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Johanniskraut und Sonne: warum du bei UV-Licht vorsichtig bist

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bei der Anwendung von Johanniskraut ist eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut auf Sonnenlicht möglich, besonders bei heller Haut.
  • Lange Sonnenbäder, Höhensonne und Solarium meidest du, solange du Johanniskraut anwendest.
  • Johanniskraut kann die Wirkung von Medikamenten verändern, darunter Antibabypille, Gerinnungshemmer, Immunsuppressiva und Herzmedikamente wie Digoxin.
  • Wer Medikamente einnimmt, spricht vorher mit Arztpraxis oder Apotheke – auch bei rezeptfreien Präparaten.
  • Schwangere und Stillende sehen von einer eigenständigen Einnahme ab.
  • Selbst gesammelter Tee ist etwas anderes als ein geprüftes Arzneimittel aus der Apotheke.
Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) mit seinen charakteristischen gelben Blüten in einer sommerlichen Wiese.
Foto: Wilhelm Zimmerling PAR · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Johanniskraut blüht bei mir im Garten goldgelb, und jedes Jahr fragen mich Nachbarn, ob sie davon Tee machen dürfen. Meine Antwort beginnt nicht bei der Tasse, sondern bei zwei Punkten: Johanniskraut kann die Haut empfindlicher auf Sonnenlicht machen, und es kann die Wirkung von Medikamenten verändern. Beides steht fest, bevor irgendjemand eine Sprossspitze abschneidet. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

Was du hier findest: die belegten Sicherheitshinweise zu Sonne und Wechselwirkungen, die Einordnung von Gartenkraut gegenüber geprüften Präparaten und die Grundpflege der Pflanze, damit sie gesund bleibt. Die Grundlagen zu Kräutern und Gesundheit trägt der Abschnitt Kräuter und Gesundheit im Kräuter-Ratgeber, hier geht es um Johanniskraut im Besonderen.

Was Johanniskraut ist – und was es nicht ist

Echtes Johanniskraut, Hypericum perforatum, ist eine mehrjährige, winterharte Staude. Sie wird 20 cm bis 1 m hoch und blüht goldgelb von Juni bis September. Ihre Blüten sind eine Nahrungsquelle für Nützlinge und Insekten, was allein schon ein Grund ist, sie im naturnahen Garten stehen zu lassen. Mehr zur Art findest du im Porträt von Hypericum perforatum.

Johanniskraut hat eine lange Tradition als Heilpflanze. Diese Tradition darf ich nennen, eine Wirkung versprechen darf ich nicht – und will ich auch nicht. Was Johanniskraut-Präparate können, beurteilen Arztpraxis und Apotheke.

Kurz erklärt

Selbst gesammelter Johanniskraut-Tee ist etwas anderes als ein geprüftes Arzneimittel. Stiftung Warentest bewertet Apotheken-Präparate studienbasiert und führt frei verkäufliche Mittel wie Tees, Säfte und Dragees als eigene Produktkategorie. Auch Johanniskrautextrakte in Nahrungsergänzungsmitteln sind nicht automatisch mit Arzneimittelextrakten oder Studienpräparaten vergleichbar. Das Kraut aus deinem Beet ist also weder Ersatz für ein Präparat noch automatisch harmloser.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Hypericum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist ein sonniger bis halbschattiger Platz mit feuchtem, gut durchlässigem Boden.

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist feuchter, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Für Wildblumenwiesen, naturnahe Gärten, Bauerngärten sowie Beete und Rabatten geeignet.

Pflege

Pflege

Kleine Teilstücke zunächst eintopfen und im Frühbeet gut bewurzeln lassen.

Düngung

Bei Echtem Johanniskraut ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die angebotenen Pflanzen dienen Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle.

Aussaatkalender Echtes Johanniskraut
GartenkalenderVorkultur: März, April; Aussaat: Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustVorkulturAussaatBlüte

Warum Johanniskraut und Sonne ein Thema sind

Bei der Einnahme von Johanniskraut sind Nebenwirkungen möglich, darunter eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut auf Sonnenlicht. Johanniskrautpräparate können besonders bei hellhäutigen Personen die UV-Empfindlichkeit erhöhen und sonnenbrandähnliche Hautreaktionen auslösen.

Welcher Inhaltsstoff diese Reaktion im Einzelnen auslöst und wie sie in der Haut abläuft, gehört in die Hand von Arztpraxis und Apotheke. Für dich zählt die praktische Folge: Solange du Johanniskraut anwendest, behandelst du deine Haut so, als wäre sie deutlich empfindlicher als sonst.

