Gemüse · Bohnen, Erbsen & Hülsenfrüchte · Anbau

Buschbohnen im Stadtgarten: platzsparend säen auf Balkon und im Kübel

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Buschbohnen wachsen kompakt und brauchen keine Kletterstütze.
  • Jedes Gefäß braucht Ablauflöcher, damit sich keine Staunässe bildet.
  • Gesät wird ab Mitte Mai nach den letzten Frösten, in Boden über 10 °C.
  • Die Samen kommen 2 bis 4 cm tief in die Erde.
  • Ein Satz trägt in wärmeren Regionen Deutschlands je nach Saattermin und Sorte etwa 7 bis 14 Tage; mehrere Sätze verteilen die Ernte.
  • Hülsen und Samen enthalten Phasin: nie roh essen, immer ausreichend durchgaren.
Ein Haufen frischer grüner Bohnen
Foto: Ram Kondisetti · Pexels License · Quelle ↗

Ein Balkonkasten, ein Kübel neben der Tür oder eine Bäckerkiste im Hof: Mehr Fläche brauchst du für Buschbohnen nicht. Die Pflanzen wachsen kompakt und kommen ohne Kletterstütze aus. Die Schwierigkeiten liegen woanders, denn ein einzelner Satz trägt nur kurz, und in einem Gefäß ohne Ablauf staut sich das Wasser. Ich plane meine Bohnenkübel deshalb vom Gefäß her und säe in mehreren Sätzen.

Was Buschbohnen auf kleiner Fläche mitbringen

Buschbohnen werden 30 bis 80 cm hoch, wachsen kompakt und brauchen keine Kletterstütze. Stangenbohnen klettern dagegen an stabilen Stangen oder Schnüren, und ihr Schatten fällt auf die Nachbarkulturen. Wie sich die Wuchsformen sonst unterscheiden, zeigt der Überblick über Arten, Wuchsformen und Nutzungsgruppen der Hülsenfrüchte.

Aussaatkalender Buschbohnen
GartenkalenderVorkultur: April, Mai; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juli, August, September; Pflanzung: MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberPflanzungPflanzung: MaiVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Standort und Gefäß

Buschbohnen brauchen einen sonnigen, warmen Platz ohne Staunässe, im Beet passt sandig-lehmiger Boden. Vor der Aussaat schaue ich mir an, welche Ecke des Balkons am längsten Sonne bekommt. Mehr zu Standort und Boden steht im Hülsenfrüchte-Überblick.

Welches Gefäß sich eignet

Jedes Gefäß für Gemüse braucht Ablauflöcher, damit sich bei Regen keine Staunässe bildet. Als Füllung eignet sich Blumen- oder Kübelpflanzenerde, möglichst torffrei. Ich prüfe torffreie Kübelerde vor dem Gießen mit dem Finger weiter unten, weil die trockene Oberfläche täuschen kann. Schwarze Kunststofftöpfe stellst du in einen Übertopf, damit sich der Wurzelballen nicht stark erwärmt.

Auf Balkon und Hof sind lebensmittelechte Kunststoffgitterkisten wie Bäckerkisten eine mobile Lösung. Für den Kübel eignet sich zum Beispiel die Sorte Mascotte, die gegen Mosaikvirus und Fettfleckenkrankheit resistent ist. Erde aus Gefäßen, in denen Pflanzen an Wurzelfäule erkrankt oder abgestorben sind, verwendest du nicht noch einmal. Details zu Gefäßgröße und weiteren Sorten findest du in der Anleitung, wie du Buschbohnen im Kübel von der Gefäßwahl bis zur Sorte planst.

Marias Erfahrung

Bevor Erde in ein umfunktioniertes Gefäß kommt, bohre ich die Ablauflöcher und gieße einmal Wasser durch. So sehe ich, ob es unten wirklich abläuft.

Hochbeet auf Terrasse oder Hof

Im Hochbeet lässt Sonne auf den Seitenwänden die Erde schneller warm werden. Weil Buschbohnen erst in Boden über 10 °C gesät werden sollen, kann ein Hochbeet mit besonnten Seitenwänden diesen Wert eher erreichen. Was du dort sonst beachtest, steht in der Anleitung, wie du Buschbohnen im Hochbeet anbaust.

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Aussaat: Zeitpunkt, Tiefe und Abstände

Wann du säst

Buschbohnen säst du ab Mitte Mai, wenn die letzten Fröste vorbei sind. Wo bei dir länger Frostgefahr besteht, wartest du entsprechend. Entscheidend ist der Boden: Für die Direktsaat sollte er wärmer als 10 °C sein. Ich messe die Temperatur vor der Aussaat mit einem Thermometer direkt in der Kübelerde. Nach dem Auflaufen brauchen die Pflanzen Lufttemperaturen von mindestens 12 °C, damit sie sich günstig entwickeln. Für die letzte Aussaat liegen die Empfehlungen zwischen Anfang und Mitte Juli. Alle Termine auf einem Blatt hast du im druckbaren Aussaatkalender für Hülsenfrüchte.

