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Gründüngung nach Bodenanalyse: Pflanzen gezielt für deinen Boden wählen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Grunduntersuchung einer Gartenbodenprobe erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.
  • Für die Mischprobe vereinst du 10–15 verteilte Proben aus 25–30 cm Tiefe zu etwa 500 g.
  • Nach dem pH-Wert grenzt du die Arten ein: Für Gelbe Lupine wird pH 4–6 angegeben, für Alexandrinerklee pH 6–8.
  • Bei erhöhten Phosphor- und Kaliumvorräten räumst du den Großteil der Gründüngungsmasse ab, statt ihn einzuarbeiten.
  • Nachteile der Gründüngung: Der Bestand verbraucht Wasser, kann sich selbst aussäen und ersetzt zusätzliche Düngung nicht automatisch.

Gründünger-Saatgut ist schnell gekauft, aber nicht jede Art passt auf jeden Boden. Gelbe Lupine kommt mit saurem Sand zurecht, Alexandrinerklee nicht. Auf einem überversorgten Beet räumst du den Aufwuchs außerdem besser ab, statt ihn einzuarbeiten. Ich lasse meine Gemüsebeete deshalb untersuchen, bevor ich Saatgut für die Gründüngung bestelle.

Gründüngung heißt: Du säst Pflanzen, die du nicht erntest, sondern für den Boden wachsen lässt. Die Pflanzendecke schützt vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion, und die eingearbeitete Masse versorgt das Bodenleben mit organischem Material. Die Grundlagen stehen im Gründünger-Überblick im Abschnitt, was Gründüngung im Boden leistet.

Was die Bodenanalyse über deinen Boden verrät

Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffe in deinem Garten. Mit dem Befund legst du Art und Menge einer notwendigen Düngung fest. Für die Gründüngung nutzt du dieselben Werte ein zweites Mal: Du liest daran ab, welche Art auf dein Beet passt und was mit dem Aufwuchs geschehen soll.

Diese Werte stehen im Befund

Die Grunduntersuchung einer Gartenbodenprobe erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Je nach Labor kommt mehr dazu. Die Standardanalyse des Hessischen Landeslabors erfasst zum Beispiel Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert, während Humus und Schwermetalle gesondert beauftragt werden müssen.

Wert im Befund Was er dir sagt Folge für die Gründüngung
pH-Wert und Kalkbedarf ob der Boden für seine Bodenart zu sauer ist Art nach pH-Bereich wählen, kalken nur bei zu niedrigem pH-Wert
Phosphor und Kalium wie hoch das Beet versorgt ist bei erhöhten Vorräten den Großteil der Masse abräumen
Stickstoff nichts Dauerhaftes, weil der Gehalt stark schwankt nach Vorfrucht und Folgekultur entscheiden
Humus, Salzgehalt, Schwermetalle nur als Zusatzuntersuchung enthalten bei Bodenproblemen gezielt mit untersuchen lassen

Steht ein Nährstoff in Gehaltsklasse E, ist das Beet damit sehr hoch versorgt. Eine weitere Düngung mit diesem Nährstoff ist dann nicht erforderlich.

Tipp

Frag vor dem Einsenden nach, welche Werte die Standardanalyse deines Labors enthält. Den Humusgehalt bestellst du bei Bedarf gleich mit.

Was im Befund fehlt

Eine übliche Gartenbodenanalyse erlaubt keine dauerhafte Aussage über den verfügbaren Stickstoff. Sein Gehalt schwankt stark und wird häufig gar nicht mitgemessen. Auch über das Bodengefüge sagen Phosphor, Kalium und pH-Wert nichts aus.

Das Gefüge prüfst du mit dem Spaten. Bei einer Spatendiagnose beurteilst du Eindringwiderstand, Gefüge, Wurzelverlauf, Hohlräume, Farbe und Geruch. So erkennst du Verdichtungen und Durchlüftungsprobleme. Durchgehende Wurm- und Wurzelröhren zeigen eine günstige Wasserleitfähigkeit, Durchlüftung und Durchwurzelbarkeit an. Ich steche dafür einen Spaten voll Erde am Stück aus dem Beet und sehe mir zuerst den Wurzelverlauf an.

Kurz erklärt

Bei der Fingerprobe formst du etwas Erde zwischen den Fingern. Tonreicher Boden klebt, lässt sich gut formen und ausrollen und zeigt eine glatte, glänzende Oberfläche.

