Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Anbau

Sommerwicken als Gründüngung: Boden, Fruchtfolge und Futter

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Einjährige Leguminose (Vicia sativa), die mit Wurzelbakterien Luftstickstoff bindet.
  • Aussaat von April bis August, die Pflanzen sind nicht winterhart.
  • Eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse.
  • Nicht direkt nach einer anderen Leguminosen-Gründüngung säen, Anbaupause 4 Jahre.
  • Im Gemüsegarten höchstens 25 % Leguminosen in der wechselnden Beetbelegung.
  • Für Futter früh im Juli säen, geeignet für Frischfutter und Silage.
  • Vor der Samenreife mähen, flach einarbeiten, meist etwa 2–3 Wochen warten.
Sommerwicken
Foto: Wirestock · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Ein Beet ist im Sommer abgeerntet, die nächste Kultur kommt erst später, und bis dahin liegt die Erde offen. In solche Lücken säe ich gern Sommerwicken, weil sie als Leguminose zusätzlichen Stickstoff ins Beet bringen und den Boden bedecken. Wer Tiere hält, kann sie außerdem als Frischfutter oder Silage nutzen. Damit die Wicke dir nützt, muss sie in deine Fruchtfolge passen: Sie gehört wie Erbsen, Bohnen und Klee zu den Leguminosen und zählt beim Leguminosenanteil deines Gartens mit.

Was sind Sommerwicken?

Sommerwicken, botanisch Vicia sativa, sind einjährige Schmetterlingsblütler aus der Familie der Fabaceae. Die Pflanzen gelten als schwachzehrend, wurzeln tief und sind nicht winterhart. Sie wachsen sonnig bis halbschattig und können verwildern.

Merkmal Sommerwicke
Botanischer Name Vicia sativa
Familie Fabaceae (Schmetterlingsblütler, Leguminosen)
Lebensdauer einjährig, nicht winterhart
Nährstoffbedarf schwachzehrend
Wurzel tiefwurzelnd
Standort sonnig bis halbschattig
Bodenart Sand
Ungeeignete Böden verdichtet, staunass, kalt und nass
Kulturstart April bis August
Saatmenge Gründüngung Angaben von 17–18 g/m² im Hausgarten
Wuchshöhe 50–120 cm
Anbaupause 4 Jahre
Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Vicia
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Sommerwicken
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat

Was bewirken Sommerwicken im Boden?

Als Leguminose bindet die Sommerwicke mit Wurzelbakterien Luftstickstoff, und ihre Pflanzendecke schützt den Boden vor Verschlämmung und Erosion. Was sie deinem Gartenboden an Stickstoff, Lockerung und Bodenschutz bringt, liest du im Beitrag über Sommerwicken als Bodenverbesserer. Die artübergreifenden Grundlagen fasst der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt was Gründüngung im Boden leistet zusammen.

Wo stößt die Sommerwicke an Grenzen?

Verdichtete Böden, Staunässe sowie kalte und nasse Böden sind für Sommerwicken ungeeignet. Für schwere oder verdichtete Standorte kommen unter anderem Ölrettich, Phacelia und Sandhafer infrage. Auf einem verdichteten Beet ist die Wicke also nicht die erste Wahl, dort greifst du besser zu einer dieser Arten.

Bevor ich Wicken säe, steche ich mit dem Spaten ein Stück Boden aus und prüfe Gefüge, Wurzelverlauf, Farbe und Geruch. Mit dieser Spatenprobe lassen sich Verdichtungen und Durchlüftungsprobleme erkennen.

Wie stark unterdrückt die Wicke Unkraut?

Anfangs unterdrückt die Sommerwicke Unkraut nur schwach, erst mit ihrer späteren Wüchsigkeit nimmt diese Wirkung zu. Problemunkräuter bekämpfst du deshalb vor der Aussaat, und das Saatbett räumst du von Pflanzenrückständen frei.

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Wo passen Sommerwicken in die Fruchtfolge?

In der Fruchtfolge zählt die Sommerwicke als Schmetterlingsblütler, genau wie Erbse, Bohne und Klee. Gründüngungsarten derselben Pflanzenfamilie baust du nicht unmittelbar hintereinander auf derselben Fläche an. Für die Wicke selbst gilt eine Anbaupause von 4 Jahren.

Als unverträgliche Nachbarn der Sommerwicke gelten Sojabohnen, Helmbohnen (Hyazinthbohnen), Kapuzinererbsen, Lupine, Luzerne, Serradella, Prunkbohnen, Markerbsen, Klee und Puffbohnen. Welche Nachbarn zu welcher Art passen, schlägst du in der Mischkultur-Matrix für Gemüse und Gründünger nach.

Um spezifischen Wurzelkrankheiten vorzubeugen, sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Wo schon Erbsen und Bohnen wachsen, ist dieser Anteil schnell erreicht, und jede Wickensaat zählt mit. Ich trage deshalb jede Gründüngung wie eine Gemüsekultur ein, wenn ich meine Fruchtfolge im Beetplaner plane. Dabei schaue ich auf Pflanzenfamilie und Stickstoffbedarf der Folgekultur zugleich.

