Lauchzwiebeln düngen und gießen: Menge, Zeitpunkt und Methode
- Gieße morgens direkt auf den Boden und prüfe vorher, ob es unter der Oberfläche noch feucht ist.
- Grundlage der Düngung ist reifer Kompost, im Frühjahr oberflächlich eingearbeitet; fürs Gemüsebeet gelten etwa 3 l je m² und Jahr als Faustzahl.
- Lauchzwiebeln gelten als Mittelzehrer: Nachgedüngt wird nach Bodenvorrat und Bedarf, nicht nach festem Rhythmus.
- Dünger braucht mäßig feuchten Boden, damit er wirken kann; nasses Laub sparst du beim Streuen aus.
- Im Topf brauchst du freie Abzugslöcher, weil stehendes Wasser Wurzelfäulnis fördert.
Bei Lauchzwiebeln entscheidet sich die Pflege im Boden, nicht im Kalender. Zu viel Stickstoff fördert bei Zwiebeln das Unkraut, und ob dein Gießwasser bei den Wurzeln ankommt, siehst du erst, wenn du nachschaust. Ich gieße und dünge meine Lauchzwiebeln deshalb nach dem, was ich im Beet finde. Hier liest du, wie du die Feuchte prüfst, womit du die Grundversorgung legst und wann sich Nachdüngen lohnt.
Was Lauchzwiebeln an Wasser und Nährstoffen brauchen
Lauchzwiebeln gelten als MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. und wurzeln flach. Sie brauchen damit weniger Nährstoffe als Porree, der als Starkzehrer eingestuft ist. Für die Winterheckenzwiebel nennt die Kulturempfehlung der HSWT einen geringen Nährstoffbedarf, eine konkrete Düngermenge gibt sie nicht an. Beim Wasser mag die Winterheckenzwiebel einen feuchten, gut durchlässigen Boden.
Als Lauch- oder Frühlingszwiebeln erntest du junge Küchenzwiebeln der Art Allium cepa oder Winterheckenzwiebeln der Art Allium fistulosum früh mit grünem Laub. Genutzt werden Blätter, Schäfte und junge Zwiebeln. Du ziehst also keine Lagerzwiebel heran, die vor dem Einlagern abreifen muss.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 1-2 cm tief säen.
Lauchzwiebeln gießen: erst prüfen, dann gießen
Eine feste Gießregel passt für Lauchzwiebeln nicht. Der Wasserbedarf hängt von Art und Sorte, Witterung und Boden sowie von Sonne und Wind am Standort ab. Prüfe vor dem nächsten Gießen deshalb die Feuchtigkeit unter der Oberfläche, damit der Untergrund nicht vollständig austrocknet. Genauer wird es mit dem Spaten: Hebst du vor dem Gießen und einige Stunden danach eine Bodenscholle aus, siehst du, ob die Wurzelzone ausreichend feucht geworden ist.
Ich steche die Probescholle am Reihenende aus, damit ich keine Pflanzen anhebe, und drücke sie danach wieder an. Bei Trockenheit schaue ich morgens vor dem Gießen hinein und am Nachmittag noch einmal.
„Vor der Ernte nicht mehr gießen“ stimmt für Lagerzwiebeln. Sie stehen zur Abreife trockener und werden ab zwei Wochen vor der Ernte nicht mehr gegossen. Lauchzwiebeln erntest du dagegen jung mit grünem Laub, eine Abreife fürs Lager steht bei ihnen nicht an. Ich gieße sie deshalb bis zur Ernte weiter nach Bodenfeuchte.
Morgens und direkt an die Wurzeln
Gieße möglichst morgens und direkt auf den Boden, die Blätter benetzt du dabei wenig. Falscher Mehltau der Zwiebel entwickelt sich besonders stark bei 13 bis 20 °C, und feuchte Nächte sowie Morgentau begünstigen die Infektion. Gießt du abends über das Laub, verlängerst du also die BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. bis in die Nacht hinein, und genau die begünstigt eine Infektion.
