Begleitpflanzen für Stangenbohnen: Mischkultur mit Mais, Kürbis und Salat
- Mais, Kürbis und Kartoffeln gelten als mögliche Mischkulturpartner für Gartenbohnen, zu denen die Stangenbohne gehört.
- Im Maya-Mix mit der Sorte Neckarkönigin kommen die Bohnen in die Erde, sobald der zuvor gepflanzte Mais etwa 10 bis 15 cm hoch ist.
- Salat nutzt die Lücken zwischen den Bohnenpflanzen und wird geerntet, bevor er die Bohnen bedrängt.
- Fenchel und Erbsen gehören nicht direkt neben Stangenbohnen.
- Knoblauch und Zwiebeln sind kein gesicherter Schutz gegen Blattläuse und bekommen besser ein eigenes Beet.

Eine Stangenbohne klettert mit Stütze etwa 2 bis 3 m hoch und wirft Schatten auf alles, was neben ihr wächst. Die BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. suche ich deshalb zuerst nach Höhe, Platz und Licht aus, erst danach nach Nachbarschaftslisten. Mais und Sonnenblumen können die Bohnen als lebende Stütze tragen, Kürbis, Kartoffeln und Salat nutzen die Fläche darunter. Fenchel und Erbsen setzt du besser nicht direkt daneben.
Mischkultur heißt, dass mehrere Gemüsearten gleichzeitig auf einem Beet wachsen. Wie gut sich zwei Arten vertragen, ist oft schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte dazu widersprechen sich häufig. Die allgemeinen Regeln für Nachbarn und Anbaupausen findest du im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur bei Bohnen, Erbsen und anderen Hülsenfrüchten.
Welche Pflanzen passen zu Stangenbohnen in Mischkultur?
Die Stangenbohne ist die kletternde Form der Gartenbohne. Für Gartenbohnen werden Mais, Kürbis und Kartoffeln als mögliche Mischkulturpartner empfohlen. Salat kann die Lücken zwischen einzelnen Bohnenpflanzen nutzen. Sonnenblumen setze ich wie Mais als Stütze ein, an der die Bohnen hochklettern.
| Partner | Aufgabe im Beet | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Mais | lebende Rankhilfe | standfeste Sorte, vor den Bohnen pflanzen |
| Sonnenblume | Stütze wie der Mais | hochwachsende, kräftige Sorte, vor den Bohnen säen |
| Kürbis | breitet sich unter den Bohnen aus | viel Fläche einplanen |
| Kartoffeln | Partner am Boden | Platz bis zur Endgröße lassen |
| Salat | nutzt die Lücken zwischen den Bohnenpflanzen | ernten, bevor er die Bohnen bedrängt |
| Dill | blüht am Beetrand und bietet Insekten Nahrung | an den Rand, nicht in die Bohnenreihe |
Tagetes, Ringelblumen, Kapuzinerkresse und Kräuter wie Basilikum stehen ebenfalls oft auf Partnerlisten für Bohnen. Was ihnen dort nachgesagt wird, ist schwer nachzuweisen. Ich setze sie an den Beetrand, wo sie den Bohnen weder Licht noch Platz nehmen; die Grundsätze dazu stehen im oben verlinkten Abschnitt zur Mischkultur.
Mais als lebende Rankhilfe: der Maya-Mix
Die Dreierkombination aus Mais, Stangenbohnen und Kürbis heißt Milpa oder Maya-Mix. Der Mais übernimmt darin die Aufgabe der Rankhilfe. Die Bohnen winden sich an seinen Stängeln hoch, der Kürbis breitet sich darunter am Boden aus.
Entscheidend ist die Reihenfolge. Beim Maya-Mix mit der Stangenbohne Neckarkönigin säst du die Bohnen erst, wenn der zuvor gepflanzte Mais etwa 10 bis 15 cm hoch ist. Die Bohnen legst du direkt ins Beet, sobald der Boden wärmer als 10 °C ist.
Der Mais muss später das ganze Gewicht der Bohnen halten. Prunkbohnen am Mais brauchen eine standfeste Maissorte, damit sie die Pflanzen nicht zu Boden ziehen. Stangenbohnen bilden eine große Blattmasse, deshalb wähle ich für sie aus demselben Grund standfesten Mais.
So legst du den Maya-Mix an:
- Pflanze zuerst eine standfeste Maissorte.
- Säe die Stangenbohnen rund um die Maisstängel, sobald der Mais die genannte Höhe erreicht hat.
- Setze den Kürbis so, dass er sich in die freie Fläche ausbreiten kann.
