Endivien schützen: Schnecken, Läuse und Fäulen erkennen und vorbeugen
- Welkt eine Endivie, schau zuerst an die Wurzeln: Gelbliche Läuse mit weißen, wachsartigen Flöckchen sprechen für Salatwurzelläuse.
- Der Schneckenzaun muss lückenlos stehen, eingeschlossene Tiere sammelst du ab. Offene Bierfallen locken zusätzliche Schnecken an.
- Kranzfäule kann trotz genug Calcium im Boden entstehen. Kalk nachzustreuen trifft deshalb nicht die Ursache.
- Gegen Fäulen: bei feuchtem Wetter nicht bleichen, faulende Pflanzen entfernen und nichts Krankes als Mulch verwenden.
- Endivien kommen nur alle 3 bis 4 Jahre auf dasselbe Beet, verwandte Zichorien zählen in der Fruchtfolge mit.

Wenn eine Endivie im Beet plötzlich schlapp macht, greife ich nicht zuerst zur Gießkanne. Ich lockere die Erde am Strunk und sehe mir die Wurzeln an. Welke Blätter können bei Trockenstress auftreten, aber genauso bei beginnender Wurzelfäule. Hinter dem Welken können auch Salatwurzelläuse oder Sclerotinia-Fäule stecken, und Wühlmäuse fressen an den Wurzeln. Prüf deshalb erst die Bodenfeuchte, bevor du nachgießt, und dünge nicht auf Verdacht nach, denn das kann die Bedingungen verschlechtern.
Hier erfährst du, woran du die Schäden an Endivien erkennst, wie du vorbeugst und was du bei Befall tust. Fehler bei Aussaat, Standort und KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. sammelt der Beitrag über typische Fehler im Endivienanbau und wie du sie vermeidest.
Welke, Löcher, braune Ränder: was dahinterstecken kann
Ein Schadbild ist ein Hinweis, keine Diagnose. Die Tabelle zeigt dir, wo du beim Kontrollgang genauer hinsehen solltest.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Pflanze welkt, an den Wurzeln sitzen gelbliche Läuse und weiße, wachsartige Flöckchen | Salatwurzelläuse | ausreichend wässern, beim nächsten Satz ein engmaschiges Netz auflegen |
| Pflanze welkt, der Strunk ist zerstört, an der Basis zeigt sich weißliches Pilzgeflecht | Sclerotinia-Fäule | Pflanze aus dem Beet nehmen, nicht als Mulch verwenden |
| bodennahe Blätter werden braun, Blattrippen und Strunk bleiben zunächst erhalten | Schwarzfäule durch Rhizoctonia | faulende Pflanze entfernen, Pflanzabstände prüfen |
| Blattränder werden braun und sterben ab | Kranzfäule | gleichmäßig wässern, Stickstoff maßvoll halten |
| Fraßstellen und Schleimspuren | Schnecken | absammeln, Zaun auf Lücken prüfen |
| junge Blätter verkrüppelt, Läuse bis ins Herz | Blattläuse | Herz aufbiegen, Nützlinge fördern |
| Wurzeln und unterirdische Pflanzenteile angefressen | Wühlmäuse | auf Ultraschallgeräte verzichten, sie wehren Wühlmäuse nicht wirksam ab |
| Blätter welk, Boden trocken, Wurzeln sauber | Trockenstress | Bodenfeuchte auch in 20 cm Tiefe prüfen, dann durchdringend gießen |
Bleibt die Ursache unklar, kann eine Bodenanalyse Nährstoffmangel, Überschüsse und Ungleichgewichte voneinander unterscheiden.
Diese Punkte gehe ich beim Kontrollgang der Reihe nach durch.
- Welke Pflanze: erst die Bodenfeuchte prüfen, dann die Wurzeln ansehen.
- Schneckenzaun lückenlos und frei von überhängenden Blättern?
- Herz aufgebogen und auf Läuse geprüft?
