Peperoni und Gesundheit: Was in der Schote steckt und worauf du bei Capsaicin achtest
- Peperoni sind kleinfrüchtige Paprika der Art Capsicum annuum: ein Lebensmittel, keine Medizin.
- In der Nährwerttabelle der LWG Bayern hat rohe rote Paprika 140 mg Vitamin C je 100 g verzehrbaren Anteil.
- Besonders viel Capsaicin steckt im Plazentagewebe an den Samen, deshalb entfernst du für weniger Schärfe Scheidewände und Samen.
- Capsaicin ist fettlöslich und nicht wasserlöslich, Wasser löst den Scharfstoff also nicht.
- Aus der Scoville-Zahl lässt sich keine sichere Verzehrmenge ableiten.
- Peperoni in Öl nie auf Vorrat ansetzen: im Kühlschrank aufbewahren und spätestens am Folgetag essen.

Peperoni geben deinem Essen Schärfe, und genau dort liegt auch ihr Risiko. Zu viel Capsaicin kann Beschwerden auslösen, und wie scharf eine Frucht ist, siehst du ihr nicht an. Ich schneide scharfe Sorten deshalb nur mit Küchenhandschuhen und koste jede Frucht an, bevor sie ins Essen kommt.
Gleichzeitig gehören Peperoni zur Paprika, und für rohe Paprika weist die Nährwerttabelle der LWG Bayern Vitamin C, KaliumKalium ist neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Es regelt den Wasserhaushalt der Pflanze, festigt ihr Gewebe und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost sowie Schaderreger wie Pilze und Insekten. und Ballaststoffe aus. Peperoni sind Lebensmittel und keine Medizin. Hier erfährst du, welche Inhaltsstoffe in der Schote stecken, was Capsaicin im Körper auslöst und wie du Peperoni sicher in deinen Speiseplan einbaust.
Was sind Peperoni?
Peperoni sind kleinfrüchtige Paprika und gehören wie die Gemüsepaprika zur Art Capsicum annuum. Botanisch sind ihre Früchte Beeren, auch wenn sie umgangssprachlich Schoten heißen, und die Pflanze zählt zu den NachtschattengewächsenNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen.. Ihren Ursprung haben Paprika und Chili im tropischen Zentral- und Südamerika, nach Europa kam Paprika im 16. Jahrhundert. Mehr zu Botanik und Herkunft liest du im Kurzporträt von Paprika und Chili.
Welche Nährstoffe stecken in Peperoni?
Die Nährwerttabelle der LWG Bayern nennt Werte für rohe grüne und rohe rote Paprika, jeweils bezogen auf 100 g verzehrbaren Anteil. Peperoni gehören zur selben Art, die Zahlen beschreiben aber Paprika und nicht gezielt deine Peperoni-Sorte. Lies sie deshalb als Orientierung für die Art und nicht als Messwert deiner Schote.
| Je 100 g verzehrbarer Anteil | Rohe grüne Paprika | Rohe rote Paprika |
|---|---|---|
| Energie | 19 kcal | 37 kcal |
| Ballaststoffe | 2 g | 4 g |
| Vitamin C | 117 mg | 140 mg |
| Kalium | 174 mg | 260 mg |
Werte: Nährwerttabelle der LWG Bayern.
Die rote Paprika hat in jeder Zeile höhere Werte als die grüne, beim Vitamin C genauso wie bei Kalium, Ballaststoffen und Energie. Bei Gemüsepaprika ist Grün die unreife Farbe, während ausgereifte rote Früchte mehr Zucker entwickeln und süßer schmecken. Wer Gemüsepaprika ausreifen lässt, erntet also eine süßere Frucht, die in dieser Tabelle auch beim Vitamin C vorn liegt. Für Peperoni ist dieser Vergleich nur ein Hinweis, denn die Tabelle beschreibt Paprika.
Die Werte gelten für eine feste Bezugsmenge. Rechne sie auf die Menge um, die du wirklich isst, statt eine einzelne Schote mit dem Tabellenwert gleichzusetzen.
Vitamine schonst du, wenn du Peperoni nur kurz lagerst, ungeschnitten kurz wäschst und nach dem Zerkleinern rasch verarbeitest.
Capsaicin: der Scharfmacher in Peperoni
Wo Capsaicin sitzt und wie es sich verhält
Capsaicin ist der Stoff, der das brennende Schärfegefühl erzeugt. Besonders viel davon steckt im Plazentagewebe, an dem die Samen sitzen. Daraus ergibt sich ein einfacher Handgriff: Wer die Schärfe senken will, entfernt vor allem die inneren Scheidewände und die Samen.
