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Adzukibohnen im Vergleich: Was sie von Kidney-, Busch- und Sojabohnen unterscheidet

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Adzukibohnen (Vigna angularis) sind eine eigene Art, Kidneybohnen gehören zur Gartenbohne.
  • Adzukibohnen sind frostempfindlich und kommen erst in bereits erwärmten Boden.
  • Sie sind meist Kurztagspflanzen, deshalb achtest du bei der Sortenwahl auf die Tageslängenreaktion.
  • Nach Adzukibohnen gilt für das Beet eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren.
  • Sprossen nur vollständig durcherhitzt essen, auch selbst gezogene; für kleine Kinder, Schwangere, ältere und immungeschwächte Menschen gilt das ohne Ausnahme.

Wer Adzukibohnen neben Buschbohnen ins Beet setzt, hat eine eigene Art mit eigenen Ansprüchen vor sich. Sie ist frostempfindlich, wird als reifes Korn geerntet und blüht meist erst, wenn die Tage kurz sind. Ich vergleiche sie deshalb nicht nach der Farbe der Samen, sondern nach Botanik, Anbau, Geschmack und Verträglichkeit. So siehst du, welche Regeln anderer Bohnen du übernehmen kannst und welche nicht.

Was ist die Adzukibohne botanisch?

Die Adzukibohne heißt botanisch Vigna angularis und bildet eine eigene Art. Kidneybohnen gehören dagegen zur Gartenbohne, genau wie Busch- und Stangenbohnen. Den Gattungsnamen Vigna teilt die Adzukibohne mit der Mungobohne, die botanisch Vigna radiata heißt. Beide wachsen als einjährige Pflanzen. Alle hier verglichenen Bohnen gehören zur Familie der Hülsenfrüchtler. Zu ihr zählen rund 20.000 Arten, von denen nur ein Teil als Gemüse oder Körnerfrucht genutzt wird.

Bohne Botanischer Name Wuchs
Adzukibohne Vigna angularis aufrecht und strauchartig wachsende Formen: 20 bis 90 cm
Buschbohne Phaseolus vulgaris var. nanus kompakt, ohne Kletterstütze: 30 bis 80 cm
Stangenbohne Phaseolus vulgaris var. vulgaris an einer Stütze: 200 bis 300 cm
Sojabohne Glycine max 40 bis 80 cm

Weil die Adzukibohne eine eigene Art ist und die Kidneybohne zur Gartenbohne zählt, übernimmst du Regeln der einen nicht ungeprüft für die andere. Das gilt im Beet genauso wie in der Küche.

Bekannt ist die kleine rote Bohne vor allem aus Japan. Wie sich die Hülsenfrüchte nach Herkunft, Wuchs und Nutzung ordnen, zeigt dir der Überblick über Arten, Wuchsformen und Nutzungsgruppen der Hülsenfrüchte.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein sonniger Standort ist geeignet; frostempfindlich.

Bodenreaktion

Böden mit pH 5,5–6,5 werden bevorzugt; pH 5–7,5 wird toleriert.

Substrat

Die Pflanze lässt sich auf verschiedenen gut durchlässigen Böden kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Samen vor der Direktsaat zwölf Stunden in warmem Wasser einweichen.

Pflege

Pflege

Sortenwahl auf die Tageslängenreaktion abstimmen: meist Kurztagspflanze mit Blühbeginn bei höchstens zwölf Stunden Tageslicht, aber sortenabhängige Abweichungen.

Düngung

Adzukibohnen in Gartenkultur mit Gartenkompost versorgen; stickstoffreiche Dünger vermeiden.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Aussaatkalender Adzukibohne
GartenkalenderVorkultur: April, Mai; Blüte: Juni, Juli; Ernte: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilVorkultur: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: MaiVorkulturBlüteErntePflanzung

Wie unterscheidet sich der Anbau von Busch-, Stangen- und Sojabohnen?

Im Beet zeigen sich die Unterschiede bei Wärme, Reifezeit, Boden und Fruchtfolge. Die Tabelle stellt die Werte nebeneinander.

