Gründüngung und Mulchen kombinieren: Jahresplan und Mulchmaterialien
- Bleibt ein Beet nach der Ernte länger frei, säst du Gründüngung; zwischen stehenden Reihen mulchst du.
- Im Gemüsebeet legst du etwa 2 bis 3 cm Mulch aus und lässt Saatrillen und Jungpflanzen frei.
- Rasenschnitt kommt angewelkt und in mehreren dünnen Lagen aufs Beet, Rindenmulch nur auf Wege.
- Stroh und holziges Material können beim Verrotten Stickstoff binden, prüfe vorher die Versorgung.
- Im Frühherbst bleibt Gründüngung stehen; abgefrorene Bestände liegen über Winter als Mulch.
Nach der Ernte bleibt ein Beet oft offen liegen, bis die nächste Kultur kommt. Ohne Bedeckung kann der Boden dann beim nächsten Regen verschlämmen und verkrusten. Ich entscheide deshalb nach jeder Ernte neu, ob ich die Lücke mit einer Gründüngung fülle oder die Fläche mulche. Beides schützt den Boden, doch eine Gründüngung muss erst wachsen, während Mulch sofort liegt. Welche Methode wann passt, hängt vor allem an zwei Fragen: Wie lange bleibt die Fläche frei, und was wächst daneben?
Mulch und Gründüngung: der Unterschied in Kürze
Mulch ist eine Auflage aus abgestorbenem oder mineralischem Material, etwa Rasenschnitt, Stroh, Laub oder Kies. Organischer Mulch vermindert die Verdunstung aus dem Boden, isoliert ihn und hält die Oberfläche für Wasser offenporig.
Bei der Gründüngung säst du dagegen Pflanzen auf die freie Fläche und beendest den Bestand, bevor er Samen bildet. Alle Gründünger nehmen vorhandenen Bodenstickstoff auf, Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen binden mit Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff. Welche Art auf dein Beet passt und wann du sie mähst und einarbeitest, erklärt der Überblick über Gründüngerpflanzen, ihre Bodenwirkung und das Einarbeiten.
Gründüngung oder Mulch: Wie lange bleibt das Beet frei?
Bevor ich säe, kläre ich, wie lange die Fläche bis zur nächsten Kultur frei bleibt. Für Senf liegen die Angaben zur Entwicklungszeit im Hausgarten bei 4 bis 10 Wochen. Bei Phacelia und Ölrettich reichen sie von 6 bis 10 Wochen. Ist die Lücke kürzer oder steht das Gemüse noch, mulchst du die offenen Flächen zwischen den Reihen.
Eine lebende Gründüngung vermindert zwar die Verdunstung, verbraucht beim Wachsen aber selbst Wasser. Bei Trockenheit kann sie deshalb mit der HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. konkurrieren. Zwischen stehendem Gemüse deckt Mulch den Boden ab, ohne mit den Pflanzen um Wasser zu konkurrieren.
Ich notiere nach jeder Ernte, welche Pflanzenfamilie auf dem Beet stand und wann die nächste Kultur folgt. Mit diesen zwei Angaben entscheide ich zwischen Gründüngung und Mulch, bevor ich Saatgut oder Material hole.
Gründüngung und Mulch im Jahresverlauf
Über das Jahr wechseln sich beide Methoden oft auf demselben Beet ab. Die Übersicht zeigt, was in welcher Jahreszeit dran ist.