Für Speisezwiebeln gilt in der Hauptwachstumszeit im Juni und Juli: bei anhaltender Trockenheit kräftig wässern. Ich halte es bei meinen Lauchzwiebeln im Sommer genauso. Danach kontrolliere ich mit der Scholle, ob das Wasser unten angekommen ist.
Regenwasser und Tropfschlauch
Regenwasser eignet sich gut zum Gießen, weil es wenig Salz enthält und weich ist. Automatisch pH-neutral ist es allerdings nicht. Gesammelt spart es außerdem Trinkwasser.
Ein Tropfschlauch bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen. Er kann direkt auf dem Boden unter einer Mulchschicht liegen, dann verdunstet weniger. Plane einen Filter ein, denn die Tropfer können verstopfen oder verkalken.
1 mm Niederschlag entspricht 1 l Wasser je m². Mit einem Regenmesser am Beet weißt du also, wie viel Wasser der letzte Regen gebracht hat, und kannst es mit deinen Gießkannen vergleichen.
Mulchen und flach hacken
Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden, vermindert die Verdunstung und schützt die Oberfläche vor Verkrustung. Rasenschnitt lässt du vorher antrocknen und bringst ihn nur bodendeckend aus, bei Bedarf erneut. So verklebt er nicht zu einer dichten, schimmelnden Schicht. Frisch eingesäte Reihen mulchst du zunächst nicht, und junge Pflanzen deckst du nicht zu. Bei Lauchzwiebeln betrifft das jede Folgesaat.
Rindenmulch passt wegen seiner wachstumshemmenden GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. nicht ins Gemüsebeet. Stroh kann bei der Zersetzung Stickstoff im Boden festlegen und ihn so den Pflanzen entziehen. Unter jeder Mulchdecke behältst du Nacktschnecken und durchwachsendes Unkraut im Blick.
Zwischen den Reihen hacke ich flach, weil die Wurzeln dicht unter der Oberfläche sitzen. Wurzelunkräuter ziehe ich vorher samt Wurzeln heraus, denn aus Teilstücken treiben sie wieder aus.
Lauchzwiebeln düngen: Grundversorgung und Nachdüngen
Reifer Kompost als Grundlage
Die Grundversorgung legst du im Frühjahr vor Saat oder Pflanzung mit reifem Kompost, den du oberflächlich einarbeitest. Bei unbekannten Nährstoffgehalten empfiehlt die Bayerische Gartenakademie jährlich 3 l Kompost je m². Sind die Phosphor- oder Kaliumwerte stark erhöht, schränkst du die Menge ein. Nimm nur vollständig verrotteten Kompost, denn frischer Kompost oder frischer Mist kann bei Zwiebeln den Befall durch Zwiebelfliegen begünstigen.
Kompost liefert vor allem Phosphor, Kalium und SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe., Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf der Kultur. Ist die Grundversorgung mit Kompost gelegt, dreht sich das Nachdüngen also vor allem um die Frage, ob Stickstoff fehlt. Nebenbei verbessert Kompost in leichten Böden die Wasserspeicherung und lockert schwere Böden.
Ich bringe den Kompost aus, sobald der Boden abgetrocknet ist und beim Bearbeiten nicht mehr schmiert. Meinen leichten Boden lockere ich nur mit der Grabgabel und harke den Kompost flach ein.
Wie du das Beet vorher prüfst und herrichtest, vom pH-Wert bis zur Drainage, zeigt der Ratgeber dazu, wie du den Boden für Lauchzwiebeln vorbereitest.