Merkmal Adzukibohne Buschbohne Stangenbohne Sojabohne
Aussaat April bis Juni, im Freiland in bereits erwärmten Boden ab Mitte Mai nach den letzten Frösten Mai bis Juni Mai bis Juni
Wärme zur Saat Keimung in 7 bis 21 Tagen bei 15 bis 20 °C Bodentemperatur über 10 °C für die Direktsaat Bodentemperatur über 10 °C für die Direktsaat mindestens 10 °C Bodentemperatur in Saattiefe
Kulturdauer etwa 3 bis 6 Monate bis zur Kornreife im internationalen Kornanbau 56 bis 112 Tage 65 bis 112 Tage 90 bis 98 Tage
Boden-pH bevorzugt 5,5 bis 6,5, toleriert 5 bis 7,5 geeignet 5,8 bis 7,5 neutral günstig 6,5 bis 7,0
Fruchtwechselpause 5 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 5 Jahre

Wärme, Frost und Tageslänge

Adzukibohnen sind frostempfindlich und nicht winterhart. Ich säe sie deshalb im Freiland erst in bereits erwärmten Boden. Mehr Wärme bringt dabei nicht automatisch mehr Körner. Für die Kornproduktion reichen im internationalen Anbau Temperaturen von 15 bis 25 °C. Höhere Temperaturen verstärken das vegetative Wachstum, also Blätter und Triebe.

Dazu kommt die Tageslänge. Adzukibohnen sind meist Kurztagspflanzen und beginnen zu blühen, wenn der Tag höchstens zwölf Stunden Licht hat. Je nach Sorte weicht das ab. Bevor ich Saatgut auswähle, suche ich deshalb in der Sortenbeschreibung nach der Tageslängenreaktion.

Mythos-Check

Adzukibohnen sollen leichten Frost besser überstehen als andere Bohnen. Das passt nicht zu dieser Art: Die Adzukibohne ist frostempfindlich und nicht winterhart. Säe sie deshalb erst, wenn der Boden sich bereits erwärmt hat.

Reife: Korn statt grüner Hülse

Busch- und Stangenbohnen erntest du jung als grüne Hülsen, oder du lässt die Samen ausreifen. Adzukibohnen baust du für das reife Korn an. Bis zur Kornreife vergehen im internationalen Kornanbau je nach Sorte und Klima etwa 3 bis 6 Monate. Unter bestimmten Anbaubedingungen im Kongo waren es bis zu 9 Monate.

Reife Adzukihülsen sind meist strohfarben, sie können aber auch braun bis schwärzlich aussehen. Grüne Gartenbohnen sind dagegen pflückreif, wenn die Hülse glatt bricht und die Bruchstelle grün und saftig ist. Diese Brechprobe hilft dir bei Adzukibohnen nicht weiter, weil du hier auf das reife Korn in der verfärbten Hülse wartest. Ich beurteile die Reife deshalb an der Hülsenfarbe, nicht am Kalender.

Marias Erfahrung

Zu jeder Adzuki-Reihe stecke ich ein Etikett mit Sorte und Aussaatdatum. Bei der Ernte lese ich dort nach, wie lange diese Sorte in meinem Beet bis zur Kornreife gebraucht hat.

Boden, Wasser und Dünger

Ich gebe Adzukibohnen einen sonnigen Platz. Sie lassen sich auf verschiedenen Böden kultivieren, solange diese gut drainiert sind. Wie du Sonne und Boden für alle Hülsenfrüchte vorbereitest, steht im Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Beim Boden-pH bevorzugen Adzukibohnen einen Bereich von 5,5 bis 6,5. Toleriert wird ein pH-Wert von 5 bis 7,5. Für Sojabohnen gilt ein Bereich von 6,5 bis 7,0 als günstig. Welchen Wert dein Beet hat, zeigt dir eine Bodenuntersuchung.

Adzukibohnen gelten als trockentolerant. Im Anbau im Kongo überstanden sie Trockenzeiten, ihr Ertrag wurde dabei aber stark beeinträchtigt. Trockentolerant heißt also: Die Pflanze übersteht Trockenheit, die Ernte leidet trotzdem. Vor dem Gießen prüfe ich mit dem Finger, wie feucht die Erde unter der Oberfläche ist.

