Blockpaprika im Gewächshaus pflanzen: Klima, Bestäubung und Platz
- Im beheizbaren Kleingewächshaus pflanzt du Blockpaprika etwa Mitte April, im Kalthaus Anfang bis Mitte Mai.
- Für optimales Wachstum liegt das Tagesmittel bei 20 bis 22 °C.
- Gelüftet wird ab 28 °C, über Dachöffnungen oder eine Öffnung gegenüber der Tür.
- Paprika befruchtet sich selbst; im Gewächshaus schüttelst du die blühenden Pflanzen leicht.
- Unbegrenzt wachsende Gewächshauspaprika erziehst du zwei- oder dreitriebig, passend zur Pflanzdichte.
- Bis zur ersten Ernte gelten etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen als Anhaltspunkt.

Im Gewächshaus kannst du Blockpaprika früher pflanzen als draußen und ihr die Wärme geben, die sie zum Wachsen braucht. Dafür musst du das Klima selbst steuern: Bleiben die Fenster an sonnigen Tagen zu, kann es schnell zu heiß werden, und feuchte Luft begünstigt Grauschimmel. Ich schaue im Gewächshaus deshalb zuerst aufs Thermometer und erst danach auf die Pflanzen.
Hier geht es um das, was unter Glas anders läuft: Pflanztermin, Temperatur und Lüften, BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport., Platz und eine längere Saison. Für Spitzpaprika, Snackpaprika und Chili lies nach, wie du Paprika aller Typen im Gewächshaus anbaust.
Wann und wie du Blockpaprika ins Gewächshaus pflanzt
Der Pflanztermin hängt davon ab, ob du dein Gewächshaus heizen kannst. Im beheizbaren Kleingewächshaus setzt du Blockpaprika etwa Mitte April. Im unbeheizten Haus, dem Kalthaus, pflanzt du Anfang bis Mitte Mai.
Die Jungpflanzen kommen so tief in die Erde, wie sie vorher im Anzuchtgefäß standen. Gepflanzt wird als System: In der Reihe stehen die Pflanzen 30 bis 50 cm auseinander. Zwischen den Reihen bleiben ebenfalls 30 bis 50 cm frei, und jede Pflanze bekommt eine eigene Stütze. Ich stecke den Stab gleich beim Pflanzen neben den Ballen, solange ich noch sehe, wo die Wurzeln sitzen.
Ziehst du unbegrenzt wachsende Gewächshauspaprika an Schnüren hoch, richtest du die Dichte nach der Erziehung. Wie das geht, steht weiter unten beim Platz.
Sorte und Anzucht vorab
Blockpaprika gehört zu den fleischigen, eckigen Blocktypen der Gemüsepaprika, ihre Früchte können im Hobbyanbau bis 200 g wiegen. Jubilandska ist eine samenfeste Sorte, die es als Bio-Saatgut gibt, und Bendigo F1 ist gegen das Tabakmosaikvirus resistent. Willst du eigenes Saatgut nehmen, eignen sich samenfeste Sorten besser, weil Nachkommen von F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. uneinheitlich ausfallen können.
Wegen der langen Anzucht säst du im Februar im Haus aus. Bis zur Pflanzung ins Kleingewächshaus rechnest du mit etwa 60 Tagen. Den Ablauf von der Aussaat bis zur Ernte speziell für Blockpaprika beschreibt ein eigener Ratgeber. Deine Termine hältst du im Aussaatkalender für Paprika und Chili fest.
Temperatur und Lüften: das Klima unter Glas
Für Blockpaprika im Kleingewächshaus gelten diese Temperaturen:
| Anlass | Temperatur |
|---|---|
| Tagesmittel für optimales Wachstum | 20 bis 22 °C |
| Tagsüber, bis das Fruchtwachstum beginnt | 22 °C |
| Nachts, bis das Fruchtwachstum beginnt | 18 °C |
| Lüften | ab 28 °C |
Ich hänge mein Thermometer zwischen die Pflanzen auf Blatthöhe. Mich interessiert die Temperatur an den Blüten, nicht die unter dem Dach.
Lüften, sobald es zu warm wird
Zeigt das Thermometer 28 °C, öffnest du das Haus. Kleingewächshäuser lüftest du über Dachöffnungen oder über eine zusätzliche Öffnung gegenüber der Tür. Bei einem Minigewächshaus sollte sich mindestens ein Viertel der Gewächshausfläche zum Lüften öffnen lassen. Achte darauf schon beim Kauf. Abends schließe ich Dach und Gegenöffnung wieder, damit die Wärme des Tages im Haus bleibt.
Luftfeuchte und Grauschimmel
Für die Luftfeuchte gibt es keinen pauschalen Prozentwert. Zu hoch sollte sie nicht werden, weil feuchte Luft Pilzbefall begünstigt. Grauschimmel an Paprika wird durch Temperaturen um 20 °C, hohe Luftfeuchte und wenig Licht gefördert. Das Tagesmittel für optimales Wachstum liegt mit 20 bis 22 °C im selben Bereich; über die Temperatur hältst du den Pilz also nicht fern, sondern über Luftaustausch und Abstand.
