Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Pflege

Ölrettich als Gründünger: Verwendung, Pflege und Einarbeitung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ölrettich ist ein einjähriger, tief wurzelnder Kreuzblütler, den du als Gründünger auf frei gewordene Beete säst.
  • Für seine Entwicklung als Gründüngung im Hausgarten werden 6–10 Wochen angesetzt.
  • Er nimmt vorhandenen Bodenstickstoff auf, bindet aber keinen Luftstickstoff; auf den meisten Böden braucht er keine zusätzliche Düngung.
  • Frische Masse arbeitest du nur flach ein oder nutzt sie als Mulch; bis zur nächsten Saat vergehen meist etwa 2–3 Wochen.
  • Ölrettich ist nicht winterhart, abgefrorener Aufwuchs bleibt über Winter als Mulch liegen.
  • Als Kreuzblütler braucht er im Gemüsebeet mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern; bei viel Kohl in der Fruchtfolge ist Phacelia eine Alternative.

Nach der Ernte liegt manches Beet bis zum Frühjahr offen. Ohne Bewuchs kann die Oberfläche verschlämmen und verkrusten, und Reststickstoff kann über Winter ausgewaschen werden. Auf solche Flächen säe ich Ölrettich. Er wurzelt tief, bedeckt den Boden rasch mit Grün und kann überschüssige Nährstoffe in seiner Pflanzenmasse speichern. Luftstickstoff sammelt er dagegen nicht, das können nur Leguminosen.

Wofür du Ölrettich im Garten verwendest

Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis) ist eine einjährige Gründüngungs- und Ölpflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Je nach Sorte und Standort wird er 40 bis über 120 cm hoch. Die Grundlagen aller Gründünger erklärt der Überblick, was Gründüngung im Boden leistet.

Im Garten verwendest du Ölrettich vor allem als Zwischenfrucht auf Beeten, die nach der Ernte frei sind. Dort übernimmt er mehrere Aufgaben:

  • Boden durchwurzeln: Er ist tiefwurzelnd und bildet eine ausgeprägte Pfahlwurzel.
  • Boden bedecken: Seine Grünmasse entwickelt sich rasch, deckt den Boden ab und kann Unkraut unterdrücken.
  • Nährstoffe halten: Er nimmt vorhandenen Bodenstickstoff auf und kann überschüssige Nährstoffe in seiner Biomasse speichern.
  • Mulch und Kompost liefern: Abgefrorenen Aufwuchs lässt du als Mulch liegen oder arbeitest ihn zerkleinert ein, frisches Schnittgut kann auf den Kompost.
  • Insekten versorgen: Blühender Ölrettich gilt als nützlingsfreundlich.
  • Mischungen ergänzen: Zusammen mit Phacelia, Alexandrinerklee oder Senf ergänzt er unterschiedliche Durchwurzelungseigenschaften.

Auch im Hochbeet ist Gründüngung sinnvoll, wenn es über Winter oder mehrere Wochen ungenutzt bleibt. In kleinen Gefäßen lohnt sie sich meist wenig, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst.

Aussaatkalender Ölrettich
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September; Blüte: Mai, Juni, JuliJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliAussaatBlüte

Was Ölrettich im Boden bewirkt

Wurzeln schaffen Wege für Wasser und Luft

Ölrettich zählt zu den tief wurzelnden Gründüngern. Ein tiefgründiger Boden unterstützt die Entwicklung seiner Pfahlwurzel. Zwischenfruchtwurzeln bilden zusammen mit aktiven Regenwürmern Bioporen. Diese Röhren fördern das Eindringen von Regenwasser und verringern den Abfluss an der Oberfläche. Durchgehende Wurm- und Wurzelröhren sprechen für eine gute Wasserleitfähigkeit, Durchlüftung und Durchwurzelbarkeit. Für schwere oder verdichtete Standorte kommen unter anderem Ölrettich, Phacelia und Sandhafer als Zwischenfrüchte infrage.

Nährstoffe festhalten

Alle Gründüngungspflanzen binden vorhandenen Bodenstickstoff, auch Ölrettich. Mit seiner raschen Grünmasse kann er überschüssige Nährstoffe in der Biomasse speichern. Zwischenfrüchte können so die Gefahr verringern, dass Nitrat über Winter ausgewaschen wird. Beim Verrotten gibt die Masse die Nährstoffe wieder frei. Der enthaltene Stickstoff steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch aber nicht vollständig zur Verfügung.

