Peperoni pflanzen und anbauen: Termin, Abstand, Kübel und Überwintern
- Peperoni gehören zur Art Capsicum annuum und werden wegen der langen Anzucht im Februar im Haus ausgesät.
- Vor dem Auspflanzen härtest du sie tagsüber bei mindestens 15 °C ab, zuerst ohne direkte Sonne.
- Ins Freiland kommen sie je nach Witterung zwischen Mitte und Ende Mai.
- In der Reihe und zwischen den Reihen planst du jeweils 30 bis 50 cm ein, dazu eine Stütze je Pflanze.
- Im Kübel brauchst du mindestens 10 Liter Volumen, einen freien Wasserabzug und torffreies Substrat.
- Peperoni sind nicht winterhart, Überwintern ist ein Versuch im kühl gehaltenen Wintergarten.

Peperoni brauchen einen langen Vorlauf. Gesät wird im Februar, ins Freiland kommen die Pflanzen gewöhnlich nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. Mitte Mai, und Kälte nach dem Auspflanzen kann ihr Wachstum stocken lassen. Ich plane meine Peperoni deshalb vom Pflanztermin aus und trage Aussaat, AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. und Pflanzen als feste Schritte in meinen Gartenkalender ein.
Peperoni sind kleinfrüchtige Typen der Art Capsicum annuum, zu der auch die Gemüsepaprika gehört. Botanisch bilden sie Beeren, auch wenn ihre Früchte im Alltag Schoten heißen. Wie Peperoni, Gemüsepaprika und Chilis zusammenhängen, zeigt das Kurzporträt von Paprika und Chili.
Dein Peperoni-Jahr auf einen Blick
Die Termine richten sich nach dem Wetter, der Kalender gibt nur den Rahmen. In dieser Reihenfolge gehe ich die Saison durch:
| Schritt | Zeitraum | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Aussaat im Haus | Februar | Die Samen brauchen Wärme zum Keimen. |
| Anzucht | mindestens 10 Wochen bis zur Pflanzung auf den Balkon | Nach der Keimung hell stellen und mäßig gießen. |
| Abhärten | vor dem Auspflanzen | Tagsüber bei mindestens 15 °C Lufttemperatur nach draußen, zuerst ohne direkte Sonne. |
| Pflanzen unter Glas | beheizbares Kleingewächshaus etwa Mitte April, unbeheiztes Anfang bis Mitte Mai | So tief setzen, wie die Pflanze im Anzuchtgefäß stand. |
| Pflanzen ins Freiland | Mitte bis Ende Mai | Mildes Wetter, kein Frost. |
| Blüte | Juni bis September | Gleichmäßig feucht halten. |
| Ernte | Juni bis Oktober | Anhaltspunkt für die erste Ernte: etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen, ohne Festlegung auf Sorte und Reifefarbe. |
Zum Abhaken kannst du dir den Aussaatkalender für Paprika und Chili ausdrucken und neben die Anzuchtschalen hängen.
Sorten und Schärfe
Die Schärfe von Peperoni wird in Scoville-Einheiten angegeben, die den Capsaicingehalt beschreiben und keine sichere Verzehrmenge. Welche milden und scharfen Peperoni-Sorten es gibt und wie du nach Schärfe und Verwendung auswählst, zeigt der Sortenratgeber. Den Hintergrund zur Scoville-Skala findest du im Abschnitt Sorten des Paprika-und-Chili-Ratgebers, und welche Inhaltsstoffe in Peperoni stecken, erklärt ein eigener Beitrag.
Wann säst du Peperoni aus?
Peperoni säst du im Februar im Haus aus, weil die Anzucht lange dauert. Die Samen brauchen Wärme zum Keimen, und nach der Keimung stehen die Sämlinge hell. Wie du Peperoni-Samen aussäst, pikierst und bis zur auspflanzfertigen Jungpflanze großziehst, zeigt die Aussaat-Anleitung Schritt für Schritt.
Peperoni pflanzen: Abhärten, Termin und Abstand
Bevor die Jungpflanzen dauerhaft ins Freie ziehen, härtest du sie ab. Tagsüber stellst du sie bei mindestens 15 °C Lufttemperatur an einen geschützten Platz, zuerst in den Halbschatten und später in die Sonne.
Ins Freiland pflanzt du Peperoni je nach Wetter zwischen Mitte und Ende Mai, gewöhnlich nach den Eisheiligen. Entscheidend ist mildes Wetter ohne Frost, denn Paprika reagiert schon im niedrigen Plusbereich mit Wachstumsstockungen.