Chemisch ist Capsaicin fettlöslich und nicht wasserlöslich. Als Referenz für sehr hohe Schärfe gilt reines Capsaicin, das analytisch mit rund 16 Millionen SHU angegeben wird.
Ich halbiere scharfe Peperoni mit Handschuhen der Länge nach und schabe Scheidewände und Samen mit der Messerspitze heraus. Danach wische ich das Brett ab, bevor Brot oder Obst darauf kommt.
Die Scoville-Zahl gibt an, wie viel Capsaicin in einer Frucht steckt, und Gemüsepaprika steht in der amtlichen Beispieltabelle bei 0 bis 10 SHU. Einen Überblick, wie scharf die gängigen Peperoni-Sorten auf der Scoville-Skala ausfallen, bekommst du im Ratgeber zur Schärfeskala.
Was Capsaicin im Körper auslöst
Capsaicin aktiviert den Rezeptor TRPV1 und reizt damit Nerven, die Schmerz und Wärme wahrnehmen. Du spürst das als brennenden Hitzeschmerz im Mund. Auch Augen und Schleimhäute können die Scharfstoffe reizen, wenn sie beim Schneiden dorthin gelangen.
Mehr leite ich aus diesem Mechanismus nicht ab. Dass Capsaicin Nerven reizt, beschreibt das Brennen und ist kein Gesundheitsversprechen.
Nach einem zu scharfen Bissen greifst du zum Wasserglas. Capsaicin ist aber nicht wasserlöslich, also löst Wasser den Scharfstoff nicht. Greif besser zu etwas Fetthaltigem, denn Capsaicin ist fettlöslich.
Sind Peperoni gesund?
Peperoni sind ein Lebensmittel, und genau so ordne ich sie ein. Sie gehören zur Paprika, deren rohe Früchte Vitamin C, Kalium und Ballaststoffe liefern, wie die Tabelle oben zeigt. Dazu kommt ihr Wert in der Küche, denn mit ihnen würzt du ein Gericht, und manche milde Sorte bringt Aroma ganz ohne Schärfe mit.
Über diese Nährstoffe hinaus schreibe ich Peperoni keine gesundheitliche Wirkung zu. Auch die Schärfe ist kein Maß dafür, wie gesund eine Schote ist.
Je schärfer die Peperoni, desto gesünder? Die Scoville-Zahl gibt nur den Capsaicingehalt an und sagt nichts über Vitamine oder Ballaststoffe. Viel Capsaicin aus sehr scharfen Speisen kann dagegen Magen-Darm- und Kreislaufbeschwerden auslösen.
Peperoni in Volksmedizin und Forschung
Über Peperoni kursieren viele Heilversprechen, aus alter Volksmedizin genauso wie aus neueren Texten. Ich gebe sie hier nicht weiter, weil Peperoni ein Lebensmittel sind und kein Heilmittel.
Gut beschreiben lässt sich dagegen, wie die Schärfe entsteht und wie viel Scharfstoff in einer Zubereitung steckt. Mit der HPLC-MS lassen sich Capsaicinoidkonzentrationen in Chilizubereitungen analytisch bestimmen und anschließend in Scoville-Werte umrechnen. Für die Aufnahme von Capsaicinoiden erlaubt die verfügbare Datenlage trotzdem keinen gesundheitsbasierten Richtwert. Ein Laborwert sagt dir also, wie scharf eine Zubereitung ist, aber nicht, wie viel davon unbedenklich wäre.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Peperoni sinnvoll in die Ernährung einbauen
Die Schärfe passend wählen
Die Schärfe hängt von Sorte, Reifegrad, Sonne und Wärme ab und kann sogar zwischen Früchten derselben Pflanze schwanken. Aus der Farbe kannst du sie nicht zuverlässig ablesen. Koste deshalb jede Frucht, bevor du ein ganzes Gericht damit würzt.
Wer es mild mag, findet bei Chili auch milde Sorten. Die Peperoni ‘Lombardo’ etwa trägt süß-aromatische Früchte ohne Schärfe, die sich für Salate, zum Dünsten und zum Einlegen eignen. Welche milden und scharfen Peperoni-Sorten zu deinem Geschmack passen, zeigt dir der Sortenratgeber.
Würzen und kombinieren
Chilifrüchte verwendest du frisch oder getrocknet, um Speisen zu schärfen. Sie würzen herzhafte Gemüse-, Fleisch- und Tofugerichte, passen aber auch an Obstsalat, Schokolade und Desserts. Beim Pulver lohnt ein Blick aufs Etikett: Cayennepfeffer besteht aus gemahlenen Chilis, während Chilipulver häufig weitere Gewürze enthält und milder ausfällt.
