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Mischkultur für Blattgemüse: Was Begleitpflanzen leisten und wie du planst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mischkultur kann Blattgemüse unterstützen, garantieren kann sie nichts.
  • Klee und andere Leguminosen binden Luftstickstoff und können nach dem Verrotten die Folgekultur besser versorgen.
  • Tagetes wirken nur gegen bestimmte Nematoden und können als Lockpflanze das Absammeln von Schnecken erleichtern.
  • Schwebfliegen kann man nicht kaufen, in Versuchen besuchten sie besonders Steinkraut und Buchweizen.
  • Ein dicht geschlossenes Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite kann Erdflöhe, Kohlfliegen und Kohlweißlinge von als Blattgemüse angebauten Kohlarten abhalten.
  • Schnelle Zwischenkulturen erntest du, bevor die Hauptkultur ihren vollen Platz braucht.

Wer Salat, Spinat oder Kohl mit Begleitpflanzen kombiniert, hofft meist auf besseren Boden, weniger Schädlinge und mehr Nützlinge. Die Partnerlisten dafür widersprechen sich teilweise, und ein günstiger Einfluss der Nachbarn ist häufig schwer nachzuweisen. Ich plane mein gemischtes Blattgemüsebeet deshalb zuerst nach Platz, Licht und Erntezeitpunkt und wähle die Begleiter erst danach nach ihrer Aufgabe. Hier findest du, welche Partner für Boden, Schädlingsabwehr und Nützlinge in Frage kommen und wie du sie im Beet anordnest.

Was kann Mischkultur bei Blattgemüse leisten?

In einer Mischkultur wachsen verschiedene Arten nebeneinander oder zeitlich versetzt auf derselben Fläche. Arten mit kurzer Kulturdauer nutzen dabei den Raum zwischen Kulturen, die langsamer wachsen. Schließt sich die Pflanzendecke, beschattet sie den Boden und vermindert so die Verdunstung.

Die Vorteile entfaltet eine Mischkultur allerdings nur, wenn Bodenversorgung, Pflanzenabstand und Wasserversorgung für alle beteiligten Kulturen stimmen. Auch Standort, Licht und Pflege entscheiden mit, deshalb garantiert keine Partnerliste in jedem Garten denselben Schutz. Mischkultur kann dein Blattgemüse unterstützen, gute Bodenvorbereitung und einen wachen Blick ersetzt sie nicht.

Kurz erklärt

Die Hauptkultur steht lange und braucht am Ende ihren vollen Platz, zum Beispiel langsam wachsender Kopfkohl. Eine Zwischenkultur wie Radieschen oder Spinat wächst schnell und wird vorher geerntet. Bleibt sie zu lange stehen, bedrängt sie die Hauptkultur, weil beide um Platz, Licht und Luft konkurrieren.

Welche Begleiter versorgen den Boden?

Leguminosen wie Klee binden mit Hilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Verrottet ihre Pflanzenmasse, können sie die Nährstoffversorgung der Folgekultur verbessern. Ich säe Klee deshalb als Gründüngung dort, wo als Nächstes eine Kultur mit hohem Stickstoffbedarf stehen soll.

Mythos-Check

„Bohnen düngen den Salat nebenan.“ Leguminosen binden Luftstickstoff, und über ihre verrottende Pflanzenmasse kann die Folgekultur davon profitieren. Den Salat, der im selben Sommer daneben steht, versorgst du trotzdem nach seinem eigenen Bedarf.

Beim Stickstoffbedarf unterscheiden sich die Blattgemüse deutlich. Kopf- und Feldsalat haben einen geringen Bedarf, Endivien und Spinat einen mittleren und Chinakohl einen hohen. Feldsalat kommt ohne besondere Düngung aus und soll nicht auf hohe Stickstoffreste einer Vorkultur treffen. Den Stickstoff einer Klee-Gründüngung gibst du deshalb besser an Chinakohl weiter als an Feldsalat.

