Wann ist Rettich erntereif? Reifezeichen, Erntefenster und Handgriffe
- Rettich ist erntereif, wenn die Pflanze ihre Größe erreicht hat und der Wurzelhals meist aus dem Boden ragt.
- Ab der Reife erntest du innerhalb einer Woche, sonst kann der Rettich scharf, holzig oder pelzig werden.
- Rettiche kannst du schon vor ihrer vollen Größe ernten.
- Bei der Handernte ziehst du den Rettich an den Blättern heraus; bei sehr trockenem Boden lockerst du vorher ringsum mit der Grabegabel.
- Späte Rettiche für das Winterlager erntest du vor dem ersten Frost.
- Ohne Laub und in ein feuchtes Tuch geschlagen hält Rettich im Kühlschrank rund eine Woche.
Ein Rettich, der nach der Reife zu lange im Beet steht, kann scharf, holzig oder pelzig werden. Das Erntefenster ist kurz: Erntereife Rettiche sollten innerhalb einer Woche aus dem Boden. Ich gehe deshalb in der Erntezeit meine Reihen ab und schaue zuerst auf den WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt..
Wann ist Rettich erntereif?
Rettich ist erntereif, wenn die Pflanze ihre sortentypische Größe erreicht hat und der Wurzelhals meist aus dem Boden ragt. Beide Zeichen siehst du, ohne zu graben. Eine feste Zentimeterzahl, die für jeden Rettich gilt, gibt es nicht. Vergleiche deine Pflanzen deshalb mit der Größe, die für deine Sorte angegeben ist.
Du musst nicht bis zur vollen Größe warten, denn Rettiche lassen sich schon vorher ernten. Streng wird es erst nach der Reife. Dann sollte ein Rettich innerhalb einer Woche raus, sonst kann er scharf, holzig oder pelzig werden. Weil früh ernten möglich ist und das Fenster danach kurz bleibt, beginnst du bei einer langen Reihe zeitig und erntest in mehreren Gängen.
Der Wurzelhals ist die Stelle, an der die Rübe in die Blätter übergeht. Beim erntereifen Rettich ragt er meist aus der Erde, du kannst ihn also im Beet direkt sehen.
So prüfe ich die Reife im Beet
Ich schaue mir zuerst die Wurzelhälse der ganzen Reihe an. Dann ziehe ich den Rettich, der am weitesten entwickelt wirkt, und schneide ihn in der Küche quer durch. Ist er innen fest, ernte ich die Reihe nach und nach ab. Wirkt er pelzig oder holzig, kann er zu lange gestanden haben oder zu trocken gewachsen sein. Dann hole ich die übrigen Rettiche zügig heraus.
Der Wurzelhals ragt meist sichtbar aus dem Boden. Die Pflanze hat die Größe, die für deine Sorte angegeben ist. Ein Probe-Rettich ist innen fest und nicht pelzig. Ab der Reife planst du die Ernte innerhalb einer Woche ein.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 1-2 cm tief säen.
Wie lange braucht Rettich bis zur Ernte?
Über das Jahr verteilt reicht die Rettichernte von April bis November. Die Kulturdauer von Rettich liegt zwischen 21 und 126 Tagen. Diese Spanne ist groß, deshalb helfen dir Werte für einzelne Typen mehr:
| Rettich | Aussaat | Ernte |
|---|---|---|
| Sorte ‘Rex’ | geschützt Mitte Januar bis April, im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. Mai und Juni | ungefähr 9 bis 10 Wochen nach der Aussaat |
| Sommerrettich als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. | Ende Mai bis Mitte Juli, direkt gesät | Juli bis September |
| Herbst- und Winterrettich als Nachkultur | Mitte Juli bis Anfang August | September bis Oktober oder November |
| Sorte ‘Runder Schwarzer Winter’ | Juni bis August | September bis November |
Die Tabelle gibt den Rahmen vor. Ob ein einzelner Rettich reif ist, zeigen dir Größe und Wurzelhals.
Meine frühen Rettichsaaten decke ich mit Vlies ab. Eine solche Abdeckung kann die Ernte verfrühen und das Schossrisiko vermindern. Bei frühem Gemüse kann ein Vlies die Ernte um 1 bis 3 Wochen vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus..
Damit nicht eine ganze Reihe in derselben Woche reif wird, säst du gestaffelt. Für eine laufende Versorgung kommt alle zwei bis drei Wochen eine neue Saat in die Erde. Die Termine findest du im Beitrag darüber, wann du welchen Rettich im Jahr aussäst, und im Aussaatkalender für dein Wurzelbeet zum Ausdrucken.
Sommerrettich und Winterrettich: zwei Erntefenster
Beim Sommerrettich kommt es vor allem darauf an, nicht zu spät zu ernten. Überreife Sommerrettiche können bitter werden.