- Bodennahe Blätter ohne braune Stellen?
- Netzränder dicht am Boden?
- Faulende Pflanzen entfernt und nicht in den Mulch gegeben?
Vorbeugen: Fruchtfolge, Pflanzung, Düngung
Anbaupause einplanen
Setz Endivien nur alle 3 bis 4 Jahre auf dasselbe Beet, damit keine Nachbauprobleme entstehen. Verwandte Zichorien zählen dabei mit, also Chicorée, Radicchio und Zuckerhut. Damit die Pause nicht untergeht, trage ich jede Zichorie in meinen Plan für das ganze Beet ein.
Luftig und hoch pflanzen
In der Reihe stehen Endivien 20 bis 30 cm auseinander. Zwischen den Reihen lässt du 20 bis 40 cm Platz. Beim Setzen achtest du darauf, dass keine Blätter auf der Erde aufliegen.
Für Salat gilt: Setz die Jungpflanzen so hoch, dass der ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. etwa 1 cm aus dem Boden schaut. Zu tief gesetzter Salat fault leicht an den bodennahen Blättern. Genau dort beginnt bei Endivien die Schwarzfäule durch Rhizoctonia. Hoch pflanzen setzt also an den Blättern an, die dieser Erreger zuerst befällt. Auch eine Dammkultur gehört zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Salatfäulen.
Maßvoll düngen
Steht die Endivie in einem Beet, das zur Vorkultur reifen Kompost bekommen hat, braucht sie keine zusätzliche Düngung. Zu viel Stickstoff kann dagegen die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge erhöhen. Überdüngte Pflanzen werden außerdem stärker von Blattläusen befallen. Eine Extragabe „zur Stärkung“ bringt im kompostversorgten Beet also keinen Vorteil, nur zusätzliches Risiko.
Schnecken: Barriere, Absammeln, wenige Verstecke
Schnecken erkennst du an Fraßstellen und Schleimspuren. Die Tiere fressen überwiegend nachts, bei feuchter Witterung auch tagsüber. Zu den wichtigen Schadschnecken zählen Spanische Wegschnecke, Garten-Wegschnecke und Genetzte Ackerschnecke.
Ein Schneckenzaun hält vor allem Tiere ab, die neu ins Beet einwandern. Er muss lückenlos stehen und frei von überhängenden Pflanzen bleiben. Schnecken, die schon drinnen sind, sammelst du ab. Salatkragen aus Kunststoff oder Metall können junge Salatpflanzen zusätzlich schützen. Kupferband als Barriere sollte mindestens 5 cm breit sein.
Ich sammle spät abends und früh morgens, bei Regen auch zwischendurch, weil sich Schnecken dann besonders gut absammeln lassen. Tagetes am Beetrand können als Lockpflanzen das Auffinden erleichtern. Gieß morgens und gezielt an die Endivien, damit die Wege, über die Schnecken zuwandern, trocken bleiben.
Mulch hält Feuchtigkeit im Boden, kann aber den Schneckenbesatz erhöhen. Grobes Material wie Rinde bietet den Tieren zusätzliche Verstecke. Bei starkem Nacktschneckenbefall kann es sinnvoll sein, den Mulch samt Schnecken und Eiern abzuräumen. Kröten, Frösche, Vögel und räuberische Insekten können zur Regulierung des Bestands beitragen.
Bierfallen gelten als Schneckenhilfe, locken aber zusätzliche Schnecken an und können Nützlinge gefährden. Trinkfertiger Kaffee ist kein wirksames Mittel gegen Nacktschnecken. Knoblauchpräparate zeigen gegen sie nur eine geringe Wirkung.
Blattläuse: Nützlinge arbeiten lassen
Blattläuse können junge Salatblätter verkrüppeln und einen Salatkopf bis ins Innere besiedeln. Beim Kontrollgang biege ich deshalb auch das Herz der Endivie auf und schaue nicht nur auf die Außenblätter.
