Gemüse · Kürbis & Zucchini · Probleme

Kürbispflanzen vor Schädlingen und Krankheiten schützen: von Schnecken bis Mehltau

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gegen Schnecken setzt du bei Jungpflanzen auf Zaun, Kragen und Bretter, unter denen du morgens absammelst.
  • Bierfallen gehören nur in eine eingezäunte Fläche, weil sie auch Schnecken von außerhalb herbeiziehen.
  • Blattläuse spülst du zuerst mit einem kräftigen Wasserstrahl ab, ein Vlies kann sie fernhalten, bis die Blüte beginnt.
  • Mehltaubefall gehört an Kürbis im Hausgarten zum Alltag und muss meist nicht bekämpft werden, luftiger Stand und Gießen auf die Erde senken das Risiko.
  • Chemische Mittel kommen nur als letzte Stufe in Frage: mit Zulassung für Haus- und Kleingarten, nach Gebrauchsanweisung und mit Wartezeit.
Weißer Belag von echtem Mehltau auf einem Kürbisblatt – ein häufiges Problem im Kürbisanbau
Foto: Lucas Allmann · Pexels License · Quelle ↗

Wenn ich Kürbisse auspflanze, liegen Schneckenkragen und ein paar alte Bretter schon am Beetrand bereit. Solange die Pflanzen jung sind und das Wetter feucht ist, droht vor allem Schneckenfraß. Im Sommer kommen Blattläuse, Spinnmilben und Mehltau dazu. Hier zeige ich dir, wie du Schäden früh erkennst und in welcher Reihenfolge du eingreifst: zuerst vorbeugen und von Hand arbeiten, dann Nützlinge fördern, chemische Mittel nur als letzte Stufe.

Kürbis vor Schnecken schützen

Die kritische Zeit beginnt mit dem Auspflanzen. Für junge Zucchini gilt feuchtes Wetter als besonders gefährlich, und bei jungen Kürbissen setzt du genauso früh an. Schleimspuren und frisch angefressene Blätter deuten darauf hin, dass Schnecken unterwegs waren.

Diese drei Maßnahmen kombiniere ich:

  • Schneckenzaun: Ein Zaun rund um das Beet kann junge Pflanzen schützen, weil er den Tieren von außen den Weg erschwert.
  • Schneckenkragen: Ein Kragen um jede Jungpflanze bildet eine Barriere, die Schnecken vom jungen Kürbis fernhalten kann. Ich setze ihn gleich beim Pflanzen.
  • Bretter und Absammeln: Unter ausgelegten Brettern verkriechen sich Schnecken. Morgens hebst du die Bretter an und sammelst die Tiere ab.
Häufiger Fehler

Eine Bierfalle mitten im offenen Beet. Die Falle zieht auch Schnecken von außerhalb herbei. Setz Bierfallen deshalb nur innerhalb einer Fläche ein, die ein Schneckenzaun begrenzt.

Raue Streifen aus Sägespänen oder Eierschalen und ausgestreuter Kaffeesatz werden oft gegen Schnecken empfohlen. Solchen Barrieren wird nachgesagt, dass die Tiere ungern darüberkriechen. Ich verlasse mich lieber auf Zaun, Kragen und Absammeln, weil ich dort direkt sehe, was im Beet passiert.

Marias Erfahrung

Meine Bretter liegen zwischen den Jungpflanzen, solange die Kürbisse noch klein sind. Beim ersten Gang ins Beet hebe ich sie an, sammle ab und prüfe dabei gleich, ob jeder Kragen noch fest im Boden sitzt.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Cucurbita
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Kürbis
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni; Aussaat: Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniVorkulturAussaat

Blattläuse, Spinnmilben und andere saugende Schädlinge

Blattläuse: Kolonien an Triebspitzen und Blattunterseiten

Blattläuse sitzen oft in Kolonien an den Blattunterseiten und an jungen Triebspitzen. Gekräuselte Blätter und klebriger Honigtau auf der Blattoberfläche können auf einen Befall hindeuten. An Kürbis tritt unter anderem die Grüne Gurkenblattlaus auf, die sich bei Wärme rasch vermehrt.