Zahl im Blick

Kühler Boden verzögert die Keimung deutlich. Gartenbohnen brauchen bei 12 °C etwa 30 Tage bis zur Keimung, bei 20 °C etwa 11 Tage. Für Buschbohnen reicht die Keimdauer insgesamt von 7 bis 21 Tagen.

Wie tief du säst

Die Samen legst du 2 bis 4 cm tief. Vorquellen ist möglich: Etwa 12 bis 24 Stunden in Wasser können die Keimung beschleunigen. Bis zur Keimung hältst du die Erde gleichmäßig feucht, ohne dass sich Wasser staut. In kühlen Lagen kann ein Vlies den Aufgang unterstützen. Steigen die Temperaturen stark, nimmst du es an einem trüben oder regnerischen Tag ab, damit sich keine Hitze staut und die Sonne die Pflanzen nicht abrupt trifft.

Abstände: Reihe oder Horst

Buschbohnen stehen frei ohne Stütze, deshalb besteht ihr Abstandssystem aus zwei Maßen: dem Abstand innerhalb der Reihe oder des Horstes und dem Abstand zur nächsten Reihe.

Saatform In der Reihe oder im Horst Abstand zur nächsten Reihe oder zum nächsten Horst Stütze
Reihensaat 7 cm zwischen den Samen 45 cm Reihenabstand keine
Horstsaat 4 bis 5 Samen je Horst 55 × 35 cm zwischen den Horsten keine

Im schmalen Balkonkasten ist Platz für eine einzelne Reihe, dort zählt der Abstand in der Reihe. Auf schweren Böden eignet sich die Horstsaat, bei der mehrere Samen zusammen an eine Stelle kommen.

Mini-Checkliste

Gefäß mit Ablauflöchern, möglichst torffreie Blumen- oder Kübelpflanzenerde, sonniger und warmer Platz, Boden über 10 °C, Samen 2 bis 4 cm tief, Erde bis zur Keimung gleichmäßig feucht und ohne Staunässe.

Was bei den ersten Bohnen häufig schiefgeht, zeigt meine Sammlung typischer Anfängerfehler bei Buschbohnen.

Vorziehen, wenn es draußen noch kühl ist

Buschbohnen lassen sich etwa zwei Wochen vor dem geplanten Auspflanzen in Töpfen vorziehen. Dafür nimmst du Töpfe von etwa 10 cm mit Anzucht- oder Komposterde. In jeden Topf kommen 5 Samen. Vorgezogene Pflanzen oder ein Kulturschutznetz können Buschbohnen außerdem vor Schäden durch die Bohnenfliege schützen. Den Ablauf vom Vorziehen bis zum Auspflanzen beschreibe ich in der Anleitung, wie du Buschbohnen vorziehst und später auspflanzt.

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Mehrere Sätze statt einer großen Aussaat

Die Kulturdauer von Buschbohnen reicht von 56 bis 112 Tagen, geerntet wird von Juli bis September. Ein einzelner Satz trägt in wärmeren Regionen Deutschlands je nach Saattermin und Sorte etwa 7 bis 14 Tage. Weil ein Satz so kurz trägt und die Aussaat bis in den Juli möglich ist, kannst du die Ernte mit mehreren Sätzen über den Sommer verteilen. Bei der Sorte Stanley kannst du die Direktsaat ab Mai im Abstand von zwei Wochen wiederholen.

Ich säe meine Kästen deshalb nicht am selben Tag, sondern schreibe das Datum jedes Satzes auf ein Etikett im Gefäß. Welche Fläche wann frei wird, planst du mit dem Beetplaner für Sätze und Flächen.

Gießen, Düngen, Pflege und Fruchtfolge in Kürze

Diese Grundlagen gelten für alle Hülsenfrüchte und stehen ausführlich im Hülsenfrüchte-Überblick. Hier steht nur, was für Buschbohnen im Stadtgarten zählt.

Gießen

Vor der Blüte gießt du vor allem bei ausgeprägter Trockenheit, zur Hülsenbildung achtest du auf ausreichend Wasser. Im Beet werden nach der Hauptblüte und zur Hülsenbildung, abhängig vom Niederschlag, 2 bis 4 zusätzliche Wassergaben empfohlen. Jede dieser Gaben umfasst 20 l/m² und ist ein Flächenwert fürs Beet.

Düngen

Bohnen sind Schwachzehrer und brauchen auf ausreichend versorgtem Boden keine zusätzliche Düngung. Eine reine Stickstoffdüngung bekommen sie nicht, und frischen Stallmist oder Jauche gibst du nicht unmittelbar zur Bohnenkultur. Auf die Kaliumversorgung achtest du dagegen. Die natürliche Versorgung beschreibe ich in der Anleitung, wie du Buschbohnen mit Kompost und Mulch düngst.

