Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Anbau

Sommerwicken: Boden vorbereiten, einarbeiten und langfristig verbessern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Sommerwicken vertragen weder verdichteten noch staunassen oder kalten, nassen Boden. Starke Verdichtungen lockerst du vorher, die Wicke ersetzt das nicht.
  • Kalk und Grunddüngung richtest du nach einer Bodenprobe; Stickstoff düngst du für Sommerwicken nicht.
  • Wurzelunkräuter gräbst du vor der Saat möglichst vollständig aus, weil junge Wicken Unkraut nur schwach unterdrücken.
  • Schneide den Bestand spätestens vor der Samenbildung, arbeite ihn flach ein und warte meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur Folgesaat.
  • Im Frühherbst lässt du die Wickenmasse liegen, damit frei werdende Nährstoffe nicht ausgewaschen werden.
Sommerwicken
Foto: Wirestock · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Sommerwicken holen sich ihren Stickstoff aus der Luft, doch auf verdichtetem, staunassem oder kaltem und nassem Boden sind sie fehl am Platz. Bevor ich Wicken auf ein Beet setze, steche ich deshalb einen Spatenstich ab und schaue mir den Boden genau an. Für die Vorbereitung zählen danach drei Dinge: der Bodenzustand, die Bodenprobe und ein Saatbett ohne Wurzelunkraut.

Kurz erklärt

Sommerwicken (Vicia sativa) sind einjährige Hülsenfrüchtler aus der Familie Fabaceae. Wie andere Leguminosen binden sie mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff in organischer Form. Als Gründüngung säst du sie, um den Boden zu bedecken und ihn mit organischer Substanz zu versorgen.

Welcher Boden passt zu Sommerwicken?

Sommerwicken sind als Gründünger der Bodenart Sand zugeordnet und wachsen in sonniger bis halbschattiger Lage. Ungeeignet sind für sie verdichtete und staunasse Böden sowie kalte und nasse Böden. Im Wurzeltyp zählen die Wicken zu den Tiefwurzlern, beim Nährstoffbedarf gelten sie als schwachzehrend.

Merkmal Sommerwicke
Familie Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Lebensdauer einjährig, nicht winterhart
Lage sonnig bis halbschattig
Bodenart Sand
Ungeeignet verdichtete, staunasse sowie kalte und nasse Böden
Säuretoleranz bis pH 4,5, beschrieben im ökologischen Zwischenfruchtanbau
Wurzel tiefwurzelnd
Wuchshöhe 50 bis 120 cm
Nährstoffbedarf schwachzehrend
Anbaupause 4 Jahre

So prüfst du deinen Boden

Ob du eher Sand oder Ton im Beet hast, zeigt dir die Fingerprobe mit leicht feuchter Erde. Sandboden zerfällt dabei und lässt sich kaum formen. Toniger Boden klebt, lässt sich gut ausrollen und bekommt eine glatte, glänzende Oberfläche.

Verdichtungen erkennst du mit der Fingerprobe nicht. Dafür steche ich einen Spatenstich ab und achte darauf, wie schwer der Spaten eindringt, wie das Gefüge aussieht und wie die Wurzeln verlaufen. Auch Hohlräume, Farbe und Geruch der Erde helfen, Verdichtungen und Probleme mit der Durchlüftung zu erkennen. Durchgehende Wurm- und Wurzelröhren sprechen für gute Wasserleitfähigkeit, Durchlüftung und Durchwurzelbarkeit.

Mythos-Check

„Wicken wurzeln tief, also lockern sie verdichteten Boden von allein.“ Für Sommerwicken ist Verdichtung ein Ausschlussgrund. Bei starken Verdichtungen führt mechanische Lockerung mit anschließender Stabilisierung durch Pflanzen schneller zur Bodenverbesserung als Gründüngung allein. Die Wicke gehört deshalb hinter die Lockerung, wo sie als tiefwurzelnde Pflanze das gelockerte Gefüge stabilisieren kann.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Vicia
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Sommerwicken
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat

pH-Wert, Kalk und Dünger: Was braucht das Wickenbeet?