- Führe junge Bohnentriebe bei Bedarf gegen den Uhrzeigersinn um den Maisstängel.
Für einen Maya-Mix aus Zuckermais, Stangenbohnen und Kürbis werden 4 m² als Anleitungsfläche empfohlen. Weil sich der Kürbis weit ausbreitet, planst du nach Möglichkeit etwa 10 m² ein.
„Die Bohnen düngen den Mais gleich mit.“ Die Knöllchenbakterien an den Bohnenwurzeln binden Luftstickstoff und machen ihn für die Bohne selbst nutzbar. Bleiben die Wurzeln nach der Ernte im Boden, halten sie Stickstoff und organische Substanz auf der Fläche, und davon kann die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. profitieren. Darauf, dass der Mais nebenan in derselben Saison mitversorgt wird, verlasse ich mich nicht und plane seinen eigenen Bedarf ein.
Sonnenblumen als Stütze für Stangenbohnen
Sonnenblumen tragen Stangenbohnen ähnlich wie Mais und machen aus der Bohnenreihe einen blühenden Sichtschutz für den Sommer. Bei ihnen richte ich mich nach dem Stängel statt nach dem Kalender. So gehe ich vor:
- Ich wähle hochwachsende, kräftige Sorten, weil ein dünner Stängel unter der Last der Bohnen umknicken kann.
- Die Sonnenblumen säe ich vor den Bohnen, und die Bohnen lege ich erst, wenn der Stängel fest steht.
- Junge Triebe lege ich beim Gießen an den Stängel an, wenn sie ihn nicht von allein finden.
- Wächst eine Bohne über die Sonnenblume hinaus, leite ich sie an einer zusätzlichen Schnur weiter.
Kürbis, Kartoffeln und Salat: Partner am Boden
Unter den Stangenbohnen bleibt Fläche frei, die andere Kulturen nutzen können. Jede Art braucht dabei bis zu ihrer endgültigen Größe genug Platz, sonst bedrängen sich die Nachbarn gegenseitig. Kürbis breitet sich weit aus, deshalb planst du ihm von Anfang an eine eigene Fläche ein.
Salat nutzt die Lücken zwischen einzelnen Bohnenpflanzen. Als kurzlebige ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. erntest du ihn, bevor er die Bohnen bedrängt. Kartoffeln gelten ebenfalls als möglicher Partner für Gartenbohnen. In einem gemischten Beet haben die Kulturen unterschiedliche Nährstoffansprüche, die du einzeln berücksichtigst.
Eine Mulchauflage zwischen den Partnern vermindert Unkrautaufwuchs und hält den Boden unter den Bohnen gleichmäßiger warm und feucht. Rasenschnitt lässt du dafür anwelken und legst ihn dünn auf.
Welche Nachbarn gehören nicht neben Stangenbohnen?
Fenchel wird für die unmittelbare Mischkultur mit Bohnen nicht empfohlen. Erbsen gehören zur selben Pflanzenfamilie wie Bohnen und sollen weder direkt neben ihnen noch unmittelbar nach ihnen wachsen. Umgekehrt gilt die Bohne auch als ungeeigneter Partner für Erbsen.
Knoblauch und Zwiebeln: Blattlausschutz oder schlechte Nachbarn?
Über Knoblauch und Zwiebeln kursieren zwei gegensätzliche Ratschläge. Der eine setzt sie zwischen die Bohnen, weil ihr Geruch Blattläuse fernhalten soll. Der andere führt sie als schlechte Nachbarn für Bohnen. Solche Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen, und die Erfahrungen dazu widersprechen sich häufig. Eine Schutzwirkung gegen Blattläuse ist damit nicht gesichert.
Bei Erbsen, die mit Bohnen eine Pflanzenfamilie bilden, gelten Knoblauch und Lauch als ungeeignete Partner. Ich gebe Zwiebeln und Knoblauch deshalb ein eigenes Beet und setze sie nicht zwischen die Stangenbohnen. Das passt zu den Empfehlungen für die guten und schlechten Nachbarn von Buschbohnen.
Was bei Blattläusen an Stangenbohnen hilft
Schwarze Bohnenblattläuse sitzen an Stängeln und Blütenständen, bei stärkerem Befall auch an den Blattunterseiten. Ich spritze Kolonien zuerst mit einem kräftigen Wasserstrahl ab und zerdrücke die übrigen Läuse von Hand. Die Larven von Marienkäfern, Florfliegen und Schwebfliegen gehören zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Diese Nützlinge finden in vielfältig bepflanzten Gärten Lebensraum, und Korb- und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. können Schwebfliegen fördern.