Mythos-Check

„Ölrettich reichert den Boden mit Stickstoff an.“ Luftstickstoff binden nur Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen, und zwar mithilfe von Wurzelbakterien. Ölrettich nutzt den Stickstoff, der schon im Boden ist. Er bringt also keinen zusätzlichen ein, kann aber die Gefahr senken, dass vorhandener Stickstoff über Winter ausgewaschen wird.

Futter für das Bodenleben

Eingearbeitete Gründüngungsmasse versorgt das Bodenleben mit organischem Material. Bei der Zersetzung werden Nährstoffe frei. Bildet sich daraus Humus, kann das Wasserhalte- und Nährstoffspeichervermögen deines Bodens steigen. Auf leichten Böden verbessert organische Substanz die Wasserspeicherung, auf schweren die Durchlässigkeit. Ein höherer Humusgehalt garantiert aber keine entsprechend große Zunahme an pflanzenverfügbarem Wasser im ganzen Bodenprofil.

Bodendecke gegen Verschlämmung

Die rasch wachsende Grünmasse beschattet und bedeckt den Boden. Eine solche Decke schützt vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Zugleich kann sie Unkraut unterdrücken. Friert der Bestand ab, bleibt er über Winter als Mulch auf dem Boden.

Zahl im Blick

Im landwirtschaftlichen Zwischenfruchtanbau kann Ölrettich je nach Sorte, Saattermin und Standort 20–40 t Frischmasse/ha bilden. Für dein Beet ist das kein Zielwert. Der Wert zeigt aber, dass beim Schnitt viel Material anfallen kann.

Und gegen Nematoden?

Gegen Rübennematoden gelten Ölrettichsorten mit den Anfälligkeitsnoten 1–3 als resistent, wobei die Wirkung von Sorte und Nematodenart abhängt. Das ist ein Befund aus dem Feldanbau und keine Zusage für dein Beet, auch die Übertragbarkeit der Biofumigation aufs Gemüsebeet ist offen. Was davon im Garten realistisch ist, ordnet der Beitrag ein, wie Ölrettich gegen Nematoden eingesetzt wird.

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Welche Böden von Ölrettich profitieren

Ölrettich ist an unterschiedliche Gartenböden anpassungsfähig. Ich säe ihn auf sonnige Beete und schaue mir vorher an, wie der Boden beschaffen ist.

Marias Erfahrung

Bevor ich ein schweres Beet mit Ölrettich einsäe, mache ich eine Spatenprobe. Ich achte darauf, wie leicht der Spaten eindringt, wie das Gefüge aussieht und wie die alten Wurzeln verlaufen. Farbe, Geruch und Hohlräume schaue ich mir ebenfalls an. Durchgehende Wurm- und Wurzelröhren sprechen für einen gut durchlüfteten Boden. Stoße ich auf eine dichte Schicht, kläre ich erst, wie tief sie liegt und wie fest sie ist.

Schwere und tonige Böden

Ob dein Boden tonreich ist, zeigt dir die Fingerprobe. Tonreiche Erde klebt, lässt sich gut formen und ausrollen und zeigt eine glatte, glänzende Oberfläche. Organische Substanz fördert in schweren Böden eine Krümelstruktur, die besser durchlüftet ist und Wasser besser versickern lässt. Bearbeite Tonboden nur abgetrocknet, denn im feuchten Zustand ist die Verdichtungsgefahr besonders hoch.

Sitzt eine Verdichtung tief, kann ein fachgerecht eingesetzter Tiefenlockerer nötig sein. Vorher werden Lage, Mächtigkeit und Festigkeit der dichten Schicht untersucht. Nach einer solchen Lockerung stabilisieren tiefwurzelnde Pflanzen das gelockerte Gefüge. Weil Ölrettich zu den Tiefwurzlern gehört, passt er als Begrünung auf eine frisch gelockerte Fläche.

Sandige Böden

Sand lässt Wasser durch seine weiten Grobporen schnell versickern. Im Wurzelraum bleibt deshalb vergleichsweise wenig pflanzenverfügbares Wasser zurück. Für Ölrettich ist Sand trotzdem eine passende Bodenart, und organische Substanz aus der Gründüngung kann die Wasserspeicherung leichter Böden verbessern. Bei Trockenheit kann auf Sand allerdings der kapillare Nachschub aus tieferen Schichten abreißen. Zugleich verbraucht ein wachsender Bestand selbst Wasser. Auf sandigem Boden behältst du die Feuchte deshalb in Trockenphasen genau im Blick, vor allem während der Keimung.

