Wintersteckzwiebeln schützen: Anhäufeln, Vlies und Mulch richtig einsetzen
- Wintersteckzwiebeln sind kältetoleranter als Sommersteckzwiebeln, können bei Kahlfrost aber auswintern.
- Vor dem ersten Frost leicht anhäufeln; bis zum Wintereinbruch sollten die Pflanzen etwa drei bis vier Blätter haben.
- Bei harten, lang anhaltenden Frösten Gartenvlies oder Tannenreisig auflegen und die Vliesränder gegen Verwehen sichern.
- Organischen Mulch bei viel Regen dünner auftragen, die Pflanzen nicht zudecken und auf Mäuseschäden kontrollieren.
- Vlies bei stark steigenden Temperaturen an einem trüben oder regnerischen Tag abnehmen, damit sich keine Hitze staut.
- Die ersten Wintersteckzwiebeln können Ende Mai reif sein, lagern aber nur bedingt.

Bei Kahlfrost können auch Wintersteckzwiebeln auswintern, obwohl sie kältetoleranter sind als Sommersteckzwiebeln. Besonders in rauen Regionen drohen Frostschäden, und dazu kommt Nässe im Beet. Ich häufle meine Reihen deshalb vor dem ersten Frost leicht an und lege das Vlies bereit, bevor Kahlfrost angesagt ist.
Kahlfrost ist Frost ohne schützende Schneedecke. Sommer- und Winterzwiebeln bezeichnen die Anbauzeit, Saat- und Steckzwiebeln das Startverfahren. Eine Wintersteckzwiebel ist also eine Steckzwiebel aus einer ausdrücklich als Winterzwiebel ausgewiesenen Sorte, die im Herbst gesteckt wird und im Beet überwintert.
Welcher Schutz ist wann dran?
Die Maßnahmen bauen aufeinander auf: Zuerst kommt Erde an die Pflanzen, bei strengem Frost eine Abdeckung, und im Frühjahr kommt die Abdeckung wieder runter.
| Maßnahme | Wann | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Leicht anhäufeln | vor dem ersten Frost | Boden nicht zu feucht bearbeiten, Laub frei lassen |
| Gartenvlies oder Tannenreisig | bei Kahlfrost und harten, lang anhaltenden Frösten | Vliesränder gegen Verwehen sichern |
| Organischer Mulch | über den Winter zwischen den Reihen | bei viel Regen dünner, Pflanzen nicht zudecken, auf Mäuse kontrollieren |
| Vlies abnehmen | bei stark steigenden Temperaturen | trüben oder regnerischen Tag wählen |
| Vlies bei überwinternd gesäten Winterzwiebeln | über den Winter, im April abnehmen | 17 g/m² |
Was muss vor dem Winter erledigt sein?
Gesteckt werden Wintersteckzwiebeln von Ende September bis Anfang Oktober, bei Termin und Abstand hat die Angabe auf der Sortenpackung Vorrang. Bis zum Wintereinbruch sollten die Pflanzen etwa bleistiftdick sein beziehungsweise etwa drei bis vier Blätter haben. Sortenwahl, Bodenvorbereitung und Herbstpflanzung findest du im Ratgeber, wie du Wintersteckzwiebeln von der Sorte bis zur frühen Ernte anbaust. Was beim Kauf zählt, steht in der Anleitung, woran du gute Steckzwiebeln erkennst und wie du sie setzt.
Wie häufle ich Wintersteckzwiebeln richtig an?
Anhäufeln ist der erste Schutz, und er kommt vor dem ersten Frost. Steckzwiebeln sitzen bis zu den Schultern in der Erde, ein kleiner Teil der Spitze schaut heraus. Ich ziehe mit der Hacke lockere Erde aus dem Reihenzwischenraum leicht an die Pflanzen und lasse das Laub frei. Dafür warte ich ab, bis der Boden nicht mehr zu feucht ist, denn nasse Beete bearbeitest du besser nicht.
Junge Winterzwiebeln können Frostschäden erleiden, und vor dem Winter sollen sie etwa drei bis vier Blätter haben. Hat ein Bestand dieses Stadium beim ersten Frost noch nicht erreicht, lege ich das Vlies deshalb früher auf als bei kräftigen Pflanzen.
Vor dem ersten Frost leicht anhäufeln. Vlies zuschneiden und Steine oder Erde zum Beschweren bereitlegen. Nachsehen, ob zwischen den Reihen Wasser steht. Für das Frühjahr einen Platz für Sommerzwiebeln einplanen, der nicht unmittelbar neben den Winterzwiebeln liegt.
Wann brauchen Wintersteckzwiebeln Vlies oder Reisig?
Zusätzlich zum Anhäufeln kommt eine Abdeckung aufs Beet, wenn Kahlfrost droht oder harte, lang anhaltende Fröste angesagt sind. Ich nehme dafür Gartenvlies, weil es wasser- und luftdurchlässig ist. Tannenreisig eignet sich ebenso, ich lege es locker über die Reihen. Die Ränder des Vlieses sicherst du gegen Verwehen, bei mir liegen rundum Erde und Steine darauf.
Ich schneide das Vlies schon im Herbst auf Beetlänge zu und lege es mit den Steinen zum Beschweren neben das Beet. Kündigt der Wetterbericht Kahlfrost an, muss ich nichts mehr suchen.
Was tun gegen Nässe im Winterbeet?
Auch in der Winterkultur brauchen Zwiebeln einen Boden, der nicht zur VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. neigt. Steht nach Regen oder Schneeschmelze Wasser zwischen den Reihen, kann das auf so einen Boden hindeuten. Für die nächste Herbstpflanzung suche ich mir dann einen anderen Platz. Dichter gepflanzte Steckzwiebeln bilden kleinere Zwiebeln und haben ein erhöhtes Risiko für Falschen MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt., deshalb halte ich die Abstände der Packung ein.