Sommerwicken bekommen eine Grunddüngung, die sich am Nährstoffentzug orientiert, aber keine Stickstoffdüngung. Wie viel Phosphat, Kalium oder Kalk dein Beet braucht, legst du anhand einer Bodenuntersuchung fest. Die Grunduntersuchung einer Gartenbodenprobe erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Über den verfügbaren Stickstoff erlaubt sie keine dauerhafte Aussage, weil sein Gehalt stark schwankt und oft gar nicht mitgemessen wird.

Beim pH-Wert sind Sommerwicken tolerant: Im ökologischen Zwischenfruchtanbau ist eine Säuretoleranz bis pH 4,5 beschrieben. Gartenboden solltest du nur kalken, wenn sein pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist. Für die Wicke allein musst du also nicht vorsorglich kalken; ob Kalk nötig ist, zeigt die Bodenprobe.

Zeigt der Befund für einen Nährstoff die Gehaltsklasse E, brauchst du ihn nicht weiter zu düngen. Zeigt die Probe dagegen Bedarf an Phosphor oder Kalium, kommt reifer Kompost infrage, weil er vor allem diese Nährstoffe und Spurenelemente liefert. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht im Herbst, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird.

Zahl im Blick

Für ein einheitlich bewirtschaftetes Beet stichst du 10 bis 20 Teilproben, verteilt über die ganze Fläche. Jede Probe reicht durch den Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe. Die Erde mischst du gut durch und schickst davon 300 bis 500 g ans Labor. Sinnvoll ist eine Analyse vor der Neuanlage und danach alle 3 bis 5 Jahre, möglichst im Herbst nach der Ernte oder im Frühjahr vor der Düngung.

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Lockern und Saatbett anlegen

Die allgemeine Beetvorbereitung ist bei Wicken dieselbe wie bei anderer Gründüngung. Du lockerst ausreichend abgetrockneten Boden mit Grabgabel oder Krail und bearbeitest schweren Boden nicht im feuchten Zustand. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, zeigt der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt dazu, wie du Standort und Boden für eine Gründüngung vorbereitest.

Das Saatbett für Wicken

Im landwirtschaftlichen Zwischenfruchtanbau reicht für Sommerwicken ein mittel bis fein vorbereitetes Saatbett. Alexandrinerklee, Perserklee und Inkarnatklee brauchen dagegen ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Im Garten räume ich Erntereste der Vorkultur vorher weitgehend ab oder arbeite sie ein. Danach harke ich die oberflächlich gelockerte Fläche krümelig und eben.

Wurzelunkraut muss vorher raus

Sommerwicken unterdrücken Unkraut anfangs nur schwach und werden erst mit ihrer späteren kräftigen Entwicklung konkurrenzstärker. Wurzelunkräuter treiben zudem aus zerteilten unterirdischen Teilen wieder aus. Was du beim Lockern an Wurzelstücken im Beet lässt, kann also austreiben, bevor die Wicke konkurrenzstark ist. Deshalb grabe ich Wurzelunkräuter vor einer Wickensaat möglichst vollständig aus.

Für Samenunkräuter lege ich ein falsches Saatbett an, wenn die Zeit bis zur Saat reicht. Ich bereite das Beet vor, warte, bis die ersten Unkräuter auflaufen, und hacke sie flach bei abgetrocknetem Boden und sonnigem Wetter weg.

Wohin gehören Sommerwicken in der Fruchtfolge?

Sommerwicken sind Hülsenfrüchtler und gehören deshalb in die Fruchtfolgeplanung der Leguminosen. Im Gemüsebeet stehen sie nicht unmittelbar vor oder nach Bohnen und Erbsen. Für die Sommerwicke selbst wird eine Anbaupause von 4 Jahren angesetzt. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung auf Leguminosen entfallen, Gründüngungswicken eingeschlossen.

Als unverträgliche Nachbarn gelten für Sommerwicken andere Hülsenfrüchtler, darunter Markerbsen, Puffbohnen, Prunkbohnen, Klee, Lupine und Luzerne. Welche Partner zusammenpassen, kannst du im Mischkultur-Planer für deine Beetnachbarn prüfen. Damit dir die Pausen nicht durchrutschen, hilft es, Anbaupausen und Belegung deiner Beete zu planen.