Humusarme Böden

Gründüngung kann humusarme, verdichtete oder verschlämmte Gartenböden über Wurzelmasse und organische Substanz verbessern. Auf humusarmen leichten Böden eignen sich Arten mit reichlicher Grünmasse, zum Beispiel Phacelia und Sonnenblumen. Auch Ölrettich bildet viel Biomasse. Stark verdichtete oder geschädigte Böden brauchen unter Umständen eine Gründüngung, die ein Jahr oder länger steht. Ölrettich ist einjährig und nicht winterhart, eine so lange Kur trägt er also nicht allein.

Ölrettich, Senf, Phacelia oder Lupine?

Welche Gründüngung passt, hängt von Bodenart, verfügbarer Zeit und den Pflanzenfamilien deiner Gemüsefruchtfolge ab. Ich entscheide nach drei Fragen: Wie lange ist das Beet frei, wie schwer ist der Boden, und welche Familien standen und stehen dort?

Merkmal Ölrettich Gelbsenf Phacelia Lupine
Pflanzenfamilie Kreuzblütler Kreuzblütler Boraginaceae, mit keiner gängigen Gemüseart verwandt Schmetterlingsblütler (Leguminose)
Stickstoff nimmt vorhandenen Bodenstickstoff auf nimmt vorhandenen Bodenstickstoff auf nimmt vorhandenen Bodenstickstoff auf bindet zusätzlich Luftstickstoff
Wurzel tiefwurzelnd, Pfahlwurzel tiefwurzelnd, lockert auch tiefere Schichten tiefwurzelnd kann standortabhängig deutlich mehr als 1 m tief wurzeln
Boden an viele Gartenböden anpassungsfähig, auch für schwere und verdichtete Standorte sehr nasse Böden ungeeignet auch für schwere und verdichtete Standorte Gelbe Lupine: leichte Sandböden mit niedrigem pH; Blaue Lupine: lehmige Sande bis sandige Lehme
Fruchtfolge mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern ergänzt viele Gemüsefruchtfolgen Leguminosen höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung
Besonderheit viel Biomasse, Saat noch im September möglich reagiert stark auf lange Tage, für eine vegetative Gründüngung ist Saat Anfang bis Mitte August günstiger nützlingsfreundliche Blüte Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse

Für eine kurze Lücke zählt die Entwicklungszeit. Für Ölrettich und Phacelia setzt man im Hausgarten 6–10 Wochen an. Bei Senf beginnt die Spanne schon bei 4 Wochen.

Ölrettich passt gut auf schwere oder verdichtete Böden, solange in der Fruchtfolge wenig Kreuzblütler stehen. Wachsen dort viel Kohl, Rettich oder Radieschen, meidest du Senf, Ölrettich und Raps möglichst, denn auch sie sind Kreuzblütler. Phacelia ist dann eine Alternative, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist. Soll danach stark zehrendes Gemüse wachsen, eignet sich eine Leguminosen-Gründüngung wie Lupine als Vorfrucht.

Aussaat in Kürze

Ölrettich säst du direkt ins Beet, breitwürfig oder in Reihen; für eine Gründüngung nach der Gemüseernte eignen sich besonders August und September. Die Saatmengenangaben reichen von 2–5 g/m², verlässlicher Ausgangspunkt bleibt die Angabe auf der Tüte deiner Sorte. Termine und Methoden im Detail stehen im Beitrag, wann und wie du Ölrettich aussäst; zum Planen hilft der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.

Saatbett und Keimung

Vor der Saat entferne ich Erntereste weitgehend oder arbeite sie ein. Den abgetrockneten Boden lockere ich mit Grabgabel oder Krail und harke ihn feinkrümelig und eben. Problemunkräuter entferne ich vor der Aussaat. Danach verteile ich das Saatgut, reche es ein und drücke es an. Auf abgetrockneter Fläche stellt Anwalzen den Bodenschluss her.

Kurz erklärt

Bodenschluss heißt, dass das Saatkorn engen Kontakt zur umgebenden Erde hat. Bei breitwürfiger Saat sicherst du ihn durch Einrechen und Andrücken.