Passt die Wicke als Zwischenfrucht nach der Ernte?

Gesät wird die Sommerwicke von April bis August. Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte eignen sich besonders August und September. Die Wicke deckt davon nur den August ab. Für eine Saat im September eignen sich Ölrettich, Winterzottelwicke und Inkarnatklee, Winterroggen geht noch bis Oktober. Alle Saatfenster hast du im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken beisammen.

Mini-Checkliste

Stand auf dem Beet innerhalb der Anbaupause schon eine Sommerwicke? War die letzte Gründüngung dort eine andere Leguminose? Ist der Boden verdichtet, staunass oder kalt und nass? Was soll danach wachsen, und passen alle Pflanzenfamilien einer Mischung dazu?

Was wächst nach Sommerwicken?

Eine Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Die Wicke selbst bekommt keine Stickstoffdüngung, sondern nur eine Grunddüngung, die sich am Nährstoffentzug orientiert. Wie die Bindung abläuft und welche Mengen dabei zusammenkommen, erklärt der Beitrag, wie Sommerwicken Luftstickstoff binden.

Für die Folgekultur zählt, was davon ankommt. Der Stickstoff in der Wickenmasse steht ihr je nach Boden, Witterung und Einarbeitung nicht vollständig zur Verfügung. Junge Pflanzen haben ein engeres C/N-Verhältnis und werden schneller umgesetzt, verholzte Reste verrotten langsamer. Dabei können sie vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Eine verholzte Wicke liefert der Folgekultur also nicht sofort Stickstoff, sie kann ihn anfangs sogar festlegen.

Vor dem Mähen notiere ich, wie dicht und hoch die Wicke stand, und plane die Düngung der Folgekultur mit Blick auf diesen Aufwuchs.

Mythos-Check

„Nach Wicken muss ich nicht mehr düngen.“ So pauschal stimmt das nicht. Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab und ersetzt zusätzliche Düngung nicht automatisch.

Womit lassen sich Sommerwicken mischen?

In Gründüngungsmischungen lässt sich Buchweizen mit Phacelia, Alexandrinerklee und Sommerwicke kombinieren. Darin stehen der flach wurzelnde Buchweizen und die tief wurzelnde Wicke nebeneinander. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und passt deshalb in viele Gemüsefruchtfolgen. Bei fertigen Buchweizenmischungen lese ich zuerst die Zusammensetzung und richte die Saatmenge nach der Angabe auf der Packung.

Aus dem Feldbau beschreibt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Erbsen-Wicken-Gemenge mit ergänzendem Hafer zur Gründüngung. Die dort veröffentlichten Feldmengen sind allerdings keine Rezeptur für dein Beet. Für jede Mischung gilt: Sämtliche Pflanzenfamilien darin müssen zur bisherigen und zur geplanten Gemüsefruchtfolge passen. Klee und Erbsen zählen dabei wie die Wicke zu den Leguminosen.

Als Gründüngung passt die Sommerwicke zu Dill, Kerbel, Stangensellerie, Kümmel, Koriander, Kreuzkümmel, Möhren, Knollenfenchel, Liebstöckel, Pastinaken, Petersilie und Anis. Wächst sie neben einer Kultur, verbraucht sie selbst Wasser und kann bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren.

Häufiger Fehler

Senf oder Ölrettich landen in der Wickenmischung, obwohl danach Kohl folgen soll. Beide sind Kreuzblütler wie Kohl, Rettich und Radieschen, und in Fruchtfolgen mit viel Kohl werden sie deshalb möglichst vermieden. Senf kann dort zudem Kohlhernie fördern.

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Wie nutzt du Sommerwicken als Futter?

Sommerwicken eignen sich für Frischfutter und Silage. Die BLE nennt als Futterzwischenfrucht eine Mischung aus Alexandrinerklee, einjährigem Weidelgras und Sommerwicken, die nach dem Anwelken siliert wird.

Das Saatfenster der Wicke reicht zwar bis August, für Futter säst du aber früh im Juli. Im Futterbau gilt die Saatwicke (Vicia sativa) ab Anfang August als spätsaatempfindlich, während eine frühe Julisaat proteinreiche Erträge begünstigt.

Achtung

Für Sommerwicken als Futter gibt es keine sichere Höchstmenge je Tierart. Vor der Rationsplanung für Wiederkäuer liefert erst eine Futteruntersuchung belastbare Werte, allgemeine Zwischenfruchtwerte ersetzen keine Analyse der Wicke.

Futter oder Gründüngung von derselben Fläche?

Was du als Futter abfährst, verrottet nicht auf dem Beet und gibt seine Nährstoffe dort nicht zurück. Das kann gewollt sein: Bei erhöhten Phosphor- und Kaliumvorräten wird der Großteil der Gründüngungsmasse von der Fläche entfernt. Er lässt sich dann auf schwächer versorgten Beeten oder im Kompost weiter nutzen. Ob dein Boden solche Vorräte hat, zeigt eine Bodenuntersuchung, denn die Grunduntersuchung erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.