| Zeitraum | Gründüngung | Mulch |
|---|---|---|
| Frühjahr | Abgefrorene Reste flach einarbeiten oder abrechen, überwinternde Bestände aktiv beenden | Saatrillen und Jungpflanzen frei lassen, wärmeliebendes Gemüse erst ab Mai oder Juni mulchen, Baumscheiben ab Ende April |
| Mai bis August | Lücken nach früher Ernte begrünen, vor der Samenbildung mähen, ab August die NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. säen | Offene Flächen zwischen Saat- und Pflanzreihen mulchen, Schnittgut der Gründüngung liegen lassen |
| September und Oktober | Ölrettich, Winterzottelwicke und Inkarnatklee im September säen, Winterroggen noch im Oktober, im Frühherbst nichts einarbeiten | Laub auf freie Gemüsebeete, unverrottete Reste unter Obstbäumen ab Oktober entfernen |
| Winter | Abgefrorene Bestände bleiben liegen, auf schweren Böden stehen lassen oder vor dem Durchfrieren umgraben | Die abgefrorene Gründüngung ist jetzt selbst die Mulchdecke |
Frühjahr: Winterbestände beenden, Mulch zurückhalten
Abgefrorene Gründüngung hat über Winter als Mulch auf dem Beet gelegen. Im Frühjahr arbeitest du die Reste flach ein, oder du rechst sie ab und kompostierst sie, wenn du ein feines Saatbett brauchst. Überwinternde Bestände wie Winterroggen oder Inkarnatklee beendest du vor der nächsten Kultur aktiv. Das kann wegen der vielen Pflanzenmasse viel Handarbeit bedeuten. Nach dem flachen Einarbeiten wartest du meist etwa zwei bis drei Wochen, bevor du säst oder pflanzt.
Mit dem Mulch hast du es im Frühjahr nicht eilig. Wärmeliebendes Gemüse mulchst du erst ab Mai oder Juni. Baumscheiben unter Obstbäumen bekommen ab Ende April die ersten dünnen Lagen.
Mai bis August: Reihen mulchen, Lücken begrünen
Im Mai und Sommer mulchst du die offenen Flächen zwischen Saat- und Pflanzreihen. Wird nach einer frühen Ernte ein Beet frei, säst du eine schnelle Gründüngung in die Lücke. Gelbsenf bedeckt den Boden nach zügiger Anfangsentwicklung rasch und kann Unkraut unterdrücken. Welche Arten sich dafür noch eignen, zeigt der Beitrag darüber, wie Gründüngung Unkraut verdrängt.
Im Hausgarten schneidest du die Gründüngung gewöhnlich kurz vor der Blüte. Soll sie für Insekten blühen, mähst du nach der Blüte, aber vor der Samenreife, damit sie sich nicht selbst aussät. Den Schnitt lässt du als Mulch auf dem Beet liegen.
Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte eignen sich vor allem August und September. Plane dabei die Pflanzenfamilien mit: Senf gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern und kann in deren Fruchtfolge Kohlhernie fördern. Auch bei Gründünger-Mischungen, die du nach Boden und Ziel auswählst, muss jede enthaltene Familie zu deiner bisherigen und geplanten Fruchtfolge passen. Die Belegung über mehrere Jahre behältst du mit dem Werkzeug für deine Beetplanung im Blick.
September und Oktober: Nachkultur säen, nichts einarbeiten
Im September kannst du noch Ölrettich, Winterzottelwicke und Inkarnatklee säen, Winterroggen sogar bis in den Oktober. In wintermilden Gegenden gehen Gründüngungssaaten bis Anfang Oktober. Säst du dort spät Phacelia oder Senf, ist Blattmasse bis zum Frost das Ziel und keine Blüte. Die SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. der einzelnen Arten findest du im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.
Im Frühherbst bleibt die Gründüngung stehen. Arbeitest du sie jetzt ein, werden Nährstoffe frei, die vor der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. ausgewaschen werden können. Überwinternde Bestände halten den aufgenommenen Stickstoff zudem besser gegen AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. fest als früh beendete. Kompost bringst du aus demselben Grund nicht im Herbst als Dünger aus, sondern im Spätwinter oder Frühjahr. Freie Gemüsebeete kannst du im Herbst mit Laub mulchen.
