Schädlinge und Krankheiten bei Salat: am Schadbild erkennen, gezielt bekämpfen
- Lochfraß mit Schleimspuren deutet auf Schnecken hin, gekräuselte junge Blätter auf Blattläuse.
- Blattläuse sitzen auch im Kopfinneren, deshalb schaust du vor dem Kopfschluss in die Köpfe.
- Gelbe, von Blattadern begrenzte Flecken mit weißem Sporenrasen unterseits deuten auf Falschen Mehltau hin.
- Gegen Salatfäule setzt du Jungpflanzen hoch und gießt morgens, damit die Pflanzen tagsüber abtrocknen.
- An Rucola und Asia-Salaten kann ein dicht schließendes Netz mit 0,8 mm Maschenweite Erdflöhe abhalten, Feuchthalten nicht.
- Braune Blattränder können Innenbrand sein, eine Störung ohne Erreger.
- Chemie nur als letztes Mittel und nur mit Zulassung für die nichtberufliche Anwendung im Hausgarten.

Löcher im Kopfsalat, Läuse zwischen den Herzblättern, gelbe Flecken auf den Außenblättern: Am Salatbeet musst du Schadbilder schnell und richtig lesen. Eine falsche Diagnose kostet Zeit, weil die Maßnahme dann nicht zur Ursache passt. Ich drehe beim Rundgang zuerst ein paar Außenblätter um und schaue ins Herz der Köpfe, bevor ich etwas unternehme.
Schädlinge sind Tiere, die an deinem Salat fressen oder saugen. Krankheiten gehen auf Pilze, Bakterien oder Viren zurück. Daneben gibt es Störungen ohne Erreger wie den Innenbrand, bei dem die Calciumversorgung im Blatt gestört ist.
Welcher Schädling, welche Krankheit? Schadbilder im Überblick
Viele Schäden am Salat sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Die Tabelle ordnet typische Bilder ein und nennt das Merkmal, an dem du sie unterscheidest.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Woran du es unterscheidest |
|---|---|---|
| Lochfraß mit Schleimspuren | Schnecken | Fraß überwiegend nachts, bei feuchtem Wetter auch tagsüber |
| Gekräuselte, verformte junge Blätter | Blattläuse | Läuse in verschiedenen Farben, auch im Kopfinneren |
| Silbrig graue, später nekrotische Flecken | Thripse | junge Blätter können sich verformen |
| Siebartig durchlöcherte Blätter an Rucola oder Asia-Salat | Kohlerdflöhe | springende Käfer von etwa 2,5 bis 3 mm |
| Jungpflanze welkt plötzlich, Wurzeln abgefressen | Erdraupen oder Wühlmäuse | Fraß an Wurzeln und unterirdischen Pflanzenteilen |
| Welke Endivie mit weißen, wachsartigen Flöckchen an den Wurzeln | Salatwurzelläuse | gelbliche Läuse an den Wurzeln |
| Gelbe, von Blattadern begrenzte Flecken | Falscher Mehltau | weißer Sporenrasen auf der Blattunterseite |
| Mehliger Belag, oft zuerst an älteren Außenblättern | Echter Mehltau | an Lactuca-Salaten eher selten |
| Pflanze welkt und fault von unten her | Salatfäule | Sammelbegriff für mehrere Erreger |
| Hell-dunkel gescheckte Blätter, Wuchsstockung | Salatmosaikvirus | nicht heilbar, eine Diagnose klärt den Verdacht |
| Braune, abgestorbene Blattränder | Innenbrand | kein Erreger, gestörte Calciumversorgung im Blatt |
Welke Blätter allein sind noch kein Befund. Sie treten bei Trockenstress ebenso auf wie bei beginnender Wurzelfäule. Prüfe deshalb erst die Bodenfeuchte, bevor du zusätzlich gießt.
Blattunterseiten auf Sporenrasen und Läuse ansehen. Vorsichtig ins Kopfinnere schauen. Innere Blattränder auf Braunfärbung prüfen. Strunk und Pflanzenbasis auf Fäule und weißliches Pilzgeflecht kontrollieren. Bei Welke eine Pflanze ausgraben und die Wurzeln ansehen. Die Bodenfeuchte durch vorsichtiges Nachgraben prüfen.