Mehr Stickstoff ist bei Blattgemüse nicht automatisch besser. Ein reichliches Angebot kann den Nitratgehalt im Erntegut erhöhen. Zu viel Stickstoff kann Pflanzen außerdem anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen.

Phacelia schließt freie Beetflächen schnell und bietet Insekten Nahrung, sobald sie blüht. Zwischen zwei Kulturen hält sie so den Boden bedeckt und versorgt zugleich Bienen und Hummeln.

Bei Gartensalat reicht die Düngung der Vorfrucht meist aus. Kompost kann zusätzlich das Wasserhaltevermögen des Bodens verbessern. Als Frühjahrsgrunddüngung setze ich höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr an und rechne ein, was der Boden schon mitbringt. Mehr dazu, wie Bodenaufbau und Düngung im Bio-Anbau von Blattgemüse gelingen, liest du im eigenen Ratgeber.

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Was richten Begleitpflanzen gegen Schädlinge aus?

Duftende Kräuter zwischen Salat und Kohl gelten als Schutz gegen Blattläuse, Kohlfliegen oder Kohlweißlinge. Solche überlieferten Kombinationen widersprechen sich teilweise, und ihre Wirkung ist häufig schwer nachzuweisen. Eine Mischkultur kann Befall etwas bremsen, doch darauf verlassen solltest du dich nicht.

Mythos-Check

„Thymian und Salbei halten die Kohlfliege fern.“ Eine verlässliche Schutzwirkung solcher Duftpartner kann dir niemand versprechen, weil Partnerlisten keinen überall gleichen Effekt garantieren. Pflanze Kräuter, weil du sie erntest oder weil ihre Blüten Nützlinge versorgen. Kohlfliegen an Kohlarten, die du als Blattgemüse ziehst, kann ein dicht geschlossenes Kulturschutznetz abhalten.

Tagetes gezielt einsetzen

Tagetes werden gezielt gegen bestimmte pflanzenschädigende Nematoden eingesetzt. Einen Schutz gegen sämtliche Bodenälchen bieten sie nicht. Nützlich sind sie außerdem als Lockpflanzen, weil sie dir das Auffinden und Absammeln von Schnecken erleichtern können. Ich setze einzelne Tagetes an die Enden der Salatreihen und schaue dort abends nach.

Schnecken: absammeln statt vertreiben

Schnecken fressen überwiegend nachts, bei feuchter Witterung auch tagsüber. Absammeln und Schneckenzäune können den Befall im Salatbeet begrenzen. Ein Zaun hält vor allem neu einwandernde Tiere ab, eingeschlossene sammelst du trotzdem ab. Junge Salatpflanzen kannst du zusätzlich mit Salatkragen aus Kunststoff oder Metall schützen. Wäge dauerhaftes Mulchen bei schneckengefährdeten Salaten ab, weil es den Schneckenbesatz erhöhen kann. Weitere Wege zeigt der Ratgeber, wie du Blattgemüse und Salate vor Schnecken schützt.

Netz und gemischte Salate

Bei Kohlarten, die du als Blattgemüse anbaust, kann ein rundum dicht geschlossenes Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite Erdflöhe, Kohlfliegen und Kohlweißlinge abhalten. Bloßes Feuchthalten verringert den Erdflohbefall bei kohlartigen Asia-Salaten dagegen nicht zuverlässig.

Im Salatbeet ist die Mischung selbst eine Vorbeugung gegen Blattläuse. Bewährt haben sich verschiedene Salatarten und Farben nebeneinander, viele kleine Sätze, ein früher Erntebeginn und blattlausresistente Sorten. Rote Sorten zeigen dabei weniger Blattlausbefall.

Welche Blühpartner locken Nützlinge an?

Die Grüne Salatblattlaus versteckt sich im Inneren der Salatköpfe. Dort sind Schwebfliegen- und Florfliegenlarven ihre wichtigsten natürlichen Gegenspieler. Schwebfliegen kannst du nicht kaufen, sie müssen aus der Umgebung zuwandern. Die erwachsenen Schwebfliegen und Florfliegen leben von Pollen, Nektar und Honigtau. Blüten am Salatbeet sind deshalb dein direkter Beitrag, denn sie versorgen die Eltern genau dieser Gegenspieler. Gekaufte Blattlausgegenspieler an Salat freizulassen, gilt im Hausgarten dagegen als Maßnahme mit nicht gesicherter Wirkung.