Zahl im Blick

Liegt die Temperatur über 20 °C, kann die Grüne Gurkenblattlaus an Kürbis in 5 bis 10 Tagen eine neue Generation hervorbringen. In warmen Wochen schaue ich deshalb besonders genau unter die Blätter.

Mein erster Schritt ist ein kräftiger Wasserstrahl, der die Läuse von den Blättern spült. Kleine Kolonien streife ich zusätzlich von Hand ab, auch so lässt sich der Bestand mechanisch verringern. Schmierseife gilt als klassisches Hausmittel gegen Läuse. Der Seife wird nachgesagt, die weichhäutigen Tiere zu schädigen, verlassen würde ich mich darauf aber nicht.

Blattläuse können außerdem Viren übertragen, deshalb greife ich bei ihnen früh ein. Ein Vlies über den Pflanzen kann die Läuse fernhalten, bis die Blüte beginnt. Warum es spätestens dann herunter muss, liest du weiter unten bei Vlies und Netz.

Spinnmilben: helle Sprenkel und feine Gespinste

Mit rund 0,3 bis 0,8 mm Körperlänge bleibt die Gemeine Spinnmilbe für das bloße Auge fast unsichtbar, erst die Lupe zeigt sie dir. Verdächtig sind feine helle Punkte auf den Blättern, aus denen später gelbe oder braune Flecken werden können. Bei stärkerem Befall zeigen sich feine Gespinste, vor allem an den Blattunterseiten. Spinnmilben mögen es trocken, deshalb nehme ich in warmen, trockenen Phasen die Lupe mit ins Beet.

Raubmilben gelten als natürliche Gegenspieler der Spinnmilben. Das Besprühen der Blätter mit Wasser wird oft gegen Spinnmilben genannt. Ich lasse es trotzdem, weil lange nasse Blätter Pilzkrankheiten wie Grauschimmel begünstigen, und gieße stattdessen direkt auf die Erde.

Weiße Fliege, Thripse und Gurkenkäfer

Neben Läusen und Milben können weitere Insekten an Kürbis auftauchen. Fliegen beim Berühren der Pflanze kleine weiße Insekten von den Blattunterseiten auf, kann das auf Weiße Fliegen hindeuten. Wie Blattläuse können sie Viren übertragen, und eine Gelbtafel in der Nähe zeigt dir, ob sie im Beet unterwegs sind. Bei Thripsen und Gurkenkäfern schaust du mit der Lupe genau hin, sammelst Käfer ab und lässt unbekannte Tiere bestimmen, bevor du etwas unternimmst.

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Mehltau, Viren und weitere Krankheiten

Echter oder Falscher Mehltau?

Beide Krankheiten tragen einen ähnlichen Namen, sehen aber verschieden aus. Der Blick auf beide Blattseiten hilft dir beim Unterscheiden.

Merkmal Echter Mehltau Falscher Mehltau
Erstes Bild anfangs meist ein weißlicher bis grauer Belag oben auf dem Blatt Flecken auf dem Blatt, darunter ein Pilzrasen auf der Blattunterseite
Witterung tritt oft bei warmem, eher trockenem Wetter auf feucht-kühle Witterung und hohe Luftfeuchte begünstigen ihn
Was ich tue stark befallene Einzelblätter entfernen, Pflanzen luftig halten Blätter trocken halten, befallene Blätter entfernen, Staunässe vermeiden
Mythos-Check

„Weißer Belag heißt, die Ernte ist verloren.“ Mehltau zeigt sich an Kürbissen im Hausgarten häufig, und ein Eingreifen lohnt sich meist nicht. Den Ertrag schmälern kann er vor allem bei starkem Befall, wenn viele Blätter vergilben und absterben.