Salat-Schädlinge erkennen und bekämpfen
Schnecken: Lochfraß mit Schleimspur
Fraßlöcher zusammen mit Schleimspuren deuten bei Salat auf Schnecken hin. Zu den wichtigen Schadschnecken zählen die Spanische Wegschnecke, die Garten-Wegschnecke und die Genetzte Ackerschnecke. Die Tiere fressen überwiegend nachts und bei feuchter Witterung auch tagsüber.
Absammeln und Schneckenzäune können den Befall im Salatbeet begrenzen. Ich sammle früh morgens, spät abends oder bei Regen, weil die Tiere dann gut zu finden sind. Ein Zaun hält vor allem neu einwandernde Schnecken ab, die schon eingeschlossenen sammelst du heraus. Er muss lückenlos stehen, und keine Pflanze darf über ihn hinweghängen. Kupferband als Barriere sollte mindestens 5 cm breit sein. Junge Salatpflanzen kannst du zusätzlich mit Salatkragen aus Kunststoff oder Metall schützen.
Gieße morgens gezielt an die Salatpflanzen und lass die Wege trocken, über die Schnecken zuwandern. Tagetes können als Lockpflanzen das Auffinden und Absammeln erleichtern. Kröten, Frösche, Vögel und räuberische Insekten können zur Regulierung beitragen.
Eine Mulchdecke hält die Feuchte im Boden, dauerhaftes Mulchen kann aber den Schneckenbesatz erhöhen. Im schneckengefährdeten Salatbeet wägst du also ab, ob dir die gehaltene Bodenfeuchte den höheren Schneckendruck wert ist. Grobes Material wie Rinde kann zusätzliche Verstecke bieten. Bei starkem Nacktschneckenbefall kann es sinnvoll sein, den Mulch samt Schnecken und Eiern abzuräumen.
Offene Bierfallen ins Beet stellen. Solche Fallen können zusätzliche Schnecken anlocken und zugleich Nützlinge gefährden.
Trinkfertiger Kaffee ist kein wirksames Mittel gegen Nacktschnecken. Auch Knoblauchpräparate zeigen gegen sie nur eine geringe Wirkung.
Barrieren, natürliche Feinde und Hausmittel gegen Schnecken im Detail findest du im Ratgeber, wie du Blattgemüse und Salate vor Schnecken schützt.
Blattläuse: bis ins Herz des Kopfes
Blattläuse kräuseln oder verformen vor allem junge Blätter. An Kopf- und Pflücksalat sitzen Läuse in verschiedenen Farben auch im Kopfinneren. Klebriger Honigtau auf den Blättern kann ebenfalls auf einen Befall hindeuten.
Nach dem Kopfschluss ist die Grüne Salatblattlaus im Pflanzenherz mit gewöhnlicher Spritztechnik nur schwer zu erreichen. Weil die Läuse dort geschützt sitzen, zählt bei Salat vor allem, was du vor dem Kopfschluss tust.
Viele kleine Salatsätze und ein früher Erntebeginn gehören zu den vorbeugenden Kulturmaßnahmen gegen Blattläuse. Kleine Sätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen sorgen zugleich für eine fortlaufende Ernte, und die Aussaattermine für Salate zum Ausdrucken erleichtern die Planung. Bewährt hat sich außerdem, verschiedene Salatarten und Farben zu mischen, denn rote Sorten zeigen weniger Blattlausbefall. Vermeide ein Überangebot an Stickstoff, weil überdüngte Pflanzen stärker befallen werden können.
Als resistent beschriebene Sorten wie der Eissalat ‘Danilo’ können das Risiko senken. Angepasste Rassen der Salatblattlaus können aber auch solche Sorten befallen. Mischkultur kann den Befall etwas bremsen, verlass dich aber nicht darauf, denn Partnerlisten garantieren nicht überall denselben Schutz. Geplante Nachbarschaften kannst du im Mischkultur-Werkzeug prüfen.