Achtung

Während der Anwendung von Johanniskraut vermeidest du intensive UV-Bestrahlung – also lange Sonnenbäder, Höhensonne und Solarium. Zeigt deine Haut ungewohnte Rötungen oder sonnenbrandähnliche Reaktionen, klärst du das ärztlich ab.

Die Warnung ist für die Anwendung von Johanniskraut beschrieben. Ich unterscheide dabei nicht zwischen Präparat und Tee aus dem Garten, sondern halte mich bei beidem daran. Das ist meine Arbeitsweise, kein Freibrief für die eine oder andere Form.

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Welche Wechselwirkungen mit Medikamenten bekannt sind

Der zweite Punkt wiegt schwerer als die Sonne, weil du ihn nicht auf der Haut siehst. Johanniskraut kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Beschrieben sind unter anderem:

  • die Antibabypille, deren Zuverlässigkeit herabgesetzt werden kann
  • bestimmte Gerinnungshemmer (Blutverdünner)
  • Immunsuppressiva
  • Antidepressiva – die Kombination mit bestimmten Serotonin-Wiederaufnahmehemmern kann ein Serotoninsyndrom auslösen
  • Herzmedikamente wie Digoxin

Daraus folgt eine einfache Regel: Wer weitere Medikamente einnimmt, verwendet auch rezeptfreie Johanniskrautpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache. Schwangere und Stillende sehen von einer eigenständigen Einnahme ab.

Marias Erfahrung

Bevor ich selbst getrocknetes Kraut aus meinem Garten aufbrühe, gehe ich mit der Liste meiner Medikamente in die Apotheke und frage nach. Ich mache das jedes Jahr neu, weil sich Medikamente ändern können. Das dauert fünf Minuten am Tresen und gehört für mich zur Ernte dazu wie das Trocknen.

Warum ich hier so ausführlich werde, obwohl die Grundlagen im Kräuter-Ratgeber stehen: Johanniskraut ist unter den Gartenkräutern der Fall, bei dem Wechselwirkungen konkret benannt sind. Deshalb steht die Liste hier vollständig, aber ohne medizinische Bewertung – die gehört in die Arztpraxis.

Was Forschung und Prüfung dazu sagen

Fragen zur Wirkung einzelner Johanniskraut-Präparate klärst du in der Apotheke; beachte die jeweilige Fachinformation.

Wenn du das Kraut als Tee nutzen möchtest, gelten die allgemeinen Regeln für Kräutertee: mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen, mindestens fünf Minuten ziehen lassen und den fertigen Tee nicht über mehrere Stunden stehen lassen. Wie du Johanniskraut-Tee zubereitest und was dabei zu beachten ist, liest du im Artikel über Johanniskraut-Tee und seine Zubereitung.

Wie du Johanniskraut im Garten gesund hältst

Johanniskraut ist pflegeleicht, und genau das macht es für den Hausgarten so passend. Es gedeiht sonnig bis halbschattig auf feuchtem, gut durchlässigem Boden. Eine zusätzliche Düngung ist im Garten nicht nötig – wie bei den meisten Kräutern gilt: Ein lebendiger Boden mit Kompost zum Start reicht, und üppige Stickstoffgaben bringen nur mastiges Wachstum. Für die Beetplanung hilft dir der Beetplaner mit den hinterlegten Systemwerten.

Aussaat und Pflanzung

Johanniskraut ist Lichtkeimer: Du säst nur etwa 0–0,5 cm tief und drückst die Samen an. Die Keimdauer liegt bei 14–28 Tagen, als Keimtemperatur sind 18–20 °C belegt. Ich ziehe die Pflanzen in Schalen unter Glas vor und pikiere die Sämlinge einzeln in Töpfe oder ein Saatbeet. Der Kulturstart liegt im März und April, die Aussaat ins Freie im Mai bis Juni; vorgezogene Pflanzen kommen ab dem Frühsommer ins Beet. Das Abstandssystem: 40 cm in der Reihe, 40 cm Reihenabstand, Einzelpflanzen aufrecht. Wann was dran ist, zeigt der Aussaatkalender für Johanniskraut.