Zu scharfen Soßen stelle ich Crème fraîche auf den Tisch, weil sie die wahrgenommene Schärfe abmildern kann. Für den Vorrat eignen sich Einfrieren und Trocknen, und klein geschnittene Paprika musst du vor dem Einfrieren nicht blanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor.. Wie du Peperoni in Gerichten, eingelegt, getrocknet und als Pulver verwendest, steht im Küchenratgeber.
Nebenwirkungen: Wann wird Schärfe zum Risiko?
Zu viel Capsaicin
Nimmst du mit sehr scharfen Gerichten oder Chili-Konzentraten viel Capsaicin auf, können Magen-Darm- und Kreislaufbeschwerden folgen. Eine allgemein sichere Menge kannst du aus der Scoville-Zahl nicht ablesen, denn sie beschreibt einen Gehalt und keine Verzehrmenge. Taste dich an die Schärfe heran und hör auf, wenn es dir zu viel wird.
Kinder
Kinder reagieren auf scharfe Chili-Produkte besonders empfindlich, und nach Chilizubereitungen sind schwere Vergiftungen beschrieben. Scharfe Schoten haben in Mutproben nichts zu suchen, egal ob am Kindertisch oder unter Erwachsenen. Bei mir stehen Chiliflocken und getrocknete Schoten oben im Schrank und nicht in Kinderhöhe.
Haut und Augen
Küchenhandschuhe schützen beim Schneiden vor direktem Kontakt mit den Scharfstoffen, die Augen und Schleimhäute reizen können. Fass dir beim Verarbeiten scharfer Sorten nicht ins Gesicht.
Bei reizenden Spritzern im Auge gilt die allgemeine Erste-Hilfe-Regel: Kontaktlinsen herausnehmen und das Auge sofort 10 bis 15 Minuten mit sauberem, lauwarmem Wasser spülen.
Allergie
Wer gegen Beifußpollen allergisch ist, kann auf rohe Paprika mit einer Kreuzreaktion reagieren. Peperoni gehören zur selben Art; auch bei ihnen solltest du eine mögliche Kreuzreaktion abklären lassen. Kläre das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Öl, Schimmel und Keimlinge
Selbst angesetzte Peperoni in Öl können ein Botulismusrisiko bergen. Setze sie nie auf Vorrat an, bewahre sie im Kühlschrank auf und iss sie spätestens am Folgetag. Erkennen kannst du die Gefahr nicht, denn Botulinum-Neurotoxine können in Konserven stecken, ohne dass du sie siehst, riechst oder schmeckst. Peperoni in Öl setze ich nur für eine Mahlzeit an und stelle den Rest sofort in den Kühlschrank.
Verschimmelte Früchte isst du nicht mehr. Klein geschnittene Peperoni verbrauchst du gleich oder stellst sie bis zur Verwendung in den Kühlschrank. Für Sprossen oder Microgreens ist Paprika ungeeignet; gemeint sind die Keimlinge, nicht die grünen Früchte.
Anbau, Ernte und Lagern in Kürze
Peperoni säst du wegen der langen Anzuchtphase im Februar im Haus aus, ins FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. kommen sie gewöhnlich nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr., wenn das Wetter es zulässt. Wie du Peperoni von der Aussaat bis zur Überwinterung ziehst, erklärt der Anbauratgeber, und die Termine zeigt dir der Aussaatkalender für Paprika und Chili zum Ausdrucken.
Geerntet wird bei Capsicum annuum von Juni bis Oktober, und zwar mit Messer oder Schere. Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sich frische Chilis etwa 1 Woche. Wann deine Früchte reif sind und wo sie richtig lagern, steht im Paprika-Ratgeber unter Ernte und Lagern.
Peperoni im Alltag: das Wichtigste
Peperoni gehören als Gewürz und Gemüse in die Küche und nicht in die Hausapotheke. Mit ein paar festen Handgriffen bleibt die Schärfe ein Genuss.
Für scharfe Peperoni in deiner Küche:
- Küchenhandschuhe beim Schneiden tragen
- jede Frucht vor dem Würzen kosten
- für weniger Schärfe Scheidewände und Samen entfernen
- Geschnittenes gleich essen oder kühlen
- Peperoni in Öl kühlen und spätestens am Folgetag essen
- Verschimmeltes nicht essen
- Scharfes außer Reichweite von Kindern aufbewahren