Die wichtigsten natürlichen Gegenspieler der Grünen Salatblattlaus im Kopf sind Schwebfliegen- und FlorfliegenlarvenFlorfliegenlarven sind die räuberischen Larven der zarten, hellgrünen Florfliege. Mit langen Saugzangen saugen sie Blattläuse, Spinnmilben, Thripse und andere Kleininsekten aus und gelten deshalb im Garten als wichtige Nützlinge.. Marienkäfer und Schlupfwespen fallen dort nach Angaben aus dem kalifornischen Salatanbau kaum ins Gewicht. Eine Schwebfliegenlarve frisst während ihrer Entwicklung 150 bis 900 Läuse. Kaufen kannst du Schwebfliegen nicht, sie müssen aus der Umgebung zuwandern. Steinkraut liefert viel Nektar und Pollen und fördert Schwebfliegen. Als Zwischenpflanzung im Salat stellte der Pflanzenschutzdienst Hamburg signifikant weniger Salatblattläuse fest. Gekaufte Blattlausgegenspieler an Salat freizulassen, gilt im Hausgarten dagegen als Maßnahme mit nicht gesicherter Wirkung.
Ich lasse zwischen den Salatreihen einige Steinkraut-Pflanzen blühen. Beim Rundgang biege ich die Köpfe vorsichtig auf, solange sie sich noch nicht geschlossen haben.
Thripse: silbrige Flecken
Thripse saugen an den Blättern und hinterlassen zunächst silbrig graue, später nekrotische Blattflecken. Junge Blätter können sich dabei verformen, deshalb achtest du bei Kräuselungen auch auf diese Flecken.
Erdflöhe, Raupen und Kohlhernie an Rucola und Asia-Salaten
Rucola und Asia-Salate wie Mizuna oder Blattsenf gehören zu den Kreuzblütlern, auch Kohlgewächse genannt. An ihnen können deshalb Schädlinge aus dem Kohlbeet auftreten. Kohlerdflöhe sind springende Blattkäfer, deren Fraß die Blätter siebartig durchlöchert.
Ein Kulturschutznetz kann Erdflöhe, Kohlfliegen und Kohlweißlinge abhalten, wenn es rundum dicht geschlossen ist. Ich lege das Netz direkt nach der Saat oder Pflanzung auf und schließe es bis zur Ernte dicht am Boden ab. Im Hochsommer lüfte ich kontrolliert, damit es darunter nicht zu heiß wird. Für Salat eignet sich leichtes Netzmaterial.
Kohlerdflöhe sind etwa 2,5 bis 3 mm groß. Ein rundum dicht geschlossenes Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite kann sie abhalten.
Feuchte Beete halten Erdflöhe fern? Das Feuchthalten verringert einen Erdflohbefall an Kohlgewächsen nicht. Deine Zeit steckst du besser in ein Netz, das rundum dicht schließt.
Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind gelbschwarz und bis 4 cm lang. Die Raupen des Kleinen Kohlweißlings sind grün, samtartig behaart und bis 3 cm lang. Bei geringem Befall kann Absammeln genügen.
Wurzelverdickungen können auf Kohlhernie hindeuten. Ist die Galle innen hohl und sitzt darin eventuell eine Käferlarve, spricht das eher für den Kohlgallenrüssler. Von Kohlhernie befallene Pflanzen nimmst du samt Wurzeln aus dem Beet und entsorgst sie im Restmüll. Gereinigte Gartengeräte begrenzen die Verschleppung befallener Erde. Anfällige Kreuzblütler baust du auf derselben Fläche nur alle vier bis sechs Jahre wieder an.
Wenn Salat plötzlich welkt: Erdraupen, Wurzelläuse, Wühlmäuse
Welken Salatjungpflanzen plötzlich und sind die Wurzeln weitgehend abgefressen, können Erdraupen die Ursache sein. Wühlmäuse schädigen ebenfalls durch Fraß an Wurzeln und anderen unterirdischen Pflanzenteilen. Ultraschallgeräte eignen sich nicht als wirksame Abwehr gegen Wühlmäuse.
