Boden für Rettich vorbereiten: welche Erde er braucht und wie du lockerst
- Rettich wächst auf Sand-, Lehm-, Ton- und Kalkboden, wenn die Erde Feuchtigkeit speichert und gut durchlässig ist.
- Stark sauren Boden meidest du; ob du kalkst, entscheiden Bodenart und gemessener pH-Wert.
- Verdichtete und staunasse Stellen meiden, weil hohe Bodenfeuchte bei hohen Bodentemperaturen die Kohlhernie begünstigt.
- Schwere Böden erst lockern, wenn sie abgetrocknet sind und nicht mehr am Spaten kleben.
- Reifer Kompost verbessert im Sand die Wasserspeicherung und lockert schwere Böden.
- Senf, Ölrettich und Raps sind Kreuzblütler und gehören als Gründüngung nicht in eine Fruchtfolge mit Rettich.
Ob ein Rettich gerade gewachsen ist, siehst du erst beim Ziehen. Bei Wurzelgemüse gibt der Boden der Rübe ihre Form mit. Nasse, verdichtete Stellen haben zusätzlich einen Nachteil: Hohe Bodenfeuchte begünstigt zusammen mit hohen Bodentemperaturen die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen., und Rettich ist dafür anfällig. Bevor ich Rettich säe, fühle ich deshalb zuerst die Erde, suche nach festen Schichten und lockere. Das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. kommt ganz zum Schluss.
Welche Erde braucht Rettich?
Bei der Bodenart ist Rettich nicht wählerisch: Er wächst auf Sand-, Lehm-, Ton- und Kalkboden. Wichtiger ist, wie sich die Erde verhält. Sie soll Feuchtigkeit speichern und trotzdem gut durchlässig sein. Beim pH-Wert kommt Rettich mit sauren, neutralen und alkalischen Böden zurecht, stark sauren Boden meidest du aber. Verdichtete und staunasse Stellen meidest du wegen der Kohlhernie.
Durch sandreiche Böden läuft Wasser gut hindurch, gespeichert wird davon aber wenig. In tonreichen Böden fließt Wasser schlecht ab, und die Wurzeln dringen schwerer ein. Einem sandreichen Beet fehlt für Rettich also eher die Speicherung, einem tonreichen die Durchlässigkeit. Genau dort setzt die Vorbereitung an.
Rettich braucht keine teure Spezialerde. Er wächst in gewöhnlicher Gartenerde, ob sandig, lehmig, tonig oder kalkhaltig. Entscheidend ist, dass sie Feuchtigkeit hält, gut durchlässig ist und nicht stark sauer.
Radieschen gehören zur selben Art wie Rettich. Für sie gibt es einen eigenen Beitrag dazu, wie du den Boden für Radieschen vorbereitest.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 1-2 cm tief säen.
Wie finde ich heraus, welchen Boden ich habe?
Die Bodenart ertastest du selbst, den pH-Wert lässt du messen.
Bei der Fingerprobe nimmst du leicht feuchte Erde zwischen die Finger und versuchst, sie zu formen. Sandige Erde zerfällt dabei. Tonige Erde bleibt an den Händen kleben und lässt sich zu einer Rolle ausrollen.
Aus einer Bodenuntersuchung erfährst du, ob dein Boden zu wenig oder zu viel Kalk und Nährstoffe enthält, und bekommst passende Empfehlungen dazu. Im Standardumfang stehen Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium auf dem Bericht. Den Stickstoff misst das Labor bei Hausgartenproben normalerweise nicht mit.
Nimm die Probe vor dem Düngen. Über das Beet verteilt stichst du 10 bis 15 Teilproben und mischst sie. Du entnimmst jede Teilprobe bis in eine Tiefe von 25 bis 30 cm. Von der Mischung schickst du etwa 500 g ans Labor.
Welcher pH-Wert passt, und wann kalkst du?
Welcher pH-Wert für Gartenboden angestrebt wird, hängt von der Bodenart ab. Auf Sand liegt der Zielbereich beispielsweise bei 5,4 bis 5,8. Auf sandigem Lehm bis Lehm liegt er bei 6,6 bis 7,0.
Für Rettich kommt es vor allem darauf an, dass der Boden nicht stark sauer ist. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und gemessenem pH-Wert. Liegt der Wert schon über dem Zielbereich deiner Bodenart, wird nicht gekalkt.
Und was heißt der Bericht für die Düngung?