Unkraut und Mulch

Konkurrierende Unkräuter entfernst du besonders in den ersten 4 bis 6 Wochen nach der Aussaat gründlich. Mulch aus angewelktem Rasenschnitt kann Beikraut unterdrücken. Du legst ihn in dünnen Schichten wiederholt auf, damit er nicht verklebt oder schimmelt.

Läuse und Krankheiten

Blattläuse zerdrückst du an Bohnen von Hand und förderst ihre natürlichen Gegenspieler. Die Erreger der Fettfleckenkrankheit vermehren sich bei etwa 20 °C gut, deshalb gehören gesundes Saatgut und das Entfernen erkrankter Pflanzen zur Vorbeugung. Flecken auf Blättern oder Hülsen sind ein Hinweis, keine sichere Diagnose.

Fruchtfolge und Nachbarn

Nach Bohnen oder anderen Hülsenfrüchten kommen Bohnen erst nach einer Anbaupause von mindestens 4 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Als Vorkultur passen Salat oder Blumenkohl, als Nachkultur Spinat, so bleibt die Fläche vor und nach den Bohnen genutzt. Setzt du Nachbarn dazu, braucht jede Art bis zu ihrer endgültigen Größe genug Platz; passende Paare prüfst du mit dem Werkzeug für Mischkultur-Nachbarn.

Ernten und verarbeiten in Kürze

Pflückreif sind die Hülsen, wenn sie beim Biegen glatt brechen, die Bruchstelle grün und saftig ist und die Samen höchstens etwa 8 bis 10 mm messen. Buschbohnen sind Gartenbohnen, ihre Hülsen und Samen enthalten Phasin: Iss sie nie roh und gare sie ausreichend durch, denn sanftes Dünsten oder Dämpfen ist dafür keine verlässliche Regel. Wie du die Ernte lagerst, steht im Hülsenfrüchte-Überblick in den Abschnitten Ernte und Lagern.

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Häufige Fragen

Wie lassen sich Buschbohnen erfolgreich in Töpfen und Kübeln anbauen?
Nimm ein Gefäß mit Ablauflöchern und fülle es mit Blumen- oder Kübelpflanzenerde, möglichst torffrei. Stell es an einen sonnigen, warmen Platz und säe ab Mitte Mai nach den letzten Frösten. Die Samen kommen 2 bis 4 cm tief in die Erde. Vor dem Gießen prüfst du mit dem Finger die Feuchte im unteren Bereich, weil eine trockene Oberfläche täuschen kann.
Ab welcher Jahreszeit ist der Anbau von Buschbohnen in deutschen Stadtgärten möglich?
Buschbohnen säst du ab Mitte Mai, wenn die letzten Fröste vorbei sind; wo bei dir länger Frostgefahr besteht, wartest du. Für die Direktsaat sollte der Boden wärmer als 10 °C sein. Die Empfehlungen für die letzte Aussaat liegen zwischen Anfang und Mitte Juli.
Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur ersten Ernte von Buschbohnen?
Die Kulturdauer von Buschbohnen reicht von 56 bis 112 Tagen. Allein die Keimung dauert 7 bis 21 Tage, in kühlem Boden deutlich länger. Geerntet wird von Juli bis September, wobei ein einzelner Satz in wärmeren Regionen Deutschlands je nach Saattermin und Sorte etwa 7 bis 14 Tage trägt.
Worin unterscheiden sich Buschbohnen von Stangenbohnen im Wuchsverhalten?
Buschbohnen wachsen kompakt, werden 30 bis 80 cm hoch und brauchen keine Kletterstütze. Stangenbohnen klettern an stabilen Stangen, Schnüren oder Gerüsten auf 200 bis 300 cm. Für einen Stangenbohnensatz gelten in wärmeren Regionen Deutschlands etwa 30 Tage Erntedauer als Richtwert, abhängig von Sorte und Pflanzengesundheit.
Stimmt es, dass Buschbohnen roh gegessen werden können?
Nein. Buschbohnen sind Gartenbohnen, und ihre Hülsen und Samen enthalten Phasin, deshalb darfst du sie nicht roh essen. Gare sie immer ausreichend durch; sanftes Dünsten oder Dämpfen ist dafür keine verlässliche Regel.
Welche besonderen Standortanforderungen haben Buschbohnen im urbanen Raum?
Buschbohnen brauchen einen sonnigen, warmen Platz ohne Staunässe. Im Gefäß sorgen Ablauflöcher dafür, dass sich bei Regen kein Wasser staut. Schwarze Kunststofftöpfe stellst du in einen Übertopf, damit sich der Wurzelballen nicht stark erwärmt.
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