Gemüse · Bohnen, Erbsen & Hülsenfrüchte · Rezepte

Adzukibohnen in der asiatischen Küche: Anko, Sekihan und Shiruko

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Adzukibohnen sind kleine rote Bohnen mit leicht süßlichem Geschmack, die im Topf sehr zart werden.
  • Aus Adzukibohnen, Wasser und Zucker köchelst du Anko, eine dicke, süße Paste.
  • Koshi-an ist glatt, weil die Schalen ausgesiebt werden; Tsubu-an behält sie.
  • Zu Shiruko, der süßen Suppe aus Bohnenpaste, gehören gegrillte Mochi-Reiskuchen.
  • Sekihan ist Klebreis mit Adzukibohnen, der in Japan zu besonderen Anlässen auf den Tisch kommt.

Du hast eine Tüte Adzukibohnen gekauft und weißt nicht, was du daraus kochen sollst? Dann schau nach Japan: Dort kocht man die kleinen roten Bohnen zu süßer Paste, zu Suppe und zu festlichem Reis. Ich koche meine Adzukibohnen in genau diesen Formen und zeige dir hier, wie ich dabei vorgehe. Du brauchst dafür wenige Zutaten, aber etwas Geduld am Herd.

Wofür werden Adzukibohnen in Asien verwendet?

Adzukibohnen bringen von sich aus eine süßliche Note mit, und gekocht werden sie sehr zart. Zusammen erklärt das, warum sie sich so gut zu einer glatten, süßen Paste verarbeiten lassen. Diese Paste heißt in Japan Anko und ist dort die Grundlage vieler Süßspeisen. Ganze Bohnen landen außerdem im Festreis, in Suppen und in Desserts.

Gericht Land So steckt die Adzukibohne darin
Anko Japan süße Paste aus Bohnen, Wasser und Zucker
Mochi, Dorayaki, Taiyaki Japan Anko als Füllung
Shiruko Japan süße Suppe aus Anko, mit gegrillten Mochi serviert
Sekihan Japan ganze Bohnen im Klebreis, zu besonderen Anlässen
Patjuk Korea rote Bohnensuppe zur Wintersonnenwende
Bingsu Korea Eisschnee-Dessert mit Adzukibohnen
Reisgerichte und Suppen China Bohnen mit Reis gekocht oder in der Suppe

Was für eine Bohne ist die Adzukibohne?

Die kleine rote Adzukibohne kennt man besonders aus Japan, botanisch ist sie eine eigenständige Art mit dem Namen Vigna angularis. Kidneybohnen zählen dagegen zur Gartenbohne, und die Unterschiede in Botanik, Anbau und Geschmack zwischen Adzukibohnen und anderen Bohnen stehen in einem eigenen Ratgeber. Wo die Adzukibohne unter den Hülsenfrüchten steht, zeigt der Überblick über Arten, Wuchsformen und Nutzungsgruppen der Hülsenfrüchte.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein sonniger Standort ist geeignet; frostempfindlich.

Bodenreaktion

Böden mit pH 5,5–6,5 werden bevorzugt; pH 5–7,5 wird toleriert.

Substrat

Die Pflanze lässt sich auf verschiedenen gut durchlässigen Böden kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Samen vor der Direktsaat zwölf Stunden in warmem Wasser einweichen.

Pflege

Pflege

Sortenwahl auf die Tageslängenreaktion abstimmen: meist Kurztagspflanze mit Blühbeginn bei höchstens zwölf Stunden Tageslicht, aber sortenabhängige Abweichungen.

Düngung

Adzukibohnen in Gartenkultur mit Gartenkompost versorgen; stickstoffreiche Dünger vermeiden.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Aussaatkalender Adzukibohne
GartenkalenderVorkultur: April, Mai; Blüte: Juni, Juli; Ernte: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilVorkultur: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: MaiVorkulturBlüteErntePflanzung

Was musst du vor dem Kochen wissen?

Bevor getrocknete Adzukibohnen in den Topf kommen, liegen sie 8 bis 12 Stunden im Wasser. Das Einweichwasser schüttest du danach weg und nimmst zum Kochen frisches. Wie du Adzukibohnen einweichst, kochst, einkaufst und lagerst, steht ausführlich im Küchenratgeber, auch zu Dose oder Trockenware.

Anzeigen

Anko: Wie kochst du die süße Bohnenpaste?

Anko braucht nur drei Zutaten: Adzukibohnen, Wasser und Zucker, die zusammen zu einer dicken, süßen Paste köcheln. Es gibt sie in zwei Grundformen, und die Entscheidung fällt, bevor der Zucker in den Topf kommt.

Kurz erklärt

Bei Koshi-an siebst du die Schalen der gekochten Bohnen heraus, deshalb wird die Paste glatt. Tsubu-an behält ihre Schalen und bleibt stückiger.