Im Gewächshaus begünstigen dichte Bestände und hohe Luftfeuchte Grauschimmel an den Früchten. Ausreichender Pflanzabstand lässt Gießwasser schneller abtrocknen, und saubere Arbeitsgeräte helfen zusätzlich bei der Vorbeugung. An trüben Tagen lüfte ich trotzdem kurz, damit die feuchte Luft hinauskommt.
Bestäubung und Fruchtansatz
Paprika befruchtet sich selbst. Insekten können die Blüten bestäuben, zwingend nötig sind sie aber nicht. Im Gewächshaus oder an sehr windstillen Plätzen mit wenig Insektenflug kannst du nachhelfen, indem du die blühenden Pflanzen leicht schüttelst. Ich fasse dafür den Stab an und rüttle sanft, statt an den Trieben zu ziehen.
Ohne Hummeln keine Paprika unter Glas? Paprika ist selbstbefruchtend, Insektenbestäubung ist möglich, aber nicht zwingend. Ein gekauftes Hummelvolk musst du im Hobbygarten nicht ansiedeln.
Fallen Blüten ab, kann Trockenheit dahinterstecken. Sie kann während Blüte und FruchtansatzFruchtansatz ist das Entstehen einer Frucht aus einer Blüte, besonders bei Obstbäumen, aber auch bei Fruchtgemüse. Außerdem nennt man die junge, sich gerade entwickelnde Frucht selbst so. dazu führen, dass Paprika im Kleingewächshaus Blüten und junge Früchte abstößt. Da Paprika sich selbst befruchtet, prüfst du in diesem Fall zuerst die Wasserversorgung und erst danach die Bestäubung.
Die Königsblüte ist die erste Blüte einer Paprikapflanze. Bei großfrüchtiger Gemüsepaprika wie Blockpaprika entfernst du sie, um Blatt- und Triebwachstum sowie den Fruchtansatz zu fördern. Bei kleinfrüchtigen Peperoni und Chili ist das nicht nötig.
Platz nutzen: Dichte, Erziehung, Zwischenkultur und Kübel
Paprika wächst ohne Schnitt buschig, weil jeder Trieb mit einer Blüte abschließt und darunter neue Triebe entstehen. Unter Glas ist die Fläche begrenzt. Unbegrenzt wachsende Gewächshauspaprika erziehst du deshalb auf wenige Triebe und stimmst die Dichte darauf ab:
| Pflanzen je m² | Erziehung |
|---|---|
| 2 | dreitriebig |
| 3 | zweitriebig |
Mit Stab oder Schnüren stützt du die Pflanzen gegen Umkippen und Abbrechen. Im Kleingewächshaus ist das Stützen ab etwa 45 cm Pflanzenhöhe vorgesehen. Beim Anbinden lege ich die Schnur locker um den Trieb und drehe dabei ein paar Blätter um, damit ich die Unterseiten sehe.
AusgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte., Fruchtausdünnung oder eine CO2-Düngung gehen über diese Grundpflege hinaus. Eine gezielte CO2-Düngung setzt Messgeräte für die CO2-Konzentration im Pflanzenbestand voraus. Welche dieser Schritte für dich infrage kommen, erklärt der Ratgeber zu gezielten Maßnahmen für mehr Ertrag bei Blockpaprika.
Zwischenkultur mit Bedacht
Eine kurzlebige ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. muss geerntet sein, bevor sie die länger stehende Paprika bedrängt. Jede Mischkultur braucht Platz nach ihrer endgültigen Größe, dazu Licht, Luft und Reihen, in die du zum Arbeiten hineinkommst. Mit Untersaaten bin ich unter Glas zurückhaltend. In einem Gewächshausversuch fielen die Blockpaprika-Erträge mit Blumen- und Kräuteruntersaaten geringer aus. Ausfälle und Ersatzpflanzungen ließen dort allerdings keine eindeutige Ursache erkennen. Günstige Nachbarschaftswirkungen zwischen Gemüsearten sind ohnehin schwer nachzuweisen. Welche Nachbarn du für deine Paprika einplanst, kannst du mit dem Mischkultur-Werkzeug für deine Beete durchspielen.
Kübel unter Glas
Blockpaprika wächst im Gewächshaus auch im Kübel, etwa wenn der gewachsene Boden zu flach oder verdichtet ist. Das Gefäß sollte mindestens 10 l fassen. Sein Durchmesser sollte etwa 30 cm betragen. Dazu braucht es einen Wasserablauf gegen Staunässe und genug Eigengewicht für einen sicheren Stand. Wie du Blockpaprika im Kübel anbaust, zeigt der Ratgeber für Balkon und Terrasse.
Boden, Gießen und Düngen unter Glas
Boden, Wasser und Nährstoffe folgen im Gewächshaus denselben Grundregeln wie draußen. Die stehen ausführlich im Paprika-Ratgeber in den Abschnitten zu Standort und Boden, Gießen und Düngen; hier geht es nur um das, was unter Glas zählt.