Gepflanzt wird als System. In der Reihe stehen die Pflanzen 30 bis 50 cm auseinander. Zwischen den Reihen lässt du ebenfalls 30 bis 50 cm frei, und jede Pflanze bekommt eine eigene Stütze. Ich stecke den Stab beim Pflanzen gleich neben den Wurzelballen und binde den Trieb locker an. Nach dem Auspflanzen schützt eine Haube die Peperoni, bis sie gut angewachsen sind.
Unter Glas beginnt die Saison früher. Wie du das Gewächshaus für Peperoni nutzt, erklärt ein eigener Beitrag.
Welcher Standort und welcher Boden passen?
Peperoni brauchen einen geschützten, sonnigen Platz, im Beet genauso wie im Kübel auf Balkon und Terrasse. Mit Lehm- und Sandböden kommen sie zurecht, und der pH-Wert darf neutral bis sauer sein. Wie du ein Beet im Kleingewächshaus prüfst und vorbereitest, beschreibt der Abschnitt Standort und Boden im Paprika-und-Chili-Ratgeber.
Fruchtfolge und Nachbarn
Auf derselben Fläche stehen Peperoni nicht Jahr für Jahr. Für Paprika gilt als Gartenregel eine Anbaupause von mindestens 3 Jahren. Danach folgt möglichst eine andere Pflanzenfamilie, Tomate, Kartoffel und Aubergine zählen also nicht, weil sie ebenfalls NachtschattengewächseNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen. sind. Den Wechsel planst du, indem du deine Flächen vorab im Beetplaner einteilst. Welche Nachbarn in der Mischkultur zu Peperoni passen und welche du meidest, steht im Mischkultur-Ratgeber.
Pflege im Beet: gießen, düngen, stützen
Im Beet pflegst du Peperoni wie jede Paprika. Die Grundlagen stehen in den Abschnitten Pflege, Gießen und Düngen des Paprika-und-Chili-Ratgebers.
Gießen
Gieß Peperoni gleichmäßig und vorzugsweise morgens direkt in den Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen. Schwankende Wasserversorgung kann den CalciumtransportCalciumtransport ist die Verteilung von Calcium in der Pflanze. Calcium wandert mit dem Wasserstrom aus dem Boden in die Blätter, wo das Wasser verdunstet (Transpirationsstrom); Früchte verdunsten wenig und erhalten deshalb weniger Calcium. zur Frucht stören und BlütenendfäuleBlütenendfäule ist eine physiologische Störung vor allem an Tomaten und Paprika: Durch Calciummangel in der Frucht bildet sich an der Blütenansatzstelle ein dunkler, wässriger Fleck, der später eintrocknet und verhärtet. Sie ist kein Pilz- oder Schädlingsbefall. auslösen, obwohl im Boden kein Calciummangel vorliegt. Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung aus dem Boden und vermindert, dass er sich aufheizt.
Düngen
Der Düngerbedarf hängt davon ab, ob deine Peperoni im Gartenboden, im Hochbeet oder im Topf stehen. In bereits angereichertem Gartenboden kann regelmäßige Zusatzdüngung entbehrlich sein. Wann und womit du Peperoni in welcher Wachstumsphase düngst, ohne zu überdüngen, steht im Düngeratgeber.
Stützen und erste Blüte
Die erste Blüte darf bei Peperoni bleiben, denn das Ausbrechen ist nur bei großfrüchtiger Gemüsepaprika vorgesehen. Auch einen FormschnittFormschnitt ist der regelmäßige, intensive Schnitt, mit dem Hecken und andere Gehölze in einer festen Form gehalten werden, etwa als kantige Formhecke. Er unterscheidet sich vom zurückhaltenden Schnitt frei wachsender Gehölze. brauchst du nicht: Jeder Trieb schließt mit einer Blüte ab, darunter entstehen neue Triebe, und so wird die Pflanze ohne Schnitt buschig.
Peperoni im Kübel ziehen
Auf Balkon und Terrasse ziehst du Peperoni im Kübel, und auch unter Glas funktioniert das gut. Der Unterschied zum Beet liegt im begrenzten Wurzelraum. Er trocknet schneller aus und verbraucht seine Nährstoffe schneller, deshalb werden Gießen und Düngen zur Routine.