Den Düngebedarf für Rettich bestimmst du vor der Kultur über die Bodenuntersuchung. Gedüngt wird nur, wenn der Bericht einen Bedarf zeigt. Womit und wann, erklärt der Beitrag darüber, wie du Rettich bedarfsgerecht düngst.
Wie lockere ich das Rettichbeet?
Warte mit dem Bearbeiten, bis das Beet nicht mehr zu feucht ist. Im Frühjahr lockerst du dann mit Grabgabel oder Krail. Ist dein Gartenboden eingearbeitet, kannst du dir das regelmäßige tiefe Umgraben meist sparen. Ein etabliertes Gemüsebeet lockerst du mit dem Sauzahn, der die Erde nicht wendet. Zum Spaten greifst du vor allem bei sehr schweren Böden oder wenn du ein Beet neu anlegst.
Schwere Erde bearbeiten, solange sie noch an Schuhen und Spaten klebt. Fang erst an, wenn sie abgetrocknet ist.
Feste Schichten und Steine aufspüren
Lockere so tief, wie die Rübe deiner Sorte später lang wird. Ob darunter oder dazwischen eine verdichtete Schicht steckt, prüfst du mit einer spitzen Metallstange im feuchten Boden. Solche Stellen lockerst du gezielt nach.
Möhren gabeln sich eher in verdichtetem Boden und bei starkem Lehm- oder Tongehalt. Steine, Verdichtungen und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett begünstigen bei Schwarzwurzeln verzweigte Wurzeln. Ich bereite ein Rettichbeet deshalb genauso vor wie ein Beet für lange Möhren: steinfrei, ohne feste Schicht und gleichmäßig abgesetzt.
Vor jedem neuen Rettichbeet stoße ich die Metallstange an mehreren Stellen in den feuchten Boden. Wo sie schwerer weitergeht, lockere ich mit der Grabgabel nach und lese Steine und alte Wurzelreste gleich mit heraus.
Wie verbessere ich den Boden für Rettich?
Reifer Kompost
Im Sandboden hilft reifer Kompost, mehr Wasser zu halten. Schwere Böden bekommen durch ihn eine durchlüftete KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk., durch die Wasser besser versickert. Weil Rettich Erde braucht, die Feuchtigkeit hält und trotzdem durchlässig ist, setzt Kompost auf beiden Bodenarten an der jeweils schwächeren Seite an.
Für die Menge gibt es eine allgemeine Faustzahl: etwa 3 l vollständig verrotteter Kompost je m², im Frühjahr oberflächlich eingearbeitet. Zeigt die Bodenuntersuchung stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Gabe ein.
Gründüngung vor dem Rettichbeet
Eine Gründüngung bedeckt das sonst offene Beet und bindet Nährstoffe, die sonst leichter ausgewaschen würden. Für ein späteres Rettichbeet wählst du eine Art, die nicht mit ihm verwandt ist, etwa Phacelia. Senf, Ölrettich und Raps sind dagegen KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. wie Rettich und gehören als Gründüngung nicht in eine Fruchtfolge mit ihm. Hast du die Gründüngung flach eingearbeitet, lässt du dem Beet meist etwa 2 bis 3 Wochen, bevor du säst.
Gleichmäßige Feuchte halten
Radieschen, die zur selben Art gehören, können pelzig werden oder aufplatzen, wenn die Wasserversorgung stark schwankt. Trockene Phasen gehen bei ihnen außerdem auf Kosten der Wurzelqualität und fördern das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen.. Ich halte Rettichbeete deshalb gleichmäßig feucht und gieße in sommerlichen Trockenphasen.
Welche Erde passt für Rettich im Hochbeet und im Topf?
Rettich lässt sich auch im Hochbeet und im Topf ziehen. Schichtest du das Hochbeet mit organischem Material, kann als oberste Pflanzschicht eine Mischung aus Feinkompost und Gartenerde dienen, etwa 25 cm stark. Im ersten Standjahr setzt so eine Füllung besonders viele Nährstoffe frei. Weil Rettich nur gedüngt wird, wenn der Untersuchungsbericht Bedarf zeigt, prüfst du im frisch gefüllten Hochbeet besonders genau, ob zusätzlicher Dünger nötig ist.
Füllst du das Hochbeet nur mit Erde, kommen unten 40 cm durchlässige, humusarme Ackererde hinein. Darüber liegen 40 cm lockere, humose Gartenerde. Hochbeeterde erwärmt sich stärker und trocknet deshalb schneller aus. Eine Mulchdecke aus Rasenschnitt kann dem entgegenwirken.