Einer Mischung aus Milch und Wasser wird nachgesagt, Echten Mehltau zu bremsen. Eine verlässliche Wirkung darfst du davon nicht erwarten. Bei Zucchini kannst du außerdem über die Sortenwahl vorbeugen, dazu mehr weiter unten. Für den Hokkaido liest du in einem eigenen Beitrag nach, wie sich Mehltau und Welke an dieser Sorte zeigen.

Viruskrankheiten: Mosaik und Verkrüppelung

Mosaikartige helle und dunkle Muster auf den Blättern können auf eine Viruskrankheit hindeuten. Weitere mögliche Zeichen sind verkrüppelte Blätter oder Früchte, gestauchter Wuchs und weniger Fruchtansatz. Ähnliche Bilder können auch andere Ursachen haben, lass einen Verdacht deshalb im Zweifel bestimmen.

Die Viren wandern meist mit saugenden Insekten von Pflanze zu Pflanze, etwa mit Blattläusen oder Weißen Fliegen. Auch verschmutzte Werkzeuge können Viren weitergeben, und Verletzungen an der Pflanze spielen ebenfalls eine Rolle. Im Ölkürbisanbau gilt der Striegel nach dem Auflaufen als Risiko, denn er kann Pflanzen verletzen und so Viren weitertragen. Ein eigener Beitrag zeigt, was im Ölkürbisbeet sonst zu beachten ist.

Heilen lässt sich eine infizierte Pflanze nicht. Der Schutz setzt deshalb vorher an: Überträger früh bremsen, Scheren und Messer reinigen und Unkraut kurz halten, weil es als Wirtspflanze dienen kann. Zeigen immer mehr Blätter das Muster, nehme ich die Pflanze heraus und gebe sie nicht auf den Kompost.

Grauschimmel an Blüten und jungen Früchten

Ein grauer Schimmelbelag an welkenden Blüten oder jungen Früchten kann auf Grauschimmel hindeuten. Der Erreger heißt Botrytis cinerea und wird an Zucchini durch Wärme und sehr feuchte Luft gefördert.

Zahl im Blick

Botrytis cinerea findet an Zucchini bei 17 bis 23 °C besonders gute Bedingungen. Steigt die Luftfeuchte über 97 %, fördert das den Erreger zusätzlich.

Zur Vorbeugung sorgst du für Luft zwischen den Pflanzen und dafür, dass nasse Blätter rasch abtrocknen. Befallene Blüten und Früchte nehme ich heraus, bevor der Belag auf gesunde Teile übergehen kann.

Blattflecken und Welke: Alternaria, Bakterien, Fusarium

Gelbe oder braune Flecken auf den Blättern können auf Pilze wie Alternaria oder auf bakterielle Blattflecken hindeuten. Sicher unterscheiden lässt sich das am Blatt oft nicht, eine Bestimmung schafft Klarheit. Ich entferne befallene Blätter, halte das Laub trocken und arbeite nicht im nassen Bestand.

Welke ist kein sicheres Zeichen für Durst. Auch Hitze oder beschädigte Wurzeln können Blätter hängen lassen, deshalb prüfe ich vor dem Gießen, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist. Welkt eine Pflanze trotz feuchter Erde weiter, kann eine Welkekrankheit wie die Fusarium-Welke dahinterstecken. Auf Ölkürbisflächen reichern sich Fruchtfäuleerreger im Boden an, wenn Kürbis in der Fruchtfolge immer öfter vorkommt. Auch deshalb stehen Kürbisse nicht Jahr für Jahr auf demselben Beet.