Achtung

Eine gute Bodenstruktur belegt keine Schadstofffreiheit. Vermutest du eine Schadstoffbelastung, ist die untere Bodenschutzbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt zuständig.

So nimmst du die Bodenprobe

Sinnvoll ist eine Gartenbodenanalyse vor der Neuanlage und danach alle 3–5 Jahre. Nimm die Probe möglichst im Herbst nach der Ernte oder im Frühjahr vor der Düngung. Ich nehme meine Proben im Herbst, sobald die Beete abgeräumt sind.

  1. Grenze die Fläche ab. Eine Mischprobe steht für eine einheitlich genutzte Fläche, zum Beispiel dein Gemüsebeet.
  2. Nimm 10–15 Proben, verteilt über die ganze Fläche.
  3. Entnimm jede Probe aus 25–30 cm Tiefe.
  4. Vereine alle Proben zu einer Mischprobe von etwa 500 g und mische sie gründlich durch.
  5. Fülle die Mischprobe in einen sauberen Beutel, beschrifte ihn mit Beet und Datum und schicke ihn an ein Bodenlabor.
Häufiger Fehler

Erde aus unterschiedlich genutzten Flächen in einen Beutel geben. Gemüsebeet und Rasen bekommen jeweils eine eigene Mischprobe, sonst sagt der Befund über keine der beiden Flächen etwas Verlässliches.

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Vom Befund zur Pflanze: Gründünger nach Analysewerten wählen

Die Gründüngungsart wählst du passend zu Bodenart, verfügbarem Entwicklungszeitraum und den Pflanzenfamilien deiner Gemüsefruchtfolge. Der Befund liefert die Bodenwerte dazu. Ich lege ihn neben meinen Beetplan und gehe Wert für Wert durch. Wann welches Beet frei wird, siehst du, wenn du deine Beete im Beetplaner belegst.

Mini-Checkliste

pH-Wert mit dem Bereich der Art vergleichen · Phosphor und Kalium ansehen und über Einarbeiten oder Abräumen entscheiden · Vorfrucht und Folgekultur für die Stickstofffrage prüfen · Gefüge mit dem Spaten beurteilen · Pflanzenfamilie mit den Gemüsekulturen auf dem Beet abgleichen.

pH-Wert: sauer, neutral oder alkalisch

Deutlich getrennt sind die pH-Bereiche bei den Leguminosen. Die Tabelle zeigt, welcher Boden-pH für die einzelnen Arten als geeignet angegeben wird.

Gründünger Geeigneter Boden-pH Hinweis zum Boden
Gelbe Lupine 4–6 leichte Sandböden mit niedrigem pH-Wert
Serradella 4–7 bevorzugt saure, leicht lehmige Sandböden, kalkempfindlich
Blaue Lupine 5–6 lehmige Sande bis sandige Lehmböden
Weiße Lupine 6–7 schließt oberhalb der Blauen Lupine an
Luzerne 6–7 ungeeignet für schwere, kalte und staunasse Böden
Alexandrinerklee 6–8 saure Böden vermeiden

Serradella ist kalkempfindlich, bei Alexandrinerklee vermeidest du saure Böden. Wenn du nach dem Befund kalkst, ändert sich deshalb auch, welche der beiden Arten auf das Beet passt. Gekalkt wird nur, wenn der pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist.

Andere Arten sind beim pH-Wert weniger festgelegt. Phacelia und Gelbsenf wachsen auf sauren, neutralen und alkalischen Böden. Buchweizen toleriert saure Böden, sein Optimum liegt nach einem feldbaulichen Herstellerprofil aber bei neutraler Bodenreaktion. Weißklee wächst auf einem breiten Bodenspektrum, solange der Boden nicht zu sauer und nicht staunass ist.

Phosphor und Kalium: hoch oder niedrig versorgt

Gründüngung nimmt gelöste Nährstoffe auf und gibt sie beim Verrotten wieder frei. Bei erhöhten Phosphor- und Kaliumvorräten räumst du deshalb den Großteil der Gründüngungsmasse von der Fläche. Arbeitest du dort alles ein, bleibt der Vorrat im Beet, erst das Abräumen nimmt Nährstoffe mit. Die Masse nutzt du auf geringer versorgten Beeten oder im Kompost weiter.

Zeigt der Befund wenig Phosphat, kommt Buchweizen infrage. Er kann bereits im Boden gebundenes Phosphat mobilisieren und erschließt damit vorhandene Reserven. Verlass dich aber nicht darauf: Eine hohe Phosphatmobilisierung führt nicht automatisch zu einer besseren Phosphatverfügbarkeit für die Folgekultur.