Keimung bei Ölrettich Wert
Saattiefe 1–2 cm
Keimdauer 7–14 Tage
Keimtemperatur min. 8 °C
Keimtemperatur max. 20 °C

Bis die Saat aufläuft, hältst du sie feucht. Bei Hitze und Trockenheit brauchen auch die jungen Keimlinge Wasser. Gerade in der Keimphase kann bei trockener Witterung wiederholtes Gießen nötig sein.

Wie sich Ölrettich von der Keimung bis zur Blüte entwickelt

Keimung und erste Blätter

Die ersten Keimlinge zeigen sich nach 7–14 Tagen. Danach entwickelt Ölrettich seine Grünmasse rasch und bedeckt den Boden. Solange zwischen den jungen Pflanzen noch Erde zu sehen ist, ziehe ich Unkraut von Hand.

Blattmasse und Pfahlwurzel

Mit dem Laub wächst die Pfahlwurzel in die Tiefe. Für die gesamte Entwicklung als Gründüngung setzt man im Hausgarten 6–10 Wochen an. Wie hoch der Bestand wird, hängt von Sorte und Standort ab.

Blüte und Samen

Blühender Ölrettich gilt als nützlingsfreundlich. Im Hausgarten wird Gründüngung gewöhnlich kurz vor der Blüte geschnitten. Soll dein Bestand für Insekten blühen, beendest du ihn nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Sonst sät er sich selbst aus. Ich kontrolliere meinen Ölrettich gegen Ende der Blüte und schneide die Blütenstiele zurück, bevor sich Samen bilden.

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Wie du Ölrettich pflegst und düngst

Gießen

Ölrettich gilt als trockenverträglich, bevorzugt aber feuchten Boden. Ich gieße morgens direkt an den Wurzelbereich, um Wasserverluste und lange Blattnässe zu vermindern. Ein weicher Strahl schützt die Oberfläche vor Verschlämmung und Verkrustung. Gieße, bevor der Boden völlig austrocknet, denn ausgetrocknete Erde nimmt Wasser schlecht auf. Gesammeltes Regenwasser aus Tonne oder Zisterne eignet sich dafür. Im Hochbeet erwärmt sich die Erde schneller und kann dadurch rascher austrocknen.

Düngen

Auf den meisten Böden braucht Ölrettich keine zusätzliche Düngung. Er ist ein Schwachzehrer und nutzt den Stickstoff, der nach der Ernte im Boden steckt. Willst du wissen, was dein Boden enthält, hilft eine Bodenuntersuchung. Die Grunduntersuchung erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Kalk gibst du nur, wenn der pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist.

Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus, nicht im Herbst, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Sie ersetzt eine Düngung der Folgekultur nicht automatisch. Plane die nächste Düngung deshalb mit Blick auf den Aufwuchs.

Mini-Checkliste

So sieht mein Kontrollgang im Ölrettich-Beet aus.

  • Ist der Boden in der Keimphase feucht genug?
  • Wächst zwischen den Keimlingen Unkraut, solange der Boden noch offen ist?
  • Zeigen sich Blütenknospen? Dann plane ich den Schnitt.
  • Werden die Stängel holzig? Dann schneide ich, bevor die Rotte langsamer wird.
  • Setzen nach der Blüte Samen an? Spätestens jetzt wird geschnitten.

Wann und wie du Ölrettich einarbeitest

Der passende Zeitpunkt

Wann du schneidest, hängt davon ab, was danach auf dem Beet passieren soll. Junge Pflanzen haben ein engeres C/N-Verhältnis, also weniger Kohlenstoff je Teil Stickstoff, und werden schneller umgesetzt. Verholzte Reste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Folgt bald eine weitere Kultur, schneidest du Ölrettich deshalb lieber jung als verholzt.

Achtung

Arbeite Ölrettich im Frühherbst nicht ein. Beim Verrotten frei werdende Nährstoffe können sonst ausgewaschen werden, bevor eine Folgekultur sie nutzt. Lass den Bestand stehen, bis er abfriert oder du ihn später einarbeitest.

Auf schweren Böden kann die Gründüngung bis zum Frühjahr stehen bleiben. Bei passender Witterung gräbst du sie alternativ im Dezember um, kurz bevor der Boden durchfriert.

