Adzukibohnen im Garten: vom Samen bis zur trockenen Körnerernte
- Säe Adzukibohnen von April bis Juni, im Freiland erst in bereits erwärmten Boden, denn die Pflanzen sind frostempfindlich.
- Weiche die Samen vor der Direktsaat zwölf Stunden in warmem Wasser ein.
- Leg die Samen 2 bis 3 cm tief in einen sonnigen, gut drainierten Boden ohne Staunässe.
- Adzukibohnen überstehen Trockenheit, ihr Ertrag kann dabei aber stark leiden: Gieß in trockenen Phasen.
- Versorge das Beet mit Gartenkompost und verzichte auf stickstoffreiche Dünger.
- Reife Hülsen sind meist strohfarben, manchmal auch braun bis schwärzlich.
- Plane für Adzukibohnen eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren ein.
Hier geht es um Adzukibohnen, die du im Beet bis zu trockenen Körnern ausreifen lässt. Die Pflanzen vertragen keinen Frost und brauchen lange bis zur Kornreife, deshalb entscheidest du schon bei der Aussaat, ob die Zeit reicht. Ich plane meine Adzukibohnen vom Herbst her rückwärts. Ich wähle die Sorte nach ihrer Tageslängenreaktion, säe erst in erwärmten Boden und suche ein Beet, auf dem länger keine HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. standen.
Die Adzukibohne kurz vorgestellt
Die Adzukibohne, botanisch Vigna angularis, ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Woher sie stammt, was in ihren Körnern steckt und wie verträglich sie ist, liest du im Porträt der Adzukibohne mit Herkunft und Nährwerten. Was sie in Botanik, Anbau und Geschmack von anderen Bohnenarten unterscheidet, zeigt der Vergleich der Adzukibohne mit anderen Bohnenarten.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger Standort ist geeignet; frostempfindlich.
- Bodenreaktion
Böden mit pH 5,5–6,5 werden bevorzugt; pH 5–7,5 wird toleriert.
- Substrat
Die Pflanze lässt sich auf verschiedenen gut durchlässigen Böden kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Samen vor der Direktsaat zwölf Stunden in warmem Wasser einweichen.
Pflege
- Pflege
Sortenwahl auf die Tageslängenreaktion abstimmen: meist Kurztagspflanze mit Blühbeginn bei höchstens zwölf Stunden Tageslicht, aber sortenabhängige Abweichungen.
- Düngung
Adzukibohnen in Gartenkultur mit Gartenkompost versorgen; stickstoffreiche Dünger vermeiden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
Wann du Adzukibohnen säst
Adzukibohnen säst du von April bis Juni. Ins Freiland kommen die Samen erst, wenn der Boden bereits erwärmt ist. Die Pflanzen sind frostempfindlich und nicht winterhart. Willst du vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus., beginnst du im April oder Mai und pflanzt im Mai ins Beet. Stell die Anzuchttöpfe hell und nicht zu warm, denn bei Lichtmangel und zu viel Wärme wachsen Gemüsejungpflanzen bleich, dünn und weich heran.
Im internationalen Kornanbau vergehen je nach Sorte und Klima etwa 3 bis 6 Monate von der Aussaat bis zur Kornreife. Weil die Pflanzen keinen Frost vertragen, planst du die Aussaat so, dass bis zum ersten Frost genug Zeit zum Ausreifen bleibt. Alle Aussaattermine für Bohnen, Erbsen und weitere Hülsenfrüchte hast du im druckbaren Aussaatkalender für Hülsenfrüchte auf einem Blatt.
Die Sorte nach der Tageslänge wählen
Adzukibohnen sind meist Kurztagspflanzen, die erst bei höchstens zwölf Stunden Tageslicht zu blühen beginnen. Je nach Sorte gibt es davon Abweichungen. Ich lese deshalb in der Sortenbeschreibung zuerst nach, wie die Sorte auf die Tageslänge reagiert, und stimme meine Wahl darauf ab.
Standort: sonnig und ohne Staunässe
Adzukibohnen brauchen einen sonnigen Platz. Kultivieren lassen sie sich auf verschiedenen Böden, solange diese gut drainiert sind. Staunässe vertragen sie wie alle Hülsenfrüchte nicht. Im internationalen Anbau gelten 15 bis 25 °C als ausreichend für die Kornproduktion. Wird es wärmer, verstärkt sich das vegetative Wachstum, also die Bildung von Blättern und Trieben. Was Hülsenfrüchte allgemein an Licht und Erde brauchen, steht im Abschnitt zu Standort und Boden für Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte.