Damit Nützlinge überwintern, brauchen sie außerdem Unterschlupf, etwa Laub- und Astmulch unter Sträuchern, Reisighaufen und Staudenbeete, die du erst Ende März abräumst. Im Frühjahr und Frühsommer vermehren sich die Nützlinge und reagieren sehr empfindlich, deshalb spritzt du in dieser Zeit nicht. Wie du sie im ganzen Garten förderst, steht unter Nützlinge fördern statt zukaufen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Welche Blüten welche Nützlinge anziehen

In Versuchen besuchten Nützlinge einzelne Blüten besonders:

Nützling In Versuchen besonders besucht
Schwebfliegen Steinkraut, Buchweizen
Bienen und Hummeln Phacelia
Schlupfwespen Kornblumen

Steinkraut bietet reichlich Nektar und Pollen, davon profitieren Schwebfliegen, Schlupfwespen und Raubwanzen. Bei einer Zwischenpflanzung im Salat stellte der Pflanzenschutzdienst Hamburg signifikant weniger Salatblattläuse fest.

Tipp

Steinkraut zwischen den Salaten lockt Schwebfliegen an. Das ist ein Beispiel aus dem Erwerbsanbau, für dein Beet taugt es als Orientierung für das Verhältnis.

Darüber hinaus setzt du einheimische Blumen als bunte Tupfer in die Gemüsebeete. Gut passen Doldenblütler wie Dill, Petersilie, Kerbel und Möhre sowie Korbblütler wie Ringelblume, Schafgarbe, Kamille und Margerite. Auch Buchweizen, Kräuter sowie blühende Zwiebeln und Lauch liefern Nahrung. Frühblüher bieten früh im Jahr die ersten Pollen. Ich lasse im Salatbeet einzelne Dillpflanzen blühen und säe Ringelblumen an den Beetrand.

Blühpartner im Kohlbeet

In einem Praxisversuch zogen Blühpflanzen zwischen den Kohlreihen mehr Nützlinge an. Die Kopfgewichte fielen je nach Kohlart und Variante aber vergleichbar oder geringer aus. Blühpartner brauchen also Platz und können Ertrag kosten. Ich gebe ihnen im Kohlbeet deshalb eigene Reihen oder den Beetrand.

Welche Partner passen zu Kohl?

Mit Kohl lassen sich mehrere Blattgemüse kombinieren, wenn Anordnung und Erntezeitpunkt stimmen. Kohlarten passen als Mischkultur außerdem zu Sellerie oder Tomaten.

Kombination Anordnung Darauf achtest du
Kopfkohl und Gartensalat Salat zwischen langsam wachsenden Kohlreihen Salat ernten, bevor der Kohl den zusätzlichen Platz braucht
Kohlrabi und Kopfsalat getrennte Reihen mit etwa 60 cm Reihenabstand Kopfsalat in der Reihe mit 25 bis 30 cm Abstand setzen
Chinakohl und Feldsalat im Sommer 3 Reihen Chinakohl und 2 Reihen Feldsalat im Wechsel reihenweise düngen, denn Chinakohl hat einen hohen, Feldsalat einen geringen Stickstoffbedarf
Kohl mit Sellerie oder Tomaten als Mischkultur empfohlen Tomaten können wie Salat an Sklerotinia-Fäule erkranken
Asia-Salate und Blühpartner Ringelblumen, Gewürztagetes, Speise-Chrysanthemen oder Kapuzinerkresse dazwischen deren Blüten locken Insekten an
Marias Erfahrung

Ich setze Salat zwischen die frisch gepflanzten Kohlreihen und ernte ihn, bevor die Kohlblätter in die Salatreihe hineinwachsen.