So koche ich Anko Schritt für Schritt

  1. Setz die eingeweichten, abgegossenen Bohnen mit frischem Wasser auf und lass sie leise köcheln.
  2. Prüf, ob eine abgekühlte Bohne zwischen Daumen und Zeigefinger ohne Widerstand zerfällt.
  3. Für Tsubu-an gießt du überschüssiges Kochwasser ab, bis die Bohnen nur noch feucht sind.
  4. Für Koshi-an streichst du die Bohnen samt Kochwasser durch ein feines Sieb. Die Schalen bleiben im Sieb zurück. Das Mus lässt du in einer Schüssel absetzen und gießt das klare Wasser darüber ab.
  5. Gib den Zucker in Etappen dazu und probier nach jeder Zugabe.
  6. Koch die Masse bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren dick, bis sie sich vom Topfboden löst.

Woran erkennst du, dass die Paste fertig ist?

Die fertige Paste ist cremig, aber formbar, ungefähr wie eine dicke Marmelade. Zieh mit dem Spatel eine Spur über den Topfboden: Bleibt sie kurz offen, ist die Paste so weit. Zu flüssige Paste läuft aus der Füllung, zu feste lässt sich kaum noch streichen. Beim Abkühlen zieht sie weiter an, deshalb nimmst du sie lieber etwas zu weich vom Herd.

Marias Erfahrung

Ich koche Anko in einem Topf mit dickem Boden und rühre ab der ersten Zuckergabe ohne Pause. Die Paste setzt am Boden schnell an, deshalb bleibe ich bis zum Schluss am Herd. Zum Abkühlen streiche ich sie flach auf einen Teller, damit sie zügig abkühlt.

Wofür nimmst du Anko?

Anko füllt in Japan viele klassische Süßspeisen:

  • Mochi: Bällchen aus Klebreisteig, oft mit Anko gefüllt.
  • Dorayaki: zwei kleine Pfannkuchen mit Anko dazwischen.
  • Taiyaki: fischförmige Waffeln mit Anko-Füllung.
  • Shiruko: süße Suppe aus Anko, mehr dazu im Suppenabschnitt weiter unten.

Reste kommen abgedeckt in den Kühlschrank. Wie andere gegarte Hülsenfrüchte isst du sie als Orientierung innerhalb von 1 bis 2 Tagen auf.

Sekihan: Wie kommen Adzukibohnen in den roten Festreis?

Sekihan ist Klebreis, der zusammen mit Adzukibohnen gegart wird. In Japan kommt er zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen und Hochzeiten auf den Tisch. Die rote Farbe der Bohnen verbindet man dort mit Glück.

Ich koche die eingeweichten Bohnen zuerst allein vor und fange das rötliche Kochwasser auf. In diesem Wasser weiche ich den Klebreis ein, damit er Farbe annimmt. Danach gare ich Reis und Bohnen zusammen, bis der Reis weich und leicht klebrig ist.

Adzukibohnen werden beim Kochen sehr zart, im Sekihan sollen sie aber ganz bleiben. Ich nehme sie deshalb vom Herd, sobald sie gerade gar sind, denn im Reis garen sie noch weiter.

Tipp

Gieß das Kochwasser der Bohnen nicht weg. Es gibt dem Klebreis seine rötliche Farbe, ohne dieses Wasser bleibt der Reis hell.

Welche Suppen kochst du mit Adzukibohnen?

Mit Adzukibohnen kochst du süße und herzhafte Suppen. Aus Japan kommt die süße Shiruko, aus Korea die Bohnensuppe Patjuk.

Shiruko: süße Suppe mit gegrillten Mochi

Shiruko nennt man in Japan die süße Suppe aus Bohnenpaste, serviert wird sie mit gegrillten Mochi-Reiskuchen. Ich verrühre dafür Anko mit Wasser und erwärme sie unter Rühren, bis die Suppe so dick ist, wie ich sie mag. Die Mochi lege ich unter den Backofengrill, bis sie aufgehen und leicht bräunen. Dann kommen sie direkt in die heiße Suppe. Ob du Koshi-an oder Tsubu-an nimmst, entscheidet nur über die Textur: glatt oder mit Schalen.

Patjuk: die rote Bohnensuppe aus Korea

In Korea kommt Patjuk auf den Tisch, eine rote Bohnensuppe aus Adzukibohnen. Traditionell wird sie zur Wintersonnenwende gegessen.

Herzhafte Adzukibohnensuppe mit Sesamöl

Für eine herzhafte Suppe koche ich eingeweichte Adzukibohnen mit gewürfelter Zwiebel und Möhrenscheiben in Gemüsebrühe, bis die Bohnen weich sind. Salz darf von Anfang an in den Topf. Zum Schluss schmecke ich mit Pfeffer und Sesamöl ab. Einen Teil der Suppe püriere ich und rühre ihn zurück in den Topf, damit sie sämig wird.

Tipp

Schmeckst du mit Zitrone oder Reisessig ab, gib die Säure erst gegen Ende dazu. Mit Säure im Topf brauchen die Bohnen länger, bis sie weich sind.

Wie nutzt die westliche Küche Adzukibohnen?

Außerhalb Asiens landen Adzukibohnen auch in Salaten und Burger-Bratlingen. Wer es süß mag, püriert gekochte Adzukibohnen fein und verbäckt sie in Schokoladenbrownies. Rezepte für diese Gerichte findest du im oben verlinkten Küchenratgeber zur Adzukibohne.