Stangenbohnen sichern ihren FruchtansatzFruchtansatz ist das Entstehen einer Frucht aus einer Blüte, besonders bei Obstbäumen, aber auch bei Fruchtgemüse. Außerdem nennt man die junge, sich gerade entwickelnde Frucht selbst so. durch Selbstbestäubung. Blühende Nachbarn wie Dill setzt du also für die Blattlausgegner an den Beetrand, nicht für die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. der Bohnen.
So planst du das Mischkulturbeet mit Stangenbohnen
Stangenbohnen brauchen einen warmen, sonnigen und windgeschützten Platz. Zugleich werfen sie Schatten auf ihre Nachbarkulturen. Die Bohnenwand gehört also dorthin, wo sie selbst volle Sonne bekommt und die niedrigen Partner am wenigsten beschattet. Bei mir steht sie deshalb an der Nordseite des Beets.
| Planungsgröße | Wert |
|---|---|
| Stangenbohnen an Stangen, Anbaubeispiel | 80 × 80 cm Stangenabstand, 6 bis 8 Samen je Stange |
| Aussaat der Stangenbohnen | Mai bis Juni, direkt an die vorher aufgestellte Stütze |
| Bodentemperatur zur Direktsaat | über 10 °C |
| Unkraut gründlich entfernen | besonders in den ersten 4 bis 6 Wochen nach der Aussaat |
| Anbaupause auf demselben Beet | mindestens 4 Jahre |
Skizziere die Fläche vorher in unserem Werkzeug zur Beetplanung und prüfe die Nachbarschaften im Mischkultur-Werkzeug. Die Saattermine aller Hülsenfrüchte hast du im druckbaren Aussaatkalender für Hülsenfrüchte auf einem Blatt.
Stell die Stangen auf oder pflanze den Mais, bevor du die erste Bohne legst. Stangenbohnen werden direkt an einer schon stehenden Kletterhilfe ausgesät.
Bohnen gehören zu den SchwachzehrernSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. und brauchen auf ausreichend versorgtem Boden keine zusätzliche Düngung. Reine Stickstoffdüngung, frischen StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. oder Jauche gibst du nicht unmittelbar an die Bohnen, auf die Kaliumversorgung achtest du dagegen. Den Mais und die übrigen Partner versorge ich an ihrem Platz nach ihrem eigenen Bedarf.
Stangenbohnen brauchen mehr Wasser als Buschbohnen, vor allem während Blüte und Fruchtbildung. Im Mischbeet teilen sie sich den Boden mit ihren Partnern, deshalb prüfe ich vor dem Gießen mit dem Finger die Feuchte in der Erde. Gegossen wird morgens direkt an die Wurzeln, damit die Blätter nicht unnötig nass werden.
Rankhilfe und Pflege kurz gefasst
Wo weder Mais noch Sonnenblume steht, klettern die Bohnen an stabilen Stangen, die du vor der Aussaat aufstellst und nur so hoch planst, dass du ohne Leiter ernten kannst. Wie du Stangen setzt, Triebe anleitest und das Beet hackst, beschreibt der Abschnitt Rankhilfen und Pflege im Überblick zu Hülsenfrüchten. Den ganzen Anbau zeigt dir die Anleitung, wie du Stangenbohnen naturnah von der Aussaat bis zur Ernte ziehst.
Anbaupause gleich mitplanen
Stangenbohnen kommen erst nach einer Pause von mindestens 4 Jahren wieder auf dasselbe Beet, und Leguminosen als Gründüngung zählst du dabei mit. Die Anbaupausen aller Hülsenfrüchte stehen im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur. Warum die Bohnenwurzeln nach der Ernte im Boden bleiben dürfen, liest du im Beitrag darüber, wie Stangenbohnen den Boden verbessern und in die Fruchtfolge passen.
Bringt Mischkultur mehr Ertrag?
Eine feste Ertragssteigerung durch Begleitpflanzen kann dir niemand zusichern. Günstige Nachbarschaften beruhen häufig auf widersprüchlichen Erfahrungen und werden von Standort und Pflege mitbestimmt. Mischkultur unterstützt die Bohnen, sie garantiert keine größere Ernte.
Direkt beeinflussen kannst du die Menge beim Pflücken. Frühes und häufiges Ernten fördert weitere Blüten und erhöht dadurch die Erntemenge. Für einen Stangenbohnensatz in wärmeren Regionen Deutschlands gelten etwa 30 Tage Erntedauer als Richtwert, abhängig von Sorte und Pflanzengesundheit. Pflückreif sind die Hülsen, wenn sie beim Biegen glatt durchbrechen und die Bruchstelle grün und saftig ist.