Bei welken Endivien sprechen gelbliche Läuse und weiße, wachsartige Flöckchen an den Wurzeln für Salatwurzelläuse. Ausreichendes Wässern kann die Schäden begrenzen. Ein engmaschiges Netz ab Juni kann versuchsweise den Zuflug der Läuse zu Endivien bremsen.
Salatkrankheiten erkennen und eindämmen
Falscher Mehltau: gelbe Flecken, Sporenrasen unterseits
Falscher Mehltau zeigt sich an Kopf-, Pflück- und Romanasalat als gelbe, oft von Blattadern begrenzte Flecken. Auf der Blattunterseite wächst dazu ein weißer Sporenrasen. Der Erreger Bremia lactucae wird besonders im Spätsommer und Herbst durch anhaltend feuchte und mäßig warme Witterung begünstigt.
Ausreichend weite Pflanzabstände, Reihen in Hauptwindrichtung, Gießen am Morgen und rechtzeitiges Lüften unter Glas senken das Risiko. Beim Gießen bleiben die Blätter möglichst trocken, weil Nässe Fäule und Falschen Mehltau begünstigt. Zeigen sich erste Flecken, setzt du an denselben Punkten an: mehr Luft, trockene Blätter, Gießen nur am Morgen.
Resistente Sorten helfen beim Vorbeugen, doch neue Erregerrassen können Sortenresistenzen überwinden. Eine einzelne Resistenz bietet deshalb keinen verlässlichen Rundumschutz.
Gelbe Blätter bei Feldsalat sofort für Düngermangel halten. Gelbe Blätter mit gehemmtem Wachstum und einem zunächst weißen, später grauen Sporenrasen können auf Falschen Mehltau hinweisen. Nachdüngen auf Verdacht kann die Bedingungen dann eher verschlechtern.
Salatfäule: wenn Salat von unten her fault
Bei Salatfäule welken die Pflanzen, faulen und sterben von unten her ab. Dahinter können Botrytis, Sclerotinia oder Rhizoctonia stecken, seltener Bakterien. Salatfäule ist deshalb keine eindeutige Erregerdiagnose. Einige Hinweise helfen beim Einordnen:
- Schwarzfäule durch Rhizoctonia: An Endivien werden zuerst die dünnen Blattflächen bodennaher Blätter braun, Blattrippen und Strunk bleiben zunächst erhalten.
- Sclerotinia-Fäule: An Endivien wird der Strunk zerstört, die Pflanze welkt, und an der Basis zeigt sich weißliches Pilzgeflecht.
- Grauschimmel durch Botrytis: An Radicchio entstehen glasige Stellen, die später braun werden und einen Schimmelrasen tragen, begünstigt durch hohe Luftfeuchtigkeit.
Setze nur gesunde Jungpflanzen, luftig, mit Abstand und ohne aufliegende Blätter. Ich setze Salat so hoch, dass der ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. etwa 1 cm aus dem Boden schaut, und gieße jede Pflanze sofort kräftig an. Zu tief gesetzter Salat fault leicht an den bodennahen Blättern und ist anfälliger für Krankheiten. Auch eine Dammkultur gehört zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Salatfäulen. Gegossen wird morgens, damit die Pflanzen tagsüber abtrocknen. Als Orientierung gegen Salatfäulen gelten 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang.
Salat mit Fäulesymptomen nimmst du aus dem Bestand, weil einige Erreger langlebige Überdauerungsformen bilden. Kranke Pflanzenreste verwendest du auch nicht als Mulch. Sclerotinia befällt neben Kopfsalat auch Feldsalat, Gurken und Tomaten, und ihre Dauerkörper im Boden können nachfolgende WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter. infizieren. Wer nach Sclerotinia-Befall Feldsalat oder Tomaten auf dasselbe Beet setzt, bietet diesen Dauerkörpern also neue Wirte. Kopfsalat selbst braucht ohnehin eine Anbaupause von 3 Jahren.
