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Bohnenkraut in der Küche: Dressings, Marinaden und Desserts statt nur Bohnen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bohnenkraut schmeckt würzig-pfeffrig und passt roh in Vinaigrette, Kräuterbutter und Quark genauso wie in lange gegarte Gerichte.
  • In Marinaden und Rubs verträgt es Grill und Ofen: ganze Zweige mitgaren, gehackte Blätter erst zum Schluss dazugeben.
  • Für Süßes eignet sich Bohnenkraut als Sirup, im Sorbet, als Kräuterzucker oder im Teig für Zitronenkekse.
  • Selbst angesetztes Kräuteröl und frisches Pesto gehören in den Kühlschrank; Öl verbrauchst du spätestens am Folgetag und setzt nichts davon auf Vorrat an.
  • Das Aroma ist kurz vor und während der Blüte (Juli–September) am besten; Bohnenkraut lässt sich hervorragend trocknen und behält dabei sein Aroma.
Bohnenkraut mit schmalen Blättern und zarten hellvioletten Lippenblüten an rötlichen Stängeln
Foto: Виктор · CC BY 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Bohnenkraut steht bei vielen im Beet und landet genau einmal im Jahr im Topf: bei den grünen Bohnen. Dabei liefert Sommer-Bohnenkraut von Juni bis Oktober laufend Triebspitzen, weit mehr, als ein paar Bohnengerichte brauchen. Ich knipse am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, ein Bündel Triebspitzen ab und lege es in der Küche in ein Sieb, damit es bis zum Abend griffbereit liegt. Was daraus wird, steht hier: Dressings, Marinaden, Rubs, Süßes – und der Punkt, an dem du bei Öl und Pesto bremst.

Kurz zum Kraut: Arten und Aroma

Sommer-Bohnenkraut ist einjährig, frostempfindlich und wird 30–40 cm hoch; daneben gibt es das mehrjährige Winter-Bohnenkraut mit derberem Laub. Für die Küche zählt vor allem, dass Sommer-Bohnenkraut jedes Jahr neu gesät wird und dann monatelang Triebe liefert. Wie sich Kräuter in einjährige, zweijährige und mehrjährige Arten sortieren und was das für Beet und Topf bedeutet, steht im Kräuter-Ratgeber.

Das Aroma ist würzig und pfeffrig mit einer herben Note, verwandt mit Thymian und Oregano – alle drei sind Lippenblütler. Bohnenkraut verträgt langes Mitkochen und zeigt roh eine grünere, schärfere Seite. Beides nutzt du in der Küche unterschiedlich, und darum geht es jetzt.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist ein vollsonniger Platz mit mäßig nährstoffreichem, gut durchlässigem und vorzugsweise alkalischem Boden.

Bodenart

Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Bevorzugt werden alkalische Böden; auch neutrale Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger und vorzugsweise alkalischer Boden.

Pflege

Pflege

Die Pflanze ist pflegeleicht.

Düngung

Im Freiland ist keine Düngung nötig; die Pflanzen gedeihen auch auf nährstoffarmen Böden.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze wächst buschig und ist einjährig.

Aussaatkalender Bohnenkraut
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: August, September; Ernte: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Roh: Dressings, Kräuterbutter und Quark

Fein gehackt ist Bohnenkraut ein Salatkraut, kein reines Kochkraut. Eine Vinaigrette aus Zitronensaft oder Weißweinessig, Senf, etwas Honig, Öl und gehacktem Bohnenkraut passt zu Tomaten-, Kartoffel- und Linsensalat und zu lauwarmem Grillgemüse. Zu Wassermelone mit Feta gibt ein wenig gehacktes Bohnenkraut den pfeffrigen Gegenpol zur Süße. Ein Joghurt-Dressing mit Knoblauch, Zitronenabrieb und Bohnenkraut begleitet Ofengemüse und Fladenbrot.

Für Kräuterbutter verknetest du weiche Butter mit gehacktem Bohnenkraut, Zitronenschale und Salz – zu Maiskolben, Steak, Ofenkartoffeln oder einfach auf Brot. In Quark oder Frischkäse ersetzt Bohnenkraut die übliche Petersilie-Schnittlauch-Mischung oder ergänzt sie. Ich zupfe die Blättchen erst kurz vor dem Anmachen vom Stiel und hacke sie mit dem großen Messer statt mit der Schere.

Tipp

Die Stiele wirfst du nicht weg. Sie geben ihr Aroma an Essig, Brühe oder Ofengemüse ab und kommen vor dem Servieren wieder heraus.

