überblick über Arten, Wuchsformen und Nutzungsgruppen der Hülsenfrüchte.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger Standort ist geeignet; frostempfindlich.
- Bodenreaktion
Böden mit pH 5,5–6,5 werden bevorzugt; pH 5–7,5 wird toleriert.
- Substrat
Die Pflanze lässt sich auf verschiedenen gut durchlässigen Böden kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Samen vor der Direktsaat zwölf Stunden in warmem Wasser einweichen.
Pflege
- Pflege
Sortenwahl auf die Tageslängenreaktion abstimmen: meist Kurztagspflanze mit Blühbeginn bei höchstens zwölf Stunden Tageslicht, aber sortenabhängige Abweichungen.
- Düngung
Adzukibohnen in Gartenkultur mit Gartenkompost versorgen; stickstoffreiche Dünger vermeiden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
Was musst du vor dem Kochen wissen?
Bevor getrocknete Adzukibohnen in den Topf kommen, liegen sie 8 bis 12 Stunden im Wasser. Das Einweichwasser schüttest du danach weg und nimmst zum Kochen frisches. Wie du Adzukibohnen einweichst, kochst, einkaufst und lagerst, steht ausführlich im Küchenratgeber, auch zu Dose oder Trockenware.
Anko: Wie kochst du die süße Bohnenpaste?
Anko braucht nur drei Zutaten: Adzukibohnen, Wasser und Zucker, die zusammen zu einer dicken, süßen Paste köcheln. Es gibt sie in zwei Grundformen, und die Entscheidung fällt, bevor der Zucker in den Topf kommt.
Bei Koshi-an siebst du die Schalen der gekochten Bohnen heraus, deshalb wird die Paste glatt. Tsubu-an behält ihre Schalen und bleibt stückiger.
So koche ich Anko Schritt für Schritt
- Setz die eingeweichten, abgegossenen Bohnen mit frischem Wasser auf und lass sie leise köcheln.
- Prüf, ob eine abgekühlte Bohne zwischen Daumen und Zeigefinger ohne Widerstand zerfällt.
- Für Tsubu-an gießt du überschüssiges Kochwasser ab, bis die Bohnen nur noch feucht sind.
- Für Koshi-an streichst du die Bohnen samt Kochwasser durch ein feines Sieb. Die Schalen bleiben im Sieb zurück. Das Mus lässt du in einer Schüssel absetzen und gießt das klare Wasser darüber ab.
- Gib den Zucker in Etappen dazu und probier nach jeder Zugabe.
- Koch die Masse bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren dick, bis sie sich vom Topfboden löst.
Woran erkennst du, dass die Paste fertig ist?
Die fertige Paste ist cremig, aber formbar, ungefähr wie eine dicke Marmelade. Zieh mit dem Spatel eine Spur über den Topfboden: Bleibt sie kurz offen, ist die Paste so weit. Zu flüssige Paste läuft aus der Füllung, zu feste lässt sich kaum noch streichen. Beim Abkühlen zieht sie weiter an, deshalb nimmst du sie lieber etwas zu weich vom Herd.
Ich koche Anko in einem Topf mit dickem Boden und rühre ab der ersten Zuckergabe ohne Pause. Die Paste setzt am Boden schnell an, deshalb bleibe ich bis zum Schluss am Herd. Zum Abkühlen streiche ich sie flach auf einen Teller, damit sie zügig abkühlt.
Wofür nimmst du Anko?
Anko füllt in Japan viele klassische Süßspeisen:
- Mochi: Bällchen aus Klebreisteig, oft mit Anko gefüllt.
- Dorayaki: zwei kleine Pfannkuchen mit Anko dazwischen.
- Taiyaki: fischförmige Waffeln mit Anko-Füllung.
- Shiruko: süße Suppe aus Anko, mehr dazu im Suppenabschnitt weiter unten.
Reste kommen abgedeckt in den Kühlschrank. Wie andere gegarte Hülsenfrüchte isst du sie als Orientierung innerhalb von 1 bis 2 Tagen auf.
Sekihan: Wie kommen Adzukibohnen in den roten Festreis?
Sekihan ist Klebreis, der zusammen mit Adzukibohnen gegart wird. In Japan kommt er zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen und Hochzeiten auf den Tisch. Die rote Farbe der Bohnen verbindet man dort mit Glück.