Bei Herbst- und Winterrettichen kommt der Frost dazu. Späte Rettiche, die du im Winter lagern willst, erntest du vor dem ersten Frost. Rettich ist nicht winterhart, und aus gefrorenem Boden können Wurzeln beim Ernten abbrechen. Winterrettich überwintert also im Lager und nicht im Beet. Ich hole meine Winterrettiche an einem trockenen Tag heraus, solange der Boden offen ist.
Welcher Rettichtyp zu deinem Beet und deiner Küche passt, ist eine Sortenfrage. Wie du Wurzelgemüse nach Typ, Form und Reife auswählst, zeigt der Überblick über Wurzel- und Knollengemüse.
So holst du Rettiche sauber aus der Erde
Ich ernte Rettiche an einem trockenen Tag. Bei der Handernte fasst du die Blätter und ziehst den Rettich aus der Erde. Ist der Boden sehr trocken, sitzt der Rettich fest und lässt sich schwer ziehen. Dann lockerst du die Erde ringsum mit der Grabegabel und hebst ihn vorsichtig heraus. Die Gabel steche ich mit etwas Abstand zur Rübe ein, damit ich sie nicht verletze.
Wer gestaffelt sät, hat reife und junge Rettiche Seite an Seite. Beim Roden von Wurzelgemüse können FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. benachbarter jüngerer Pflanzen geschädigt werden, und das kann ihr Wachstum beeinträchtigen. Lockere deshalb nur direkt an dem Rettich, der raus soll, und lass die Nachbarreihe in Ruhe.
Gehen die Rettiche nicht gleich in die Küche, nehme ich das Laub noch im Beet ab. Es entzieht den Wurzeln Feuchtigkeit. Junge Blätter kannst du ebenfalls verwenden.
Du ziehst an den Blättern, obwohl der Boden sehr trocken ist. Dann sitzt der Rettich fest. Lockere zuerst ringsum mit der Grabegabel und hebe ihn anschließend heraus.
Ich ernte eine Reihe in mehreren Gängen. Zuerst nehme ich die Rettiche, deren Wurzelhals am weitesten aus der Erde schaut. Die kleineren lasse ich für den nächsten Gang stehen.
Warum Rettiche pelzig, holzig oder scharf werden
Hinter pelzigen, holzigen oder scharfen Rettichen können zwei Ursachen stecken. Die erste ist ein verpasstes Erntefenster, wenn ein reifer Rettich zu lange im Beet stand. Als zweite kommt Wassermangel infrage, denn er begünstigt pelzige oder scharfe Rüben und eine vorzeitige Blüte. Neben Trockenheit kann auch Kälte die Blütenbildung auslösen, und lange Tage können die weitere Blütenentwicklung beschleunigen. Mehr zur gleichmäßigen Wasserversorgung und zum SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. findest du bei den Problemen im Rettichanbau und wie du sie angehst.
„Zu früh geerntete Rettiche schmecken bitter.“ Früh ernten ist beim Rettich möglich, denn er lässt sich schon vor seiner vollen Größe ziehen. Bitter werden können dagegen überreife Sommerrettiche. Bist du unsicher, zieh einen Rettich zur Probe, statt die ganze Reihe stehen zu lassen.
Boden und Kohlhernie: was schon vor der nächsten Saat zählt
Für Rettich eignet sich ein feuchtigkeitsspeichernder und gut durchlässiger Boden. Verdichtete und staunasse Stellen meidest du, weil hohe Bodenfeuchte zusammen mit hohen Bodentemperaturen die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigt. Wie du das Beet für gerade, ungespaltene Rettiche vorbereitest, liest du im eigenen Beitrag; die allgemeine Einordnung steht im Wurzelgemüse-Überblick unter Standort, Boden und Gefäß.
Rettich gehört zu den KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. und ist für Kohlhernie anfällig. Zur Vorbeugung sollte er wie Radieschen nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Fläche stehen, und das hältst du in einem Plan für deine Beete fest. Hast du Kohlhernie im Beet, kommen kranke Pflanzen samt Wurzeln nicht auf den Kompost; mehr dazu steht im Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.
Nach der Ernte: kurz zum Lagern
Für die Küche hält Rettich ohne Laub und in ein feuchtes Tuch geschlagen im Kühlschrank rund eine Woche. Späte Lagerrettiche schlägst du ungewaschen in Sand ein, stellst sie in einen kühlen Keller und hältst sie von Äpfeln getrennt. Wie du Wurzelgemüse kühl, feucht und ohne Laub lagerst, steht im Wurzelgemüse-Überblick im Abschnitt Lagern.





