Ölrettich aussäen: Zeitpunkt, Saatmenge und Methoden
- Ölrettich säst du von März bis September, im Garten ab Mitte April.
- Nach der Gemüseernte eignen sich besonders August und September.
- Für eine frühe Saat sollte der Boden mindestens 8 °C warm sein.
- Im Hausgarten reichen die Saatmengen von 2–5 g/m², maßgeblich ist die Angabe auf deiner Saatguttüte.
- Die Körner kommen 1–2 cm tief, danach hältst du die Saat bis zum Auflaufen feucht.
- Zu anderen Kreuzblütlern hältst du mindestens 3–5 Jahre Abstand.
Die Frühkartoffeln sind geerntet, und bis zur nächsten Kultur bleibt das Beet frei. Genau in solche Lücken säe ich Ölrettich. Damit er aufläuft und den Boden bedeckt, müssen Termin, SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. und Saatmenge zusammenpassen. Bevor ich die Tüte öffne, kläre ich deshalb zwei Fragen: Wie lange ist die Fläche frei, und wie warm ist der Boden?
Ölrettich, botanisch Raphanus sativus var. oleiformis, ist ein einjähriger KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen.. Er bildet eine PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche. und wird je nach Sorte und Standort 40 bis über 120 cm hoch. Als Gründüngung liefert er viel Biomasse und tiefe Wurzeln. Wie eine Gründüngung den Boden bedeckt und Stickstoff bindet, erklärt der Überblick, was Gründüngung im Boden leistet. Hier geht es um die Aussaat: wann, wie dicht, wie tief und mit welcher Technik.
Ölrettich-Aussaat auf einen Blick
| Aussaat-Merkmal | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | März bis September, im Garten ab Mitte April |
| NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. nach der Gemüseernte | August und September |
| Saatmenge, breitwürfig im Hausgarten | 2–5 g/m² |
| Saattiefe | 1–2 cm |
| Keimtemperatur | min. 8 °C, max. 20 °C |
| Keimdauer | 7–14 Tage |
| Entwicklungszeit | 6–10 Wochen |
| ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. | 30 cm Reihenabstand, 15 cm Abstand in der Reihe |
| Abstand zu anderen Kreuzblütlern | mindestens 3–5 Jahre |
Wann säst du Ölrettich?
Das AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. für Ölrettich reicht von März bis September. Im Garten gilt Mitte April als Beginn, früher säe ich nur in warmen Boden. Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte eignen sich besonders August und September.
Welcher Termin zu deinem Beet passt, entscheidet vor allem die Zeit, in der die Fläche frei ist. Plane für Ölrettich 6–10 Wochen Entwicklungszeit ein. Wie viel Masse er bildet, hängt von Sorte, Saattermin und Standort ab. Im landwirtschaftlichen Zwischenfruchtanbau kann er 20–40 t Frischmasse je Hektar bilden.
Zur Entwicklungszeit kommt die Wartezeit nach dem Einarbeiten: Bis zur nächsten Saat oder Pflanzung vergehen meist etwa 2–3 Wochen. Dein Beet ist also länger belegt, als der Ölrettich wächst.
| Situation | Saatzeit | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Frühjahrssaat auf freier Fläche | ab Mitte April | Bodentemperatur messen, Keimung ab 8 °C |
| Sommersaat nach früher Ernte | ab Juli | Saat und Keimlinge bei Hitze und Trockenheit wässern |
| Nachkultur nach der Gemüseernte | August und September | nicht winterhart, friert im Winter ab |
Die Saatfenster weiterer Gründünger schlägst du im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken nach.
Frühjahr: erst den Boden messen
Ölrettich keimt ab einer Bodentemperatur von 8 °C. Vor einer Saat im März oder Anfang April stecke ich ein Bodenthermometer in Saattiefe und lese ab. Liegt der Wert darunter, warte ich. Eine Frühjahrssaat belegt das Beet mitten in der Saison. Deshalb nutze ich sie für Flächen, die erst spät bepflanzt werden.
Spätsommer: säen nach der Gemüseernte
Nach der Gemüseernte im August oder September räume ich das Beet ab, bereite das Saatbett vor und säe. Ölrettich ist nicht winterhart und friert im Winter ab. Im Frühherbst lässt du den Bestand stehen, denn Einarbeiten kann dann Nährstoffe vorzeitig freisetzen und ihre AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. begünstigen. Was im Winter mit dem Bestand passiert, liest du im Beitrag darüber, wie sich Ölrettich bei Frost verhält und wie du seine Mulchschicht im Frühjahr nutzt.
Ist der September vorbei, ist es für Ölrettich zu spät. Winterroggen kannst du dann noch im Oktober säen.
Was beeinflusst die Aussaat außerdem?
Feuchte bis zum Auflaufen
Nach der Saat dauert es 7–14 Tage, bis die Keimlinge erscheinen. In dieser Zeit hältst du die Saat feucht. Bei trockener Witterung kann das wiederholtes Gießen bedeuten. Auch die jungen Keimlinge brauchen bei Hitze und Trockenheit Wasser.
