Tomatenkrankheiten erkennen und behandeln: Diagnose nach Symptom
- Erst einordnen: Pilz, Bakterium, Virus oder Pflegefehler – nur ansteckende Krankheiten breiten sich im Bestand aus, Stoffwechselstörungen wie Blütenendfäule nicht.
- Kraut- und Braunfäule erkennst du an grau-braunen, unscharfen Blattflecken, weißlichem Belag auf der Blattunterseite und harten braunen Fruchtflecken; befallene Teile sofort in den Hausmüll.
- Braunfäule braucht feucht-kühle Witterung und nasses Laub – Regendach, Gießen an die Wurzel und ein luftiger Stand sind die wirksamste Vorsorge.
- Gegen Welkepilze und Viren gibt es kein Mittel: Pflanze entfernen, Werkzeug reinigen, vier Jahre Anbaupause für Nachtschattengewächse.
- Chemischer Pflanzenschutz bleibt das letzte Mittel – nur im Rahmen aus dem Tomaten-Hub: Zulassung für Haus- und Kleingarten, Gebrauchsanweisung, Wartezeit.

Tomatenkrankheiten erkennen: erst einordnen, dann handeln
Wenn Tomatenpflanzen Flecken, Beläge oder welke Triebe zeigen, ist der erste Reflex meist, sofort etwas zu spritzen. Der bessere erste Schritt ist ein Blick auf die Frage, womit du es überhaupt zu tun hast: mit einem Pilz, einem Bakterium, einem Virus – oder mit einem Pflegefehler, der nur so aussieht wie eine Krankheit. Denn nur ansteckende Krankheiten breiten sich im Bestand aus, und nur bei ihnen entscheidet Tempo über die Ernte. Ich gehe deshalb bei jedem auffälligen Blatt zuerst diese Einordnung durch, bevor ich etwas abschneide, gieße oder dünge.
Die folgende Übersicht ist der Einstieg in die Diagnose; die einzelnen Bilder gehen wir danach durch.
| Was du siehst | Woran es meist liegt | Ansteckend? |
|---|---|---|
| Grau-braune, unscharfe Blattflecken, weißlicher Belag auf der Blattunterseite, harte braune Fruchtflecken | Kraut- und BraunfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten. | Ja |
| Kleine runde, graubraune Flecken mit dunklem Rand, von unten nach oben | Blattfleckenkrankheit | Ja |
| Weißer, mehliger, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite | Echter Mehltau | Ja |
| Grauer, pelziger Belag an Stängelverletzungen, Blüten und Früchten | Grauschimmel | Ja |
| Pflanze welkt trotz feuchtem Boden, oft einseitig, Leitbahnen im Stängel braun | Welkepilze (FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault., Verticillium) | Ja, über den Boden |
| Kleine wässrige Flecken mit gelbem Hof, später braun-schwarz, auch an Früchten | Bakterienflecken | Ja |
| Hell-dunkel gescheckte, blasige oder farnartig schmale Blätter, gestauchter Wuchs | Tomatenmosaikvirus | Ja, über Hände und Werkzeug |
| Braune, ledrige Stelle an der Fruchtunterseite | BlütenendfäuleBlütenendfäule ist eine physiologische Störung vor allem an Tomaten und Paprika: Durch Calciummangel in der Frucht bildet sich an der Blütenansatzstelle ein dunkler, wässriger Fleck, der später eintrocknet und verhärtet. Sie ist kein Pilz- oder Schädlingsbefall. | Nein |
| Risse um den Stielansatz oder strahlenförmig | Fruchtplatzen | Nein |
| Harte grüne oder gelbe Fruchtschulter bei sonst reifer Frucht | Grünkragen | Nein |
| Gleichmäßig gelbe alte Blätter, Gelb zwischen grünen Adern | Nährstoffmangel | Nein |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Warme Anzucht; nach Ende der Frostgefahr ins unbeheizte Gewächshaus oder Freiland. Substrat gleichmäßig feucht halten; Stabtomaten benötigen eine Stütze.