Beim Düngen liegen Adzuki- und Gartenbohnen nah beieinander. Adzukibohnen versorgst du mit Gartenkompost und verzichtest auf stickstoffreiche Dünger. Busch- und Stangenbohnen bekommen keine reine Stickstoffdüngung, frischer Stallmist oder Jauche kommen nicht unmittelbar zur Kultur. Für Sojabohnen empfiehlt sich dagegen eine Saatgutimpfung mit passenden Knöllchenbakterien, weil die benötigten Stämme in heimischen Böden normalerweise fehlen.

Fruchtfolge und Blattläuse

Für Adzukibohnen gilt eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren. Bei Busch- und Stangenbohnen beträgt sie 4 Jahre. Säst du Leguminosen zusätzlich als Gründüngung, zählst du sie in der Fruchtfolge mit. Damit ich die Pausen nicht schätzen muss, plane ich meine Beete über mehrere Jahre im Beetplaner.

Auch Adzukibohnen können von Blattläusen befallen werden. Beim Gießen schaue ich deshalb auf Stängel und junge Triebe. Bei Befall spritze ich die Läuse zuerst mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Marienkäfer- und Florfliegenlarven schone ich, weil sie zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse gehören.

Aussaat bis Ernte in Kürze

Vor der Direktsaat weiche ich die Samen zwölf Stunden in warmem Wasser ein. Saattiefe, Abstände und die Ernte der trockenen Hülsen findest du in meiner Anleitung, wie du Adzukibohnen vom Samen bis zur getrockneten Ernte anbaust. Planst du mehrere Hülsenfrüchte, helfen dir die Aussaattermine aller Hülsenfrüchte zum Ausdrucken.

Mini-Checkliste

Bevor du Adzukibohnen säst, gehst du diese Punkte durch.

  • Der Frost ist vorbei, und der Boden im Freiland hat sich erwärmt.
  • Die Sortenbeschreibung nennt die Tageslängenreaktion.
  • Auf dem Beet standen in den letzten 5 Jahren keine Adzukibohnen.
  • Du planst bis zur Kornreife und prüfst die Hülsenfarbe statt der Brechprobe.
  • Kompost liegt bereit, stickstoffreichen Dünger lässt du weg.
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Wie schmecken Adzukibohnen im Vergleich zu anderen Bohnen?

Adzukibohnen schmecken süßlich und werden beim Kochen sehr zart. Damit passen sie in herzhafte und auch in süße Rezepte. Von Busch- und Stangenbohnen isst du die jungen Hülsen als gegartes Gemüse oder die reifen Samen in Suppen und Eintöpfen. Sojabohnen kommen als Edamame auf den Tisch oder verarbeitet als Tofu, Tempeh und Sojadrink. Bei Prunkbohnen verwendest du meist die reifen Samen, jung geerntete Hülsen kannst du aber ebenfalls gekocht essen.

Getrocknete Adzukibohnen weiche ich ein, schütte das Einweichwasser weg und koche sie in frischem Wasser. Ob sie gar sind, prüfe ich, indem ich eine Bohne mit der Gabel zerdrücke. Wie Adzukibohnen in der traditionellen asiatischen Küche verwendet werden, zeige ich dir am Beispiel von Anko, Sekihan und anderen asiatischen Adzuki-Gerichten. Für die heimische Küche habe ich herzhafte und süße Rezepte mit Adzukibohnen zusammengestellt.

Wie verträglich sind Adzukibohnen im Vergleich?

Bei der Verträglichkeit entscheidet die Art, nicht die Farbe der Bohne. Diese Hinweise gelten für die Bohnen aus dem Vergleich:

Bohne Was du beachtest
Grüne Gartenbohnen wie Busch- und Stangenbohne Samen und Hülsen enthalten Phasin, deshalb nie roh essen, sondern ausreichend durchgaren. Sanftes Dünsten oder Dämpfen ist dafür keine verlässliche Regel.
Sojabohne Trypsininhibitoren und Lektine vor dem Verzehr durch geeignete Hitzebehandlung deaktivieren. Sojalebensmittel können Allergien auslösen, bei Menschen mit Birkenpollenallergie auch schwere Kreuzreaktionen.
Puffbohne Bei Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel, kurz G6PD-Mangel, meiden: Der Verzehr kann eine gefährliche Zerstörung roter Blutkörperchen auslösen.
Erbse und Zuckererbse Enthalten vergleichsweise wenig Lektine und können in Maßen roh gegessen werden. Die Ausnahme gilt nur für Erbsen.
Adzukibohne Getrocknete Bohnen einweichen, das Einweichwasser verwerfen und in frischem Wasser garen. Für rohe Sprossen gilt der Hinweis zu Personengruppen weiter unten.