Boden
Der gewachsene Boden im Kleingewächshaus sollte mindestens 50 cm tief frei von Gesteinsschichten und Verdichtungen sein. Er sollte gut strukturiert sein, keine Staunässe haben und mit einem pH-Wert von etwa 6,0 leicht sauer sein. Ob du kalken musst, leitest du nicht allein aus diesem Wert ab, weil der passende Bereich auch von Bodenart und Humusgehalt abhängt.
Gießen
Paprika im Kleingewächshaus bekommt wegen ihrer geringen Wurzelmasse häufigere, kleinere Wassergaben in den Wurzelbereich. Tropfbewässerung eignet sich für eine gleichmäßige Wasserzufuhr. Gleichmäßige Bodenfeuchte kann BlütenendfäuleBlütenendfäule ist eine physiologische Störung vor allem an Tomaten und Paprika: Durch Calciummangel in der Frucht bildet sich an der Blütenansatzstelle ein dunkler, wässriger Fleck, der später eintrocknet und verhärtet. Sie ist kein Pilz- oder Schädlingsbefall. vorbeugend begrenzen, denn schwankende Versorgung stört den CalciumtransportCalciumtransport ist die Verteilung von Calcium in der Pflanze. Calcium wandert mit dem Wasserstrom aus dem Boden in die Blätter, wo das Wasser verdunstet (Transpirationsstrom); Früchte verdunsten wenig und erhalten deshalb weniger Calcium. zur Frucht, auch wenn der Boden genug Calcium enthält.
Düngen
Im Beet werden als jährliche Grunddüngung im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m² empfohlen. Im Gefäß kann vorgedüngte torffreie Gemüseerde nach etwa 6 Wochen eine Nachdüngung brauchen, je nach Packungsangabe. Ab Blühbeginn ist für Paprika im Gefäß eine kaliumbetonte Flüssigdüngung vorgesehen, die Menge nimmst du von der Packung.
Schädlinge: unter Glas früh hinsehen
Im Kleingewächshaus begegnen dir an Paprika unter anderem Weiße Fliegen, Spinnmilben, Thripse und Raupen. Passend ausgewählte Nützlinge kannst du frühzeitig einsetzen; dafür planst du 1 bis 2 Kontrollen pro Woche ein und schaust dabei auf die Blattunterseiten. Gegen Weiße Fliegen lassen sich Gelbtafeln aufhängen, verlassen solltest du dich darauf aber nicht. Woran du die einzelnen Schädlinge erkennst und wie du mechanisch eingreifst, steht im Schädlingsabschnitt des Paprika-Ratgebers.
Ernte und Lagerung in Kürze
Als Anhaltspunkt bis zur ersten Ernte gelten etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen; Sorte und Farbreife legt diese Faustregel nicht fest. Blockpaprika kannst du grün oder in der sortentypischen Reifefarbe ernten, und einen Teil der Früchte grün zu ernten kann die Pflanze entlasten und den weiteren Ertrag fördern. Gemüsepaprika reift aber nicht nach: Was du zur Entlastung grün erntest, verwendest du als grüne, herbere Paprika.
Frisch geerntete Paprika lagerst du kühl bei etwa 10 bis 12 °C, weil stärkere Kühlung Qualitätsverluste und Kälteschäden begünstigen kann. Woran du reife Blockpaprika erkennst und wie du sie frisch hältst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Saison verlängern und abschließen
Wie früh du startest, entscheidet die Wärme im Haus. Ein unbeheiztes Gewächshaus kann unter 0 °C abkühlen. Paprika reagiert aber schon im niedrigen Plusbereich mit Wachstumsstockungen. Den frühen Pflanztermin Mitte April nutzt du deshalb nur im beheizbaren Haus, im Kalthaus pflanzt du Anfang bis Mitte Mai.
Was eine Heizung für dich bedeutet, hängt am Haus selbst: Bauweise, Eindeckung und die Ausstattung mit Heizung, Beleuchtung und Bewässerung bestimmen Planung und Kosten. Ohne Heizung kann eine Flachabdeckung aus Folie oder Vlies beim Start helfen. Sie hält eingestrahlte Wärme zurück und erwärmt so den Boden und die bodennahe Luft.
Geerntet wird bei Capsicum annuum von Juni bis Oktober. Danach ist die Saison vorbei, auch unter Glas.
In einem Versuch mit vier Spitzpaprikasorten überlebten nur 4 von 80 ausgegrabenen und bei 6 °C eingelagerten Pflanzen. Ob Überwintern die Ernte verfrüht, ließ sich deshalb nicht prüfen.
Ich ziehe meine Blockpaprika deshalb jedes Jahr neu aus Samen und kultiviere sie einjährig.
Vor der nächsten Kultur räumst du die Reste der Paprika gründlich aus dem Haus. Als allgemeine Gartenregel kehrt Paprika erst nach einer Anbaupause von mindestens 3 Jahren auf dieselbe Fläche zurück. Tomate, Kartoffel und Aubergine sind dabei kein Wechsel, weil sie wie Paprika zu den NachtschattengewächsenNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen. gehören. Den Wechsel planst du leichter, wenn du deine Gewächshausbeete im Beetplaner einteilst. Welche Arbeiten bei Blockpaprika Monat für Monat anstehen, zeigt ein eigener Kalender.





