Gemüse · Kartoffeln · Anbau

Mehlige Kartoffeln anbauen: so ziehst du Knollen für lockeres Püree und Knödel

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mehligkochend heißt viel Stärke: vorwiegend festkochende Sorten liegen grob bei 13 bis 15 %, mehlige darüber – ideal für Püree, Suppen und Klöße.
  • Die Sorte entscheidet zuerst: Adretta, Afra, Melina, Karlena, Likaria, Gunda, Freya und Melody kochen mehlig; Linda ist festkochend.
  • Ein Überangebot an Stickstoff und steigende Kaliumgaben können den Stärkegehalt senken, ausgeprägter Trockenstress ebenfalls.
  • Knollen mit 30 bis 35 cm in der Reihe und 50 bis 70 cm Reihenabstand rund 10 cm tief in die Furche legen und später anhäufeln.
  • Solange das Kraut grün ist, lagern die Knollen Stärke ein; Lagerkartoffeln erst 2 bis 3 Wochen nach dem vollständigen Absterben ernten.
  • Grüne, stark keimende oder bittere Knollen kommen nicht in den Topf; gelagert wird dunkel bei 4 bis 6 Grad.
Frisch geerntete Kartoffeln liegen auf dem Boden, teilweise noch mit Erde und Pflanzenresten bedeckt
Foto: Katherine Mihailova · Pexels License · Quelle ↗

Warum mehlige Kartoffeln eine eigene Planung brauchen

Wenn dein Püree klebt statt locker zu fallen, liegt das oft nicht am Stampfen, sondern an der Knolle. Festkochende Kartoffeln bleiben beim Kochen fest, weil sie weniger Stärke enthalten – aus ihnen wird kein fluffiges Püree, egal wie lange du rührst. Ich lege deshalb schon beim Setzen fest, welche Reihe für Püree, Knödel und Suppen gedacht ist, und schreibe den Kochtyp auf das Reihenetikett. So rate ich im Sommer nicht mehr, was da unter dem Damm heranwächst.

Die Grundlagen zum Kartoffelanbau – Standort, Pflanzgut, Anhäufeln, Gießen, Ernte und Lagerung – stehen ausführlich im Hub-Artikel, wo du nachlesen kannst, wie Kartoffeln im Garten grundsätzlich angebaut werden. Hier geht es um das, was mehlige Knollen davon unterscheidet: die Sorte, den Stärkegehalt und wie du beides in der Küche nutzt.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Solanum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.

Bodenart

Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.

Anbauort

Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.

Pflege

Pflege

In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.

Düngung

Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.

Aussaatkalender Kartoffel
GartenkalenderAussaat: Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Was „mehligkochend“ bedeutet

Kartoffeln werden nach ihrem Stärkegehalt in festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend eingeteilt. Mehligkochende Sorten haben den höchsten Stärkegehalt und zerfallen beim Kochen leichter – genau das willst du für Püree, Klöße und Suppen. Der Kochtyp ist eine reine Küchenaussage; er sagt nichts über Wert oder Verträglichkeit der Knolle aus.

Zahl im Blick

Als grobe Orientierung liegen vorwiegend festkochende Kartoffeln bei etwa 13 bis 15 % Stärke; mehligkochende liegen darüber, festkochende darunter. Für mehligkochende Speisekartoffeln wird ein sortenabhängiger Zielbereich von 14 bis 17 % Stärke angegeben. Beides sind Richtwerte – die Kartoffel ist ein Naturprodukt und schwankt.

Häufiger Fehler

Linda fürs Püree nehmen. Linda ist festkochend, auch wenn sie gern als Allrounder verkauft wird. Für lockeres Püree brauchst du eine Sorte, die ausdrücklich als mehligkochend eingeordnet ist.

Anzeigen

Welche Sorten mehlig kochen

Mehligkochende Sorten sind zum Beispiel Adretta, Afra, Melina, Karlena und Likaria; Gunda gehört zur frühen Reifegruppe, Adretta und Freya zur mittelfrühen, Melody kocht ebenfalls mehlig. Für den Eimer werden Vitelotte als mittelfrühe, mehlige und trotzdem schnittfeste Sorte mit eher geringem Ertrag sowie Highland Burgundy Red als mittelspäte mehlige Sorte genannt. Wie sich die Sorten im Hausgarten sonst unterscheiden, liest du im Beitrag über die passenden mehligkochenden Sorten für deinen Garten.

Was den Stärkegehalt im Beet beeinflusst

Die Sorte gibt die Richtung vor, aber sie garantiert nichts. Koch- und Speiseeigenschaften derselben Sorte können durch Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung von Jahr zu Jahr variieren. Deshalb koche ich im Herbst von jeder Reihe ein paar Knollen mit Schale probeweise und schaue, wie stark sie aufplatzen – erst dann entscheide ich, welche Kiste für Knödel und welche für Bratkartoffeln steht.

