Gemüse · Paprika & Chili · Anbau

Peperoni pflanzen und anbauen: Termin, Abstand, Kübel und Überwintern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Peperoni gehören zur Art Capsicum annuum und werden wegen der langen Anzucht im Februar im Haus ausgesät.
  • Vor dem Auspflanzen härtest du sie tagsüber bei mindestens 15 °C ab, zuerst ohne direkte Sonne.
  • Ins Freiland kommen sie je nach Witterung zwischen Mitte und Ende Mai.
  • In der Reihe und zwischen den Reihen planst du jeweils 30 bis 50 cm ein, dazu eine Stütze je Pflanze.
  • Im Kübel brauchst du mindestens 10 Liter Volumen, einen freien Wasserabzug und torffreies Substrat.
  • Peperoni sind nicht winterhart, Überwintern ist ein Versuch im kühl gehaltenen Wintergarten.
Peperoni mit langen, spitz zulaufenden roten und grünen Schoten, hängend an der Pflanze am Holzstab in einem Gartenbeet
Foto: Aleksandr Gorlov · Pexels License · Quelle ↗

Peperoni brauchen einen langen Vorlauf. Gesät wird im Februar, ins Freiland kommen die Pflanzen gewöhnlich nach den Eisheiligen Mitte Mai, und Kälte nach dem Auspflanzen kann ihr Wachstum stocken lassen. Ich plane meine Peperoni deshalb vom Pflanztermin aus und trage Aussaat, Abhärten und Pflanzen als feste Schritte in meinen Gartenkalender ein.

Peperoni sind kleinfrüchtige Typen der Art Capsicum annuum, zu der auch die Gemüsepaprika gehört. Botanisch bilden sie Beeren, auch wenn ihre Früchte im Alltag Schoten heißen. Wie Peperoni, Gemüsepaprika und Chilis zusammenhängen, zeigt das Kurzporträt von Paprika und Chili.

Dein Peperoni-Jahr auf einen Blick

Die Termine richten sich nach dem Wetter, der Kalender gibt nur den Rahmen. In dieser Reihenfolge gehe ich die Saison durch:

Schritt Zeitraum Worauf du achtest
Aussaat im Haus Februar Die Samen brauchen Wärme zum Keimen.
Anzucht mindestens 10 Wochen bis zur Pflanzung auf den Balkon Nach der Keimung hell stellen und mäßig gießen.
Abhärten vor dem Auspflanzen Tagsüber bei mindestens 15 °C Lufttemperatur nach draußen, zuerst ohne direkte Sonne.
Pflanzen unter Glas beheizbares Kleingewächshaus etwa Mitte April, unbeheiztes Anfang bis Mitte Mai So tief setzen, wie die Pflanze im Anzuchtgefäß stand.
Pflanzen ins Freiland Mitte bis Ende Mai Mildes Wetter, kein Frost.
Blüte Juni bis September Gleichmäßig feucht halten.
Ernte Juni bis Oktober Anhaltspunkt für die erste Ernte: etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen, ohne Festlegung auf Sorte und Reifefarbe.

Zum Abhaken kannst du dir den Aussaatkalender für Paprika und Chili ausdrucken und neben die Anzuchtschalen hängen.

Aussaatkalender Peperoni
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturBlüteErnte

Sorten und Schärfe

Die Schärfe von Peperoni wird in Scoville-Einheiten angegeben, die den Capsaicingehalt beschreiben und keine sichere Verzehrmenge. Welche milden und scharfen Peperoni-Sorten es gibt und wie du nach Schärfe und Verwendung auswählst, zeigt der Sortenratgeber. Den Hintergrund zur Scoville-Skala findest du im Abschnitt Sorten des Paprika-und-Chili-Ratgebers, und welche Inhaltsstoffe in Peperoni stecken, erklärt ein eigener Beitrag.

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Wann säst du Peperoni aus?

Peperoni säst du im Februar im Haus aus, weil die Anzucht lange dauert. Die Samen brauchen Wärme zum Keimen, und nach der Keimung stehen die Sämlinge hell. Wie du Peperoni-Samen aussäst, pikierst und bis zur auspflanzfertigen Jungpflanze großziehst, zeigt die Aussaat-Anleitung Schritt für Schritt.