Im Garten arbeiten vor allem Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen und Blattlaus-Schlupfwespen gegen Blattläuse. Die Larven der Florfliege und vieler Schwebfliegenarten fressen Blattläuse. Die erwachsenen Tiere leben von Pollen, Nektar und HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn.. Deshalb setze ich Blumen als bunte Tupfer zwischen das Gemüse: Dill und Kerbel, Ringelblume, Kornblume, Phacelia und Buchweizen. Zum Überwintern brauchen Nützlinge Unterschlupf, etwa Laub- und Astmulch unter Sträuchern oder einen Reisighaufen. Staudenbeete räume ich erst Ende März ab.
Ein Siebenpunkt-Marienkäfer frisst bis zu 150 Blattläuse am Tag. Eine Schwebfliegenlarve vertilgt in ihrer Entwicklung 150 bis 900 Läuse. Bei der Florfliegenlarve sind es bis zu 100 am Tag.
Gekaufte Blattlausgegenspieler an Salat freizulassen gilt im Hausgarten als Maßnahme mit nicht gesicherter Wirkung. Schwebfliegen kannst du ohnehin nicht kaufen, sie wandern aus der Umgebung zu. Im Salatbeet gehören viele kleine Sätze und ein früher Erntebeginn zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Blattläuse.
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. und Rapsöl werden als nützlingsschonende Hausmittel gegen Blattläuse genannt. Ich ordne sie als Notbehelf ein, nicht als Schutz, auf den ich mich verlasse. Vom Frühjahr bis in den Frühsommer vermehren sich die Nützlinge und reagieren dann sehr empfindlich auf Spritzungen. Gelbtafeln im Freien können Nützlinge anlocken und Vögel sowie Fledermäuse gefährden, die an die gefangenen Insekten wollen. Ins Endivienbeet hänge ich deshalb keine.
Salatwurzelläuse: Befall unter der Erde
Welkt eine Endivie, obwohl der Boden feucht ist, lohnt der Blick an die Wurzeln. Gelbliche Läuse und weiße, wachsartige Flöckchen sprechen dann für Salatwurzelläuse. Ausreichendes Wässern kann die Schäden begrenzen.
Vorbeugend kannst du versuchen, den Zuflug der Läuse mit einem engmaschigen Netz ab Juni zu begrenzen. Für Gemüse eignen sich möglichst feinmaschige Netze mit Maschenweiten unter 1 mm, bei Salat aus leichtem Material. Das Netz kommt sofort nach der Pflanzung auf und bleibt mit dichtem Abschluss am Boden bis zur Ernte liegen. Im Hochsommer lüftest du es kontrolliert, damit es darunter nicht zu heiß wird. Weil das Netz nur den Zuflug begrenzt, kann es nur wirken, wenn es von der Pflanzung an dicht aufliegt. Wann Endivien im Jahresverlauf gesät und gepflanzt werden, zeigt dir der Anbaukalender.
Ich lege das Netz am Pflanztag auf und grabe die Ränder ringsum ein. Zum Kontrollieren hebe ich es nur an einer Seite an und schließe es danach sofort wieder.
Fäulen und Kranzfäule: wenn Endivien braun werden
Schwarzfäule durch Rhizoctonia befällt bei Endivien zuerst die bodennahen Blätter. Deren dünne Blattflächen werden braun, während Blattrippen und Strunk zunächst erhalten bleiben. Sclerotinia-Fäule zerstört dagegen den Strunk. Die Pflanze welkt, und an ihrer Basis zeigt sich weißliches Pilzgeflecht. Faulende Pflanzen nimmst du aus dem Beet, und kranke Pflanzenreste verwendest du nicht als Mulch.
Die Dauerkörper der Sclerotinia-Fäule können im Boden bleiben und nachfolgende WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter. infizieren. Auch Feldsalat, Kopfsalat, Gurken und Tomaten können daran erkranken. Nach einem Befall plane ich deshalb keinen dieser Wirte als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. auf demselben Beet.