Stickstoff: was der Befund offenlässt

Alle Gründüngungspflanzen binden vorhandenen Bodenstickstoff. Nur Leguminosen bringen durch ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff ein. Leguminosen-Gründüngung eignet sich deshalb als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Senf und Phacelia nehmen dagegen vorhandenen Bodenstickstoff in ihre Biomasse auf und können dadurch dessen Auswaschung vermindern.

Die übliche Analyse misst Stickstoff häufig gar nicht mit, und zusätzlichen Stickstoff bringen nur Leguminosen ein. Ob du Klee oder Phacelia säst, entscheidest du deshalb nach Vorfrucht und Folgekultur und nicht nach dem Laborbefund. Rotklee bevorzugt dabei schwach sauren, stickstoffarmen Boden, etwa ein Beet, das nicht mit Mist gedüngt wurde.

Bodenart und Gefüge: leicht, schwer, verdichtet

Auf humusarmen leichten Böden eignen sich Arten mit reichlicher Grünmasse wie Phacelia und Sonnenblumen. Sonnenblumen können standortabhängig deutlich mehr als 1 m tief wurzeln, sind aber als starkzehrend eingestuft. Mehr dazu steht im Ratgeber, was Feldsonnenblumen als Gründünger leisten.

Für sandige, leicht saure Böden passt die Gelbe Lupine. Serradella kann auf humusarmen, trockenen Sandböden trotz ihrer Eignung für leichte Böden versagen. Wie du die Wasserspeicherung sandiger Böden mit Gründüngung verbesserst, ist ein eigenes Thema.

Für schwere oder verdichtete Standorte kommen unter anderem Ölrettich, Phacelia und Sandhafer infrage. Luzerne wurzelt zwar tief, ist für schwere, kalte und staunasse Böden aber ungeeignet. Bei stark verdichteten oder geschädigten Gartenböden kann eine Gründüngung ein Jahr oder länger stehen bleiben. Der Ratgeber dazu zeigt, welche Pflanzen und Methoden schwere Ton- und Lehmböden lockern.

Die Wahl auf einen Blick

Dein Befund Passende Wahl Darauf achtest du
sandig und leicht sauer Gelbe Lupine zählt in der Fruchtfolge zu den Hülsenfrüchten
leicht und humusarm Phacelia zur Keimung und im Jugendstadium die Wasserversorgung sichern
schwer oder verdichtet Ölrettich Kreuzblütler, nichts für Beete mit viel Kohl
mittlerer Boden Perserklee hoher Wasserbedarf
pH 6–8, leichter bis mittelschwerer, nährstoffreicher Boden Alexandrinerklee trockene Jahre sind ungünstig
Phosphor und Kalium erhöht Art nach pH-Wert wählen, Aufwuchs abräumen Masse auf geringer versorgte Beete oder in den Kompost geben
stark zehrendes Gemüse folgt Klee nicht auf Beete, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als Nächstes folgen
viel Kohl, Rettich oder Radieschen im Beet Phacelia Senf, Ölrettich und Raps möglichst vermeiden

Analyse und Gründüngung zusammen nutzen

Der Befund hilft dir zweimal: vor der Aussaat bei der Pflanzenwahl und nach der Gründüngung bei der Düngeplanung. Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Die bedarfsgerechte Düngeplanung für die Folgekultur ersetzt sie nicht, du rechnest den Aufwuchs aber an.

Als pauschale Rechenhilfe für die Gartendüngung dient die Aufwuchshöhe des Bestands.

Aufwuchshöhe Anrechenbarer Stickstoff
unter 5 cm 1 g/m²
5–14 cm 2 g/m²
15–30 cm 4 g/m²
über 30 cm 6 g/m²

Ich messe meinen Bestand mit dem Zollstock, bevor ich mähe, und schreibe die Höhe ins Gartenbuch. Der Stickstoff aus der Biomasse steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung.

Mit der nächsten Analyse siehst du, wie sich Phosphor, Kalium und pH-Wert auf dem Beet entwickelt haben. Willst du auch den Humusaufbau verfolgen, lässt du den Humusgehalt mit untersuchen, denn er gehört nicht zu jeder Standardanalyse. Humusaufbau durch Gründüngung kann die Aufnahme und Speicherung von Wasser im Gartenboden verbessern.