Wie nahrhaft sind Adzukibohnen?

Weil Getreide die unentbehrlichen Aminosäuren von Hülsenfrüchten ergänzt, hebt der Reis in Sekihan und Shiruko die Proteinqualität der ganzen Mahlzeit. Wie stark Art und Zubereitung die Nährwerte von Hülsenfrüchten verändern, zeigt der oben verlinkte Überblick über alle Hülsenfrüchte. Was speziell die Adzukibohne bei Nährwerten und Verträglichkeit auszeichnet, steht im Ratgeber zur Hülsenfrucht aus Asien.

Kannst du aus Adzukibohnen Sprossen ziehen?

Ja, Adzukibohnen keimen im Einmachglas oder im Keimgerät, die Anleitung dazu steht im selben Ratgeber zur Hülsenfrucht aus Asien. Sprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene, denn Waschen entfernt Krankheitserreger nicht zuverlässig. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen und alle mit geschwächter Immunabwehr gilt das ohne Ausnahme. Waschen, auch gründliches, beseitigt diese Erreger nicht zuverlässig.

Kannst du Adzukibohnen für die Küche selbst anbauen?

In der Gartenkultur säst du Adzukibohnen von April bis Juni, im Freiland erst dann, wenn der Boden schon warm geworden ist. Reife Hülsen erkennst du meist an ihrer Strohfarbe, manche färben sich aber auch braun bis schwärzlich. Wie du Adzukibohnen vom Samen bis zur getrockneten Ernte anbaust, zeigt der Anbauratgeber.

Beliebt im Shopaus dem samen.live Shop
Kiepenkerl Buschbohne Saxa
Kiepenkerl Buschbohne Saxa
Zum Shop
Kiepenkerl Markerbse Style
Kiepenkerl Markerbse Style
Zum Shop
Kiepenkerl Markerbse Vitara
Kiepenkerl Markerbse Vitara
Zum Shop
Kiepenkerl Buschbohne Dior
Kiepenkerl Buschbohne Dior
Zum Shop

Häufige Fragen

Was sind Adzukibohnen und woher stammen sie ursprünglich?
Adzukibohnen sind kleine rote Bohnen aus Ostasien, besonders bekannt sind sie aus der japanischen Küche. Botanisch sind sie eine eigenständige Art, Vigna angularis, und zählen damit nicht zur Gartenbohne wie etwa die Kidneybohne. Ihr Geschmack ist leicht süßlich, und im Topf werden die Bohnen sehr zart.
Wie werden Adzukibohnen in der traditionellen asiatischen Küche verwendet?
In Japan werden sie zu Anko gekocht, einer süßen Paste für Mochi, Dorayaki, Taiyaki und die Suppe Shiruko. Ganze Bohnen kommen in den Klebreis Sekihan, der zu besonderen Anlässen serviert wird. In Korea gibt es die rote Bohnensuppe Patjuk und das Eisschnee-Dessert Bingsu, in China landen die Bohnen in Reisgerichten und Suppen.
Wie bereitet man Anko-Paste zu Hause zu und welche Konsistenz sollte sie haben?
Du weichst getrocknete Adzukibohnen ein, kochst sie in frischem Wasser sehr weich und kochst sie dann mit Zucker unter ständigem Rühren dick. Für die glatte Koshi-an streichst du die Bohnen vorher durch ein Sieb, bei Tsubu-an bleiben die Schalen in der Paste. Die Paste ist fertig, wenn sie cremig, aber formbar ist, ungefähr wie eine dicke Marmelade. Beim Abkühlen zieht sie noch an, deshalb nimmst du sie lieber etwas zu weich vom Herd.
Was unterscheidet Adzukibohnen von anderen kleinen roten Bohnen und süßen roten Bohnen?
Botanisch trennt sie einiges: Adzukibohnen sind eine eigenständige Art, Vigna angularis, rote Kidneybohnen zählen zur Gartenbohne. Dazu kommt der Geschmack, denn Adzukibohnen sind leicht süßlich und werden im Topf sehr zart. Genau diese Mischung macht sie zur Grundlage süßer Pasten wie Anko.
Wie grenzt sich die Fusion-Küche mit Adzukibohnen von traditionellen asiatischen Zubereitungsarten ab?
Traditionell werden Adzukibohnen zu süßer Paste, zu Suppe oder mit Klebreis zu Sekihan gekocht. Die westliche Küche nimmt sie auch für Salate und Burger-Bratlinge. Süß landen sie dort zum Beispiel fein püriert in Schokoladenbrownies.
Stimmt es, dass Hülsenfrüchte grundsätzlich schwer verdaulich sind und Blähungen verursachen?
Teilweise: Hülsenfrüchte enthalten Kohlenhydrate, die der Körper nicht verdauen kann. Bauen Darmbakterien sie ab, kann dabei Gas entstehen. Wer empfindlich ist, kann mit kleinen Portionen anfangen.
Zuletzt geprüft:
↑