Peperoni pflanzen: Abhärten, Termin und Abstand

Bevor die Jungpflanzen dauerhaft ins Freie ziehen, härtest du sie ab. Tagsüber stellst du sie bei mindestens 15 °C Lufttemperatur an einen geschützten Platz, zuerst in den Halbschatten und später in die Sonne.

Ins Freiland pflanzt du Peperoni je nach Wetter zwischen Mitte und Ende Mai, gewöhnlich nach den Eisheiligen. Entscheidend ist mildes Wetter ohne Frost, denn Paprika reagiert schon im niedrigen Plusbereich mit Wachstumsstockungen.

Gepflanzt wird als System. In der Reihe stehen die Pflanzen 30 bis 50 cm auseinander. Zwischen den Reihen lässt du ebenfalls 30 bis 50 cm frei, und jede Pflanze bekommt eine eigene Stütze. Ich stecke den Stab beim Pflanzen gleich neben den Wurzelballen und binde den Trieb locker an. Nach dem Auspflanzen schützt eine Haube die Peperoni, bis sie gut angewachsen sind.

Unter Glas beginnt die Saison früher. Wie du das Gewächshaus für Peperoni nutzt, erklärt ein eigener Beitrag.

Welcher Standort und welcher Boden passen?

Peperoni brauchen einen geschützten, sonnigen Platz, im Beet genauso wie im Kübel auf Balkon und Terrasse. Mit Lehm- und Sandböden kommen sie zurecht, und der pH-Wert darf neutral bis sauer sein. Wie du ein Beet im Kleingewächshaus prüfst und vorbereitest, beschreibt der Abschnitt Standort und Boden im Paprika-und-Chili-Ratgeber.

Fruchtfolge und Nachbarn

Auf derselben Fläche stehen Peperoni nicht Jahr für Jahr. Für Paprika gilt als Gartenregel eine Anbaupause von mindestens 3 Jahren. Danach folgt möglichst eine andere Pflanzenfamilie, Tomate, Kartoffel und Aubergine zählen also nicht, weil sie ebenfalls Nachtschattengewächse sind. Den Wechsel planst du, indem du deine Flächen vorab im Beetplaner einteilst. Welche Nachbarn in der Mischkultur zu Peperoni passen und welche du meidest, steht im Mischkultur-Ratgeber.

Pflege im Beet: gießen, düngen, stützen

Im Beet pflegst du Peperoni wie jede Paprika. Die Grundlagen stehen in den Abschnitten Pflege, Gießen und Düngen des Paprika-und-Chili-Ratgebers.

Gießen

Gieß Peperoni gleichmäßig und vorzugsweise morgens direkt in den Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen. Schwankende Wasserversorgung kann den Calciumtransport zur Frucht stören und Blütenendfäule auslösen, obwohl im Boden kein Calciummangel vorliegt. Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung aus dem Boden und vermindert, dass er sich aufheizt.

Düngen

Der Düngerbedarf hängt davon ab, ob deine Peperoni im Gartenboden, im Hochbeet oder im Topf stehen. In bereits angereichertem Gartenboden kann regelmäßige Zusatzdüngung entbehrlich sein. Wann und womit du Peperoni in welcher Wachstumsphase düngst, ohne zu überdüngen, steht im Düngeratgeber.

Stützen und erste Blüte

Die erste Blüte darf bei Peperoni bleiben, denn das Ausbrechen ist nur bei großfrüchtiger Gemüsepaprika vorgesehen. Auch einen Formschnitt brauchst du nicht: Jeder Trieb schließt mit einer Blüte ab, darunter entstehen neue Triebe, und so wird die Pflanze ohne Schnitt buschig.

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Peperoni im Kübel ziehen

Auf Balkon und Terrasse ziehst du Peperoni im Kübel, und auch unter Glas funktioniert das gut. Der Unterschied zum Beet liegt im begrenzten Wurzelraum. Er trocknet schneller aus und verbraucht seine Nährstoffe schneller, deshalb werden Gießen und Düngen zur Routine.