Marias Erfahrung

Ich hefte jeden Laborbefund ab und notiere dazu, welche Gründüngung danach auf dem Beet stand und ob ich den Aufwuchs eingearbeitet oder abgeräumt habe. Bei der nächsten Analyse lege ich beide Blätter nebeneinander.

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Welche Nachteile hat Gründüngung?

Ein lebender Bestand verbraucht beim Wachsen selbst Wasser und kann bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren. Beendest du ihn nicht rechtzeitig vor der Samenreife, sät er sich selbst aus, und winterharte Bestände können im Frühjahr viel Handarbeit erfordern. Dazu kommt die Verwandtschaft: Senf gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern und kann in deren Fruchtfolge Kohlhernie fördern. Selbstaussaat und Auswaschung behandelt der Überblick im Abschnitt „Mähen und Einarbeiten“, den Wasserverbrauch der Ratgeber zum Wasserhaushalt des Gartenbodens mit Gründüngung.

Was nach der Pflanzenwahl kommt

Die folgenden Themen reiße ich nur an. Ausführlich stehen sie im Gründünger-Überblick und in den verlinkten Ratgebern.

Mischungen

In Mischungen können unterschiedliche Wurzelformen mehrere Bodenschichten erschließen, während Leguminosen zusätzlichen Stickstoff einbringen. Alle enthaltenen Pflanzenfamilien müssen zur bisherigen und geplanten Gemüsefruchtfolge passen. Die Arten stellt der Überblick im Abschnitt „Familien und Wuchsformen“ vor.

Aussaat

Gründüngungssaatgut verteilst du breitwürfig, rechst es ein, drückst es an und hältst es bis zum Auflaufen feucht. Für Phacelia werden im Hausgarten 1–3 g Saatgut/m² angesetzt, verlässlicher Ausgangspunkt ist die Angabe auf der Saatguttüte. Mehr steht im Überblick im Abschnitt „Aussaat“, den Ablauf zeigt der Ratgeber Schritt für Schritt zur ersten Gründüngung.

Frühjahr und Herbst

Als Aussaatbeginn im Garten wird für Gelbsenf und Phacelia Mitte März angegeben, für Ölrettich Mitte April. Wie du Gründüngung Jahreszeit für Jahreszeit mit dem Gemüseanbau planst, zeigt der Ratgeber zum Jahreslauf. Nach der Gemüseernte eignen sich besonders August und September, Winterroggen kann noch im Oktober gesät werden. Der Herbst-Ratgeber erklärt, welche Arten du im Herbst säst und durch Frost und Winter bringst. Die Saatfenster findest du außerdem im druckbaren Aussaatkalender für Gründünger.

Mähen und Einarbeiten

Gründüngung wird im Hausgarten gewöhnlich kurz vor der Blüte geschnitten. Frische Masse arbeitest du nur flach ein oder nutzt sie als Mulch, denn tief vergraben kann sie unter Luftabschluss faulen. Vor der nächsten Aussaat oder Pflanzung wartest du danach meist etwa 2–3 Wochen. Zeitpunkt und Wartezeit vertieft der Überblick im Abschnitt „Mähen und Einarbeiten“.

Fruchtfolge

Gründünger zählen in der Fruchtfolge zu ihren Pflanzenfamilien. Senf, Ölrettich und Raps gehören in die Kreuzblütlerpause, Klee, Wicken und Lupinen in die Planung der Hülsenfrüchte. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung auf Leguminosen entfallen. Verträgliche Nachbarn schlägst du im Mischkultur-Werkzeug für deine Beetnachbarn nach, die Regeln stehen im Überblick im Abschnitt „Fruchtfolge und Mischkultur“.

Kompost und Mulch

Kompost liefert vor allem Phosphor, Kalium und Spurenelemente. Zeigt dein Befund Nährstoffüberschüsse, schränkst du die Kompostgabe deshalb ein. Der Ratgeber dazu zeigt, wie Gründüngung und Kompost im Garten zusammenwirken. Abgeschnittene Gründüngung kann auch als Mulch liegen bleiben, organischer Mulch vermindert die Verdunstung aus dem Boden. Materialien und Zeitpunkte findest du im Ratgeber, wie du Gründüngung und Mulchen im Jahresverlauf kombinierst.