Stickstoff: früh gebraucht, spät hinderlich

Kartoffeln brauchen den Großteil ihres Stickstoffs früh, für den Aufbau des Blattapparats. Ein Überangebot gegen Ende der Wachstumsphase kann dagegen den Trockenmassegehalt senken und Abreife sowie Schalenfestigkeit verzögern – die Knolle bleibt wässriger, als du sie für Püree haben willst. Der Düngebedarf hängt von Bodenversorgung, Verwendungszweck, Sorte und Erntetermin ab; für mehlige Speisekartoffeln lohnt es sich also, eher zurückhaltend zu düngen als vorsorglich draufzulegen.

Kalium und Chlorid

Mythos-Check

„Viel Kalium bringt viel Stärke“ – so steht es in vielen alten Ratgebern. Belegt ist eher das Gegenteil: Mit steigender Kaliumdüngung können Wasser- und Kaliumgehalt der Knollen zunehmen, während Trockenmasse und Stärke abnehmen. Hohe Kaliumgaben können außerdem die Magnesiumaufnahme vermindern. Chlorid kann die Verlagerung der Stärke aus den Blättern in die Knollen behindern; chloridhaltige Kaliformen in einer Frühjahrsgabe können den Stärkegehalt deshalb senken. Kalium gehört zur Versorgung dazu – nur nicht als Stärke-Turbo im Übermaß.

Wasser: gleichmäßig statt schubweise

Ausgeprägte Trockenschäden können sowohl den Knollenertrag als auch den Stärkegehalt verringern. Kommt nach einem stressbedingten Wachstumsstillstand plötzlich wieder Wasser, kann die Pflanze mit unerwünschtem Neuansatz, Kindelbildung und Zwiewuchs reagieren – verwachsene Knollen, die ungleichmäßig garen. Die wasserkritischste Phase ist der Knollenansatz bis zur Blüte.

Reife: die Stärke kommt zuletzt

Solange das Kraut grün ist, wachsen die Knollen weiter und lagern Stärke ein. Wer mehlige Kartoffeln zu früh rodet, bekommt Knollen, die eher fest als locker kochen. Für Lagerware ist eine feste Schale das Reifezeichen.

Kurz erklärt

Neue Knollen entstehen an den Enden unterirdischer Seitentriebe, der Stolonen. Alles, was die Pflanze oben an Blatt aufbaut, dient später der Einlagerung nach unten – darum lohnt es sich, das Laub bis zum natürlichen Vergilben stehen zu lassen, wenn es gesund ist.

Mehlige Lagersorten sind oft keimträge

Viele mehligkochende Sorten sind als Lagerkartoffeln gedacht, und Sorten mit geringer Keimfreudigkeit eignen sich genau dafür. Adretta besitzt eine niedrige Keimfreudigkeit, sehr lange Keimruhe und gute Lagerfähigkeit; Gunda liegt bei mittlerer bis niedriger Keimfreudigkeit; Melody hat eine so hohe Keimruhe, dass sie für einen zügigen Start mindestens eine Keimstimulierung braucht. Für dich heißt das: Was im Keller lange ruhig liegt, kommt im Frühjahr auch zögerlich aus dem Boden – ein Grund mehr, mehlige Pflanzknollen vorzukeimen.

Boden und Standort

Kartoffeln mögen einen offenen, sonnigen bis halbschattigen Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; ein pH von 5,0 bis 6,0 gilt als günstig, wobei die pH-Einstellung die übrigen Kulturen der Fruchtfolge berücksichtigen muss. Eine nötige Kalkung planst du in der Fruchtfolge nach den Kartoffeln ein, weil eine direkte Kalkgabe den Schorfbefall fördern kann. Wie du den Boden für den Kartoffelanbau vorbereitest, steht im Hub-Abschnitt zu Standort und Boden; speziell für mehlige Sorten zeigt der Beitrag zur Bodenvorbereitung für mehligkochende Kartoffeln mehr Tiefe.

Pflanzgut, Vorkeimen und Legen

Nimm zertifiziertes, virusfreies Pflanzgut und keime es hell bei rund 12 bis 15 Grad vor – etwa vier bis fünf Wochen vor dem Legen, manche Anleitungen nennen drei bis vier Wochen. Gelegt wird als Faustregel Mitte bis Ende April, wenn der Boden rund 8 Grad erreicht hat: Knollen mit 30 bis 35 cm Abstand in der Reihe, 50 bis 70 cm zwischen den Reihen, rund 10 cm tief in eine Furche, die du später zum Damm anhäufelst. Alle Details zu Pflanzgut, Vorkeimen, Termin, Abstand und Tiefe trägt der Hub-Abschnitt zum Pflanzen; die Termine für deine Region findest du im gedruckten Aussaatkalender für Kartoffeln.

Anhäufeln

Sobald die Triebe aufgelaufen sind und sich die ersten Blätter entfalten, hackst du Unkraut weg und häufelst handhoch an; nach 3 bis 4 Wochen folgt ein zweiter Durchgang, alternativ wartest du bis etwa 20 bis 30 cm Pflanzenhöhe. Der Damm schützt die Knollen vor Licht und Ergrünen – für Speisekartoffeln ein Sicherheitspunkt, nicht nur Kosmetik. Wie du Kartoffeln richtig anhäufelst, steht im Hub-Abschnitt zum Anhäufeln.