So arbeitest du ein

Ich schneide den Bestand und zerkleinere die dicken Stängel, bevor ich das Material als Mulch liegen lasse oder einarbeite. Frische Masse kommt nur flach in den Boden, denn tief vergraben kann sie unter Luftabschluss faulen. Auf Beeten mit Wurzelunkräutern verzichte ich auf die Gartenfräse, weil sie deren Vermehrung fördern kann.

Häufiger Fehler

Den ganzen Aufwuchs tief untergraben oder unterpflügen. Frische Gründüngungsmasse kann unter Luftabschluss faulen. Arbeite sie flach ein oder lass sie als Mulch liegen.

Statt einzuarbeiten, kannst du das Schnittgut auch kompostieren. Feuchtes Grün schichtest du dabei in dünnen Lagen im Wechsel mit trockenem, strukturreichem Gartenmaterial. Sind die Phosphor- und Kaliumvorräte im Boden erhöht, entfernst du den Großteil der Masse von der Fläche. Er kann auf schwächer versorgten Beeten oder im Kompost weiter genutzt werden.

Nach dem Einarbeiten

Das Bodenleben zersetzt die eingearbeitete Masse und setzt dabei Nährstoffe frei. Mit der nächsten Aussaat oder Pflanzung wartest du meist etwa 2–3 Wochen.

Wenn der Frost zuerst kommt

Ölrettich ist nicht winterhart. Abgefrorener Aufwuchs bleibt über Winter als Mulch liegen und wird im Frühjahr bei Bedarf abgerecht, kompostiert oder flach eingearbeitet. Wie du die Mulchschicht für die Frühjahrsbestellung nutzt, zeigt der Beitrag über Ölrettich bei Frost und im Winter.

Ölrettich in Gründüngungsmischungen

Ölrettich kann in Zwischenfruchtmischungen mit Phacelia, Alexandrinerklee oder Senf stehen. Die Partner ergänzen dabei unterschiedliche Durchwurzelungseigenschaften. Untersucht wird außerdem, wie sich Pfahlwurzler und Arten mit ausgeprägtem Feinwurzelsystem kombinieren lassen, damit Ober- und Unterboden gemeinsam durchwurzelt werden. Mit Alexandrinerklee kommt eine Leguminose dazu, die Luftstickstoff bindet; das kann Ölrettich allein nicht.

Jede Mischung muss mit allen enthaltenen Pflanzenfamilien zu deiner bisherigen und geplanten Gemüsefruchtfolge passen. Ölrettich und Senf sind beide Kreuzblütler, eine Mischung aus beiden macht das Beet in der Fruchtfolge also zu einem Kreuzblütler-Beet. Ich notiere mir vor der Saat, welche Familien in einer Mischung stecken, und trage sie im Beetplaner für deine Beetbelegung ein. Für die Saatmenge ist die Angabe auf der Tüte der verlässliche Ausgangspunkt.

Taugt Ölrettich als Untersaat?

Als Bodendecker säe ich Ölrettich auf Beete, die nach der Ernte frei sind. Dort bedeckt seine rasche Grünmasse den Boden, ohne einer Hauptkultur Konkurrenz zu machen. Als Untersaat zwischen Gemüse oder in Beerenkulturen werden niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten verwendet. Ölrettich wird dagegen je nach Sorte und Standort 40 bis über 120 cm hoch. Lebende Gründüngung verbraucht zudem selbst Wasser und kann bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren. Zwischen stehendem Gemüse kann Ölrettich deshalb zur Konkurrenz werden, ich säe ihn erst nach der Ernte.

Im Obstgarten kann offener Boden noch im Juli mit Gründüngung eingesät werden. Geschwächte Obstbäume entlastest du dabei mit einer bewuchsfreien, gemulchten Baumscheibe, denn dichter Unterbewuchs konkurriert mit ihnen um Wasser und Nährstoffe. Je nach Größe des Baums kann eine solche Baumscheibe einen Radius von 0,5–2 m haben.

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Wo Ölrettich in die Fruchtfolge passt

Als Kreuzblütler braucht Ölrettich im Gemüsebeet mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und steht nicht direkt vor oder nach Kohlgewächsen. Hast du Kohlhernie-Probleme am Kohl, verzichtest du auch bei der Gründüngung auf Kreuzblütler. Passende Vor- und Nachfrüchte zeigt der Beitrag, wie du Ölrettich im Fruchtwechsel planst.

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