- Bodenart
Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gleichmäßig feucht und gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Gewächshaus, im Hochbeet, im Kübel oder im Topf möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Sorte Hofmanns Rentita etwa 0,5–1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Regelmäßig gießen und das Substrat gleichmäßig feucht halten. Eintriebig erzogene Stabtomaten benötigen eine Stütze.
- Düngung
Zunächst ausgewogenen Flüssigdünger verwenden; nach Ansatz der ersten Früchte zu kaliumbetontem Flüssigdünger wechseln.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als spreizklimmender Halbstrauch.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Hängeampel, Wintergarten und Gewächshaus.
Kraut- und Braunfäule: die wichtigste Tomatenkrankheit
Keine andere Krankheit vernichtet in deutschen Gärten so viele Tomaten wie die Kraut- und Braunfäule. Sie kommt fast in jedem Sommer, sie kommt schnell, und sie kommt bevorzugt dann, wenn die Ernte gerade beginnt.
Woran du sie erkennst
Der Befall beginnt an den unteren, schattigen Blättern mit grau-braunen, unscharf begrenzten Flecken, die rasch wachsen und ganze Blätter absterben lassen. Bei feuchtem Wetter bildet sich auf der Blattunterseite am Rand der Flecken ein weißlicher, feiner Belag – das sicherste Erkennungszeichen. Am Stängel entstehen dunkle, braun-schwarze Stellen, die den Trieb oberhalb absterben lassen. An den Früchten zeigen sich braune, harte, eingesunkene Flecken, oft vom Stielansatz her, das Fruchtfleisch darunter wird braun und ungenießbar. Der Verlauf ist schnell: Nach einer Regenperiode mit kühlen Nächten kann eine Pflanze in kürzester Zeit zusammenbrechen.
Woher sie kommt
Der Erreger ist Phytophthora infestans, ein pilzähnlicher Organismus, der auch die Krautfäule der Kartoffel verursacht. Er überdauert in befallenen Kartoffelknollen und in Pflanzenresten; von dort fliegen die Sporen mit dem Wind und mit Spritzwasser auf die Tomaten und keimen im Wassertropfen auf dem Blatt. Braunfäule braucht also zwei Dinge: eine Quelle in der Nähe – oft das eigene oder das benachbarte Kartoffelbeet – und nasses Laub. Feucht-kühle Witterung mit langen Taunächten liefert beides. Ansteckend ist sie zwischen Tomaten und Kartoffeln in beide Richtungen; Gurken, Bohnen oder Salat befällt sie nicht.
Was du bei Befall tun kannst
Sofort alle befallenen Blätter, Triebe und Früchte abnehmen und im Hausmüll entsorgen, nicht auf dem Kompost. Sitzt der Befall im Haupttrieb, kommt die ganze Pflanze raus, damit sie nicht zur Sporenquelle für die Nachbarn wird. Danach die Bedingungen ändern: Regendach nachrüsten, nur morgens und an die Wurzel gießen, bodennahe Blätter entfernen, ausgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte. für Luft im Bestand, Schere und Hände nach jedem Kontakt reinigen. Reife und fast reife Früchte erntest du zügig. Ob chemischer Pflanzenschutz als letztes Mittel infrage kommt, entscheidest du nur im Rahmen aus dem Tomaten-Hub – dazu unten mehr.
„Backpulver hilft gegen Braunfäule.” Nein. Backpulver, also Natron, kursiert als Hausmittel gegen Echten Mehltau, und schon dort ist der Nutzen nicht belegt. Gegen Phytophthora infestans ist für Backpulver keine Wirkung belegt. Die Zeit, die du mit Sprühen verbringst, ist beim Entfernen befallener Blätter, beim Regendach und beim trockenen Gießen besser angelegt.
Kann man die Früchte noch essen?
Früchte mit braunen, harten oder eingesunkenen Stellen gehören in den Müll; das Fruchtfleisch darunter ist verdorben. Äußerlich makellose Früchte derselben Pflanze kannst du ernten und zügig verarbeiten – sie halten sich schlechter, weil der Erreger schon in der Frucht sitzen kann, ohne sichtbar zu sein. Grüne Früchte roter Sorten lässt du an einem warmen, hellen Platz nachreifen. Tomatin kommt vor allem in Blättern, Stängeln, Blüten und in grünen, unreifen Früchten vor; für Menschen sind die in unreifen Früchten enthaltenen Mengen unschädlich, solange der Verzehr sich im Rahmen hält.