Gefäß und Erde

Für eine Peperoni wählst du ein Gefäß mit mindestens 10 Litern Volumen. Es sollte standfest sein und etwa 30 cm Durchmesser haben. Unten braucht es einen ungehinderten Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Als Erde nimmst du fruchtbares, torffreies Substrat, das strukturstabil bleiben muss, und mineralische Anteile wie Bims können dazu beitragen. Steht die Pflanze in einem schwarzen Topf, kann ein Übertopf den Wurzelballen vor übermäßiger Erhitzung und Austrocknung schützen.

Mini-Checkliste

Gefäß mit mindestens 10 Litern Volumen, standfest und mit etwa 30 cm Durchmesser; freier Wasserabzug ohne Staunässe; fruchtbares, torffreies Substrat; ein Stab für die Pflanze; ein geschützter, sonniger Platz.

Gießen im Topf

In kleinen Gefäßen kann an heißen Tagen tägliches Gießen nötig sein. Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte trotzdem auch weiter unten im Topf.

Häufiger Fehler

Nur die Oberfläche anschauen. Torffreie Erde kann oben schon trocken sein, während sie unten im Gefäß noch nass ist. Ich fühle deshalb mit dem Finger am Abzugsloch nach, bevor ich nachgieße.

Welke Blätter sind kein sicheres Zeichen für Durst. Auch Hitze und Wurzeln, die durch Dauernässe gelitten haben, können Welke verursachen, und in einem unten noch nassen Topf wäre Nachgießen deshalb falsch. Hat dein Topf einen Wasserspeicher, gießt du anfangs trotzdem über die Erde, bis die Pflanze ausreichend eingewurzelt ist.

Nachdüngen und Bestäubung

Vorgedüngte Gemüseerde kann je nach Packungsangabe nach etwa 6 Wochen eine Nachdüngung brauchen. Die Dosis liest du auf der Düngerpackung ab, statt sie zu schätzen. Paprika befruchtet sich selbst. Insekten können bestäuben, zwingend nötig sind sie für den Kübel auf dem Balkon aber nicht.

Krankheiten und Schädlinge vorbeugen

Ausreichender Pflanzabstand und saubere Arbeitsgeräte helfen, Grauschimmel vorzubeugen, weil Gießwasser dann schneller abtrocknet. Wie du Krankheiten und Mangelerscheinungen an Peperoni erkennst und behandelst, beschreibt der Krankheiten-Ratgeber.

Bei Schädlingen ist regelmäßiges Hinsehen die Grundlage, gerade auf den Blattunterseiten. Unter Glas begegnen dir an Paprika unter anderem Weiße Fliegen, Spinnmilben und Thripse, und Raupen sammelst du bei sichtbarem Befall ab. Wie du kontrollierst und mechanisch eingreifst, steht im Abschnitt Schädlinge des Paprika-und-Chili-Ratgebers.

Ernten und lagern

Bei Capsicum annuum reicht die Erntezeit von Juni bis Oktober. Als Anhaltspunkt bis zur ersten Ernte gelten etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen, auf Sorte und Reifefarbe legt sich diese Faustregel aber nicht fest. Wann du Peperoni je nach Sorte und gewünschter Schärfe erntest und wie du sie sicher lagerst und verarbeitest, zeigt der Ernte-Ratgeber.

Frische Paprika und Chili halten sich bei Zimmertemperatur etwa 2 bis 3 Tage. Beim Schneiden scharfer Peperoni trägst du Küchenhandschuhe, weil die Scharfstoffe Augen und Schleimhäute reizen können. Die Grundlagen zu Reife und Lagerplatz stehen in den Abschnitten Ernte und Lagern des Paprika-und-Chili-Ratgebers.

Kann man Peperoni überwintern?

Peperoni sind nicht winterhart. Botanisch gilt Capsicum annuum zwar als verholzende, mehrjährige Pflanze, im Garten wird sie aber als einjährige Kultur geführt.

Mythos-Check

„Peperoni sind mehrjährig, also kommen sie problemlos über den Winter.“ Botanisch stimmt der erste Teil. Winterhart ist die Art aber nicht, und im Garten wird sie einjährig gezogen, deshalb bleibt jedes Überwintern ein Versuch.