Ich schreibe das Saatdatum auf ein Etikett am Beetrand. Mit der Keimdauer von 7–14 Tagen im Kopf weiß ich, ab wann ich nach Keimlingen schaue und wann ich das Beet auf Lücken prüfe.
Boden und Standort
Ölrettich passt sich an unterschiedliche Gartenböden an. Ein tiefgründiger Boden unterstützt seine ausgeprägte Wurzelentwicklung. Auf schweren oder verdichteten Standorten gehört er zu den Zwischenfrüchten, die infrage kommen. Für die Saat wähle ich eine sonnige Fläche.
Fruchtfolge: die Familie zählt mit
Ölrettich ist ein Kreuzblütler: Halte im Gemüsebeet mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern, und säe ihn nicht direkt vor oder nach Kohlgewächsen. Passende Vor- und Nachfrüchte findest du im Beitrag, wie du Ölrettich im Fruchtwechsel einplanst. Die Anbaupausen deiner Beete behältst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge im Blick.
Nematoden als Saatgrund
Säst du Ölrettich gegen Rübennematoden, zählt die Sorte: Als resistent gelten Sorten mit den Anfälligkeitsnoten 1–3. Im Feldanbau begünstigen längere Phasen mit Tagesmitteltemperaturen ab 8 °C die Wirkung, eine Zusage für dein Beet ist das nicht. Biofumigation bleibt ein Spezialverfahren, und was Ölrettich gegen Nematoden leisten kann, ordnet ein eigener Beitrag ein.
Wie bereitest du das Saatbett vor?
Zuerst räume ich die Erntereste ab. Ist der Boden ausreichend abgetrocknet, lockere ich ihn oberflächlich mit dem Krail. Danach harke ich die Fläche feinkrümelig und eben. Tiefer gehe ich nicht: Bei der Sorte Karakter genügt es, die oberste Bodenschicht zu einem feinen Saatbett zu bearbeiten. Düngen musst du vor der Saat in der Regel nicht, auf den meisten Böden ist für Ölrettich keine zusätzliche Düngung nötig.
Erntereste abgeräumt · Boden abgetrocknet und oberflächlich gelockert · Fläche feinkrümelig und eben geharkt · Saatgut für die Beetfläche abgewogen · Gießkanne mit feiner Brause bereit
Wie säst du Ölrettich: breitwürfig oder in Reihen?
Ölrettich wird direkt ins Beet gesät, breitwürfig oder in Reihen. Als Gründüngung säe ich ihn breitwürfig, damit die ganze Fläche bedeckt ist. Danach rechst du die Saat ein und drückst sie an, das gilt für jede Methode.
Wie viel Saatgut brauchst du?
Die Empfehlungen für die breitwürfige Saat im Hausgarten reichen von 2–5 g/m². Weil die Angaben auseinandergehen, ist die Menge auf der Saatguttüte deiner Sorte der verlässliche Ausgangspunkt. Ich wiege die Saat für die Beetfläche ab, bevor ich ans Beet gehe. So sehe ich beim Streuen, wie viel noch übrig ist.
Breitsaat im Hausgarten: so gehe ich vor
- Ich teile die abgewogene Saat in zwei Portionen.
- Die erste Portion streue ich längs über das Beet, die zweite quer dazu.
- Dann reche ich die Saat ein, sodass die Körner 1–2 cm tief liegen.
- Anschließend drücke ich die Fläche an, etwa mit der Rückseite des Rechens.
- Bis zum AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. halte ich die Saat mit einer feinen Brause feucht.
Reihensaat: wenn du zwischen den Reihen hacken willst
Reihensaat passt, wenn du zwischen den Reihen hacken willst. Zieh die Rillen 1–2 cm tief. Zwischen den Reihen lässt du 30 cm Platz. In der Reihe planst du mit 15 cm Abstand. Die Saatmenge je m² bezieht sich auf die breitwürfige Saat.
Hochbeet und Kübel
Auch im Hochbeet ist eine Gründüngung wie Ölrettich sinnvoll, wenn es mehrere Wochen oder über Winter ungenutzt bleibt. In kleinen Gefäßen lohnt sie sich meist wenig, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst.
Große Flächen bis zum Acker
Auf großen Flächen legt eine Sämaschine die Saat in Reihen ab, für die breitwürfige Saat nimmst du einen Streuer. Stell das Gerät auf die Saatmenge deiner Sorte ein und prüfe die Verteilung auf einem kurzen Probestück. Danach walzt du die Fläche an, damit die Körner Bodenkontakt bekommen.
Nach der Saat: Pflege, Winter und Einarbeiten
Nach dem Auflaufen ist wenig zu tun. Damit sich Ölrettich nicht selbst aussät, schneidest du die Blütenstiele nach der Blüte zurück, bevor Samen reifen. Wie sich der Bestand entwickelt und wann du ihn einarbeitest, beschreibt der Beitrag, wie Ölrettich deinen Gartenboden verbessert.
Abgefrorener Ölrettich bleibt über Winter als Mulch liegen, im Frühjahr arbeitest du die Reste flach ein. Frische Masse vergräbst du nicht tief, weil sie unter Luftabschluss faulen kann. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Gründünger-Überblick im Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.