Anzeigen

Gießen

Vom Knollenansatz bis zur Blüte darf der Boden nicht austrocknen, denn Trockenheit in dieser Phase reduziert die Anzahl angelegter Knollen und – siehe oben – die Stärke. Gieße morgens den Boden, nicht das Laub, und prüfe danach mit dem Finger oder Spaten, ob er 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet ist. Das enge Zeitfenster erklärt der Hub-Abschnitt zum Gießen; wie du mehlige Kartoffeln über alle Phasen wässerst, zeigt der Beitrag zur Bewässerung mehligkochender Kartoffeln.

Düngen

Kartoffeln sind Starkzehrer, brauchen im gewachsenen Gartenboden aber oft keine Zusatzdüngung; eine Bodenuntersuchung mit pH, Phosphat, Kalium und Magnesium zeigt dir, was wirklich fehlt. Dünger kommt auf feuchten Boden, nicht auf feuchte Pflanzen. Die zurückhaltende Empfehlung im Hub-Abschnitt zum Düngen ist der Ausgangspunkt; die praktische Düngestrategie für mehlige Sorten steht im Beitrag über das richtige Düngen mehliger Kartoffeln.

Krankheiten und Schädlinge

Bei feuchter Witterung können graugrüne bis bräunliche Flecken an Blättern und Stängeln auf Kraut- und Knollenfäule hindeuten; befallene Reste gehören nicht auf den Hauskompost, und bei der Ernte nimmst du alle Knollen auf. Kartoffelkäfer, ihre orangefarbenen Eigelege auf den Blattunterseiten und die Larven sammelst du ab. Den Grundsatz „vorbeugen statt behandeln“ trägt der Hub-Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen; wie du mehlige Kartoffeln vorbeugend gesund hältst, liest du im Beitrag zur Prävention bei mehligen Kartoffeln.

Ernte

Frühkartoffeln kannst du bei grünem Laub portionsweise für den sofortigen Verzehr roden; für Lagerkartoffeln wartest du 2 bis 3 Wochen nach dem vollständigen Absterben des Krauts, bis die Schale fest ist, und erntest bei trockenem Wetter schonend. Wann die Knollen wirklich reif sind, steht im Hub-Abschnitt zur Ernte; die Reifezeichen speziell bei mehligen Sorten beschreibt der Beitrag darüber, wie du die Reife mehligkochender Kartoffeln erkennst.

Lagern

Speisekartoffeln lagern dunkel und kühl bei 4 bis 6 Grad; oberhalb von 8 Grad beginnen sie zu keimen, Licht lässt sie ergrünen. Für die Dauerlagerung wird zusätzlich eine konstante relative Luftfeuchte von 85 bis 92 % empfohlen. Was im Hub-Abschnitt zum Lagern steht, vertieft der Beitrag über Ernte und Lagerung mehligkochender Kartoffeln.

In der Küche: Püree, Knödel, Suppen

Mehligkochende Kartoffeln eignen sich besonders für Püree, Suppen und Klöße – dort ist das Zerfallen erwünscht. Vitelotte fällt aus der Reihe: mehlig, aber schnittfest, also auch für Gerichte brauchbar, in denen die Stücke ihre Form halten sollen. Ob eine Knolle wirklich so mehlig ist wie erhofft, zeigt erst der Topf, denn dieselbe Sorte kann von Jahr zu Jahr anders ausfallen.

Achtung

Glykoalkaloide wie Solanin und Chaconin konzentrieren sich vor allem in Keimen und Augen; grüne Stellen deuten auf einen erhöhten Gehalt hin. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht, Keime und grüne Stellen schneidest du großzügig weg. Das BfR nennt vorsorglich einen Richtwert von 100 Milligramm Glykoalkaloiden je Kilogramm Speisekartoffeln; entsprechend belastete Knollen werden aussortiert oder großzügig geschält.

Marias Erfahrung

Ich sortiere im Keller in zwei Kisten – eine für die keimträgen mehligen Lagersorten, die bis ins Frühjahr reichen sollen, eine für alles, was zuerst weg muss. Beim Umschichten drehe ich jede Knolle einmal und lege grünliche und weiche sofort beiseite, damit sie mir nicht im Püree landen.

Jetzt dran

Kochtyp der Sorte prüfen – steht dort „mehligkochend“? · Reihe beschriften · Pflanzknollen hell und kühl vorkeimen · Stickstoff und Kalium nicht auf Verdacht nachlegen · Knollenansatz bis Blüte gießen · Kraut vergilben lassen · Probekochen vor dem Einlagern.

Passendes Saatgutaus dem samen.live Shop
Kiepenkerl Pflanzkartoffel Heiderot 5 St
Kiepenkerl Pflanzkartoffel Heiderot 5 St
Zum Shop
Kiepenkerl Pflanzkartoffel Bernina 10 St
Kiepenkerl Pflanzkartoffel Bernina 10 St
Zum Shop
Zuletzt geprüft:
↑