Aussaat und erste Wochen in Kürze

Wenn Boden und Saatbett vorbereitet sind, folgt die Aussaat. Saatzeit, Saattiefe und Saatmenge hängen davon ab, ob du Sommerwicken als Gründüngung oder als Futter anbaust. Das klärt der Beitrag, wann und wie du Sommerwicken je nach Anbauzweck aussäst; für die Jahresplanung helfen dir die Aussaattermine für Gründünger im Kalender zum Ausdrucken.

Bis zum Auflaufen hältst du die Saat feucht, und bei Trockenheit kann besonders in der Keimphase wiederholtes Gießen nötig sein. Weil junge Wicken Unkraut nur schwach unterdrücken, behältst du das Beet im Auge, bis der Bestand geschlossen ist. Mehr zur Pflege nach der Saat steht ebenfalls im Beitrag zur Aussaat.

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Wann und wie arbeitest du Sommerwicken ein?

Der passende Zeitpunkt

Im Hausgarten wird Gründüngung gewöhnlich kurz vor der Blüte geschnitten, und auch zur Futternutzung schneidet man Sommerwicken kurz vor der Blüte. Spätestens vor der Samenbildung muss der Bestand ab, sonst sät er sich selbst aus. Möchtest du die Blüten für Insekten stehen lassen, beendest du den Bestand nach der Blüte, aber vor der Samenreife.

Für Sommerwicken als landwirtschaftliche Stoppelsaat wird eine Entwicklungszeit von 70 bis 80 Tagen angegeben. Im Garten richte ich mich trotzdem nach dem Bestand und nicht nach dem Kalender. Dazu gehe ich durch die Wicken und schneide, sobald sich die ersten Blütenknospen zeigen.

Marias Erfahrung

Vor dem Schnitt ziehe ich eine Wickenpflanze heraus und schneide ein Wurzelknöllchen auf. Eine rötliche Innenfärbung weist bei Leguminosen auf aktive Stickstofffixierung hin.

So arbeitest du die Masse ein

Ich schneide den Bestand ab und zerkleinere lange Ranken, bevor ich die Masse weiterverwende. Frische Gründüngungsmasse arbeitest du nur flach ein, gegebenenfalls nach dem Anwelken, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Für das flache Einarbeiten eignet sich ein Sauzahn. Die zerkleinerte Masse kann auch als Mulch auf dem Beet liegen bleiben.

Zeigt deine Bodenprobe erhöhte Phosphor- und Kaliumvorräte, nimmst du den Großteil der Wickenmasse vom Beet. Du kannst sie dann auf geringer versorgten Beeten oder im Kompost weiternutzen.

Nach dem Einarbeiten wartest du vor der nächsten Aussaat oder Pflanzung meist etwa 2 bis 3 Wochen. Diese Zeit ist eine Orientierung, entscheidend ist die tatsächliche Zersetzung. Junge Pflanzen haben ein engeres C/N-Verhältnis als ältere und werden deshalb schneller umgesetzt. Hast du die Wicken spät geschnitten, prüfst du vor der Folgesaat also genauer, ob die Reste schon zerfallen sind.

Spät im Jahr: liegen lassen statt einarbeiten

Im Frühherbst arbeitest du keine Gründüngung ein, weil frei werdende Nährstoffe anschließend ausgewaschen werden können. Bei Sommerwicken ist ein Umbruch vor dem Winter mit dem Risiko von Stickstoffverlusten verbunden. Zeitlich unpassendes Einarbeiten von Leguminosenaufwuchs kann Nitratfreisetzung und Stickstoffauswaschung verstärken. Steht der Bestand dann kurz vor der Samenbildung, schneidest du ihn ab und lässt die Masse als Mulch liegen.

Sommerwicken sind nicht winterhart. Ein Bestand, der im Herbst noch steht, friert ab und bedeckt den Boden über Winter als schützende Mulchschicht. Im Frühjahr rechst du die Reste bei Bedarf ab und kompostierst sie oder arbeitest sie flach ein. Auf sandigen Böden ist das Einarbeiten im Frühjahr günstiger, damit der beim Abbau freigesetzte Stickstoff nicht schon im Winter ausgewaschen wird.