Kreuzblütler wie Kohl, Stielmus oder Radieschen sollen nur alle vier Jahre auf derselben Fläche stehen, damit du Kohlhernie vorbeugst. Auch Asia-Salate, Rucola, Senf und Kresse gehören zu den Kreuzblütlern. Säst du Radieschen oder Rucola als Zwischenkultur ins Kohlbeet, bleibt die Fläche deshalb ein Kreuzblütler-Beet, und die Anbaupause gilt für diese Partner mit.

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Welche Partner passen zu Salat?

Salate sind schnelle Lückenfüller, und zwischen frisch gepflanzte Salatreihen kannst du Radieschen säen. Schnitt- und Pflücksalat passen ihrerseits zwischen Radieschen, Möhren, Kohlrabi oder Spinat, solange Platz und Licht reichen. Im Ratgeber dazu, welche Nachbarn zu Kopfsalat passen und welche nicht, findest du auch die passende Beetplanung.

So setzt du die Mischkultur praktisch um

Reihen, Abstände und Licht

Trag zuerst die Hauptkultur mit ihrem vollen Abstand ein und setz die Lückenfüller in den freien Raum dazwischen. Jeder Abstand besteht dabei aus einem Paar: dem Abstand in der Reihe und dem Reihenabstand. Rück die Partner nicht zu dicht an den Salat, denn gegen Falschen Salatmehltau helfen ausreichend weite Pflanzabstände und Reihen in Hauptwindrichtung.

Diese schnellen Arten eignen sich als Lückenfüller:

Art Kulturdauer In der Reihe Reihenabstand
Sommerportulak 28 bis 42 Tage 8 bis 10 cm 20 bis 30 cm
Salatrauke 42 Tage 5 bis 10 cm 15 bis 20 cm
Pflücksalat 42 bis 56 Tage 25 cm 30 cm
Spinat 42 bis 56 Tage 5 bis 8 cm 20 cm
Kopfsalat, gepflanzt je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage bis zur Ernte 25 bis 30 cm 25 bis 30 cm

Pflücksalat verträgt Sonne und Halbschatten, und im Sommer kann etwas Schatten sein vorzeitiges Schossen bremsen. Als Lückenfüller braucht er zugleich ausreichend Platz und Licht. Im Sommer darf er deshalb im lichten Schatten eines höheren Partners stehen, solange genug Licht bis zu ihm durchkommt.

Wenn du gerade erst anfängst, hilft dir der Überblick, welche Blattgemüse sich für den Einstieg eignen.

Vor-, Haupt- und Nachkultur staffeln

Radieschen oder Spinat als Zwischenkultur kommen raus, bevor die langsamere Hauptkultur ihren ganzen Standraum beansprucht. Bei Kopfsalat setze ich etwa alle 10 bis 14 Tage einen kleinen Satz nach, damit die Ernte nicht abreißt. Jeder Satz bleibt danach etwa zwei Wochen lang erntbar. Sommerportulak keimt erst ab 20 °C und wird von April bis August gesät.

Für Herbst und Winter übernehmen Feldsalat und Winterportulak die frei werdenden Plätze. Feldsalat säst du von Juli bis September und erntest ihn von Oktober bis März. Winterportulak, auch Claytonie genannt, gilt als Kühlkeimer und wird meist von Ende August bis Oktober gesät.

Feldsalat, Kopfsalat, Gurken und Tomaten können an Sklerotinia-Fäule erkranken. Die Dauerkörper des Erregers bleiben im Boden und können auch nachfolgende Wirtspflanzen infizieren. Standen dort zuvor Tomaten, Gurken oder Salat, die an Fäule litten, setzt du Feldsalat als Nachkultur deshalb lieber an einen anderen Platz. Die Saatfenster aller Arten behältst du mit den Aussaatterminen für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken im Blick.

Anbaupausen und Werkzeuge

Jede Art bringt ihre eigene Anbaupause mit, und im Mischbeet laufen mehrere davon gleichzeitig.

