Eskariol oder Frisée: Unterschied der Endivien und welche zu dir passt
- Eskariol ist die glatte Endivie mit breiten, glatten Blättern, Frisée die krause mit schmaleren, geschlitzten und gekrausten Blättern.
- Beide gehören zur Art Cichorium endivia und teilen die Kulturdaten: Aussaat von Mai bis Juli, Ernte von Juni bis November.
- Bei beiden Typen schmecken die äußeren Blätter bitterer als die hellgelben inneren.
- Für den Herbstanbau gilt Escariol grüner als frostunempfindlich, die krause Wallonne widersteht ersten Frösten und Nässe.
- Ob Endivie in den Kübel passt, hängt von der Sorte ab.

Glatt oder kraus: Bei Endivien fällt die Entscheidung schon beim Saatgutkauf, geerntet wird erst zwischen Juni und November. Wer nur „Endivie“ auf der Tüte liest, erntet womöglich gekrauste Blätter, obwohl er breite, glatte wollte. Ich lege deshalb vor der Aussaat fest, was im Herbst in die Schüssel soll, und suche erst danach Typ und Sorte aus.
Der Unterschied in einem Satz: Eskariol ist die glatte Endivie mit breiten, glatten Blättern, Frisée die krause Endivie mit schmaleren, geschlitzten und gekrausten Blättern. Die krause Endivie heißt auch Friséesalat, Endiviensalat sind beide. Für beide gelten dieselben Kulturdaten, den Unterschied machen Blatt und Sorte.
Endivie heißt botanisch Cichorium endivia und ist ein bitter schmeckendes Salatgemüse. Man unterscheidet glatte und krause Typen. Zur glatten Form gehören die breitblättrigen Eskariol-Sorten, zur krausen Form der Frisée.
Endiviensalat und Frisée im direkten Vergleich
Die erste Tabelle zeigt, worin sich die beiden Typen unterscheiden. Als Sortenbeispiele stehen zwei Endivien für den Herbstanbau.
| Merkmal | Eskariol, glatte Endivie | Frisée, krause Endivie |
|---|---|---|
| Blatt | breit und glatt | schmaler, geschlitzt und gekraust |
| Bitterkeit | äußere Blätter bitterer als die hellgelben inneren | äußere Blätter bitterer als die hellgelben inneren |
| Sortenbeispiel | Escariol grüner: fleischige, ganzrandige Blätter, milder Geschmack, frostunempfindlich | Wallonne: mittelfein gekraust, widersteht ersten Frösten und Nässe |
| Kübel | je nach Sorte, Escariol grüner ist nicht für Gefäße vorgesehen | je nach Sorte |
Die Kulturdaten gelten für die ganze Art und damit für beide Typen gleich:
| Kulturdaten für beide Typen | Wert |
|---|---|
| Aussaat | Mai bis Juli |
| Kulturdauer | 56 bis 112 Tage |
| Abstand in der Reihe | 20 bis 30 cm |
| Reihenabstand | 20 bis 40 cm |
| Lichtbedarf | sonnig |
| Ernte | Juni bis November |
Wer zwischen glatt und kraus wählt, entscheidet also über Blatt und Sorte, nicht über Saattermin oder Beetplan.
Wie bitter schmecken Eskariol und Frisée?
Bitter sind beide, denn Endivie ist ein bitter schmeckendes Salatgemüse. Innerhalb eines Kopfes kommt es auf das Blatt an: Bei Eskariol wie bei Frisée schmecken die äußeren Blätter bitterer als die hellgelben inneren. Wer es mild mag, liest zusätzlich die Sortenbeschreibung, denn Escariol grüner etwa wird ausdrücklich als mild beschrieben.
Beim Ernten koste ich von jedem Kopf ein äußeres und ein inneres Blatt. Die hellen Herzblätter kommen roh in die Schüssel, die dunklen Außenblätter schneide ich fein und mische sie unter.
Zartere und weniger bittere Blätter sind das Ziel beim Bleichen. Dafür wird der Kopf eine Woche vor der Ernte mit einer lichtdichten Haube abgedeckt. Bei feuchtem Wetter erhöht das Bleichen allerdings die Fäulnisgefahr. Worauf du dabei achtest, zeigt der Ratgeber, wie du Endivien bleichst.
Welcher Typ passt zu deiner Küche?
In der Küche arbeite ich mit den beiden Typen unterschiedlich. Frisée zupfe ich in kleine Büschel, weil die geschlitzten Blätter schon fein sind. Eskariol schneide ich quer in Streifen, weil die breiten Blätter sonst zu groß für die Gabel sind. Roh und warm lassen sich beide zubereiten, Ideen vom Salat bis zu Gratin und Suppe findest du bei den Rezepten für rohe und warme Endivien.