Bevor ich im Winter gieße, prüfe ich die Feuchte unter der Bodenoberfläche. Ist es dort noch feucht, bleibt die Kanne stehen.
Im Kasten oder Kübel
Stehen die Zwiebeln im Gefäß, braucht es freie Abzugslöcher, denn stehendes Wasser fördert WurzelfäulnisBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde.. Den Untersetzer räumst du über den Winter weg. Gefäßwand, Erdoberfläche und Gefäßboden schützt du mit einer isolierenden Hülle, die das Gießen weiter zulässt.
Was bringt Mulch im Winterbeet?
Eine MulchschichtEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. hält Feuchte im Boden, hemmt BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. und schützt die Oberfläche vor Verkrustung. Den Frostschutz übernehmen bei mir trotzdem Erde, Vlies und Reisig. Mulch hält die Bodenfeuchte, und Winterzwiebeln brauchen einen Boden, der nicht zur Vernässung neigt. In nassen Wintern trage ich organischen Mulch deshalb dünner auf, um Fäulnis vorzubeugen.
Ich mulche mit Stroh oder Laub zwischen den Reihen, die Pflanzen selbst decke ich nicht zu. Stroh kann bei der Zersetzung Stickstoff im Boden festlegen. RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. gehört wegen seiner wachstumshemmenden GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. nicht ins Gemüsebeet. Mulch aus Kunststoff lasse ich weg, weil er sich schwer vollständig entfernen lässt und Mikroplastik im Boden hinterlassen kann.
Dauermulch bietet Wühl- und Feldmäusen Deckung, und Mulch kann Nacktschnecken fördern. Bestände unter Mulch oder Vlies kontrollierst du deshalb auf Mäuseschäden.
Wie gehe ich mit Wind und Schnee um?
Windoffene Lagen mit Morgensonne sind für Speisezwiebeln günstiger als Muldenlagen, weil der Bestand dort leichter abtrocknet und der KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. sinkt. Einen dichten Windschutz ziehe ich ums Zwiebelbeet deshalb nicht hoch. Bei Sturm kontrolliere ich die Abdeckung, denn das Vlies muss an allen Rändern gegen Verwehen gesichert sein.
Eine Schneedecke lasse ich liegen, denn Kahlfrost ist gerade der Frost ohne diese Decke. Liegt schwerer Nassschnee auf dem Vlies, prüfe ich nach dem Tauen die Ränder. Danach schaue ich, ob sich zwischen den Reihen Wasser sammelt.
Worauf achte ich beim Kontrollgang im Winter?
Viel Arbeit macht das Beet im Winter nicht. Nach Frost, Sturm oder Tauwetter gehe ich trotzdem durch die Reihen.
Ist das Beet gefroren, fasst du die Zwiebeln nicht an. Das Berühren gefrorener Zwiebeln kann Fäulnis begünstigen.
- Ich prüfe, ob die Vliesränder noch beschwert sind.
- Unter Vlies und Mulch suche ich nach Mäuseschäden. Flache, asymmetrische Erdhaufen mit schräg verlaufenden Gängen sprechen eher für Wühlmäuse als für einen Maulwurf.
- Wurzelunkraut entferne ich samt Wurzel, weil es aus verbliebenen Teilstücken wieder austreiben kann.
- Wo Mulch liegt, achte ich auch auf Schnecken.
Krankheiten und Schädlinge: was vor und nach dem Winter zählt
Steckzwiebeln können Krankheitserreger schon mitbringen, deshalb steckst du nur Pflanzgut ohne Austrieb und ohne Pilzbefall. Von Falschem Mehltau befallene Pflanzen entfernst du und arbeitest sie nicht in den Boden ein. Vorbeugung und Netze erklärt der Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen im Ratgeber für Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.
Was ist im Frühjahr zu tun?
Steigen die Temperaturen stark, kommt das Vlies runter. Gehackt wird erst, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist. Junge Zwiebeln setzen sich gegen Unkraut schlecht durch, deshalb halte ich die Reihen im Frühjahr frei.
Das Vlies bleibt liegen, obwohl es draußen deutlich wärmer wird. Darunter kann sich Hitze stauen. Nimm die Abdeckung bei stark steigenden Temperaturen ab und wähle dafür einen trüben oder regnerischen Tag.
Auf nährstoffarmem Boden können im Herbst gepflanzte Zwiebeln stickstoffbetont versorgt werden. Zu viel Stickstoff kann die Abreife verzögern und die Lagerfähigkeit verschlechtern, die bei Winterzwiebeln ohnehin nur bedingt gegeben ist.
Sommerzwiebeln setze ich nicht unmittelbar neben die Winterzwiebeln, damit Falscher Mehltau weniger leicht übertragen wird. Den Abstand behältst du im Blick, wenn du deine Beete im Beetplaner aufteilst. Wie es bis zur Ernte weitergeht, beschreibt der Ratgeber, wie du Steckzwiebeln von der Pflanzung bis zur Ernte pflegst.
Ernte und Lagerung: wann sind Wintersteckzwiebeln reif?
Die ersten Wintersteckzwiebeln können je nach Entwicklung schon Ende Mai erntereif sein, gewöhnlich beginnt die Ernte der Winterzwiebeln im Juni. Reif ist eine Zwiebel, wenn der Hals weich wird und das Laub von selbst abknickt. Winterzwiebeln sind nur bedingt lagerfähig, ich verbrauche sie deshalb zuerst. Was im Steckzwiebel-Jahr wann zu tun ist, zeigt ein eigener Jahresüberblick.