Wie säst du Sommerwicken?

Sommerwicken säst du von April bis August breitwürfig, rechst die Saat ein, drückst sie an und hältst sie bis zum Auflaufen feucht. Für die Gründüngung im Hausgarten reichen die Angaben von 17–18 g/m², verlässlicher Ausgangspunkt bleibt die Angabe auf der Tüte deiner Sorte. Saatbett, Saattiefe, Pflege und Saatgutgewinnung beschreibt der Beitrag, wie du Sommerwicken anbaust und eigenes Saatgut gewinnst.

Wann mähst du Sommerwicken und arbeitest sie ein?

Gründüngung mähst du im Garten gewöhnlich kurz vor der Blüte, spätestens aber vor der Samenreife, denn die Wicke kann verwildern. Das Grün arbeitest du nur flach ein oder lässt es als Mulch liegen, weil frische Masse tief vergraben faulen kann. Bis zur nächsten Saat oder Pflanzung vergehen danach meist etwa 2–3 Wochen.

Im Frühherbst lässt du den Bestand stehen, damit frei werdende Nährstoffe nicht ausgewaschen werden. Die Wicke ist nicht winterhart, abgefrorene Pflanzen bleiben über Winter als Mulch liegen. Sie gilt als nützlingsfreundlich: Lässt du sie für Insekten blühen, mähst du erst nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit für alle Gründünger behandelt der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.

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Häufige Fragen

Was sind Sommerwicken und wie unterscheiden sie sich von anderen Leguminosen?
Sommerwicken (Vicia sativa) sind einjährige Schmetterlingsblütler, die mit Wurzelbakterien Luftstickstoff binden. Im Garten werden sie als Gründüngung gesät, im Futterbau auch als Frischfutter oder Silage genutzt. Anders als die Winterzottelwicke, die noch im September gesät werden kann, sind Sommerwicken nicht winterhart und werden von April bis August ausgesät. Mit Klee, Lupine, Luzerne, Serradella sowie mehreren Erbsen- und Bohnenarten gelten sie als unverträgliche Nachbarn.
Welche Rolle spielen Sommerwicken in der Fruchtfolge?
Als Leguminosen-Gründüngung eignen sich Sommerwicken als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Weil sie zu den Schmetterlingsblütlern gehören, säst du sie nicht unmittelbar nach einer anderen Leguminosen-Gründüngung wie Klee oder Lupine. Für die Wicke selbst gilt eine Anbaupause von 4 Jahren. Im Gemüsegarten sollen außerdem höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen.
Worin unterscheiden sich Sommerwicken von Phacelia oder Senf als Gründüngung?
Sommerwicken sind Leguminosen und bringen über ihre Wurzelbakterien zusätzlichen Luftstickstoff ein, Phacelia und Senf nutzen nur den vorhandenen Bodenstickstoff. Senf gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern und kann in deren Fruchtfolge Kohlhernie fördern. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und passt deshalb in viele Gemüsefruchtfolgen. Die Sommerwicke zählt dagegen zum begrenzten Leguminosenanteil im Gemüsegarten.
Wie verbindest du Gründüngung und Futternutzung bei Sommerwicken?
Sommerwicken eignen sich für Frischfutter und Silage, eine sichere Höchstmenge je Tierart gibt es dafür aber nicht. Für Futter säst du früh im Juli, denn ab Anfang August reagiert die Wicke im Futterbau empfindlich auf späte Saat. Was du als Futter abfährst, verrottet nicht auf dem Beet und gibt seine Nährstoffe dort nicht zurück. Vor der Rationsplanung für Wiederkäuer liefert eine Futteruntersuchung belastbare Werte.
Ist es ein Mythos, dass Leguminosen den Boden auslaugen?
Beim Stickstoff ist es ein Mythos: Leguminosen wie Sommerwicken binden mithilfe von Wurzelbakterien zusätzlich Luftstickstoff, während andere Gründünger nur vorhandenen Bodenstickstoff nutzen. Andere Nährstoffe nehmen auch Sommerwicken aus dem Boden auf, deshalb erhalten sie eine Grunddüngung nach dem Nährstoffentzug, aber keine Stickstoffdüngung. Wie viel Stickstoff die Folgekultur später nutzen kann, hängt von Boden, Witterung und Einarbeitung ab.
Wann mähst du Sommerwicken und arbeitest sie ein?
Gründüngung wird im Garten gewöhnlich kurz vor der Blüte gemäht, spätestens aber vor der Samenbildung, damit sie sich nicht selbst aussät. Die frische Masse kommt nur flach in den Boden oder bleibt als Mulch liegen, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Im Frühherbst bleibt der Bestand stehen, damit frei werdende Nährstoffe nicht ausgewaschen werden. Bis zur nächsten Saat oder Pflanzung vergehen nach dem Einarbeiten meist etwa 2–3 Wochen.
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