Echter Mehltau: an Salat eher selten
Echter Mehltau tritt an Lactuca-Salaten eher selten auf. Er beginnt häufig an älteren Außenblättern und bildet einen mehligen Belag, zunächst an den Blattunterseiten und später auf beiden Blattseiten. Typisch für den Falschen Mehltau sind dagegen gelbe, von Blattadern begrenzte Flecken auf der Oberseite. In Gewächshaus und Frühbeet gehört regelmäßiges, reichliches Lüften zur Vorbeugung gegen Mehltau.
Salatmosaikvirus: gescheckte Blätter
Das Salatmosaikvirus kann Wuchsstockungen und hell-dunkel gescheckte Blätter verursachen. Es wird über Saatgut und Blattläuse verbreitet und lässt sich nicht direkt heilen. Virusverdächtige Pflanzen nimmst du aus dem Beet. Ob die Symptome tatsächlich virusbedingt sind, kann eine Virusdiagnose beim Pflanzenschutzdienst klären.
Weil Blattläuse das Virus übertragen und es keine Heilung gibt, ist jede Maßnahme gegen Läuse zugleich Vorsorge gegen das Mosaikvirus. Der grüne Eichblattsalat ‘Vizir’ wird mit Resistenzen gegen Falschen Mehltau, Salatblattläuse und Mosaikvirus beschrieben.
Braune Blattränder: Innenbrand statt Krankheit
Braune, abgestorbene Blattränder müssen keinen Erreger haben. Bei Kopfsalat können sie durch eine gestörte Calciumversorgung des Blattgewebes entstehen, obwohl der Boden genug Calcium enthält. Überdüngung oder eine schwankende Wasserversorgung können diesen CalciumtransportCalciumtransport ist die Verteilung von Calcium in der Pflanze. Calcium wandert mit dem Wasserstrom aus dem Boden in die Blätter, wo das Wasser verdunstet (Transpirationsstrom); Früchte verdunsten wenig und erhalten deshalb weniger Calcium. stören. Ein übermäßiges Stickstoffangebot kann bei stark wachsenden Salaten Schäden an jungen Blatträndern begünstigen. Eine späte Stickstoff-Kopfdüngung kann das Innenbrandrisiko zusätzlich erhöhen. An Endivien kann eine unzureichende Calciumversorgung der Blattränder Kranzfäule auslösen, an Radicchio Blattrandnekrosen.
Reicht das Calcium im Boden und gelangt nur nicht ins Blatt, bleibt zusätzliche Calciumdüngung wirkungslos. Du setzt deshalb an gleichmäßigem Wasser und maßvollem Stickstoff an.
Auch Nährstoffmangel wird leicht mit Krankheiten verwechselt. Vergilbt die ganze Pflanze bei gehemmtem Wachstum, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Rand- und Zwischenadernekrosen älterer Blätter können bei Kopfsalat auf Kaliummangel hinweisen. Vergilben dagegen die Flächen zwischen den Adern, während die Ränder zunächst grün bleiben, kommt Magnesiummangel infrage. Bei ungeklärten Wachstumsstörungen unterscheidet eine Bodenanalyse Mangel, Überschuss und Ungleichgewicht, denn Nachdüngen auf Verdacht kann die Lage verschlechtern.
Vorbeugen, kontrollieren, eingreifen
Vorbeugung beginnt bei Standort, Abstand und Gießzeit: Wer gleichmäßig und am Morgen gießt und den Pflanzen Luft lässt, senkt das Risiko ohne zusätzliches Mittel. Danach kontrollierst du regelmäßig, förderst Nützlinge und greifst mechanisch ein, Chemie bleibt das letzte Mittel. Wie diese Stufenfolge für alle Salate und Blattgemüse aussieht, zeigt der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.
Nützlinge und Hausmittel
Schwebfliegen und Florfliegen fressen als Larven Blattläuse, als erwachsene Tiere brauchen sie Pollen und Nektar aus Blühflächen, etwa mit Kornblume oder Phacelia. SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. und Rapsöl gelten als nützlingsschonende Hausmittel gegen Blattläuse, eine sichere Wirkung versprechen sie aber nicht. Welche Nützlinge, Barrieren und Fallen ohne Chemie infrage kommen, zeigt der Ratgeber, wie du Schädlinge auf natürliche Weise vom Salatbeet fernhältst.