Nachdüngen nach Bodenvorrat
Welcher Dünger und wie viel davon, richtet sich nach Bodenuntersuchung, vorhandenem Nährstoffvorrat und den Kompost- oder Düngergaben, die das Beet schon bekommen hat. Eine Grammzahl, die für jedes Lauchzwiebelbeet passt, gibt es deshalb nicht. Eine übliche Gartenbodenuntersuchung erfasst Phosphor, Kalium und pH-Wert. Für den pflanzenverfügbaren Stickstoff brauchst du eine gesonderte Nmin-Untersuchung. Hast du eine Gründüngung eingearbeitet, rechnest du ihre Stickstoffnachlieferung mit ein.
| Dünger | Wie er wirkt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. | je nach Produkt etwa 10 bis 14 % Stickstoff; fein gemahlenes Horn setzt ihn schneller frei als grobe Späne | auch für Herbstkulturen spätestens Ende August ausbringen |
| PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung., etwa aus Brennnesseln | organischer Flüssigdünger mit rasch verfügbaren Nährstoffen; Gehalt schwankt je nach Ausgangspflanzen und Erntezeit | keine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit; Bedarf und Bodenvorrat entscheiden |
| Mineralischer Dünger | wirkt meist rasch; umhüllte DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. geben ihre Nährstoffe schrittweise frei | der Boden braucht zusätzlich organisches Material für seine Struktur |
Lauchzwiebeln säst du bis Mitte Juli nach, und Horndünger soll spätestens Ende August im Boden sein. Für die letzten Folgesaaten bleibt also nur ein kurzes Fenster, falls du sie überhaupt mit Horn versorgen willst. Jauche gebe ich nur, wenn der Bodenvorrat dafür spricht, und schaue danach auf Boden und Blätter.
Welche Nährstoffe Lauchzwiebeln im Einzelnen brauchen und wie sich organische und mineralische Düngung unterscheiden, liest du im Ratgeber dazu, welche Nährstoffe Lauchzwiebeln wann brauchen.
Dünger braucht feuchten Boden
Düngemittel brauchen mäßig feuchten Boden, damit ihre Nährstoffe wirksam werden. Bring den Dünger deshalb möglichst auf feuchten Boden aus. Feuchte Pflanzenteile sparst du dabei aus, weil es sonst zu Ätzschäden kommen kann. Im Topf kannst du Nährstoffe auch gelöst mit dem Gießwasser geben.
Erst über die Blätter gießen und dann Dünger streuen. Gieße stattdessen bodennah, dann bleibt das Laub trocken, und streue den Dünger zwischen die Reihen.
Zu viel Dünger schadet
Auch organische Dünger können Pflanzen schädigen, wenn du zu viel davon gibst. Bei Zwiebeln fördert eine zu hohe Stickstoffversorgung das Unkraut, und junge Zwiebeln sind gegenüber Unkraut wenig konkurrenzstark. Wer frische Saatreihen überdüngt, verschafft also dem Unkraut einen Vorsprung vor den Jungpflanzen. Stickstoff, den die Pflanzen nicht aufnehmen, kann zudem in tiefere Bodenschichten ausgewaschen werden und das Grundwasser belasten.
Lauchzwiebeln im Hochbeet und im Topf
Hochbeeterde erwärmt sich schneller als Bodenbeeterde und trocknet dadurch auch schneller aus. Eine Mulchauflage, etwa aus angetrocknetem Rasenschnitt, kann das ausgleichen, und regelmäßiges Hacken hilft ebenfalls, die Feuchte zu halten. Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gartenerde gefülltes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei. In so einem frischen Hochbeet dünge ich Lauchzwiebeln nicht nach und beobachte, wie sie wachsen.
Frühlingszwiebeln eignen sich auch für den Balkon. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, denn Gemüse verträgt keine Staunässe, und stehendes Wasser fördert Wurzelfäulnis. Fülle torffreie Kübelpflanzenerde ein, das ist aus Umweltgründen die bessere Wahl. Ein größeres Erdvolumen speichert mehr Wasser und kann die Abstände zwischen den Gießgängen verlängern.
Torffreie Erde kann oben schon trocken wirken, während es weiter unten noch feucht ist. Prüfe deshalb vor dem Gießen das Topfgewicht: Ein leichter Topf braucht Wasser. Steht nach dem Gießen Wasser im Untersetzer, kippe ich es aus.