Im Topf gilt dieselbe Anforderung wie im Beet: Die Erde soll Feuchtigkeit speichern und gut durchlässig sein. Halte die Abzugslöcher im Gefäß frei, damit sich überschüssiges Wasser nicht staut. Nimm lieber ein größeres Gefäß, denn je mehr Erde darin ist, desto mehr Wasser hält sie vor. Torffreie Erde kann oben trocken aussehen, während sie darunter noch nass ist. Deshalb prüfst du die Feuchte vor dem Gießen mit dem Finger auch unter der Oberfläche.
Wie lege ich das Saatbett für Rettich an?
Wenn der Boden gelockert und verbessert ist, folgen die Feinarbeiten.
So wird aus dem gelockerten Beet ein Saatbett.
- Für ein falsches Saatbett das Beet zwei bis vier Wochen vor der Aussaat vorbereiten und aufgelaufenes Unkraut vor der Saat nur oberflächlich entfernen.
- Bei sehr trockenem Unterboden das Beet 1 bis 2 Tage vor der Saat mit 15 bis 20 l Wasser je m² wässern.
- Die Fläche mit Krail oder Rechen einebnen.
- Nach dem Säen die Saat leicht andrücken.
- Das Saatbett während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung feucht halten, ohne es zu vernässen.
Wie tief und mit welchen Abständen du säst, zeigt die Übersicht. Innerhalb der weiten Spannen richtest du dich nach den Angaben deiner Sorte.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Saattiefe Rettich allgemein | 0,5 bis 3 cm |
| Saattiefe der Sorte Rex | etwa 0,5 bis 1 cm |
| Saattiefe der Sorte Runder Schwarzer Winter | etwa 1 bis 2 cm |
| Abstand in der Reihe | 2 bis 20 cm |
| Reihenabstand | 10 bis 30 cm |
Wann bereitest du den Boden für Rettich vor?
Schwere Böden kannst du schon vor dem Winter bearbeiten, denn sie können vom winterlichen Durchfrieren profitieren. Im Frühjahr lockerst du erst, wenn die Erde ausreichend abgetrocknet ist. Richte die Saattermine nach der Witterung: In klimatisch ungünstigen Lagen geht es später los als in Weinbaulagen. Welche Rettichsorte in welchen Monaten dran ist, erklärt der Beitrag darüber, wann du welchen Rettich säst. Die Aussaatmonate deiner übrigen Wurzelgemüse zeigt dir der druckbare Aussaatkalender für Wurzelgemüse.
Wie lange das Beet danach belegt ist, hängt von der Sorte ab. Rettich Rex erntest du ungefähr 9 bis 10 Wochen nach dem Säen. Woran du den richtigen Moment zum Ziehen erkennst, zeigt der Beitrag über den Erntezeitpunkt für knackige Rettiche.
Was sonst noch zur Planung gehört
Standort
Rettich wächst an sonnigen und halbschattigen Plätzen. Wie du Licht und Platz für Wurzelgemüse abwägst, beschreibt der Abschnitt Standort, Boden und Gefäß im Wurzelgemüse-Ratgeber.
Fruchtfolge
Rettich gehört zu den Kreuzblütlern. Damit der Kohlhernie vorgebeugt wird, kommt er wie Radieschen nur alle 4 bis 6 Jahre auf dieselbe Fläche, denn die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. des Erregers können sich mehrere Jahre im Boden halten. Wie du Fruchtfolge und Mischkultur planst, steht im gleichnamigen Abschnitt des Wurzelgemüse-Ratgebers, und die Belegung deiner Beete hältst du im Beetplaner fest.
Krankheiten und Schädlinge
Beim Boden geht es hier vor allem um die Kohlhernie, deshalb meidest du verdichtete und staunasse Stellen. Was beim Rettich sonst schiefgehen kann und wie du reagierst, erklärt der Beitrag über typische Probleme beim Rettichanbau. Wie du bei Wurzelgemüse allgemein vorbeugst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Wurzelgemüse-Ratgebers.
Sorten
Sommerrettich säst du als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. von Ende Mai bis Mitte Juli, Herbst- und Winterrettich von Mitte Juli bis Anfang August. Wie sich die Rettichtypen nach Form und Reife unterscheiden, beschreibt der Abschnitt Sorten im Wurzelgemüse-Ratgeber.