Winter: Bestand und Mulch bleiben liegen
Phacelia ist nicht winterhart, verträgt aber Frost bis etwa −8 °C. Friert ein Bestand ab, deckt er den Boden bis zum Frühjahr als Mulch ab. Auf schweren Böden kann die Gründüngung bis zum Frühjahr stehen bleiben; willst du umgraben, nutzt du bei passender Witterung den Dezember oder Januar, bevor der Boden durchfriert.
Schützt eine Mulchdecke vor Frost? Abgestorbener organischer Mulch kann den Boden an kalten Wintertagen wärmer und bei Hitze kühler halten. Einen festen Temperatureffekt oder Schutz vor Frost am Obstbaum garantiert er nicht.
Welche Mulchmaterialien wohin passen
Welches Material du nimmst, hängt von der Fläche ab. Die Übersicht zeigt, wo was hingehört und worauf du achtest.
| Material | Passt für | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Rasenschnitt | offene Flächen im Gemüsebeet | anwelken lassen, mehrfach dünn ausbringen |
| Stroh | besonders unter Erdbeeren | verrottet langsam, kann Stickstoff binden |
| Laub | freie Gemüsebeete im Herbst | nicht zu feucht, nur dünn |
| Schnitt der Gründüngung | die Fläche, auf der er gewachsen ist | dicke Stängel zerkleinern, frische Masse nicht tief vergraben |
| Rindenmulch | Wege | nicht ins Gemüsebeet |
| Kies, Splitt | nährstoffarme Staudenpflanzungen auf leichten Böden | dort, wo organischer Mulch zu viele Nährstoffe brächte |
Rasenschnitt: angewelkt und in dünnen Lagen
Rasenschnitt lasse ich vor dem Mulchen anwelken und verteile ihn in mehreren dünnen Lagen statt in einer dicken Schicht. So beugst du vor, dass er verklebt, schimmelt oder fault. Feinen Rasenschnitt bringst du dünner aus als anderes Mulchmaterial und dafür öfter.
Stroh und holziges Material: Stickstoff mitdenken
Stroh verrottet langsam und eignet sich besonders als Mulch unter Erdbeeren. Bei der Zersetzung können Stroh und holzige Materialien allerdings Stickstoff binden. Prüfe deshalb vor dem Auflegen, ob das Beet ergänzend Stickstoff braucht.
Laub: nicht zu nass, nicht zu dick
Laub kann im Herbst auf freie Gemüsebeete. Bring es nicht zu feucht und nur dünn aus, damit keine dichte, faulende Decke entsteht.
Schnitt aus der Gründüngung: liegen lassen statt vergraben
Den Schnitt deiner Gründüngung lässt du als Mulch auf der Fläche liegen. Frische Masse vergräbst du nicht tief, weil sie unter Luftabschluss faulen kann.
Dickstängeliges Schnittgut zerkleinerst du, bevor es als Mulch aufs Beet kommt.
Junge Pflanzen werden wegen ihres engeren C/N-Verhältnisses schneller umgesetzt als ältere. Verholzte Reste verrotten dagegen langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Willst du den Schnitt als Mulch nutzen und bald danach pflanzen, mähst du deshalb, bevor die Stängel verholzen.
Sind Phosphor und Kalium im Boden bereits erhöht, nimmst du den Großteil des Schnitts von der Fläche. Damit mulchst du schwächer versorgte Beete, oder du kompostierst ihn. Auf dem Kompost schichtest du feuchtes, grünes Schnittgut in dünnen, wechselnden Lagen mit trockenem, strukturreichem Gartenmaterial. Mehr zum Zusammenspiel liest du im Beitrag, wie du Gründüngung und Kompostierung kombinierst.
Rindenmulch, Kies und Splitt
Rindenmulch eignet sich für Wege.
Rindenmulch im Gemüsebeet. Seine GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. können das Gemüsewachstum hemmen.