Vorbeugen in Kürze
Die Vorsorge gegen Braunfäule ist zugleich die Grundlage jeder gesunden Tomatenkultur, und sie lebt im Tomaten-Hub: sonniger, luftiger Stand, Regendach im Freiland, Gießen morgens an die Wurzel, Ausgeizen, Abstand, Fruchtfolge. Dazu kommt die Sortenwahl – es gibt Sorten mit hoher ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. gegen Kraut- und Braunfäule; achte auf den Hinweis auf der Samentüte. Wie du diese Grundlagen im Detail einstellst, liest du im Tomaten-Hub im Abschnitt Krankheiten: vorbeugen statt behandeln.
Echter Mehltau
Echter Mehltau zeigt sich als weißer, mehliger Belag auf der Blattoberseite, der sich anfangs abwischen lässt und wiederkommt; die Blätter darunter vergilben, trocknen ein und fallen ab. Früchte befällt er nicht direkt, aber der Blattverlust kostet Ernte. Anders als Braunfäule mag er warme, trockene Tage mit feuchten Nächten, starke Temperaturschwankungen und stickstoffüberdüngte, weiche Pflanzen; im Gewächshaus tritt er häufiger auf als im Freiland. Ich kontrolliere im Gewächshaus deshalb zuerst die Blattoberseiten der dicht stehenden Pflanzen. Befallene Blätter nimmst du ab, sorgst für Luft im Bestand, düngst maßvoll und gießt gleichmäßig. Hausmittel, die gegen Mehltau kursieren, haben keine belegte Wirkung; mehr als Blätter entfernen, Luft schaffen und maßvoll düngen kannst du im Hausgarten kaum tun.
Welkekrankheiten: Fusarium, Verticillium und Bakterien
Welkt eine Tomate, obwohl der Boden feucht ist, steckt fast immer etwas in den Leitbahnen. Bei den bodenbürtigen Welkepilzen Fusarium und Verticillium vergilben die Blätter von unten nach oben, oft zuerst auf einer Seite der Pflanze, und der unten aufgeschnittene Stängel zeigt braune Leitbahnen. Fusarium verläuft meist schneller und einseitiger, Verticillium gleichmäßiger und langsamer; sicher unterscheiden lässt sich das nur im Labor, und für dich ist die Antwort ohnehin dieselbe. Ein Mittel gibt es nicht. Die Pflanze kommt samt Wurzel in den Hausmüll, an dieser Stelle gilt eine Anbaupause von vier Jahren für alle NachtschattengewächseNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen., und beim nächsten Mal wählst du eine Sorte mit F- und V-Kürzel, eine veredelte Pflanze auf resistenter Unterlage oder die Kübelkultur mit frischer Erde.
Die Bakterienwelke ist im Hausgarten selten: Die Blätter werden schlaff, bleiben aber grün, und aus dem angeschnittenen Stängel tritt ein schleimiger Ausfluss. Häufiger sind Bakterienflecken – kleine, wässrige Flecken mit gelbem Hof, die braun-schwarz werden und auch die Früchte zeichnen. Beide werden mit Spritzwasser, über Verletzungen und über Werkzeug verbreitet; trocken gehaltenes Laub, Mulch gegen Spritzwasser, saubere Scheren und das Entfernen befallener Teile sind die einzigen Maßnahmen, die dir zur Verfügung stehen.
Viruskrankheiten: das Tomatenmosaikvirus
Das Tomatenmosaikvirus färbt die Blätter hell-dunkel gescheckt, wölbt sie blasig auf oder macht sie farnartig schmal; die Pflanze bleibt gestaucht, die Früchte klein, fleckig und verformt. Übertragen wird es mechanisch – über Hände, Werkzeug, Kleidung, Saatgut und über Tabak, weshalb Raucher nach dem Rauchen die Hände waschen sollten, bevor sie an die Tomaten gehen. Das Virus ist extrem stabil und überdauert in getrockneten Pflanzenresten. Ein Mittel gibt es nicht: Befallene Pflanzen kommen samt Wurzel in den Hausmüll, Werkzeug, Stäbe und Hände werden gründlich gereinigt, und für die nächste Saison wählst du Sorten mit ToMV-Kürzel.