Ganze Blätter wäschst du kurz und gründlich, denn langes Wässern laugt Nährstoffe aus. Beim Frisée schüttle ich die Büschel danach kräftig aus. Frisch geerntete Endivie hält in einem feuchten Tuch im Gemüsefach etwa 2 bis 3 Tage, ob glatt oder kraus. Wie du den Erntezeitpunkt wählst und die Köpfe lagerst, steht im Ratgeber, wann du Endivien erntest und wie du sie frisch hältst.
Die Tabellenwerte für Nährstoffe gelten für Endivie insgesamt und trennen nicht nach glatt und kraus. Einen Vitaminvorsprung für einen der beiden Typen kannst du daraus nicht ablesen. Die Werte findest du im Überblick zu Salaten und Blattgemüse unter Nährwerte, Küche und Oxalsäure.
Welche Endivie passt zu deinem Garten?
Für Eskariol und Frisée gelten dieselben Kulturdaten der Art. Die Gartenfrage entscheidest du deshalb über die Sorte, den Platz und die Zeit, bis zu der du ernten willst.
Ernte bis in den Herbst
Weil Endivie als Art nicht winterhart ist, ihre Erntezeit aber bis in den November reicht, entscheidet für späte Köpfe die Sorte. Escariol grüner gilt als frostunempfindliche Endivie für den Herbstanbau, die krause Wallonne widersteht ersten Frösten. Die Frisée-Endivie Wallonne-Monaco wird zusätzlich als widerstandsfähig gegen Kranzfäule für den Herbstanbau beschrieben.
Säe eine glatte und eine krause Herbstsorte in zwei Reihen nebeneinander. So vergleichst du Geschmack und Wuchs direkt in deinem Beet.
Feuchter Boden oder nasser Herbst
Endivie mag feuchten, aber gut durchlässigen Boden. In nassen Lagen passt eine Sorte, die Nässe verträgt, wie die krause Wallonne. Mit dem Bleichen wartest du dort auf trockenes Wetter, weil es bei Feuchte die Fäulnisgefahr erhöht.
Sonniges Beet und Sommerhitze
Endivie braucht einen sonnigen Platz. Im Sommer kann leichte Beschattung dem SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. entgegenwirken, bei glatten wie bei krausen Sorten.
Balkon und Kübel
Ob Endivie ins Gefäß passt, hängt von der Sorte ab. Grundsätzlich kommt der Kübel als Anbauort infrage, Escariol grüner ist aber ausdrücklich nicht für Gefäße vorgesehen. Prüfe deshalb vor dem Kauf die Sortenangabe zur GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen.. Gefäß, Erde, Gießen und Winterschutz behandelt der Ratgeber zu Endivien im Kübel auf Balkon und Terrasse.
Wenig Platz im Beet
Für die Beetplanung rechnest du bei beiden Typen mit denselben Abständen aus der Tabelle oben. Wie viele Köpfe auf deine Fläche passen, siehst du, wenn du dein Beet im Beetplaner anlegst.
Die Sorte nur nach dem Typ auswählen. Ob ein Kopf mild schmeckt, Nässe verträgt oder in den Kübel darf, steht in der Sortenbeschreibung und nicht im Wort Eskariol oder Frisée.
Diese Fragen klärst du vor dem Saatgutkauf.
- Willst du breite, glatte Blätter oder geschlitzte, gekrauste?
- Soll der Salat mild sein? Dann achte auf die Sortenbeschreibung und iss vor allem die inneren Blätter roh.
- Willst du bis in den Herbst ernten? Dann wähle eine Herbstsorte wie Escariol grüner oder Wallonne.
- Ist dein Garten feucht? Dann achte auf die Angabe zur Nässe.
- Säst du für den Kübel? Dann prüfe, ob die Sorte für Gefäße vorgesehen ist.
Anbau, Pflege und Schutz: bei beiden Typen gleich
Eskariol und Frisée säst, pflanzt und erntest du im selben Rhythmus. Gesät wird bei unter 20 °C, weil darüber Keimhemmungen drohen. Den ganzen Ablauf zeigt der Anbaukalender, wann du Endivien säst, pflegst und erntest.
Endivien haben in der Hauptwachstumszeit einen hohen Wasserbedarf und brauchen auch im Herbst Wasser, wenn der Regen nicht reicht. Sommerliche Trockenheit kann die Köpfe zur Reife hin rasch zäh werden lassen. Wie du gleichmäßig und am Morgen gießt, steht im Salat-Überblick unter Gießen und Pflegen.
Welken Endivien und sitzen gelbliche Läuse sowie weiße, wachsartige Flöckchen an den Wurzeln, kann das auf Salatwurzelläuse hindeuten. Kranzfäule kann durch eine unzureichende Calciumversorgung der Blattränder entstehen, auch wenn der Boden genug Calcium enthält. Vorbeugen und Eingreifen beschreibt der Ratgeber, wie du Endivien vor Schädlingen und Krankheiten schützt.