Angeschlagene Früchte und Lagerfäule

Reif ist ein Lagerkürbis, sobald sein Stiel die Farbe wechselt und korkig wird. Hol ihn vor dem ersten Frost ins Haus und achte darauf, den Stielansatz nicht zu verletzen. Hat eine Frucht Frost abbekommen oder war sie bei der Ernte noch nicht reif, kommt sie bald in die Küche statt ins Lager. Einlagern lohnt nur bei ausgereiften, heilen Früchten: die Schale hart und ohne Verletzung, der Stiel noch dran. Früchte mit Kratzern oder Druckstellen lege ich zum baldigen Verbrauch beiseite, und im Lager sortiere ich weiche Stellen aus, sobald ich sie entdecke.

Fruchtfäule an der Auflagestelle und die Kürbisfliege werden vor allem bei großen, lange reifenden Früchten zum eigenen Thema. Sehr große Früchte bette ich auf ein Brett oder eine Lage Stroh, damit die Stelle, auf der sie während der Reife liegen, nicht fault. Mehr dazu liest du im Beitrag darüber, wie du Riesenkürbisse vor Fäule und Schädlingen schützt.

Vorbeugen: Standort, Platz, Wasser und Sorte

Pflanzenschutz beginnt, bevor der erste Schädling auftaucht. Dazu gehören Standort- und Sortenwahl, Fruchtwechsel, Bodenpflege und eine Düngung nach Bedarf.

Standort, Boden und Fruchtfolge in Kürze

Ein sonniger Platz und ein Boden, der humos, nährstoffreich und gut durchlässig ist, sind die Grundlage. Auf tonreichem Boden versickert Wasser schlecht, dort droht Staunässe. Im Anbau-Ratgeber liest du, wie du Standort und Boden für Kürbis und Zucchini vorbereitest.

Auf ein Beet, auf dem zuletzt Kürbis, Gurke, Zucchini oder Melone standen, pflanze ich keinen Kürbis. Zwischen zwei Kürbiskulturen auf demselben Beet empfiehlt sich eine Pause von 4 Jahren; Mischkultur kann das Beet ergänzen, garantiert aber keinen Schutz. Mehr dazu steht im selben Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur, und unsere Werkzeuge zeigen dir, welche Nachbarn zu Kürbis passen und wie du die Beetfolge über die Jahre planst.

Platz, Wasser und Nährstoffe

Rechne je Pflanze mit etwa 1 bis 3 m² Beet, je nach Art und Sorte. Stehen die Pflanzen zu eng, drohen Lichtmangel und eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten, deshalb plane ich nach der späteren Größe der Pflanze und nicht nach dem Setzling. Die Abstände in der Reihe und zwischen den Reihen hängen von der Wuchsform ab. Die Werte für buschige und rankende Sorten stehen im Anbau-Ratgeber.

Gieß direkt auf die Erde statt über die Blätter, damit das Laub möglichst kurz nass bleibt. Mit einem Tropfschlauch landet das Wasser genau dort, wo die Wurzeln sind. Kürbisse wollen gleichmäßig mit Wasser versorgt sein, Staunässe vertragen sie aber nicht. Organischer Mulch hält Feuchte im Boden, beschattet und kühlt ihn aber auch. Deshalb kommt er bei Kürbis erst ab Mai oder Juni aufs Beet. Einen guten Teil der Fläche, über die die Ranken wachsen, lässt du frei, denn dort können sie zusätzlich Wurzeln schlagen.

Beim Düngen richte ich mich nach einer Bodenuntersuchung. Aus dem Ergebnis siehst du, was der Boden hergibt, und kannst Dünger und Menge danach auswählen.

Pflanz erst aus, wenn es mild ist und der Boden Wärme gespeichert hat, denn schon niedrige Plusgrade können wärmeliebende Kürbisse im Wachstum ausbremsen. Wann du säst und auspflanzt, zeigt dir unser Aussaatkalender.

Solange zwischen den Pflanzen noch Erde zu sehen ist, hacke ich das Beet durch. Zur Blüte brauchen die Pflanzen freien Zugang für Bienen und Hummeln. Wie Hacken, Bestäubung und Fruchtansatz zusammenhängen, beschreibt der Anbau-Ratgeber im Abschnitt Pflege.

