Rotblättriges Basilikum anbauen: Aussaat, Abstand und Pflege für dunkles Laub
- Lichtkeimer: nur 0–0,5 cm tief säen und höchstens leicht mit Erde bedecken.
- Keimung bei 15–22 °C in 7–25 Tagen; bei rotblättrigen Sorten kann dieser Rahmen abweichen.
- Freilandsaat Mai–Juni, Kulturstart Mai bis Juli; Basilikum ist nicht freiland-winterhart.
- Im Beet als Einzelpflanzen 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand; die Quellen nennen insgesamt 10–25 cm (pflanzweise- und sortenabhängig).

Wenn beim rotblättrigen Basilikum nichts aufläuft, liegt es bei mir fast immer an einem von zwei Handgriffen: Die Samen liegen zu tief, oder die Schale steht zu kühl. Beides lässt sich vermeiden, und der Rest der Kultur ist dann kaum anders als bei grünem Basilikum – nur schöner anzusehen. Ich säe meine roten Sorten grundsätzlich in Schalen vor, decke die Saat nur hauchdünn ab und stelle die Schale an den wärmsten hellen Platz, den ich im Haus habe.
Was rotblättriges Basilikum ist – und was es nicht ist
Rotblättriges Basilikum ist eine dunkelrot bis violett gefärbte Blattform von Ocimum basilicum, also derselben Art wie das grüne Basilikum in deinem Pesto. Der Geschmack ist basilikumtypisch; bei meinen Pflanzen schmecke ich eine leicht pfeffrige Note heraus. Der eigentliche Gewinn ist die Farbe: als Kontrast im Salat, auf Tomaten oder im Kräuterbeet zwischen viel Grün.
In der Kultur verhält es sich wie Basilikum überhaupt: starkzehrend, sonnenhungrig, frostempfindlich, hierzulande einjährig kultiviert. Einen kompakten Überblick, was du mit dem roten Laub anfangen kannst, findest du in der Übersicht zu Anbau und Verwendung von rotblättrigem Basilikum; dieser Artikel hier geht in die Tiefe bei Aussaat, Anzucht und Pflanzung.
Wohin mit dem roten Basilikum?
Rotblättriges Basilikum will einen sonnigen Platz; Basilikum gedeiht auch sonnig bis halbschattig, im Schatten kann die Färbung aber blasser ausfallen. Es ist nicht freiland-winterhart und steht deshalb erst nach den letzten Frösten draußen. Welche Ansprüche die beiden Kräuter-Welten an Licht, Wärme und Boden stellen, erklärt der Kräuter-Hub im Abschnitt über die zwei Kräuter-Welten.
Beim Boden gilt: locker, humusreich, durchlässig, ohne Staunässe. Als Starkzehrer verträgt Basilikum eine nährstoffreichere Erde als die Schwachzehrer-Mehrheit unter den Kräutern. Substratfragen für Beet, Hochbeet und Topf trägt ebenfalls der Kräuter-Hub im Abschnitt zu Kräuterbeet, KräuterspiraleEine Kräuterspirale ist ein spiralförmig ansteigendes Beet aus Steinen und Erde. Von der mageren, sonnigen Spitze bis zum nährstoffreichen Fuß mit kleinem Teich bietet sie auf engem Raum Plätze für Kräuter mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen., Hochbeet und Topf.
Wann säst du aus?
Die FreilandsaatFreilandsaat ist die Aussaat direkt an Ort und Stelle im Gartenbeet unter freiem Himmel. Die Samen keimen dort, wo die Pflanzen anschließend weiterwachsen sollen. von Basilikum ist im Mai bis Juni belegt; der Kulturstart insgesamt reicht von Mai bis Juli, die Pflanzzeit für vorgezogene Jungpflanzen liegt im Mai bis Juni. Für die Vorkultur im Haus gibt es kein belegtes Monatsfenster – ich rechne deshalb vom Pflanztermin zurück: Keimdauer von 7–25 Tagen, dazu die Zeit fürs Pikieren und AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten.. So stehen die Jungpflanzen kräftig da, wenn draußen kein Frost mehr droht.
Wer den Sommer über nachlegen will, kann bis Juli neu ansetzen – so bleibt der Kulturstart im belegten Fenster. Den Kalender für diese Art kannst du dir als Aussaatkalender für rotblättriges Basilikum ausdrucken.
Vorkultur Schritt für Schritt
Basilikum ist ein Lichtkeimer. Das bedeutet für die Praxis: oberflächennah säen, 0–0,5 cm tief, und höchstens leicht mit Erde bedecken. Ich streue die Samen dünn auf feuchte AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an., drücke sie mit einem Brettchen an und siebe nur einen Hauch Erde darüber.