Mineralischer Mulch wie Kies oder Splitt kann für nährstoffarme Staudenpflanzungen auf leichten Böden passen. Dort kann organischer Mulch zu viele Nährstoffe bringen.
Was nicht als Mulch taugt
Samentragende Unkräuter, lebende Wurzelunkräuter und kranke Pflanzen kommen nicht als Mulch ins Gemüsebeet. Kranke Reste und samentragendes oder ausdauerndes Unkraut gibst du vorsorglich in die Biotonne, weil ein kleiner Gartenkomposter keine sichere Hygienisierung gewährleistet.
So legst du Mulch richtig aus
Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei von Mulch. Auf den übrigen Flächen kommt die Schicht nicht zu dick aufs Beet.
Im Gemüsebeet legst du etwa 2 bis 3 cm Mulch aus. Feinen Rasenschnitt bringst du dünner und dafür wiederholt aus.
Gegossen wird möglichst morgens und direkt am Wurzelbereich, damit weniger Wasser verloren geht und die Blätter nicht lange nass bleiben. Lass den Boden unter dem Mulch nicht völlig austrocknen, denn dann nimmt er Wasser schlecht auf. Wie Gründüngung und Mulch zusammen den Wasserhaushalt beeinflussen, beschreibt der Beitrag, wie Gründüngung den Wasserhaushalt deines Bodens verbessert.
Feuchter Mulch bietet auch Schnecken Lebensraum. Ich hebe den Mulch an den Reihen an und schaue darunter nach. Hast du starke Schneckenschäden, prüfst du, ob der Schaden den Nutzen der Mulchschicht übersteigt.
Unter Obstbäumen: die Baumscheibe
Dichter Unterbewuchs konkurriert mit Obstbäumen um Wasser und Nährstoffe. Geschwächte Bäume entlastest du deshalb mit einer bewuchsfreien, gemulchten BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg.. Je nach Größe des Baums kann sie einen Radius von 0,5 bis 2 m haben. Gemulcht wird ab Ende April in dünnen Lagen. Unverrottete Reste entfernst du ab Oktober, damit Wühlmäuse weniger Unterschlupf finden. Offenen Boden zwischen den Bäumen kannst du noch im Juli mit einer Gründüngung einsäen, um die Bodengare zu verbessern.
Im Hochbeet und in Gefäßen
Hochbeete erwärmen sich schneller als Bodenbeete und trocknen dadurch rascher aus, organischer Mulch erhält dort die Bodenfeuchte. Bleibt das Hochbeet mehrere Wochen oder über Winter frei, ist auch dort eine Gründüngung sinnvoll; Details findest du im Beitrag, wie du Gründüngung im Hochbeet einsetzt. In kleinen Gefäßen ist Gründüngung meist wenig sinnvoll, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst.
Untersaat zwischen Gemüse und Beeren
Niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten kannst du als UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. zwischen Gemüse oder Beerenkulturen säen. Weißklee entwickelt sich in der Jugend langsamer, deshalb berücksichtigst du beim Zeitpunkt auch die Konkurrenz der Hauptkultur. Neben Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen gilt Klee als unverträglich; weitere Nachbarschaften prüfst du in der Übersicht, welche Pflanzen nebeneinander passen.
Was Mulch und Gründüngung nicht ersetzen
Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Art, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Zusätzliche Düngung ersetzt sie deshalb nicht automatisch, zumal der Stickstoff im Aufwuchs der Folgekultur nicht vollständig zur Verfügung steht. Ein höherer Humusgehalt kann den Wasserhaushalt verbessern, garantiert aber keine entsprechend große Zunahme des pflanzenverfügbaren Wassers. Welche Nährstoffe dein Boden tatsächlich bereithält, zeigt eine Bodenuntersuchung. Wie du ihr Ergebnis für die Wahl der Gründüngung nutzt, erklärt der Beitrag, wie du mit einer Bodenanalyse passende Gründüngungspflanzen findest.





