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Ist Erdbeerspinat gesund? Was am Superfood-Ruf dran ist

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 3 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Erdbeerspinat ist ein Lebensmittel, keine Medizin, und als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung eine gute Wahl.
  • Das Etikett Superfood allein belegt keinen gesundheitlichen Mehrwert gegenüber anderem Gemüse und Obst.
  • Nitrat im Blick: nicht mehr Stickstoff düngen als nötig und die Blätter gekühlt und sauber lagern.
  • Nur sicher erkannte Blätter ernten, denn mitgeerntetes Kreuzkraut kann Pyrrolizidinalkaloide eintragen.
  • Aussaat von März bis Juli direkt ins Beet, erste Blatternte nach 10 bis 12 Wochen Kulturzeit.
Erdbeerspinat mit scharlachroten, beerenartigen Fruchtständen entlang der Stängel zwischen dreieckig gezähnten Blättern, auf Schotterboden
Foto: Oleg Kosterin · CC BY 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Du willst wissen, ob Erdbeerspinat so gesund ist, wie sein Ruf als Superfood klingt, bevor du ihm Platz im Beet gibst. Ich baue ihn als Blattgemüse an, pflücke die Blätter einzeln und verwende sie in der Küche wie Spinat. Die ehrliche Antwort fällt nüchterner aus als viele Versprechen rund um ihn. Dazu gehören Grenzen beim Essen, und bei einer davon, dem Nitrat, setzt du schon beim Düngen und Lagern an.

Ist Erdbeerspinat gesund?

Erdbeerspinat ist ein Lebensmittel, keine Medizin. Als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung ist er eine gute Wahl, so wie anderes Blattgemüse aus dem Garten auch. Bei Beschwerden ersetzt er keinen ärztlichen Rat.

In den gängigen Nährwerttabellen fehlt Erdbeerspinat. Versprechen zu einzelnen Vitaminen oder Mineralstoffen stehen deshalb auf wackligen Füßen. Für bekannte Blattgemüse wie Spinat, Mangold oder Feldsalat gibt es dagegen Tabellenwerte je 100 g roh. Du findest sie im Abschnitt zu Nährwerten, Küche und Oxalsäure bei Salaten und Blattgemüse.

Ist Erdbeerspinat gesünder als andere Superfoods?

Rund um Erdbeerspinat kursieren Vergleiche mit Goji-Beeren, Quinoa oder Orangen. Ich übernehme sie nicht, weil ich sie mit keinem Messwert untermauern kann. Ein Vergleich ohne Zahl hilft dir bei der Entscheidung fürs Beet nicht weiter.

Mythos-Check

Macht das Etikett Superfood den Erdbeerspinat gesünder als Spinat oder Mangold aus dem eigenen Garten? Das Wort allein belegt keinen gesundheitlichen Mehrwert gegenüber anderem Gemüse und Obst. Ich behandle ihn deshalb als Blattgemüse unter vielen, im Beet wie in der Küche.

Aussaatkalender Erdbeerspinat
GartenkalenderAussaat: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberAussaatErnte

Wo liegen die Grenzen beim Essen?

Die Grenzen betreffen Nitrat, Oxalsäure und Pflanzen, die beim Pflücken versehentlich in die Schüssel geraten.

Nitrat: Was du beim Düngen und Lagern steuerst

Spinat, Rucola und andere Blattsalate können viel Nitrat enthalten. Wird die Ernte unsachgemäß gelagert, können Mikroben daraus Nitrit bilden. Die Empfehlung, Gemüse abwechslungsreich zu essen, bleibt davon unberührt.

Ein reichliches Stickstoffangebot kann bei Blattgemüse außerdem den Nitratgehalt der Ernte erhöhen. Im eigenen Garten setzt du deshalb an zwei Stellen an. Du düngst nicht mehr Stickstoff als nötig und lagerst die Blätter gekühlt und sauber. Ich dünge Erdbeerspinat nicht auf Verdacht, sondern richte mich nach dem Nährstoffvorrat im Beet und dem Bedarf der Pflanze.

Bei Spinat ist eine Ernte am Nachmittag oder Abend für den Nitratgehalt günstiger als früh am Morgen, weil Licht den Nitratabbau fördert. Die Regel stammt vom Spinat, trotzdem pflücke ich auch Erdbeerspinat lieber nachmittags.

Marias Erfahrung

Ich pflücke Erdbeerspinat im selben Gang wie anderes Blattgemüse aus dem Beet. Auf den Teller kommt dann eine Mischung aus mehreren Arten statt einer großen Portion einer einzigen.