Art Anbaupause
Pflücksalat 2 Jahre
Kopfsalat, Römischer Salat, Endivie, Spinat, Mangold jeweils 3 Jahre
Feldsalat 4 Jahre
Salatrauke, Blattsenf jeweils 6 Jahre

Bei Zuckerhut rechnest du Chicorée, Radicchio und Endivie als Verwandte in die Fruchtfolge ein. Der Anbauabstand beträgt dort 3 bis 4 Jahre. Bevor du pflanzt, kannst du geplante Nachbarschaften im Mischkultur-Planer prüfen und dein ganzes Beet im Beetplaner aufteilen.

Mini-Checkliste

Hauptkultur mit Abstand in der Reihe und Reihenabstand einzeichnen; Lückenfüller nach Kulturdauer wählen und vor dem Platzbedarf der Hauptkultur ernten; Blühpartnern eigene Reihen oder den Beetrand geben; Kreuzblütler-Partner in der Fruchtfolge mitzählen; Nachkultur nicht dorthin setzen, wo Wirte derselben Bodenkrankheit erkrankt waren.

Passt dazu

Vertiefte Partnerlisten für einzelne Arten findest du hier: welche Partner zu Spinat passen, wie du Mangold im gemischten Beet kombinierst und Kombinationen samt Grundregeln der Beetplanung für Salat, Spinat, Mangold und Kohl.

Ansätze aus der Permakultur: das Beet dauerhaft denken

Aus der Permakultur übernehme ich für das Blattgemüsebeet vor allem zwei Gedanken: Der Boden bleibt möglichst bedeckt, und ein Teil der Pflanzen bleibt dauerhaft stehen. Nach dem Räumen einer Kultur kann eine Grüneinsaat die freie Fläche bedecken und den Boden besonders über Winter schützen. Sommerblumen bindest du in ein wechselndes Beet ein, Stauden fassen den Gemüsegarten als blühende Umrandung ein.

Blut-Ampfer ist mehrjährig und winterhart, er kann also dauerhaft im Beet bleiben. In dauerhaften Salatbeständen mit Blut-Ampfer ist zusätzliche Düngung in der Regel nicht nötig. Bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt das allerdings nicht. Schneid ihn nach der Blüte zurück, wenn du keine Selbstaussaat willst. Blut-Ampfer enthält Oxalsäure, iss ihn deshalb weder in großen Mengen noch über längere Zeit.

Salatrauke ist einjährig, kann sich auf gelockertem Boden aber selbst aussäen. Zugleich braucht Salatrauke eine Anbaupause von 6 Jahren. Lässt du die Selbstaussaat zu, steht Rauke Jahr für Jahr auf derselben Fläche, und die Anbaupause greift nicht. Ich ziehe Sämlinge deshalb dort heraus, wo die Fläche Pause haben soll.

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Was gilt beim Gießen und bei der Saatgutgewinnung?

Im gemischten Beet gießt du möglichst morgens direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter tagsüber abtrocknen. Besonders viel Wasser brauchen Salate, solange die Blätter stark wachsen und sich der Kopf bildet. Die Grundlagen stehen im selben Überblick unter „Gießen und Pflegen: gleichmäßig und am Morgen“.

Weil Salat sich als strenger Selbstbefruchter meist selbst bestäubt, reichen im Hausgarten einige Meter zwischen zwei Sorten, die du im selben Jahr vermehrst. Spinat und Mangold sind dagegen Fremdbefruchter, die der Wind bestäubt, und Mangold braucht ausreichend Abstand zu blühender Roter Bete, Futter- und Zuckerrübe, mit denen er sich kreuzt. Wie du Samenträger auswählst und das Saatgut erntest, steht im selben Überblick unter „Saatgut selbst gewinnen: Salat, Spinat und Mangold“.

