Serradella anbauen: Aussaat, Pflege und wann du sie einarbeitest
- Serradella (Ornithopus sativus) ist ein einjähriger, nicht winterharter Schmetterlingsblütler für leichte Sandböden.
- Gesät wird von März bis August, zum Keimen braucht sie mindestens 8 °C.
- Die Samen gehören etwa 2 bis 3 cm tief in den Boden.
- Je nach Saatgutangebot reichen die Saatmengen von 4,2 bis 10 g/m², maßgeblich ist die Angabe auf deiner Packung.
- Vor der Samenbildung schneiden, dann als Mulch liegen lassen oder flach einarbeiten.
- Im Frühherbst nicht einarbeiten, abgefrorene Pflanzen bleiben bis zum Frühjahr als Mulch liegen.
- Nach dem Einarbeiten meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Aussaat warten.

Serradella ist schnell gesät, die eigentliche Planung betrifft das Ende der Kultur. Schneidest du zu spät, kann sie sich selbst aussäen. Arbeitest du sie im Frühherbst ein, können freigesetzte Nährstoffe ausgewaschen werden. Ich lege deshalb schon vor der Aussaat fest, wann ich den Bestand beende und wohin das Grün kommt.
Serradella, botanisch Ornithopus sativus, heißt auch Großer Vogelfuß. Die Pflanze ist ein einjähriger Schmetterlingsblütler aus der Familie FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft. und nicht winterhart. Sie wird 20 bis 40 cm hoch und wurzelt tief. Wie Gründüngung grundsätzlich wirkt, erklärt der Überblick darüber, was Gründüngung im Boden leistet.
Serradella auf einen Blick
| Merkmal | Serradella |
|---|---|
| Botanischer Name | Ornithopus sativus, Großer Vogelfuß |
| Familie | Fabaceae, Schmetterlingsblütler |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Zehrer und Wurzel | schwachzehrend, tiefwurzelnd |
| Aussaat | März bis August |
| Keimtemperatur | min. 8 °C, max. 20 °C |
| Keimdauer | 7–21 Tage |
| Saattiefe | etwa 2–3 cm |
| Saatmenge breitwürfig | 4,2–10 g/m², je nach Saatgutangebot |
| ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. | 5 cm in der Reihe, 10–20 cm Reihenabstand, frei wachsender Bestand |
| Tausendkorngewicht | 4 g |
| Wuchshöhe und Wuchsbreite | 20–40 cm hoch, 20–30 cm breit |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
| Kulturdauer | 90–120 Tage |
| Erntemonate | Juni bis November |
| Boden | Sand; bevorzugt saure, leicht lehmige Sandböden; kalkempfindlich |
| Boden-pH | optimal 4,5–6,5, absoluter Bereich 4–7 |
| Licht | sonnig, Halbschatten möglich |
| Anbaupause | 3 Jahre |
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 2-3 cm tief säen.
Standort und Boden: wo Serradella wächst
Serradella gehört auf leichten Boden. Bevorzugt wächst sie auf sauren, leicht lehmigen Sandböden, und ihre Bodenansprüche sind insgesamt gering. Auch arme Standorte kommen für sie infrage. Meiden musst du Staunässe und einen hohen Wasserstand. Beim Licht ist ein sonniger Platz die erste Wahl, Halbschatten ist möglich.
Mit sauren Böden kommt Serradella zurecht. Optimal ist nach FAO Ecocrop ein Bereich von pH 4,5 bis 6,5. Als absoluter Bereich gilt pH 4 bis 7. Die Pflanze ist zudem kalkempfindlich, und Gartenboden wird ohnehin nur gekalkt, wenn sein pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist. Für ein Serradella-Beet kalkst du deshalb nicht vorsorglich.
„Serradella wächst auf jedem Sand.“ Sie eignet sich für leichte Böden und arme Standorte, kann aber auf humusarmen, trockenen Sandböden trotzdem versagen. Auf solchen Flächen hältst du die Saat bis zum Auflaufen konsequent feucht.