Ich koche die eingeweichten Bohnen zuerst allein vor und fange das rötliche Kochwasser auf. In diesem Wasser weiche ich den Klebreis ein, damit er Farbe annimmt. Danach gare ich Reis und Bohnen zusammen, bis der Reis weich und leicht klebrig ist.
Adzukibohnen werden beim Kochen sehr zart, im Sekihan sollen sie aber ganz bleiben. Ich nehme sie deshalb vom Herd, sobald sie gerade gar sind, denn im Reis garen sie noch weiter.
Gieß das Kochwasser der Bohnen nicht weg. Es gibt dem Klebreis seine rötliche Farbe, ohne dieses Wasser bleibt der Reis hell.
Welche Suppen kochst du mit Adzukibohnen?
Mit Adzukibohnen kochst du süße und herzhafte Suppen. Aus Japan kommt die süße Shiruko, aus Korea die Bohnensuppe Patjuk.
Shiruko: süße Suppe mit gegrillten Mochi
Shiruko nennt man in Japan die süße Suppe aus Bohnenpaste, serviert wird sie mit gegrillten Mochi-Reiskuchen. Ich verrühre dafür Anko mit Wasser und erwärme sie unter Rühren, bis die Suppe so dick ist, wie ich sie mag. Die Mochi lege ich unter den Backofengrill, bis sie aufgehen und leicht bräunen. Dann kommen sie direkt in die heiße Suppe. Ob du Koshi-an oder Tsubu-an nimmst, entscheidet nur über die Textur: glatt oder mit Schalen.
Patjuk: die rote Bohnensuppe aus Korea
In Korea kommt Patjuk auf den Tisch, eine rote Bohnensuppe aus Adzukibohnen. Traditionell wird sie zur Wintersonnenwende gegessen.
Herzhafte Adzukibohnensuppe mit Sesamöl
Für eine herzhafte Suppe koche ich eingeweichte Adzukibohnen mit gewürfelter Zwiebel und Möhrenscheiben in Gemüsebrühe, bis die Bohnen weich sind. Salz darf von Anfang an in den Topf. Zum Schluss schmecke ich mit Pfeffer und Sesamöl ab. Einen Teil der Suppe püriere ich und rühre ihn zurück in den Topf, damit sie sämig wird.
Schmeckst du mit Zitrone oder Reisessig ab, gib die Säure erst gegen Ende dazu. Mit Säure im Topf brauchen die Bohnen länger, bis sie weich sind.
Wie nutzt die westliche Küche Adzukibohnen?
Außerhalb Asiens landen Adzukibohnen auch in Salaten und Burger-Bratlingen. Wer es süß mag, püriert gekochte Adzukibohnen fein und verbäckt sie in Schokoladenbrownies. Rezepte für diese Gerichte findest du im oben verlinkten Küchenratgeber zur Adzukibohne.
Wie nahrhaft sind Adzukibohnen?
Weil Getreide die unentbehrlichen Aminosäuren von Hülsenfrüchten ergänzt, hebt der Reis in Sekihan und Shiruko die Proteinqualität der ganzen Mahlzeit. Wie stark Art und Zubereitung die Nährwerte von Hülsenfrüchten verändern, zeigt der oben verlinkte Überblick über alle Hülsenfrüchte. Was speziell die Adzukibohne bei Nährwerten und Verträglichkeit auszeichnet, steht im Ratgeber zur Hülsenfrucht aus Asien.
Kannst du aus Adzukibohnen Sprossen ziehen?
Ja, Adzukibohnen keimen im Einmachglas oder im Keimgerät, die Anleitung dazu steht im selben Ratgeber zur Hülsenfrucht aus Asien. Sprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene, denn Waschen entfernt Krankheitserreger nicht zuverlässig. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen und alle mit geschwächter Immunabwehr gilt das ohne Ausnahme. Waschen, auch gründliches, beseitigt diese Erreger nicht zuverlässig.
Kannst du Adzukibohnen für die Küche selbst anbauen?
In der Gartenkultur säst du Adzukibohnen von April bis Juni, im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. erst dann, wenn der Boden schon warm geworden ist. Reife Hülsen erkennst du meist an ihrer Strohfarbe, manche färben sich aber auch braun bis schwärzlich. Wie du Adzukibohnen vom Samen bis zur getrockneten Ernte anbaust, zeigt der Anbauratgeber.