Kidneybohnen gehören zur Gartenbohne. Ich gare sie deshalb genauso gründlich durch wie grüne Bohnen aus dem Beet. Die Roh-Ausnahme der Erbsen übertrage ich weder auf Kidney- noch auf Adzukibohnen.

Verdaulichkeit

Hülsenfrüchte enthalten unverdauliche Kohlenhydrate, die beim bakteriellen Abbau Gas bilden können. Wer empfindlich reagiert, kann mit kleinen Portionen beginnen. Phytin- und Tanninsäure können zudem die Verfügbarkeit von Mineralstoffen und Spurenelementen verringern. Das gilt für Hülsenfrüchte allgemein, eine Sonderstellung der Adzukibohne lässt sich daraus nicht ableiten.

Sprossen und Nährwerte in Kürze

Achtung

Sprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene, denn Waschen entfernt Krankheitserreger nicht zuverlässig. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen und alle mit geschwächter Immunabwehr gilt das ohne Ausnahme. Das betrifft auch Adzukisprossen. Selbst gründliches Waschen entfernt Erreger auf Sprossen nicht zuverlässig.

Für Sprossen werden Adzukibohnen zwölf Stunden eingeweicht und danach im Einmachglas oder Keimgerät gekeimt. Das Keimgerät reinige ich nach jeder Anzucht gründlich mit einer Bürste. Adzukisprossen enthalten B-Vitamine, Vitamin C sowie Eisen, Calcium, Kalium, Phosphor und Magnesium. Die Anleitung Schritt für Schritt und mehr zu Nährwerten und Verträglichkeit findest du im Beitrag über Herkunft, Nährwerte und Keimsprossen der Adzukibohne.

SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Was sind Adzukibohnen und woher stammen sie ursprünglich?
Adzukibohnen sind eine eigene Art mit dem botanischen Namen Vigna angularis und gehören zur Familie der Hülsenfrüchtler. Die einjährige Pflanze bildet kleine rote Bohnen, die vor allem aus Japan bekannt sind. Mit Kidneybohnen darfst du sie nicht gleichsetzen, denn diese gehören zur Gartenbohne.
Wie lassen sich Adzukibohnen von anderen kleinen roten Bohnenarten abgrenzen?
Verlässlich hilft der botanische Name: Adzukibohnen heißen Vigna angularis und bilden eine eigene Art. Rote Kidneybohnen gehören dagegen zur Gartenbohne, deshalb gare ich sie so gründlich durch, wie es für Gartenbohnen wegen ihres Phasingehalts gilt. Beim Kauf von Saatgut oder Kochbohnen schaue ich zuerst auf den botanischen Namen auf der Packung.
Wie unterscheiden sich Adzukibohnen in ihren Anbauanforderungen von anderen Hülsenfrüchten?
Adzukibohnen sind frostempfindlich und kommen erst in bereits erwärmten Boden. Sie sind meist Kurztagspflanzen, deshalb achtest du bei der Sortenwahl auf die Tageslängenreaktion. Geerntet wird das reife Korn, und bis zur Kornreife vergehen im internationalen Kornanbau je nach Sorte und Klima etwa 3 bis 6 Monate. Auf dasselbe Beet kommen sie erst nach einer Fruchtwechselpause von 5 Jahren wieder.
Stimmt es, dass Adzukibohnen grundsätzlich schwer verdaulich sind?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. Hülsenfrüchte enthalten unverdauliche Kohlenhydrate, die beim bakteriellen Abbau Gas bilden können, und wer empfindlich reagiert, kann mit kleinen Portionen beginnen. Getrocknete Adzukibohnen weiche ich ein, schütte das Einweichwasser weg und gare sie in frischem Wasser.
Welche Rolle spielen Adzukibohnen bei der Stickstoffbindung im Boden?
Die meisten Hülsenfrüchtler können mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln Luftstickstoff binden. Adzukibohnen versorge ich mit Gartenkompost und verzichte auf stickstoffreiche Dünger. Nach der Ernte können die Wurzeln im Beet bleiben, damit Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz im Boden erhalten bleiben.
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