Hochbeet, Kübel und Unkraut

Auch im Hochbeet ist Gründüngung sinnvoll, wenn es mehrere Wochen oder über Winter ungenutzt bleibt. In kleinen Gefäßen lohnt sie sich meist wenig, weil sich die Erde dort einfach austauschen lässt. Schnell schließende Bestände von Senf, Buchweizen, Raps und Ölrettich unterdrücken auflaufende Unkräuter vor allem durch Lichtkonkurrenz. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie Gründüngung gegen Unkraut hilft, die Einsatzzeiten im Überblick im Abschnitt „Zeitpunkt und Dauer“.

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Häufige Fragen

Welche Rolle spielt die Bodenanalyse bei der Auswahl von Gründüngungspflanzen?
Die Bodenanalyse zeigt dir, wie dein Beet mit Phosphor und Kalium versorgt ist und ob Kalkbedarf besteht. Nach dem pH-Wert grenzt du die Arten ein: Gelbe Lupine passt auf sandige, leicht saure Böden, für Alexandrinerklee wird pH 6–8 angegeben. Bei erhöhten Phosphor- und Kaliumvorräten räumst du den Großteil der Gründüngungsmasse ab, statt ihn einzuarbeiten. Über Stickstoff sagt eine übliche Gartenbodenanalyse nichts Dauerhaftes aus, hier entscheiden Vorfrucht und Folgekultur.
Wie führt man eine Bodenprobe für die Analyse korrekt durch?
Du nimmst 10–15 Proben, verteilt über eine einheitlich genutzte Fläche wie dein Gemüsebeet. Jede Probe stammt aus 25–30 cm Tiefe. Alle zusammen vereinst du zu einer Mischprobe von etwa 500 g, die ans Bodenlabor geht. Sinnvoll ist die Analyse vor der Neuanlage und danach alle 3–5 Jahre, möglichst im Herbst nach der Ernte oder im Frühjahr vor der Düngung.
Stimmt es, dass Gründüngung allein ausreicht und keine zusätzliche Düngung nötig ist?
Pauschal stimmt das nicht. Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab und ersetzt zusätzliche Düngung nicht automatisch. Nur Leguminosen bringen über die Luftstickstoffbindung zusätzlichen Stickstoff ein, alle anderen Arten nutzen vorhandenen Bodenstickstoff. Ob und wie viel du düngst, legst du mit einer Bodenuntersuchung fest und berücksichtigst dabei den Aufwuchs der Gründüngung.
Wie wirken sich Leguminosen auf die Stickstoffbindung im Boden aus?
Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen binden mithilfe von Wurzelbakterien Luftstickstoff in organischer Form. Die Knöllchenbakterien versorgen die Pflanze mit Ammonium, das sie aus Luftstickstoff bilden, und erhalten dafür unter anderem Zucker. Für die Nachkultur wird dieser Stickstoff verfügbar, wenn das Pflanzenmaterial verrottet. Leguminosen-Gründüngung eignet sich deshalb als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse.
Worin unterscheiden sich Phacelia und Senf bei der Bodenverbesserung?
Beide nehmen vorhandenen Bodenstickstoff in ihre Biomasse auf und können dadurch dessen Auswaschung vermindern. Der Unterschied liegt in der Verwandtschaft: Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und kann deshalb viele Gemüsefruchtfolgen ergänzen. Senf gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern und kann in deren Fruchtfolge Kohlhernie fördern. Gelbsenf bedeckt den Boden nach zügiger Anfangsentwicklung rasch, seine Wurzeln lockern auch tiefer liegende Bodenschichten.
Welche Mengenangaben gelten für die Aussaat verschiedener Gründüngungspflanzen?
Die Saatmengen liegen je nach Art weit auseinander. Für Phacelia werden im Hausgarten 1–3 g Saatgut/m² angesetzt. Für einjährige Lupinen reichen die Angaben von 15–25 g/m². Weil für einige Arten unterschiedliche Mengen genannt werden, ist die Angabe auf der Saatguttüte deiner Sorte der verlässliche Ausgangspunkt.
Wie beeinflusst die Wurzeltiefe verschiedener Pflanzen die Bodenlockerung?
Tief wurzelnde Arten erreichen untere Bodenschichten: Ackerbohnen, Lupinen und Sonnenblumen können als Gründüngung standortabhängig deutlich mehr als 1 m tief wurzeln. Verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Flach wurzeln dagegen Buchweizen, Lein, Weißklee und Studentenblumen. In Mischungen können unterschiedliche Wurzelformen mehrere Bodenschichten erschließen.
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