Kennst du deinen pH-Wert nicht, lass eine Bodenprobe untersuchen. Dafür stichst du über die einheitlich genutzte Fläche verteilt 10–15 Proben aus 25–30 cm Tiefe und vereinigst sie zu einer Mischprobe von etwa 500 g. Die GrunduntersuchungDie Grunduntersuchung ist der Standardumfang einer Bodenuntersuchung im Labor: Bestimmt werden Phosphor, Kalium, Magnesium und der pH-Wert. Sie zeigt, wie gut der Boden mit diesen Nährstoffen versorgt ist und ob er Kalk braucht. erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.
Warum Serradella gerade mit Sand gut zurechtkommt und was sie dort verändert, liest du im Ratgeber darüber, wie Serradella sandige Böden verbessert.
Wann du Serradella säst
Gesät wird Serradella von März bis August. Zum Keimen braucht sie mindestens 8 °C. Als Höchstwert der Keimtemperatur gelten 20 °C. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 21 Tagen. Als Nachkultur nach einer Gemüseernte säst du sie also spätestens im August.
Vor einer frühen Aussaat stecke ich ein Bodenthermometer in Saattiefe und lese es morgens ab. Erst wenn der Boden dort die Keimtemperatur erreicht, hole ich die Saattüte aus dem Schrank.
Plane die Fläche lange genug ein, denn Serradella braucht 90 bis 120 Tage Kulturdauer. Im Gemüsebau reicht Kurzzeitgründüngung bis 3 Monate Vegetationszeit, alles darüber gilt als Langzeitgründüngung. Serradella liegt damit an dieser Grenze oder darüber. Für eine kurze Lücke zwischen zwei Gemüsesätzen wählst du deshalb eine schnellere Art.
Die AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. der Gründünger hast du im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken beisammen. Wie lange ein Beet frei bleibt, siehst du, wenn du deine Beete im Beetplaner anlegst.
Saatgut wählen: worauf ich beim Kauf achte
Beim Serradella-Kauf lese ich zuerst die Packungsangaben: Saatmenge, KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. und technische Reinheit. Das Tausendkorngewicht von Serradella liegt bei 4 g. Zusammen mit der Keimfähigkeit dient es dazu, die Aussaatmenge zu berechnen. Die technische Reinheit nennt den Gewichtsanteil, den die samen.liver angegebenen Art in der geprüften Probe ausmachen.
Kaufst du Serradella in einer Gründüngungsmischung, prüfe, ob alle enthaltenen Pflanzenfamilien zu deiner bisherigen und geplanten Fruchtfolge passen. Restsaatgut bewahre ich trocken in einem geschlossenen Glas im Dunkeln auf. Als allgemeine Herstellerempfehlung für trockenes Saatgut gelten 4 bis 15 °C.
Saatbett und Aussaat Schritt für Schritt
Lockere den Boden mit Grabgabel oder Krail, sobald er ausreichend abgetrocknet ist. Erntereste entfernst du weitgehend oder arbeitest sie ein. Danach harkst du die oberflächlich gelockerte Fläche feinkrümelig und eben.
Für eine flächige Gründüngung reichen die Saatmengen je nach Saatgutangebot von 4,2 bis 10 g/m². Weil die Angaben so weit auseinanderliegen, ist die Menge auf deiner Packung der verlässliche Ausgangspunkt. Ich wiege sie für das Beet vorher ab und streue erst längs, dann quer.
Verteile das Saatgut breitwürfig, rech es ein und drück es an. Die Samen sollen dabei etwa 2 bis 3 cm tief liegen. Für die Gründüngung empfehle ich die Breitsaat. Säst du doch in Reihen, legst du die Samen mit 5 cm Abstand in die Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 10 bis 20 cm, danach wächst der Bestand frei.
Halte die Saat bis zum Auflaufen feucht. Bei trockenem Wetter kann sie in der Keimphase wiederholtes Gießen brauchen.