Sorte wählen: Resistenz, Butternut und Crown Prince

Für Zucchini findest du Sorten, die eine intermediäre Resistenz gegen Echten Mehltau mitbringen. Resistent heißt dabei nicht immun, auch solche Sorten können Mehltau bekommen.

Butternut gehört wie der Muskatkürbis zur Art Cucurbita moschata. Von der Aussaat bis zur Ernte rechnest du bei Moschuskürbissen mit 140 bis 180 Tagen Kulturdauer. Ernte sie im Herbst, solange die Temperaturen noch nicht unter 5 °C gesunken sind, denn so vermeidest du Kälteschäden. Welche Risiken diese Art sonst mitbringt, liest du im Beitrag darüber, wie du Moschuskürbisse vor Schädlingen schützt.

Crown Prince ist ein rankender, blaugrauer Speisekürbis und eine F1-Hybride. Wählst du eine F1-Sorte wegen ihrer Widerstandsfähigkeit, kaufst du das Saatgut neu: Aus eigenen Samen einer F1-Hybride wachsen Pflanzen, auf deren Sorteneigenschaften du dich nicht verlassen kannst. Stehen Zierkürbisse in der Nachbarschaft, nimmst du von Speisekürbissen und Zucchini grundsätzlich keine Samen für die nächste Aussaat.

Nützlinge fördern, Hausmittel einordnen

Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen gehören zu den Feinden der Blattläuse. Du lockst sie mit Blüten an und gibst ihnen Ecken, in denen sie sich verstecken und überwintern können.

Tipp

Lass Dill und Thymian in der Nähe des Kürbisbeets blühen. Ihre Blüten liefern Nektar und Pollen für erwachsene Nützlinge, und deren Larven fressen dann Blattläuse.

Wildbienen suchen Nahrung an ungefüllten Blüten, zum Nisten brauchen sie offenen, sonnigen und ungestörten Boden oder Totholz. Für den Fruchtansatz sind Kürbisse auf Bienen oder Hummeln als Bestäuber angewiesen. Eine Blühecke am Kürbisbeet versorgt also Blattlausfeinde und Bestäuber zugleich. Ich lasse dafür am Beetrand eine Ecke Boden offen und ein Stück Totholz liegen.

Pflanzenjauchen und Hausmittel richtig einordnen

Brennnesseljauche ist in erster Linie ein Dünger, der verdünnt an die Wurzeln gegossen wird. Der Jauche wird nachgesagt, Pflanzen widerstandsfähiger zu machen, eine verlässliche Schutzwirkung gegen Schädlinge ist das aber nicht. Wie viel und wie oft, lässt sich nicht pauschal sagen, denn das hängt vom Bedarf der Pflanze ab und davon, was der Boden schon an Nährstoffen mitbringt. Fertig ist eine Jauche, wenn sie dunkel geworden ist und nicht mehr schäumt.

Knoblauchauszug, Schmierseife oder Milch tauchen in vielen Gartenratschlägen auf. Solchen Hausmitteln wird eine abschreckende oder bremsende Wirkung nachgesagt. Ich behandle sie als Versuch und nicht als Schutz, und ich beobachte danach genau, wie sich Blätter und Befall entwickeln.

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Vlies, Netz und Gelbtafel

Unter Vlies sind frisch gepflanzte Kürbisse vor Kälte geschützt, und bis die ersten Blüten aufgehen, kann es auch Blattläuse fernhalten. Bleibt es über längere Zeit bei 25 °C und mehr, kommt das Vlies herunter, am besten an einem trüben, windstillen Tag. Feinmaschige Kulturschutznetze können fliegende Insekten fernhalten, wenn ihre Ränder dicht am Boden anliegen.