Achtung

Frost und Zerkleinern können den Abbau der Wickenmasse beschleunigen. Gebundener Stickstoff kann dann schon vor der Folgekultur frei und teilweise verlagert werden. Liegt bis zur nächsten Kultur noch der Winter dazwischen, lasse ich die Masse deshalb grob liegen und häcksle sie nicht klein.

Was hat die Folgekultur von den Wicken?

Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Die Knöllchenbakterien an den Wickenwurzeln wandeln Luftstickstoff in Ammonium um und erhalten dafür Kohlenhydrate von der Pflanze. Beim mikrobiellen Abbau der Pflanzenreste werden der darin gebundene Stickstoff, Phosphor und Schwefel wieder pflanzenverfügbar.

Wie viel davon bei der Folgekultur ankommt, hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Die Freisetzung muss außerdem zeitlich zum Bedarf der Folgekultur passen. Die Wicke ersetzt die bedarfsgerechte Düngungsplanung für die Folgekultur deshalb nicht. Auch biologisch gebundener Stickstoff zählt zur Stickstoffzufuhr, und Überschüsse können Verluste als Nitrat, Ammoniak und Lachgas begünstigen.

Als pauschale Rechenhilfe für die Gartendüngung kannst du einem Gründüngungsbestand je nach Aufwuchshöhe Stickstoff anrechnen:

Aufwuchshöhe des Bestands anrechenbarer Stickstoff
unter 5 cm 1 g/m²
5 bis 14 cm 2 g/m²
15 bis 30 cm 4 g/m²
über 30 cm 6 g/m²

Die Werte gelten pauschal für Gründüngungsbestände und sind kein Messwert für deine Wicken. Ich messe die Bestandshöhe vor dem Schnitt an mehreren Stellen und ziehe den passenden Wert von der geplanten Stickstoffgabe für die Folgekultur ab.

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Was bringen Sommerwicken dem Boden auf lange Sicht?

Gründüngung kann den Humusgehalt erhöhen, die Krümelstruktur und die Wasserhaltefähigkeit verbessern und das Bodenleben fördern. Bakterien, Pilze und Regenwürmer zersetzen die eingearbeiteten Reste und tragen so zur Humusbildung bei. Ein Teil der organischen Substanz wird dabei weiter umgesetzt, ein stabilerer Anteil bleibt länger als Dauerhumus im Boden.

Auch die Wurzeln wirken nach. Verrottende Wurzeln von Gründüngungspflanzen hinterlassen Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Zusammen mit aktiven Regenwürmern entstehen Bioporen, die das Eindringen von Regenwasser fördern und oberflächlichen Abfluss verringern.

Solange die Wicken stehen, schützt die lebende Pflanzendecke den Boden vor Sonneneinstrahlung, Starkregen, Verschlämmung und Erosion. Auf leichten Böden kann Gründüngung über organische Substanz die Wasserspeicherung verbessern. Das zählt gerade auf Sand, der von sich aus wenig Wasser und Nährstoffe speichert.

Wo die Bodenwirkung Grenzen hat

Ein höherer Humusgehalt kann den Wasserhaushalt verbessern, garantiert aber keine entsprechend große Zunahme des pflanzenverfügbaren Wassers im gesamten Bodenprofil. Solange die Wicken wachsen, verbrauchen sie selbst Wasser und können bei Trockenheit mit einer Hauptkultur konkurrieren. Die zusätzliche Humusspeicherung durch regelmäßigen Zwischenfruchtanbau ist begrenzt und kann nach dessen Aufgabe wieder verloren gehen.

Für Sommerwicken wird zugleich eine Anbaupause von 4 Jahren angesetzt. Wer seinen Boden über Jahre mit Gründüngung pflegen will, wechselt deshalb zwischen Pflanzenfamilien, statt jedes Jahr Wicken zu säen. Gründüngungsarten derselben Familie baust du nicht unmittelbar hintereinander auf derselben Fläche an. Phacelia kann viele Gemüsefruchtfolgen als Gründüngung ergänzen, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist.