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Marinaden und Rubs für Grill und Ofen

In Marinaden zeigt Bohnenkraut, dass es Hitze verträgt. Olivenöl, Knoblauch, Zitronensaft und ganze Bohnenkrautzweige machen eine Marinade für Lamm, Schwein und Geflügel, aber ebenso für Halloumi, Zucchini, Aubergine und Kartoffeln vom Blech. Eine Joghurtmarinade mit gehacktem Bohnenkraut und Paprika eignet sich für Hähnchen und für Blumenkohl aus dem Ofen. Bei ganzem Fisch legst du Zweige in die Bauchhöhle oder ins Backpapier, bevor er in den Ofen geht. Ich lege die ganzen Zweige mit ins Gemüse und ziehe sie vor dem Grillen wieder heraus.

Für einen Rub zerreibst du getrocknetes Bohnenkraut zwischen den Fingern und mischst es mit Salz, Pfeffer, Paprika und getrockneter Zitronenschale. Damit reibst du Koteletts, Steaks oder Kartoffelspalten vor dem Grillen ein. Die klassischen Länderküchen mit Tomatensugo, Sarriette und Throubi findest du dort, wo es um Bohnenkraut in der mediterranen Küche und ihre traditionellen Rezepte geht; hier bleiben wir bei den Wegen daneben.

Mythos-Check

Bohnenkraut passt nur zu Bohnen? Der Name kommt aus der Tradition, Bohnengerichte damit zu würzen, und im Beet steht es mit Busch-, Stangen- und Prunkbohnen als guter Nachbar. In der Küche würzt es aber genauso Kartoffeln, Gemüse, Fisch und Fleisch.

Süß: Sirup, Sorbet und Kekse

Der einfachste Einstieg in die süße Küche ist ein Sirup: Zucker und Wasser aufkochen, Bohnenkrautzweige hineingeben, ziehen lassen, abseihen. Beim Sirup gebe ich die Zweige erst nach dem Aufkochen in den Topf und probiere zwischendurch, wann mir das Aroma reicht. Der Sirup passt über Erdbeeren, Aprikosen und Pfirsiche, in Limonade und Eistee, über Joghurt oder Panna cotta. Mit Zitronensaft angerührt und im Froster zwischendurch durchgerührt wird daraus ein Sorbet, das zu einem Sommeressen als erfrischender Gang zwischen den Tellern funktioniert.

Für Gebäck mörserst du frische Blätter mit Zucker zu einem Kräuterzucker und nimmst ihn für Mürbeteig oder Shortbread. Fein gehacktes Bohnenkraut im Teig für Zitronenkekse verbindet die pfeffrige Note mit der Säure. Ein wenig davon in einer dunklen Schokoladenganache oder über karamellisierten Birnen ist ungewohnt, aber stimmig – die herbe Seite des Krauts bremst die Süße.

Öl, Pesto und Essig: aromatisieren mit Vorsicht

Kräuteröl klingt nach dem naheliegenden Vorratsweg, ist es aber nicht. In selbst angesetzten Kräutern in Öl kann der Sauerstoffabschluss die Vermehrung von Clostridium botulinum und damit die Bildung von Botulinumtoxinen ermöglichen. Deshalb setzt du Bohnenkraut-Öl nicht auf Vorrat an, bewahrst es im Kühlschrank auf und verbrauchst es spätestens am Tag nach der Herstellung. Frisches Kräuteröl setze ich nur in der Menge an, die am selben oder am nächsten Tag auf den Tisch kommt. Öl, das sofort als Marinade verarbeitet und gegart wird, ist ein anderer Fall – dort ziehen die Zweige nur kurz durch.

Für Pesto gilt Ähnliches: Nichtgesäuerte Pesto-Zubereitungen zählen zu den möglichen Risikoprodukten und dürfen nur bei bis zu 6 °C gelagert werden. Ein Bohnenkraut-Pesto aus Blättern, Nüssen, Käse und Öl machst du deshalb frisch für die Mahlzeit; was übrig bleibt, frierst du ein, statt es im Glas stehen zu lassen. Beim Essig übernimmt die Säure die Konservierung, deshalb ist er der unkompliziertere Weg, Bohnenkraut-Aroma in eine Flasche zu bringen: Zweige in Weißweinessig, dunkel stellen, abseihen, für Vinaigrette und Marinaden.

Achtung

Selbst angesetzte Kräuteröle und frisches Pesto sind Kühlschrank-Ware für die nächsten Tage, nicht fürs Regal. Vorratsproduktion in Öl ist im Privathaushalt nicht empfehlenswert, insbesondere wenn das Ergebnis ohne ausreichendes Erhitzen gegessen wird.