Boden vorbereiten
Beim pH-Wert bevorzugen Adzukibohnen einen Bereich von 5,5 bis 6,5. Toleriert wird eine Spanne von 5 bis 7,5. Im Frühjahr lockerst du das Beet erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Ich nehme dafür die Grabgabel oder den Krail. Mit guter Struktur und mehr Humus speichert dein Gartenboden das Wasser besser.
Kennst du den pH-Wert deines Beets nicht, lass eine Bodenprobe untersuchen. Dafür stichst du an 10 bis 15 Stellen quer über das Beet bis 25 bis 30 cm tief ein, mischst die Erde und schickst ungefähr 500 g davon ein. Im Standardumfang stehen Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium; MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose. bestellst du dazu.
Aussaat im Beet
| Aussaat im Überblick | Wert |
|---|---|
| Vorquellen | zwölf Stunden in warmem Wasser, danach direkt säen |
| Saattiefe | 2 bis 3 cm |
| Abstand in der Reihe | 15 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 40 cm |
| Wuchsform | aufrecht und strauchartig, 20 bis 90 cm hoch |
| Keimung | 7 bis 21 Tage bei 15 bis 20 °C |
Ich weiche die Samen vor der Direktsaat zwölf Stunden in warmem Wasser ein. Dann ziehe ich die Saatrillen, jede 40 cm von der nächsten entfernt. Die Samen kommen 2 bis 3 cm tief hinein. In der Reihe plane ich 15 cm von Pflanze zu Pflanze ein, damit die aufrecht und strauchartig wachsenden Pflanzen Platz haben. Nach dem Säen drücke ich die Erde an und halte die Saat bis zur Keimung gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser stehen bleibt. Bis die Keimlinge erscheinen, können bis zu 21 Tage vergehen.
Ich markiere jede Saatreihe an beiden Enden mit einem Stab. So weiß ich bis zur Keimung, wo die Samen liegen, und gieße gezielt in die Reihe.
Gießen: trockentolerant heißt nicht ertragssicher
Adzukibohnen gelten als trockentolerant, mögen aber einen feuchten Boden. Im Kongo haben die Pflanzen Trockenzeiten überstanden und dabei stark an Ertrag eingebüßt. Wer Körner ernten will, verlässt sich also nicht auf die Trockentoleranz, sondern gießt in trockenen Phasen.
Ob Wasser fehlt, prüfe ich mit den Fingern in der Erde und nicht nach dem Kalender. Gegossen wird bei mir durchdringend an den Fuß der Pflanzen, das Laub bleibt trocken. Zum Mulchen lasse ich Rasenschnitt erst anwelken und lege ihn dann in dünnen Lagen immer wieder nach. Zwischen den Halmen soll der Boden noch leicht zu sehen sein, damit der Schnitt nicht verklebt oder schimmelt.
Düngen: Kompost statt Stickstoff
Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen gelten als SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. und kommen auf ausreichend versorgtem Boden ohne zusätzliche Düngung aus. Für Adzukibohnen im Garten nimmst du Gartenkompost und lässt stickstoffreiche Dünger weg. Wie viel Kompost dein Beet braucht, richtest du nach dem Zustand deines Bodens; die Bodenuntersuchung aus dem Tipp oben zeigt dir, wo er steht.
Baust du ein Hochbeet klassisch aus Reisig, Kompost und Gärtnererde auf, gibt es im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Da bei Adzukibohnen stickstoffreiche Dünger zu vermeiden sind, säe ich sie nicht in ein frisch aufgebautes Hochbeet.
Unkraut: vor der Aussaat anfangen
Gegen Unkraut fange ich schon vor der Aussaat an. Ein falsches Saatbett kann die Konkurrenz begrenzen, mit der die jungen Adzukibohnen später zu tun haben. Du bereitest das Beet dafür wie zur Aussaat vor, lässt die ersten Unkräuter auflaufen und entfernst sie. Erst danach säst du die Bohnen. Sind die Keimlinge aufgelaufen, hältst du das Unkraut mechanisch mit der Hacke zurück. Eine Mulchdecke kann BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. zurückhalten, gegen ausdauernde Wurzelunkräuter richtet sie aber nur bedingt etwas aus.
Blattläuse und Krankheiten
Auch an Adzukibohnen kann es zu Blattlausbefall kommen. Beim Gießen schaue ich deshalb an die jungen Triebe und Blätter. Entdeckst du Läuse, kannst du es zuerst mit einem kräftigen Wasserstrahl versuchen, der sie von den Pflanzen spült. An Bohnen lassen sich die Läuse auch von Hand zerdrücken. Außerdem hilfst du ihren natürlichen Gegenspielern: Blühen Korb- oder DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. in der Nähe, kann das SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. fördern. Deren Larven zählen zu den natürlichen Feinden der Blattläuse.