Wenn keine Krankheit dahintersteckt: die Stoffwechselstörungen
Ein großer Teil der Sorgen, die mir zu „Tomatenkrankheiten” geschildert werden, sind gar keine. Diese Störungen sehen dramatisch aus, sind aber nicht ansteckend und entstehen aus Wasser, Wärme und Düngung – und genau deshalb lassen sie sich mit der Pflege beheben, nicht mit einem Mittel.
Ansteckend oder Pflegefehler? Ansteckende Krankheiten hinterlassen Spuren des Erregers – Belag, Sporenrasen, Schleim –, breiten sich von einer Stelle aus und nehmen im Bestand sichtbar zu, oft ungleich von Pflanze zu Pflanze. Stoffwechselstörungen treten an mehreren Pflanzen gleichzeitig und gleichartig auf, haben scharfe Grenzen, wandern nicht weiter und bessern sich, sobald Gießen, Düngung oder Standort stimmen.
Blütenendfäule
Die braune, ledrige, eingesunkene Stelle am Blütenende der Frucht ist der Klassiker. Der Frucht fehlt Kalzium – nicht, weil der Boden zu wenig hätte, sondern weil Kalzium mit dem Wasserstrom bevorzugt in die stark verdunstenden Blätter wandert und bei Gießpausen, Hitze oder stark stickstoffbetonter Düngung nicht bis in die Fruchtspitze kommt. Längliche Sorten wie San Marzano und großfrüchtige Fleischtomaten sind häufiger betroffen. Was hilft: gleichmäßig gießen, mulchen, maßvoll und kaliumbetont düngen und den pH-Wert im Blick behalten – Ziel ist ein leicht saurer Boden mit pH-Wert 6,0 bis 6,8, darunter wird Kalzium knapp, was die Blütenendfäule begünstigt. Betroffene Früchte nimmst du ab; die nächsten bleiben bei ruhiger Wasserversorgung meist gesund. Wie die Störung sich bei der besonders anfälligen Saucensorte zeigt, liest du im Ratgeber zum Schutz von San-Marzano-Tomaten vor Krankheiten.
Fruchtplatzen
Nach einer Trockenphase kommt plötzlich viel Wasser – ein Regenguss oder ein Schwall aus der Kanne –, das Fruchtfleisch wächst schneller als die Haut, und die Frucht reißt ringförmig um den Stielansatz oder strahlenförmig von ihm weg. Die Risse sind Eintrittspforten für Fäulnis. Vorbeugen kannst du mit gleichmäßigem Gießen, Mulch, Regendach und damit, reife Früchte vor angekündigtem Starkregen abzunehmen.
Grünkragen und Sonnenschäden
Bleibt die Fruchtschulter rund um den Stiel hart und grün oder gelb, während der Rest ausreift, ist das Grünkragen – eine Reifestörung bei praller Sonne und großer Hitze, die vor allem großfrüchtige Sorten trifft. Helle, harte, papierartige Stellen auf der Sonnenseite der Frucht sind Sonnenschäden. Beides verhinderst du am ehesten mit etwas Blattschatten über den Fruchtständen, also nicht zu radikalem Entblättern, und ruhiger Wasserversorgung.
Blattverfärbungen durch Nährstoffmangel
Gleichmäßig gelbe alte Blätter, Gelb zwischen grünen Adern, violette Blattunterseiten, braune trockene Blattränder: Das sind Nährstoffmuster, keine Krankheiten. Sie treten an mehreren Pflanzen gleichartig auf und bessern sich mit gezielter Düngung oder pH-Korrektur. Wie du an den Blättern abliest, welcher Nährstoff fehlt und was jeweils hilft, erklärt der Ratgeber zum Entschlüsseln der Tomatenblätter.
Welche Mittel helfen gegen Tomatenkrankheiten?
Die ehrliche Antwort ist eine Reihenfolge, keine Liste von Produkten.