Ernte und Vorrat für die Küche

Bohnenkraut-Triebe knipst du möglichst regelmäßig ab, damit die Pflanzen nicht auswachsen; das Aroma entfaltet sich kurz vor und während der Blüte am besten, die von Juli bis September liegt. Bohnenkraut lässt sich hervorragend trocknen und verliert dabei sein Aroma nicht; getrocknete Kräuter lagerst du luftdicht, lichtgeschützt und trocken und verbrauchst sie am besten innerhalb von 12 Monaten, eingefrorene halten sich bis zu einem Jahr. Die Methoden im Detail stehen dort, wo es um Bohnenkraut mit verschiedenen Methoden richtig trocknen und lagern geht, den Gesamtüberblick vom Schnitt bis zur Lagerung liefert der Ratgeber zu Bohnenkraut ernten und lagern, ohne Aroma zu verlieren.

Anbau in Kürze

Sommer-Bohnenkraut braucht einen sonnigen Standort und ist als schwachzehrend eingestuft – ein lebendiger Boden ohne kräftige Düngung reicht. Vorgezogen wird im März–April, im Freiland gesät im April–August; als Lichtkeimer kommt es oberflächennah in etwa 0–0,5 cm Tiefe und keimt bei 15–20 °C in 7–24 Tagen. Als Einzelpflanzen in Reihen sind 20 cm Abstand in der Reihe und 25 cm Reihenabstand hinterlegt; Busch-, Stangen- und Prunkbohnen sind gute Nachbarn, Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano und Basilikum dagegen nicht. Vorkultur, Direktsaat und den Umgang mit feinen Samen erklärt der Kräuter-Ratgeber im Abschnitt zur Aussaat.

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Häufige Fragen

Stimmt es, dass Bohnenkraut nur zu Bohnen passt?
Nein. Der Name kommt aus der Tradition, Bohnengerichte damit zu würzen, und im Beet gilt Bohnenkraut als guter Nachbar für Busch-, Stangen- und Prunkbohnen. In der Küche würzt es aber genauso Kartoffeln, Ofengemüse, Fisch, Lamm und Geflügel, roh gehackt Dressings und Kräuterbutter und als Sirup sogar Obst und Sorbet.
Wie schmeckt Bohnenkraut?
Würzig und pfeffrig mit einer herben Note, verwandt mit Thymian und Oregano, die wie Bohnenkraut zu den Lippenblütlern gehören. Roh wirkt es grüner und schärfer, mitgegart wird es runder und tiefer. Am besten schmeckst du dich beim ersten Versuch mit wenig heran, denn roh trägt es deutlich mehr als Petersilie.
Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winter-Bohnenkraut?
Sommer-Bohnenkraut ist einjährig, frostempfindlich und wird etwa 30–40 cm hoch; es wird jedes Jahr neu gesät. Winter-Bohnenkraut wächst mehrjährig und hat derbere Blätter. Für die Küche funktionieren beide gleich, mit dem zarteren Laub des Sommer-Bohnenkrauts lässt sich roh feiner arbeiten.
Warum gibt man Bohnenkraut traditionell zu Bohnengerichten?
Die Kombination ist in vielen Küchen überliefert, und der Name des Krauts hält diese Tradition fest. Praktisch passt sie gut: Bohnenkraut verträgt langes Mitkochen, sodass ganze Zweige mit den Bohnen garen und vor dem Servieren wieder herauskommen. Wirkungen auf die Verdauung werden dem Kraut nachgesagt, belegt ist hier nur die Küchentradition.
Wie mache ich Bohnenkraut für die Küche haltbar?
Bohnenkraut lässt sich hervorragend trocknen und verliert dabei sein Aroma nicht; getrocknet lagerst du es luftdicht, lichtgeschützt und trocken und verbrauchst es am besten innerhalb von 12 Monaten. Eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Selbst angesetztes Kräuteröl ist kein Vorratsweg: Es gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht.
Wie baue ich Bohnenkraut für die Küche an?
Sommer-Bohnenkraut braucht einen sonnigen Platz und ist als schwachzehrend eingestuft, es kommt also ohne kräftige Düngung aus. Gesät wird im Freiland etwa von April bis August oberflächennah als Lichtkeimer, etwa 0–0,5 cm tief, bei 15–20 °C keimt es in etwa 7–24 Tagen. Als Einzelpflanzen in Reihen sind 20 cm Abstand in der Reihe und 25 cm Reihenabstand hinterlegt; geerntet wird von Juni bis Oktober, indem du laufend Triebspitzen abknipst.
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