Gefäß und Erde
Für eine Peperoni wählst du ein Gefäß mit mindestens 10 Litern Volumen. Es sollte standfest sein und etwa 30 cm Durchmesser haben. Unten braucht es einen ungehinderten Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Als Erde nimmst du fruchtbares, torffreies Substrat, das strukturstabil bleiben muss, und mineralische Anteile wie Bims können dazu beitragen. Steht die Pflanze in einem schwarzen Topf, kann ein Übertopf den Wurzelballen vor übermäßiger Erhitzung und Austrocknung schützen.
Gefäß mit mindestens 10 Litern Volumen, standfest und mit etwa 30 cm Durchmesser; freier Wasserabzug ohne Staunässe; fruchtbares, torffreies Substrat; ein Stab für die Pflanze; ein geschützter, sonniger Platz.
Gießen im Topf
In kleinen Gefäßen kann an heißen Tagen tägliches Gießen nötig sein. Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte trotzdem auch weiter unten im Topf.
Nur die Oberfläche anschauen. Torffreie Erde kann oben schon trocken sein, während sie unten im Gefäß noch nass ist. Ich fühle deshalb mit dem Finger am Abzugsloch nach, bevor ich nachgieße.
Welke Blätter sind kein sicheres Zeichen für Durst. Auch Hitze und Wurzeln, die durch Dauernässe gelitten haben, können Welke verursachen, und in einem unten noch nassen Topf wäre Nachgießen deshalb falsch. Hat dein Topf einen Wasserspeicher, gießt du anfangs trotzdem über die Erde, bis die Pflanze ausreichend eingewurzelt ist.
Nachdüngen und Bestäubung
Vorgedüngte Gemüseerde kann je nach Packungsangabe nach etwa 6 Wochen eine Nachdüngung brauchen. Die Dosis liest du auf der Düngerpackung ab, statt sie zu schätzen. Paprika befruchtet sich selbst. Insekten können bestäuben, zwingend nötig sind sie für den Kübel auf dem Balkon aber nicht.
Krankheiten und Schädlinge vorbeugen
Ausreichender Pflanzabstand und saubere Arbeitsgeräte helfen, GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. vorzubeugen, weil Gießwasser dann schneller abtrocknet. Wie du Krankheiten und Mangelerscheinungen an Peperoni erkennst und behandelst, beschreibt der Krankheiten-Ratgeber.
Bei Schädlingen ist regelmäßiges Hinsehen die Grundlage, gerade auf den Blattunterseiten. Unter Glas begegnen dir an Paprika unter anderem Weiße Fliegen, SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. und Thripse, und Raupen sammelst du bei sichtbarem Befall ab. Wie du kontrollierst und mechanisch eingreifst, steht im Abschnitt Schädlinge des Paprika-und-Chili-Ratgebers.
Ernten und lagern
Bei Capsicum annuum reicht die Erntezeit von Juni bis Oktober. Als Anhaltspunkt bis zur ersten Ernte gelten etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen, auf Sorte und Reifefarbe legt sich diese Faustregel aber nicht fest. Wann du Peperoni je nach Sorte und gewünschter Schärfe erntest und wie du sie sicher lagerst und verarbeitest, zeigt der Ernte-Ratgeber.
Frische Paprika und Chili halten sich bei Zimmertemperatur etwa 2 bis 3 Tage. Beim Schneiden scharfer Peperoni trägst du Küchenhandschuhe, weil die Scharfstoffe Augen und Schleimhäute reizen können. Die Grundlagen zu Reife und Lagerplatz stehen in den Abschnitten Ernte und Lagern des Paprika-und-Chili-Ratgebers.
Kann man Peperoni überwintern?
Peperoni sind nicht winterhart. Botanisch gilt Capsicum annuum zwar als verholzende, mehrjährige Pflanze, im Garten wird sie aber als einjährige Kultur geführt.
„Peperoni sind mehrjährig, also kommen sie problemlos über den Winter.“ Botanisch stimmt der erste Teil. Winterhart ist die Art aber nicht, und im Garten wird sie einjährig gezogen, deshalb bleibt jedes Überwintern ein Versuch.
Für diesen Versuch eignet sich eine Pflanze im Kübel, die du umstellen kannst. Als Winterquartier für kleinfrüchtige Paprika, zu denen Peperoni zählen, kommt ein kühl gehaltener Wintergarten infrage. Weil Paprika nicht winterhart ist und schon im niedrigen Plusbereich mit Wachstumsstockungen reagiert, wartest du mit dem Umzug nicht bis zum ersten Frost. Ich gieße im Winterquartier nur nach Fingerprobe und schaue dabei regelmäßig auf die Blattunterseiten. Die Aussaat im Februar planst du trotzdem ein, denn das Überwintern bleibt ein Versuch.