Spätestens zum Blühbeginn gehört jede Abdeckung herunter. Den Pollen tragen Insekten zu den weiblichen Blüten, allen voran Bienen. Wer Vlies oder Netz zur Blüte liegen lässt, sperrt also genau die Tiere aus, von denen der Fruchtansatz abhängt. Bleiben die Bestäuber aus, etwa bei kühler Witterung, kann Handbestäubung sinnvoll sein. Dann nimmst du mit einem Pinsel Pollen aus einer männlichen Blüte auf und streichst ihn auf die Narbe einer weiblichen.

Gelbtafeln ziehen fliegende Insekten wie Weiße Fliegen an, die an der Leimfläche hängen bleiben. Ich nutze sie als Anzeiger, um zu sehen, was im Beet fliegt, und nicht als Flächenschutz. An der Leimfläche können auch Nützlinge kleben bleiben.

Chemische Mittel nur als letzte Stufe

Kurz erklärt

Die Reihenfolge im Pflanzenschutz lautet: vorbeugen, beobachten, von Hand eingreifen, Nützlinge fördern. Chemische Mittel kommen erst danach in Frage, und nur dann, wenn der Befall die Ernte ernsthaft gefährdet.

Für Mehltau an Kürbis heißt das: Weil sich eine Bekämpfung im Hausgarten meist nicht lohnt, wird die letzte Stufe in der Regel gar nicht erreicht.

Entscheidest du dich trotzdem für ein chemisches Mittel, gilt dieser Rahmen:

  • Verwende nur Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten.
  • Halte dich an die Gebrauchsanweisung, sie legt Menge und Zeitpunkt fest.
  • Trag Schutzkleidung.
  • Halte die Wartezeit bis zur Ernte ein.
  • Entsorge Reste und leere Packungen so, wie es auf der Packung angegeben ist.

Für Mittel aus dem ökologischen Anbau gelten dieselben Regeln zu Zulassung und Anwendung wie für alle anderen. Ein Bio-Hinweis ersetzt also nicht den Blick auf die Zulassung.

Achtung

Bienen und Hummeln sorgen bei Kürbis für den Fruchtansatz. Ein Mittel kann diese Bestäuber treffen und ebenso die Nützlinge, die du vorher gefördert hast.

Früh erkennen: Kontrollgang und Gartentagebuch

Je früher du einen Befall bemerkst, desto mehr Möglichkeiten hast du auf den unteren Stufen. Bei meinem Kontrollgang drehe ich Blätter um, schaue in die Triebspitzen und nehme für Spinnmilben die Lupe mit.

Mini-Checkliste

Bretter anheben und Schnecken absammeln. Blattunterseiten und Triebspitzen auf Läuse und Honigtau prüfen. Mit der Lupe nach hellen Sprenkeln und Gespinsten suchen. Blattoberseiten auf weißliche Beläge ansehen. Vor dem Gießen welker Pflanzen die Erde unter der Oberfläche fühlen. Kragen, Zaun und Abdeckungen kontrollieren.

Mein Gartentagebuch fürs Kürbisbeet ist ein einfaches Heft. Darin notiere ich Datum, Wetter, Befund und meine Maßnahme, dazu kommt ein Foto der betroffenen Stelle. So siehst du im nächsten Jahr, wann ein Problem aufgetaucht ist und ob es an derselben Stelle wiederkommt.

Bist du dir bei einem Befund unsicher, nimm ein betroffenes Blatt mit zu einer Gartenberatung, etwa bei der Landwirtschaftskammer oder im Gartenfachhandel. Viele Symptome ähneln sich, und eine sichere Bestimmung erspart dir Maßnahmen gegen den falschen Erreger.

Jetzt dran

Leg vor dem Auspflanzen Schneckenkragen und Bretter bereit und spann den Schneckenzaun. Trag dir im Gartentagebuch ein, dass das Vlies spätestens zum Blühbeginn herunterkommt.