Saattiefe 0–0,5 cm · Keimtemperatur 15–22 °C (Quellenspanne) · Keimdauer 7–25 Tage · Freilandsaat Mai–Juni · Pflanzzeit Mai–Juni. Für Basilikum wird auch ein engerer Rahmen von 15–20 °C mit 7–21 Tagen genannt; bei rotblättrigen Sorten kann dieser Rahmen abweichen.
Dann geht es um Wärme und Feuchte. Die Keimtemperatur liegt bei 15–22 °C; eine Fensterbank über der Heizung oder ein Zimmergewächshaus passen. Ich halte das Substrat mit der Sprühflasche gleichmäßig feucht, damit die feinen Samen nicht wegschwimmen, und lüfte eine Abdeckhaube täglich, sobald sie von innen beschlägt. Steht die Schale hell, aber nicht in der prallen Mittagssonne, trocknet die Oberfläche nicht so schnell aus.
Die Samen werden wie Gemüsesaat mit einer richtigen Erdschicht bedeckt. Basilikum braucht Licht zum Keimen – was zu tief liegt, läuft lückig oder gar nicht auf. Andrücken ja, zuschütten nein.
Nach dem Auflaufen brauchen die Keimlinge viel Licht, sonst schießen sie dünn in die Höhe. Ich rücke die Schale dann so nah ans Fenster wie möglich und drehe sie beim Gießen, damit die Pflänzchen nicht einseitig zum Licht kippen.
Direktsaat ins Beet
Wer erst im Mai oder Juni draußen säen will, lockert den Boden fein, zieht flache Rillen und hält 20 cm Reihenabstand ein. Als Planungswert gelten für Basilikum 30 Korn je laufenden Meter; die Saat wird nur angedrückt und höchstens leicht bedeckt. Bis zum Auflaufen halte ich die Rille gleichmäßig feucht und ziehe bei kalten Nächten ein Vlies darüber.
Später wird vereinzelt: als Einzelpflanzen auf 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand. Die Quellen nennen für Basilikum insgesamt 10–25 cm Pflanzabstand – je nach Pflanzweise (Büschel oder Tuff enger, Einzelpflanzen weiter) und Sorte. Lässt du kleine Büschel stehen, bleibst du am unteren Ende, kräftige Einzelpflanzen bekommen mehr Platz.
Pikieren, abhärten, auspflanzen
Sobald die Sämlinge das erste echte Blattpaar zeigen, pikiere ich sie einzeln in kleine Töpfe. Ich fasse die Pflänzchen dabei nur an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. an, nie am Stängel, und setze sie bis zu den Keimblättern in die Erde. Vor dem Auspflanzen stelle ich die Töpfe tagsüber geschützt nach draußen und hole sie nachts wieder rein, bis keine Frostgefahr mehr besteht.
Ausgepflanzt wird im Mai bis Juni – im Beet als Einzelpflanzen mit 10 cm in der Reihe und 20 cm Reihenabstand, wahlweise weiter bis 25 cm. Im Topf reicht Basilikum als flach wurzelndes Kraut eine Erdtiefe von 15–20 cm, Abzugsloch vorausgesetzt. Was speziell auf Balkon und Fensterbank zu beachten ist, steht im Beitrag zu rotblättrigem Basilikum im Topf.
Auspflanzen erst, wenn
- kein Frost mehr gemeldet ist (Pflanzzeit Mai–Juni),
- die Jungpflanzen abgehärtet sind,
- der Platz sonnig liegt und der Boden durchlässig ist,
- Abstand und Nachbarn geklärt sind – hilfreich ist dafür der Beetplaner.
Gießen und Düngen – kurz gefasst
Basilikum wird gleichmäßig gegossen, bevor die Blätter schlappen, am besten morgens und an den Fuß der Pflanze statt über das Blatt. Staunässe verträgt es nicht. Wie du nach Kräuter-Welten gießt, erklärt der Kräuter-Hub im Abschnitt Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß.
Beim Düngen ist Basilikum die Ausnahme von der Regel: Es ist als starkzehrend eingestuft und dankt eine nährstoffreichere Erde. Als Faustzahl reichen 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, um Gartenpflanzen bedarfsgerecht zu ernähren; Stickstoff im Überfluss gilt trotzdem als Aromakiller. Auch der Schwachzehrer-Grundsatz und seine Ausnahmen stehen im Hub-Abschnitt zum Düngen.
Wachstum, Färbung und Blüte
Basilikum erreicht Wuchshöhen von etwa 12–70 cm, je nach Sorte. Die Ernte ist im Juni bis Oktober belegt, die Blüte im Juli. Sobald Knospen erscheinen, verschiebt die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen; deshalb kneife ich Blütentriebe laufend aus und kontrolliere die Triebspitzen bei jedem Gießgang.