- Hygiene. Befallene Teile sofort in den Hausmüll, nie auf den Kompost. Schere und Messer nach dem Schnitt an kranken Pflanzen reinigen, Hände waschen, im Herbst Pflanzenreste, Stäbe und Gewächshaus gründlich säubern.
- KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz.. Luftiger Stand, Regendach, Gießen morgens an die Wurzel, maßvolles Düngen, Ausgeizen, Fruchtfolge. Das ist die Grundlage gegen Braunfäule und Mehltau.
- Sortenwahl. Kürzel wie F, V oder ToMV auf der Samentüte zeigen eingekreuzte ResistenzenResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. an; gegen Braunfäule gibt es tolerante Sorten.
- Nützlinge und Gelbtafeln. Nicht gegen die Krankheit selbst, aber gegen Blattläuse und Weiße Fliege, die Viren übertragen und Pflanzen schwächen.
- Chemischer Pflanzenschutz. Das letzte Mittel, wenn ein echter Ernteverlust droht – und nur im Rahmen aus dem Tomaten-Hub: Zulassung für Haus- und Kleingarten und für Tomaten, Gebrauchsanweisung, Schutzkleidung, trockenes und windstilles Wetter, Wartezeit bis zur Ernte, fachgerechte Entsorgung. Er kann Nützlinge treffen und Rückstände hinterlassen, und Zulassungen ändern sich – vor jedem Einsatz prüfen, was aktuell erlaubt ist.
Gegen Welkepilze, Bakterien und Viren gibt es kein Mittel, weder biologisch noch chemisch. Hier hilft nur Entfernen, Reinigen und Vorbeugen.
Kranke Pflanzenteile auf den Kompost werfen. Sporen von Braunfäule und Blattflecken, Welkepilze und das Tomatenmosaikvirus überdauern im Kompost und landen im nächsten Frühjahr mit der Komposterde wieder im Beet. Alles, was Flecken, Belag oder Welke zeigt, gehört in den Hausmüll – und die verbreitete Altregel von drei Jahren Anbaupause ist zu kurz: Für Nachtschattengewächse gelten vier Jahre am selben Platz.
Vorbeugen: die Grundlagen in Kürze
Die Grundlagen zu Standort, Gießen, Düngen und Fruchtfolge trägt der Tomaten-Hub; hier nur das, was gegen Krankheiten den Unterschied macht. Tomaten stehen sonnig und luftig – sechs bis acht Stunden direkte Sonne am Tag sind ideal – und im Freiland unter einem Regendach. Als Stabtomate gezogen brauchen sie 50 bis 70 cm in der Reihe und 80 bis 100 cm zwischen den Reihen, damit das Laub nach Regen und Tau schnell abtrocknet. Gegossen wird morgens an die Wurzel, gedüngt maßvoll mit Kompost als Basis. Für Nachtschattengewächse gilt eine Anbaupause von vier Jahren am selben Platz, gemeinsam für Tomate, Kartoffel, Paprika, Aubergine und Andenbeere. Ich halte außerdem einen festen Kontrollgang ein: beim Gießen die Blattunterseiten, die Stängelbasis und die Fruchtansätze ansehen – die meisten Krankheiten zeigen sich zuerst dort. Wie sich Krankheiten und Schädlinge an kompakten Buschtomaten zeigen und wie du sie dort Schritt für Schritt bekämpfst, beschreibt der Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen bei Buschtomaten.
Fazit: Diagnose zuerst, dann die richtige Maßnahme
Tomatenkrankheiten zu erkennen heißt zuerst, sie einzuordnen: Braunfäule, Mehltau und Blattflecken verlangen sofortiges Entfernen und trockenes Laub, Welkepilze und Viren das Entfernen der ganzen Pflanze und Fruchtfolge, Blütenendfäule, Platzen und Grünkragen dagegen nur eine ruhigere Hand beim Gießen. Wer die Bilder auseinanderhält, erspart sich falsche Maßnahmen. Ich gehe beim Gießen durch die Reihen und schaue auf Blattunterseiten, Stängelbasis und Fruchtansätze – so bleibt die Diagnose der erste Schritt, bevor irgendetwas abgeschnitten oder gespritzt wird.