Gieß morgens und möglichst bodennah, damit benetzte Blätter tagsüber abtrocknen. Als Orientierung zur Vorbeugung gegen Salatfäulen gelten im Hausgarten 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang. Mehr dazu, wie du Salate gleichmäßig und am Morgen gießt und pflegst, findest du im Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse.
Weite Pflanzabstände, Reihen in Hauptwindrichtung und morgendliches Gießen gehören im Salatbeet auch zur Vorbeugung gegen Falschen Mehltau.
Bleichen erhöht bei feuchtem Wetter die Fäulnisgefahr. Die lichtdichte Haube kommt erst eine Woche vor der Ernte über den Kopf. Bei nassem Wetter lasse ich sie weg.
Kranzfäule: wenn Calcium die Blattränder nicht erreicht
Kranzfäule kann entstehen, wenn die Blattränder zu wenig Calcium bekommen, obwohl der Boden genug davon enthält. Kalk nachzustreuen trifft deshalb nicht die Ursache. Bei Salaten können Blattränder absterben, wenn Überdüngung oder schwankende Wasserversorgung den CalciumtransportCalciumtransport ist die Verteilung von Calcium in der Pflanze. Calcium wandert mit dem Wasserstrom aus dem Boden in die Blätter, wo das Wasser verdunstet (Transpirationsstrom); Früchte verdunsten wenig und erhalten deshalb weniger Calcium. stören. Endivien haben während der Hauptwachstumszeit einen hohen Wasserbedarf und brauchen auch im Herbst Wasser, wenn der Regen nicht reicht. Ich gieße sie deshalb gleichmäßig und halte den Stickstoff maßvoll.
Sorten: auf Widerstandsfähigkeit achten
Bei der Sortenwahl lohnt ein Blick in die Beschreibung. Die Frisée-Endivie ‘Wallonne-Monaco’ wird für den Herbstanbau als widerstandsfähig gegen Kranzfäule beschrieben. Die mittelfein gekrauste ‘Wallonne’ eignet sich ebenfalls für den Herbstanbau und widersteht ersten Frösten sowie Nässe. Worin sich Eskariol und Frisée sonst unterscheiden, erklärt der Vergleich, welche Endivienart zu deinem Garten passt.
Mischkultur: Unterstützung, kein Ersatz für Zaun und Netz
Günstige Nachbarschaftseffekte zwischen Gemüsearten sind schwer nachzuweisen und werden teils widersprüchlich beschrieben. Ich wähle Nachbarn für Endivien deshalb danach, ob Boden, Abstand und Wasser für beide Kulturen passen. Steinkraut liefert viel Nektar und Pollen und fördert Schwebfliegen, SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und Raubwanzen. Als Zwischenpflanzung im Salat traten dabei signifikant weniger Salatblattläuse auf. Geplante Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer.
Pflanzenschutzmittel: nur als letztes Mittel
Reichen Vorbeugung, Barrieren und Absammeln nicht aus, bleibt ein Pflanzenschutzmittel das letzte Mittel. Infrage kommen nur Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten. Lies die Gebrauchsanweisung vollständig, trag Schutzkleidung und halte die Wartezeit bis zur Ernte ein. Reste und leere Packungen entsorgst du vorschriftsgemäß. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, auf die du im Endivienbeet setzt.
Ernte: gesunde Köpfe, kurze Lagerung
Endivien erntest du je nach Satz von Juni bis November. Köpfe mit Schimmel, fauligen oder schmierigen Stellen oder muffigem Geruch gehören nicht in die Küche. Gesunde Köpfe halten in einem feuchten Tuch im Gemüsefach etwa 2 bis 3 Tage, und wann und wie du Endivien erntest und lagerst, steht im eigenen Ratgeber.