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Häufige Fragen

Welche Bodenvorbereitung ist für Sommerwicken erforderlich?
Lockere ausreichend abgetrockneten Boden mit Grabgabel oder Krail, entferne Erntereste weitgehend und harke die Fläche eben. Wurzelunkräuter gräbst du vorher möglichst vollständig aus, weil junge Sommerwicken Unkraut nur schwach unterdrücken. Kalk und Grunddüngung richtest du nach einer Bodenuntersuchung, eine Stickstoffdüngung bekommen Sommerwicken nicht.
Welche besonderen Standortansprüche haben Sommerwicken bezüglich pH-Wert und Bodenart?
Sommerwicken sind als Gründünger der Bodenart Sand zugeordnet und wachsen in sonniger bis halbschattiger Lage. Verdichtete, staunasse sowie kalte und nasse Böden sind für sie ungeeignet. Beim pH-Wert ist im ökologischen Zwischenfruchtanbau eine Säuretoleranz bis pH 4,5 beschrieben. Kalken solltest du nur, wenn eine Bodenprobe einen für die Bodenart zu niedrigen pH-Wert zeigt.
Warum ist die Einhaltung der Fruchtfolge bei Leguminosen wie Sommerwicken wichtig?
Sommerwicken sind Hülsenfrüchtler und sollten im Gemüsebeet nicht unmittelbar vor oder nach Bohnen und Erbsen stehen. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung auf Leguminosen entfallen, Gründüngungswicken eingeschlossen. Für die Sommerwicke selbst wird eine Anbaupause von 4 Jahren angesetzt.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Einarbeitung der Sommerwicken in den Boden?
Im Hausgarten wird Gründüngung gewöhnlich kurz vor der Blüte geschnitten, spätestens aber vor der Samenbildung, damit sie sich nicht selbst aussät. Die frische Masse arbeitest du nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung vergehen meist etwa 2 bis 3 Wochen. Im Frühherbst lässt du die Masse besser liegen, weil frei werdende Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können.
Ist es ein Mythos, dass Sommerwicken zu viel Stickstoff im Boden anreichern können?
Ganz unbegründet ist die Sorge nicht. Auch der von Leguminosen gebundene Luftstickstoff zählt zur Stickstoffzufuhr, und Überschüsse können Verluste als Nitrat, Ammoniak und Lachgas begünstigen. Kritisch wird es vor allem, wenn Wickenaufwuchs zeitlich unpassend eingearbeitet wird, etwa vor dem Winter. Rechne den Aufwuchs deshalb bei der Düngung der Folgekultur mit ein.
Wie funktioniert die Stickstoffbindung bei Sommerwicken durch Knöllchenbakterien?
Sommerwicken leben als Leguminosen in Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln. Die Bakterien wandeln Luftstickstoff in Ammonium um und erhalten dafür Kohlenhydrate von der Pflanze. Eine rötliche Innenfärbung der Knöllchen weist auf aktive Stickstofffixierung hin. Für die Folgekultur wird der gebundene Stickstoff erst verfügbar, wenn die Pflanzenreste verrotten.
Wie verbessern Sommerwicken die Wasserspeicherung und Bodenstruktur langfristig?
Als Gründüngung liefern Sommerwicken organische Substanz, die Humusgehalt, Krümelstruktur und Wasserhaltefähigkeit verbessern und das Bodenleben fördern kann. Verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen. Mehr Humus garantiert allerdings keine entsprechend große Zunahme des pflanzenverfügbaren Wassers im ganzen Bodenprofil. Die zusätzliche Humusspeicherung bleibt begrenzt und kann wieder verloren gehen, wenn die regelmäßige Gründüngung aufhört.
Was sind die Unterschiede zwischen Sommerwicken und anderen Gründüngungspflanzen wie Phacelia oder Senf?
Nur Leguminosen wie Sommerwicken bringen durch Luftstickstoffbindung zusätzlichen Stickstoff ein. Senf und Phacelia nehmen vorhandenen Bodenstickstoff in ihre Biomasse auf und können so dessen Auswaschung vermindern. Senf gehört zu den Kreuzblütlern und kann in einer Fruchtfolge mit Kohl, Rettich und Radieschen Kohlhernie fördern, während Phacelia mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist.
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