Pflege durchs Jahr

Gegen Ende des Sommers bildet Johanniskraut waagerechte Ausläufer, die im folgenden Jahr blühen. Ich lasse sie stehen und schaue beim Gießen nach, wo sie hinwollen – so weiß ich im Frühjahr, wo neue Triebe kommen. Pilzkrankheiten können Welke und Absterben verursachen; zeigt eine Pflanze solche Symptome, entfernst du sie. Welke allein ist allerdings kein Beweis: Schlaffe Blätter können auch auf Trockenstress oder beginnende Wurzelfäule hindeuten.

Mini-Checkliste

  • Standort sonnig bis halbschattig, Boden feucht und durchlässig
  • keine zusätzliche Düngung
  • Lichtkeimer: 0–0,5 cm tief, andrücken, nicht austrocknen lassen
  • 40 cm in der Reihe, 40 cm Reihenabstand
  • Welke Pflanzen prüfen, bei Pilzverdacht entfernen

Die vollständige Anleitung von der Aussaat bis zur Nutzung steht im Artikel Johanniskraut anbauen für Hobbygärtner, und wer die Staude vor allem als Blütenpflanze sieht, findet die gestalterische Seite unter Johanniskraut für üppiges Wachstum pflegen.

Ernte, Trocknen und Lagern – kurz

Geerntet wird das blühende Kraut etwa ab Ende Juni während der Blüte, traditionell um den Johannistag. Ich schneide Blätter und blühende Sprossspitzen und hänge sie in Sträußen im Schatten auf. Getrocknete Kräuter lagerst du luftdicht, lichtgeschützt und trocken und verbrauchst sie innerhalb von 12 Monaten; die Grundlagen zum Trocknen und Lagern stehen im Abschnitt Ernten und Konservieren des Kräuter-Ratgebers. Schritt für Schritt zeigt dir das der Artikel Johanniskraut richtig ernten und trocknen.

Wer aus dem Kraut ein Öl ansetzen möchte, beachtet den Öl-Sicherheitsrahmen: In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden, deshalb nichts auf Vorrat. Die Anleitung findest du unter Johanniskrautöl selbst herstellen.

Jetzt dran

Steht dein Johanniskraut in Blüte, prüfst du zuerst deinen Medikamentenplan mit der Apotheke, dann erst die Schere. Und für die Wochen der Anwendung planst du keine Sonnenbäder ein.

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Häufige Fragen

Warum soll ich bei Johanniskraut auf die Sonne achten?
Bei der Einnahme von Johanniskraut ist als Nebenwirkung eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut auf Sonnenlicht möglich. Betroffen sind besonders hellhäutige Personen, bei denen sonnenbrandähnliche Hautreaktionen auftreten können. Deshalb meidest du in dieser Zeit intensive UV-Bestrahlung. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.
Welche Sonnenschutzmaßnahmen sind bei Johanniskraut sinnvoll?
Solange du Johanniskraut anwendest, verzichtest du auf lange Sonnenbäder, Höhensonne und Solarium. Das gilt umso mehr, wenn du helle Haut hast. Zeigt deine Haut ungewohnte Reaktionen auf Sonne, klärst du das in der Arztpraxis.
Stimmt es, dass Johanniskraut die Antibabypille beeinträchtigen kann?
Ja, Johanniskraut kann die Zuverlässigkeit der Antibabypille herabsetzen. Das gehört zu den beschriebenen Wechselwirkungen mit Medikamenten. Wer hormonell verhütet und Johanniskraut anwenden möchte, spricht vorher mit Arztpraxis oder Apotheke – auch bei einem rezeptfreien Präparat.
Mit welchen Medikamenten kann sich Johanniskraut nicht vertragen?
Johanniskraut kann die Wirkung anderer Arzneimittel verändern, darunter bestimmte Gerinnungshemmer, Immunsuppressiva, Antidepressiva und Herzmedikamente wie Digoxin. In Kombination mit bestimmten Serotonin-Wiederaufnahmehemmern kann ein Serotoninsyndrom ausgelöst werden. Wer weitere Medikamente einnimmt, verwendet auch rezeptfreie Johanniskrautpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache.
Warum wird Johanniskraut um den Johannistag gesammelt?
Geerntet wird das blühende Kraut etwa ab Ende Juni während der Blüte – und der Johannistag liegt genau in diesem Fenster, daher die Tradition. Die Pflanze blüht goldgelb von Juni bis September, du hast also einige Wochen Zeit. Geschnitten werden Blätter und blühende Sprossspitzen, die in Sträußen im Schatten trocknen.
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