Oxalsäure: Was für Spinat und Mangold gilt

Roher Spinat und roher Mangold enthalten relativ viel Oxalsäure. Bei Nierenerkrankungen kann das problematisch sein, Blanchieren oder Kochen senkt den Gehalt. Oxalsäurewerte von Echtem Spinat lassen sich nicht einfach auf Erdbeerspinat übertragen. Hast du eine Nierenerkrankung, klär mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob und wie du Erdbeerspinat essen kannst.

Nur ernten, was du sicher erkennst

Ich pflücke Erdbeerspinat Blatt für Blatt und sehe mir dabei jedes Blatt an, bevor es in die Schüssel kommt.

Achtung

Sortiere alles aus, was du nicht sicher als essbar erkennst. Mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide in Salat und Blattgemüse eintragen.

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Blätter und Früchte in der Küche

Beim Ährigen Erdbeerspinat verwendest du die Blätter wie Spinat. Die roten Früchte sind essbar, schmecken aber nicht nach Erdbeeren, auch wenn der Name das nahelegt. Zubereitungen und Kombinationen für beides sammelt der Ratgeber mit Rezeptideen für Blätter und Früchte des Erdbeerspinats.

Aus dem eigenen Beet: Anbau und Ernte in Kürze

Erdbeerspinat säst du von März bis Juli direkt ins Beet, als Richtwert sonnig bis halbschattig und auf durchlässigen Boden ohne Staunässe. Die ersten Blätter pflückst du nach 10 bis 12 Wochen Kulturzeit, einzeln bis zum Blühbeginn, weil danach nur noch kleine Blätter nachwachsen. Saattiefe, Abstände, Gefäß und Pflege erklärt Schritt für Schritt der Ratgeber, wie du Erdbeerspinat im Kübel anbaust und pflegst.

Gegossen wird im Gemüsegarten möglichst morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und die Blätter weniger nass werden. Mehr dazu steht im Abschnitt Gießen und Pflegen des Ratgebers für Salate und Blattgemüse.

Warum Erdbeerspinat aus den Bauerngärten verschwand

Erdbeerspinat ist ein altes Bauerngartengemüse. Seine aufwendige Einzelblatternte trug dazu bei, dass ihn leichter erntbare Spinatkulturen verdrängten. In einem eigenen Porträt liest du, was Erdbeerspinat als wiederentdeckte Bauerngartenpflanze ausmacht.

Botanisch heißt er Blitum capitatum, er ist einjährig und gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen. Welche Salate und Blattgemüse miteinander verwandt sind, zeigt der Abschnitt Familien und Typen im Ratgeber für Salate und Blattgemüse.

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Häufige Fragen

Was ist Erdbeerspinat und wie unterscheidet er sich von herkömmlichem Spinat?
Erdbeerspinat ist ein einjähriges Blattgemüse aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse und ein altes Bauerngartengemüse. Beim Ährigen Erdbeerspinat nutzt du die Blätter wie Spinat, dazu trägt er rote Früchte, die essbar sind, aber nicht nach Erdbeeren schmecken. Ein Unterschied liegt in der Ernte: Du pflückst jedes Blatt einzeln, während sich Spinat leichter ernten lässt.
Worin unterscheidet sich Erdbeerspinat von Goji-Beeren als Superfood?
Einen Nährwertvergleich mit Goji-Beeren stelle ich nicht an, weil ich ihn mit keinem Messwert untermauern kann. Das Etikett Superfood allein belegt keinen gesundheitlichen Mehrwert gegenüber anderem Gemüse und Obst. Sicher ist: Erdbeerspinat ist ein Blattgemüse, das du von März bis Juli direkt ins eigene Beet säen kannst.
Wie baut man Erdbeerspinat im Garten an?
Du säst Erdbeerspinat von März bis Juli direkt ins Beet, und zwar 1 cm tief. Die Reihen legst du mit 25 cm Abstand an. In der Reihe vereinzelst du die Pflanzen auf 15 cm. Als Richtwert passt ein sonniger bis halbschattiger Platz mit durchlässigem Boden, denn Staunässe verträgt er schlecht.
Wann ist die beste Zeit für die Ernte von Erdbeerspinatblättern und -früchten?
Die ersten Blätter kannst du nach 10 bis 12 Wochen Kulturzeit pflücken. Du erntest sie einzeln bis zum Blühbeginn, weil danach nur noch kleine Blätter nachwachsen. Die roten Früchte sind essbar, schmecken aber nicht nach Erdbeeren. Ich pflücke nachmittags, weil bei Spinat eine Ernte am Nachmittag oder Abend für den Nitratgehalt günstiger ist als früh am Morgen.
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