Chemischer Pflanzenschutz: nur als letztes Mittel
Ein chemisches Mittel kommt für mich erst in Frage, wenn Vorbeugen, Absammeln, Netze und Nützlinge nicht ausreichen. Im Hausgarten darfst du nur Pflanzenschutzmittel einsetzen, die entsprechend zugelassen und für die nichtberufliche Anwendung gekennzeichnet sind. Ob ein Mittel für deinen Salat infrage kommt, entscheidet die Zulassung des einzelnen Produkts. Deshalb stehen hier weder Mittel noch Mengen. Lies die Gebrauchsanweisung vollständig und halte dich an Anwendung, Schutzkleidung und Wartezeit. Reste und leere Packungen entsorgst du so, wie es die Gebrauchsanweisung vorgibt.
Jeder Einsatz kann Nützlinge treffen. Vom Frühjahr bis zum Frühsommer vermehren sie sich und reagieren besonders empfindlich, deshalb verzichtest du in dieser Zeit möglichst auf Spritzungen gegen Insekten. Auch Gelbtafeln im Freien sind nicht harmlos: Solche Tafeln können Nützlinge anlocken und Vögel sowie Fledermäuse gefährden, die gefangene Insekten erbeuten wollen. Bist du unsicher, was hinter einem Schadbild steckt, kann der Pflanzenschutzdienst weiterhelfen, etwa bei einem Virusverdacht.
Trage die Schutzkleidung, die die Gebrauchsanweisung vorschreibt. Behandelten Salat erntest du erst, wenn die dort genannte Wartezeit abgelaufen ist.
Worauf du bei einzelnen Salatarten achtest
Einige Probleme hängen an bestimmten Arten. Die Tabelle zeigt, worauf du bei ihnen besonders schaust.
| Salatart | Worauf du achtest |
|---|---|
| Endivie | Salatwurzelläuse an den Wurzeln, Schwarzfäule durch Rhizoctonia, Sclerotinia-Fäule am Strunk, Kranzfäule an den Blatträndern |
| Radicchio | Grauschimmel bei hoher Luftfeuchtigkeit, Blattrandnekrosen durch unzureichende Calciumversorgung des Gewebes |
| Chicorée | in der Regel kein Pflanzenschutz nötig; gelegentlich Echter Mehltau als weißer Pilzbelag, Fraßgänge der Chicoréeminierfliege im Blattinneren, Blattläuse |
| Feldsalat | Falscher Mehltau mit gelben Blättern, Sclerotinia-Fäule, bei einem Boden-pH unter 6,5 der Erreger FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. oxysporum |
| Rucola und Asia-Salate | Erdflöhe; an kohlartigen Asia-Salaten auch Kohlweißlingsraupen; Kohlhernie an anfälligen Kreuzblütlern |
| Pak Choi | Alternaria mit rundlichen, später zusammenfließenden Flecken, auch über Saatgut übertragbar; Falscher Mehltau bei langer BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren.; Echter Mehltau, begünstigt über 25 °C |
Für vier Salattypen gibt es eigene Ratgeber. Lies nach, welche Krankheiten und Schädlinge Eichblattsalat bedrohen und wie du Eissalat natürlich vor Läusen, Schnecken und Pilzen schützt. Für Bataviasalat erfährst du, was über den allgemeinen Salatschutz hinaus zu beachten ist. Beim Schnittsalat geht es darum, wie du ihn über die KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. vor Salatfäule bewahrst.
Befallenen Salat noch essen?
Sichtbar verschimmelten Salat und Blätter mit faulen oder schmierigen Stellen entsorgst du, denn Waschen oder Auffrischen macht sie nicht wieder genießbar. Wie du gesunden Salat erntest und frisch hältst, steht im Überblick zu Salaten und Blattgemüse in den Abschnitten Ernten und Frisch halten.