Bei Krankheiten setzt du auf die Fruchtfolge. Steht dieselbe Pflanzenfamilie immer wieder auf der gleichen Fläche, können sich bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren, und der Wuchs wird schwächer. Flecken oder Beläge auf den Blättern nimmst du als Hinweis und nicht als sichere Diagnose, denn ähnliche Bilder können unterschiedliche Ursachen haben. Typische Befallsmerkmale an Hülsenfrüchten beschreibt der Überblick zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Ernte: woran du reife Hülsen erkennst
Sind die Hülsen reif, haben sie in der Regel eine Strohfarbe. Es gibt aber auch reife Hülsen, die braun bis schwärzlich aussehen. Ich warte, bis die Hülsen diese Reifefarbe zeigen, und ernte dann an einem trockenen Tag. Die Hülsen pflücke ich von Hand und lege sie luftig aus, bis sie vollständig durchgetrocknet sind. Erst dann löse ich die Körner aus.
Adzukibohnen blühen von Juni bis Juli. Für die Kulturdauer werden 118 Tage angegeben. Im internationalen Kornanbau vergehen je nach Sorte und Klima etwa 3 bis 6 Monate von der Aussaat bis zur Kornreife, unter bestimmten Anbaubedingungen im Kongo auch bis zu 9 Monate.
Trocknen und lagern
Die ausgelösten Körner lagerst du genauso trocken und dicht verschlossen wie gekaufte Trockenbohnen. Ich fülle sie in dicht schließende Gläser und beschrifte sie mit dem Erntejahr. Vor dem Kochen sehe ich die Körner noch einmal durch.
Was du aus der Ernte kochst, herzhaft oder süß, findest du in den Rezepten mit Adzukibohnen für die heimische Küche. Wie Adzukibohnen in der traditionellen asiatischen Küche verwendet werden, etwa als Anko oder Sekihan, zeigt der Beitrag über Adzukibohnen in der asiatischen Küche.
Mischkultur und Fruchtfolge
Hülsenfrüchte baust du nicht jedes Jahr auf demselben Beet an. Adzukibohnen brauchen eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 5 Jahren. Auf einer Fläche lässt du Erbsen und Bohnen nicht direkt aufeinander folgen, weil beide zur selben Pflanzenfamilie zählen. Das gilt auch für Klee, Wicke und Lupine in der Gründüngung. Eine Klee-Gründüngung direkt vor den Adzukibohnen bedeutet also, dass Leguminosen unmittelbar aufeinander folgen.
Als Vorgänger eignen sich Spinat, Mangold und Rote Bete. Den Wechsel über mehrere Jahre halte ich im Beetplaner für die Fruchtfolge fest, damit ich die Pause nicht aus dem Gedächtnis rechnen muss.
In der Mischkultur planst du für jede Art so viel Platz ein, wie sie ausgewachsen braucht, damit keine Nachbarpflanze sie bedrängt. Bei Adzukibohnen heißt das: Rechne mit aufrechten, strauchartigen Pflanzen von bis zu 90 cm Höhe. Welche Gemüse als direkte Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Mischkultur unterstützt die Pflanzen, eine Garantie gegen Schädlinge ist sie aber nicht.
Häufige Fehler und wie du den Ertrag stützt
- Zu früh gesät: Die Pflanzen sind frostempfindlich. Im Freiland säst du erst, wenn der Boden bereits erwärmt ist.
- Sorte ohne Blick auf die Tageslänge: Die meisten Sorten beginnen erst bei höchstens zwölf Stunden Tageslicht zu blühen, mit Abweichungen je nach Sorte. Stimm die Sortenwahl darauf ab.
- Auf die Trockentoleranz vertraut: Überstehen heißt nicht ernten. In trockenen Phasen gießt du trotzdem.
- Zu viel Stickstoff: Stickstoffreiche Dünger und ein frisch aufgebautes Hochbeet passen nicht zu Adzukibohnen. Versorge sie mit Gartenkompost.
- Unkraut zu spät angegangen: Ein falsches Saatbett vor der Aussaat und die Hacke nach dem Auflaufen können die Konkurrenz begrenzen.
- Beet zu früh wieder belegt: Halte die Fruchtwechselpause von 5 Jahren ein und zähle Gründüngung mit Klee, Wicke oder Lupine mit.