Für diesen Versuch eignet sich eine Pflanze im Kübel, die du umstellen kannst. Als Winterquartier für kleinfrüchtige Paprika, zu denen Peperoni zählen, kommt ein kühl gehaltener Wintergarten infrage. Weil Paprika nicht winterhart ist und schon im niedrigen Plusbereich mit Wachstumsstockungen reagiert, wartest du mit dem Umzug nicht bis zum ersten Frost. Ich gieße im Winterquartier nur nach Fingerprobe und schaue dabei regelmäßig auf die Blattunterseiten. Die Aussaat im Februar planst du trotzdem ein, denn das Überwintern bleibt ein Versuch.

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Häufige Fragen

Wie gelingt der Anbau von Peperoni im eigenen Garten?
Du säst Peperoni im Februar im Haus aus, weil die Anzucht lange dauert, und härtest die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ab. Ins Freiland kommen sie je nach Witterung zwischen Mitte und Ende Mai an einen geschützten, sonnigen Platz. In der Reihe und zwischen den Reihen planst du jeweils 30 bis 50 cm ein, und jede Pflanze bekommt eine Stütze. Bei Capsicum annuum, zu der Peperoni gehören, reicht die Erntezeit von Juni bis Oktober.
Wann sät man Peperoni aus und was ist dabei zu beachten?
Peperoni säst du im Februar im Haus aus, weil die Anzucht lange dauert. Für Jungpflanzen, die auf den Balkon sollen, rechnest du von der Aussaat bis zur Pflanzung mit mindestens 10 Wochen. Die Samen brauchen Wärme, als untere Keimtemperatur für Capsicum annuum gelten 20 bis 25 °C. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen.
Welche Pflege brauchen Peperoni während der Wachstumsphase?
Peperoni brauchen gleichmäßige Bodenfeuchte, denn schwankende Wasserversorgung kann Blütenendfäule auslösen. Du gießt vorzugsweise morgens direkt in den Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen, und bindest die Pflanze an einen Stab. Die erste Blüte musst du bei Peperoni nicht entfernen, und auch ohne Schnitt verzweigt sich die Pflanze von selbst. Die Blattunterseiten kontrollierst du regelmäßig auf Schädlinge.
Wie unterscheiden sich Peperoni von Paprika und Chili?
Peperoni gehören wie die Gemüsepaprika zur Art Capsicum annuum, zu der auch ein Teil der Chilis zählt, während andere Chilis zu anderen Arten gehören. Peperoni zählen wie Chilis zu den kleinfrüchtigen Typen, Gemüsepaprika umfasst dagegen fleischige Blocktypen und Spitzpaprika. Die Schärfe wird in Scoville-Einheiten angegeben, die für den Capsaicingehalt stehen.
Was ist beim Anbau von Peperoni im Kübel zu beachten?
Das Gefäß sollte mindestens 10 Liter fassen, standfest sein und einen ungehinderten Wasserabzug haben. Als Erde eignet sich fruchtbares, torffreies Substrat. In kleinen Gefäßen kann an heißen Tagen tägliches Gießen nötig sein, vorher prüfst du die Feuchte aber auch unten im Topf. Vorgedüngte Erde kann je nach Packungsangabe nach etwa 6 Wochen eine Nachdüngung brauchen.
Lassen sich Peperoni überwintern?
Peperoni sind nicht winterhart und werden im Garten als einjährige Kultur gezogen, obwohl Capsicum annuum botanisch eine verholzende, mehrjährige Pflanze ist. Wer es versuchen will, stellt eine Pflanze im Kübel in einen kühl gehaltenen Wintergarten. Weil Paprika schon im niedrigen Plusbereich mit Wachstumsstockungen reagiert, holst du sie nicht erst beim ersten Frost herein. Eine Garantie, dass die Pflanze gut durch den Winter kommt, gibt es nicht.
Woher kommt die Schärfe bei Peperoni und wie wird sie gemessen?
Die Schärfe geht auf Capsaicin zurück und wird in Scoville-Einheiten angegeben, die für den Capsaicingehalt stehen. Die Scoville-Zahl beschreibt einen Gehalt und keine Verzehrmenge, eine allgemein sichere Menge lässt sich daraus nicht ableiten. Kinder reagieren besonders empfindlich auf scharfe Chili-Produkte. Beim Schneiden scharfer Früchte schützen Küchenhandschuhe vor Scharfstoffen, die Augen und Schleimhäute reizen können.
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