Die rote Farbe hängt am Licht: An sonnigen Plätzen bleibt sie kräftig, im Schatten kann sie ins Grünliche verblassen. Ein Wirkversprechen ist das nicht, aber ein Grund, dem roten Basilikum den hellsten Platz zu geben, den du hast.
Ich schneide meine roten Basilikumpflanzen von Anfang an als ganze Triebe und nicht blattweise. Dabei bleiben unten immer einige Blattpaare stehen, aus deren Achseln die Pflanze neu treibt. Was ich abschneide, landet direkt in der Küche oder gehackt in der Eiswürfelform.
Mischkultur: Wer passt zum roten Basilikum?
Gute Mischkulturpartner für Basilikum sind Melonen, Gurken, Kürbis (alle Sorten) und Tomaten (alle Sorten) – die Klassiker also, mit denen es auch auf dem Teller landet. Als unverträgliche Nachbarn gelten Anisminze, Koreanische Minze, Ysop, Lavendel, Zitronenmelisse, Minze, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut, Knollenziest und Thymian. Das gemeinsame mediterrane Kräuterbeet ist damit keine gute Idee, auch wenn es optisch verführt.
Mischkultur unterstützt die Kultur, sie garantiert nichts. Welche Kombinationen für dein Beet passen, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.
Schädlinge und Krankheiten erkennen
Rotes Basilikum ist nicht anfälliger als grünes, aber ein paar Zeichen lohnen den Blick. Feine Gespinste auf der Blattunterseite können auf SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. hindeuten; die Weibchen der Gemeinen Spinnmilbe sind winzig, bis 0,6 mm lang. Silbrig glänzende Saugschäden können auf Thripse zurückgehen, schmale Tiere von meist 1 bis 2 mm Länge mit fransigen Flügeln. Blattläuse sitzen sichtbar an Triebspitzen und jungen Blättern.
Welkt eine Pflanze bei nasser Erde, kann das auf Staunässe und beginnende Wurzelfäule hindeuten; ein grauer, pelziger Belag kann auf Grauschimmel hinweisen. Vorbeugend halte ich Abstand zwischen den Pflanzen, gieße an den Fuß und entferne welke oder befallene Teile sofort. Gegen saugende Insekten setze ich auf einen kräftigen Wasserstrahl und Nützlinge im Garten; Hausmitteln wie SchmierseifenlösungEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. wird eine Wirkung gegen Blattläuse nachgesagt, ein Versprechen ist das nicht.
Ernten und aufbewahren
Der Ernteschnitt bei Basilikum liegt etwa handbreit über dem Boden, einige Blätter bleiben an der Pflanze. Am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, stecken die ätherischen Öle noch in den Blättern; das intensivste Aroma haben die meisten Kräuter kurz vor der Blüte. Wegen seiner Schleimstoffe lässt sich auch rotblättriges Basilikum nur schwer mit gutem Ergebnis trocknen – günstiger ist es, kleingeschnittene Blätter in Eiswürfeln einzufrieren; eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Die Details dazu stehen im Beitrag zum Ernten und Aufbewahren von rotblättrigem Basilikum.
In selbst angesetzten Kräuterölen und nicht gesäuertem Pesto können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, solche Zubereitungen auf Vorrat herzustellen; Kräuteröl gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.
Was du mit dem roten Laub in der Küche anstellst – von Salat bis Dessert – liest du im Beitrag zur würzigen Vielfalt von rotblättrigem Basilikum in der Küche.
Saisonende und nächstes Jahr
Basilikum kann je Kulturform mehrjährig leben, wird hierzulande aber in der Regel einjährig kultiviert und ist nicht freiland-winterhart. Wer eine Topfpflanze über den Winter weiterkultivieren will, braucht einen hellen, frostfreien Platz; die Grundlagen dazu stehen im Kräuter-Hub im Abschnitt Überwintern. Ich räume meine Beetpflanzen beim ersten Frost ab und ziehe im Frühjahr neu.
Für die Beetplanung gilt eine Anbaupause von 4 Jahren, bevor rotblättriges Basilikum wieder an dieselbe Stelle kommt. Wer Sorten erhalten möchte, kann im Sommer Triebspitzen ohne Blüte als StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. bewurzeln – wie das geht und wann Aussaat die bessere Wahl ist, steht im Beitrag zur Vermehrung von rotblättrigem Basilikum über Stecklinge und Aussaat.
Alle Beiträge rund um Sorten, Topfkultur, Ernte und Küche sammelt die Übersichtsseite zu rotblättrigem Basilikum.