Wasser- oder Nährstoffproblem? So findest du es heraus
Gelbe oder schlaffe Blätter allein sagen dir nicht, was fehlt. Ich gehe deshalb immer in derselben Reihenfolge vor: erst die Bodenfeuchte, dann der Nährstoffvorrat, dann Schädlinge.
Bei Trockenheit, Frost und Staunässe werden organisch gebundene Nährstoffe nur eingeschränkt freigesetzt, bei feuchtwarmem Wetter dagegen zunehmend. Kompost und organischer Dünger stehen deinen Lauchzwiebeln also nur eingeschränkt zur Verfügung, solange der Boden ausgetrocknet oder vernässt ist. Bevor du nachdüngst, klärst du deshalb die Feuchte.
So gehe ich vor, bevor ich nachdünge.
- Scholle ausheben: Ist die Wurzelzone feucht, trocken oder nass?
- Steht Wasser auf dem Beet oder im Untersetzer?
- Wann hat das Beet zuletzt Kompost oder Dünger bekommen?
- Liegt eine Bodenuntersuchung vor, und wurde Stickstoff gesondert gemessen?
Kippen junge Pflanzen um und stecken gelbliche Maden in den Zwiebeln, kann das auf die ZwiebelfliegeDie Zwiebelfliege ist ein der Stubenfliege ähnlicher Schädling, dessen weißliche Maden den Blattgrund junger Zwiebelpflanzen zerstören. Befallene Pflanzen welken, färben sich gelblich-grau und lassen sich leicht herausziehen. hindeuten. Ein Kulturschutznetz kann vorbeugen, liegt es als 0,3-mm-Netz aber direkt auf, kann es Frühlingszwiebeln schädigen; ein Minitunnel ist dann die Alternative. Wie du Zwiebelgewächse vorbeugend abdeckst, steht im Abschnitt über Krankheiten, Schädlinge und Schutznetze bei Zwiebelgewächsen.
Wann säen, wann ernten, was passt daneben?
Lauchzwiebeln kannst du von März bis August starten. Für eine laufende Ernte säst du von März bis Mitte Juli im Abstand von 2 bis 3 Wochen nach. Die Termine findest du im Aussaatkalender für Zwiebelgewächse zum Ausdrucken.
Geerntet wird grün und jung, je nach Aussaat von März bis Oktober. Die Winterheckenzwiebel ist als Schnittgrün etwa 6 bis 8 Wochen nach der Saat so weit. Wie du dabei vorgehst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Lauchzwiebeln erntest und frisch hältst.
Möhren und Zwiebeln unterscheiden sich im Wasser- und Nährstoffbedarf, und ihre gegenseitige Fliegenabwehr ist nicht zuverlässig. Für mehrjährig gezogene Winterheckenzwiebeln werden Erdbeeren als Partner empfohlen. Passende Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer, und wie du Lauchzwiebeln in bestehende Beete einplanst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Pflanzen derselben Familie sollen nicht direkt aufeinander folgen. Plane für Lauchzwiebeln eine Anbaupause von 4 Jahren ein und trag deine Beete dafür in den Beetplaner ein.
Die Winterheckenzwiebel ist winterhart und lässt sich über mehrere Jahre ziehen. Alte, abgeblühte Stängel und altes Laub entfernst du, und zur Verjüngung teilst du die Stöcke alle 3 Jahre im Juni. Wie Zwiebelgewächse durch Kälte und Winter kommen, steht im Ratgeber zu Zwiebeln, Lauch und Knoblauch im Abschnitt Standort, Boden und Klima.
Regenwasser, torffreie Erde und eine Gründüngung mit Phacelia, die mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist, passen gut zu einem umweltschonenden Lauchzwiebelbeet. Wie du mit organischer Düngung, Mischkultur und biologischem Pflanzenschutz arbeitest, beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Lauchzwiebeln ohne Chemie anbaust.