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Häufige Fragen

Was versteht man unter Mischkultur bei Blattgemüse?
Du kombinierst verschiedene Arten auf einem Beet, nebeneinander oder zeitlich versetzt. Schnelle Arten wie Pflücksalat, Spinat oder Radieschen füllen Lücken zwischen langsamer wachsenden Kulturen und werden geerntet, bevor diese ihren vollen Platz brauchen. Blühende Begleiter versorgen zusätzlich Nützlinge. Mischkultur kann dein Beet unterstützen, einen Erfolg garantiert sie nicht.
Welche Vorteile bietet die Mischkultur im Gemüsegarten?
Du nutzt Fläche und Zeit besser, weil schnelle Arten die Lücken füllen. Eine geschlossene Pflanzendecke beschattet den Boden und vermindert die Verdunstung, und Blühpartner können Nützlinge wie Schwebfliegen ans Beet holen. Diese Vorteile stellen sich nur ein, wenn Bodenversorgung, Pflanzenabstand und Wasserversorgung für alle Partner stimmen.
Welche Blattgemüse eignen sich für die Mischkultur?
Als Lückenfüller eignen sich schnelle Arten wie Pflücksalat und Spinat, die 42 bis 56 Tage Kulturdauer brauchen. Zwischen langsam wachsende Kopfkohlreihen passt Gartensalat, solange du ihn erntest, bevor der Kohl den Platz braucht. Feldsalat und Winterportulak übernehmen als Nachkultur die frei werdenden Plätze im Herbst und Winter.
Wie funktioniert die schädlingsabwehrende Wirkung von Begleitpflanzen?
Bei vielen überlieferten Duftpartnern ist die Wirkung schwer nachzuweisen, und die Empfehlungen widersprechen sich teilweise. Tagetes werden gezielt gegen bestimmte pflanzenschädigende Nematoden eingesetzt und können als Lockpflanzen das Absammeln von Schnecken erleichtern. Blühpflanzen versorgen Gegenspieler wie Schwebfliegen, deren Larven Blattläuse im Salat fressen. Bei als Blattgemüse angebauten Kohlarten kann ein dicht geschlossenes Kulturschutznetz Erdflöhe, Kohlfliegen und Kohlweißlinge abhalten.
Ist Mischkultur wirklich effektiver als herkömmlicher Gemüseanbau?
Pauschal lässt sich das nicht sagen, weil ein günstiger Einfluss benachbarter Arten häufig schwer nachzuweisen ist. In einem Praxisversuch zogen Blühpflanzen zwischen Kohl mehr Nützlinge an, die Kopfgewichte fielen je nach Kohlart und Variante aber vergleichbar oder geringer aus. Planbar ist vor allem die bessere Nutzung von Platz und Zeit, einen Erfolg garantiert Mischkultur nicht.
Wie plant man die Fruchtfolge in einem Mischkulturbeet?
Plane die Anbaupause jeder Art mit, bei Pflücksalat sind es 2 Jahre. Salatrauke und Blattsenf brauchen mit 6 Jahren deutlich länger. Zähl Kreuzblütler-Partner wie Radieschen oder Rucola im Kohlbeet mit, denn Kreuzblütler sollen nur alle vier Jahre auf derselben Fläche stehen. Eine Klee-Gründüngung stellst du vor eine Kultur, die den Stickstoff brauchen kann.
Welchen Einfluss hat das Mikroklima auf die Mischkultur?
Eine geschlossene Pflanzendecke beschattet den Boden und vermindert die Verdunstung. Im Sommer kann etwas Schatten das vorzeitige Schossen von Pflück- und Kopfsalat bremsen. Anhaltend feuchte, mäßig warme Witterung begünstigt dagegen den Falschen Salatmehltau, deshalb helfen vorbeugend ausreichend weite Abstände und Reihen in Hauptwindrichtung.
Wie versorge ich Blattgemüse in der Mischkultur mit Nährstoffen?
Leguminosen wie Klee binden Luftstickstoff und können nach dem Verrotten ihrer Pflanzenmasse die Folgekultur besser versorgen. Bei Gartensalat reicht die Düngung der Vorfrucht meist aus, Kompost kann das Wasserhaltevermögen des Bodens verbessern. Vermeide ein Stickstoff-Überangebot, weil es den Nitratgehalt von Blattgemüse erhöhen kann.
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