- Boden abgetrocknet und mit Grabgabel oder Krail gelockert
- Erntereste entfernt oder eingearbeitet, Fläche feinkrümelig und eben geharkt
- Saatmenge nach Packungsangabe abgewogen
- Saatgut breitwürfig verteilt, eingerecht und angedrückt
- Saat bis zum Auflaufen feucht gehalten
Pflege: jäten, gießen, düngen
Serradella entwickelt sich anfangs zögernd. In dichten Beständen ist ihre Konkurrenzkraft gering. Jäte deshalb früh, solange die Pflanzen noch klein sind. Ich ziehe Beikräuter von Hand, damit die Wurzeln der jungen Serradella ungestört bleiben.
Nach dem Auflaufen braucht der Bestand einen feuchten, aber nicht staunassen Boden. Ob ich gieße, entscheide ich mit dem Finger: Fühlt sich die Erde in Saattiefe trocken an, gieße ich.
Für Serradella im Biogarten nennt Zollinger keine Düngung als notwendig. Wie alle Gründüngungspflanzen bindet sie vorhandenen Bodenstickstoff. Als Leguminose bringt sie über Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff ein. Wie stark die Nährstoffwirkung ausfällt, hängt von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Eine zusätzliche Düngung ersetzt sie also nicht automatisch. Was dabei im Boden passiert, liest du im Ratgeber darüber, wie Serradella Stickstoff bindet.
Wann du Serradella umgräbst
Tief umgraben musst du Serradella nicht. Schneide sie zurück, bevor sich Samen bilden, und nutze das Grün als Mulch oder arbeite es flach ein. Frische Pflanzenmasse kann tief vergraben unter Luftabschluss faulen. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Ich kontrolliere meine Bestände gegen Ende der Blüte, damit mir der Moment vor der Samenbildung nicht entgeht.
Fällt der Schnitt in den Frühherbst, bleibt das Grün als Mulch liegen. Eingearbeitet würden die Nährstoffe zu früh frei und könnten ausgewaschen werden.
Spät gesäte Serradella ist nicht winterhart und friert bei Frost ab. Die abgefrorenen Pflanzen bleiben über Winter als Mulch auf dem Beet. Im Frühjahr rechst du sie bei Bedarf ab, kompostierst sie oder arbeitest sie flach ein. Bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung wartest du nach dem Einarbeiten meist etwa 2 bis 3 Wochen.
Welche Geräte und Techniken im Herbst oder Frühjahr passen, zeigt der Ratgeber darüber, wie du Serradella erntest und einarbeitest.
Serradella im Gartenjahr: kurz eingeordnet
Fruchtfolge
In der Fruchtfolge zählt Serradella zu den Leguminosen, und auf dieselbe Fläche kommt sie erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder. Als Vorfrucht passt eine Leguminosen-Gründüngung zu stark zehrendem Gemüse. Vor- und Nachfrüchte, Pausen und Kombinationen findest du im Ratgeber, wie du Serradella im Fruchtwechsel planst; die Grundregeln stehen im Gründünger-Überblick unter „Fruchtfolge und Mischkultur“.
Nachbarn und Mischanbau
Andere Leguminosen sind keine guten Nachbarn: Als unverträglich gelten Klee, Lupine, Luzerne, Sommerwicken, Markerbsen, Kapuzinererbsen, Puffbohnen, Prunkbohnen, Helmbohnen und Sojabohnen. Für dein eigenes Beet prüfst du im Mischkultur-Werkzeug, welche Nachbarn zusammenpassen. Welche Partner im Mischanbau infrage kommen, zeigt der Ratgeber darüber, wie du Serradella im Mischanbau kombinierst.
Bodenschutz
Wie jede Gründüngung schützt ein Serradella-Bestand den Boden durch Beschattung und Bedeckung vor Erosion, VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Verkrustung. Was Gründüngung darüber hinaus für Bodenleben und Humus bedeutet, ordnet der Gründünger-Überblick im Abschnitt „Was Gründüngung im Boden leistet“ ein.
Krankheiten
Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen, und Serradella zählt dabei mit. Mehr zu Krankheiten und den Grenzen der Bodenkur steht im Gründünger-Überblick unter „NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt., Biofumigation und Krankheiten“.