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Häufige Fragen

Welche Schädlinge machen Kürbispflanzen im Garten zu schaffen?
Verbreitet sind vor allem Blattläuse, Schnecken und Spinnmilben. Schnecken gefährden besonders junge Pflanzen, vor allem bei feuchtem Wetter. Blattläuse sitzen oft in Kolonien an Blattunterseiten und Triebspitzen, Spinnmilben zeigen sich oft durch feine helle Sprenkel und bei stärkerem Befall durch Gespinste.
Wie erkenne ich Blattläuse an meinen Kürbispflanzen und was kann ich natürlich dagegen tun?
Achte auf Kolonien an Blattunterseiten und Triebspitzen, auf gekräuselte Blätter und klebrigen Honigtau. Als ersten Schritt spülst du die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl ab oder streifst kleine Kolonien von Hand ab. Mit Blüten und Ecken zum Verstecken und Überwintern förderst du Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen. Ein Vlies kann Läuse fernhalten, bis die ersten Blüten aufgehen, danach muss es für die Bestäuber herunter.
Wie unterscheiden sich Echter und Falscher Mehltau an Kürbis?
Echter Mehltau beginnt meist mit einem weißlichen bis grauen Belag oben auf den Blättern. Beim Falschen Mehltau siehst du Flecken auf dem Blatt und darunter, auf der Blattunterseite, einen Pilzrasen, feucht-kühle Witterung begünstigt ihn. Im Hausgarten ist Mehltau an Kürbis ein gewohntes Bild, das du meist nicht bekämpfen musst. Luftiger Stand und Gießwasser auf der Erde statt auf den Blättern senken das Risiko.
Welche Anzeichen deuten auf Viruskrankheiten an Kürbispflanzen hin und wie werden sie übertragen?
Mosaikartige helle und dunkle Muster, verkrüppelte Blätter oder Früchte und gestauchter Wuchs können auf eine Viruskrankheit hindeuten. Die Viren wandern meist mit saugenden Insekten wie Blattläusen oder Weißen Fliegen von Pflanze zu Pflanze, auch verschmutzte Werkzeuge kommen in Frage. Heilen lässt sich eine infizierte Pflanze nicht, deshalb bremst du Überträger früh, reinigst dein Werkzeug und lässt einen Verdacht im Zweifel bestimmen.
Welchen Einfluss hat das Gießen auf Pilzkrankheiten bei Kürbis?
Lange nasse Blätter und sehr feuchte Luft begünstigen Pilze wie Grauschimmel und Falschen Mehltau. Gieß deshalb direkt auf die Erde statt über die Blätter, mit einem Tropfschlauch landet das Wasser an den Wurzeln. Trotzdem wollen Kürbisse gleichmäßig mit Wasser versorgt sein. Prüf bei welken Pflanzen vor dem Gießen, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist.
Wie erkenne ich Insektenbefall an Kürbispflanzen früh?
Dreh beim Kontrollgang die Blätter um, denn Blattläuse und Spinnmilben sitzen oft an den Blattunterseiten. Achte auf Verfärbungen, Löcher, klebrigen Honigtau, feine Gespinste und Schleimspuren. Für die winzigen Spinnmilben nimmst du eine Lupe mit. Notiere Befunde mit Datum und Foto in einem Gartentagebuch, dann siehst du, ob sich etwas ausbreitet.
Sind chemische Pflanzenschutzmittel die wirksamste Lösung gegen Kürbisschädlinge?
Nein, sie sind die letzte Stufe und nicht die erste. Vorher kommen Vorbeugung, Absammeln und Abspülen sowie die Förderung von Nützlingen. Setzt du doch ein Mittel ein, dann nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten, nach Gebrauchsanweisung, mit Schutzkleidung und unter Einhaltung der Wartezeit. Chemische Mittel können auch Nützlinge und Bestäuber treffen.
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