Schädlinge in Blumenerde natürlich bekämpfen: Mischung, Lagerung, Gießen
- Gelbsticker fangen erwachsene Trauermücken, gegen die Larven in der Erde werden Nematoden der Art Steinernema feltiae eingesetzt.
- Für Steinernema feltiae soll das Substrat 15 bis 28 °C warm sein und danach gleichmäßig feucht bleiben.
- Gute torffreie Erde sollte aus mindestens drei verschiedenen Torfersatzstoffen bestehen.
- Torffreie Erde kann oben trocken und unten feucht sein: prüf vor dem Gießen die Feuchte in der Tiefe oder das Topfgewicht.
- Kauf torffreie Erde nur für die aktuelle Pflanzzeit und lagere Reste kühl und dunkel.
Fliegen beim Gießen kleine schwarze Mücken aus dem Topf auf, willst du die Schädlinge in der Blumenerde schnell loswerden, am liebsten ohne Chemie. Natürliche Wege gibt es, gegen die Mücken ebenso wie gegen ihre Larven. Genauso wichtig ist die Erde selbst: woraus sie besteht, wie du sie lagerst und wie du sie gießt. Bevor ich etwas gegen die Tiere unternehme, prüfe ich deshalb, wie nass die Erde unten im Topf ist.
Schädlinge in Blumenerde natürlich abtöten: so gehst du vor
Stell die befallene Pflanze zuerst abseits und sieh dir deine übrigen Zimmerpflanzen auf Befall an. Danach klärst du, wer in der Erde lebt. Erwachsene TrauermückenTrauermücken sind Mücken, die feuchte Umgebung lieben und ihre Eier auf oder in die Erde legen. Schaden richten vor allem ihre weißen Larven an: Sie fressen an Wurzeln, besonders bei Aussaaten und Stecklingen. sind schmale schwarze Mücken, ihre Larven leben in feuchter Topferde. Die Larven sind weißlich durchscheinend, tragen eine schwarze Kopfkapsel und werden bis zu 7 mm lang.
Gegen die beiden Stadien setzt du an zwei Stellen an. Gelbsticker fangen die fliegenden Mücken: In kleine Töpfe steckst du sie direkt in die Erde, in größere Pflanzen hängst du Gelbtafeln. Gegen die Larven in der Erde werden NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. der Art Steinernema feltiae eingesetzt. Das sind lebende Fadenwürmer, also NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. und kein Spritzmittel.
| Maßnahme | Trifft | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Gelbsticker und Gelbtafeln | erwachsene Trauermücken | Sticker in kleine Töpfe stecken, Tafeln in größere Pflanzen hängen |
| Nematoden der Art Steinernema feltiae | Larven in der Erde | SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. 15 bis 28 °C warm, danach gleichmäßig feucht halten, möglichst morgens oder abends ausbringen |
| Gießen über den Untersetzer | obere Erdschicht | sparsam von unten gießen, damit die obere Schicht trocken bleiben kann; überschüssiges Wasser danach entfernen |
Hast du die Pflanze vorher mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt, klär vor dem Ausbringen, ob es den Nematoden schaden kann.
Unter optimalen Bedingungen hält eine Behandlung mit Steinernema feltiae etwa vier Wochen vor. Besteht das Trauermückenproblem danach weiter, wird sie wiederholt.
Zwei dieser Maßnahmen passen nicht gleichzeitig zusammen. Sparsames Gießen über den Untersetzer kann die obere Erdschicht trocken halten. Nach dem Ausbringen der Nematoden soll das Substrat dagegen gleichmäßig feucht bleiben. Setzt du auf Nematoden, hat ihr Feuchtebedarf also Vorrang vor der trockenen Oberfläche.
Kamillentee und Seifenlauge gelten vielen als sanfte Hausmittel gegen Tiere in der Blumenerde. Weder Kamille noch Schmier- oder Kernseife ist aber als Grundstoff für den Pflanzenschutz genehmigt. Selbst hergestellte Kräuterzubereitungen wirken außerdem nicht gezielt und können auch Nützlinge beeinflussen.
Nicht jedes Tier in der Erde ist eine Trauermückenlarve. Wurzelläuse sind helle, rundliche Tiere, tragen häufig Wachsausscheidungen und leben in Kolonien im Wurzelbereich. Bestimm den Schädling genau und bereite einen Nützlingseinsatz schon bei beginnendem Befall vor, denn ein gezielter Einsatz setzt die Bestimmung voraus. Wie du Trauermücken, Wurzelläuse und andere Bewohner des Wurzelbereichs auseinanderhältst und gezielt behandelst, steht im Ratgeber zu Schädlingen in der Erde von Kübel- und Topfpflanzen.
Am Blumenfenster dienen Gelbtafeln vor allem der Früherkennung: Sie zeigen dir, ob Trauermücken fliegen. Nach einer Maßnahme wechselst du die Tafeln, damit du an den neuen Fängen beurteilen kannst, ob die Maßnahme Erfolg hatte. Wie du Befall beobachtest, bevor du eingreifst, zeigt dir der Abschnitt zum Monitoring im Ratgeber über Nützlinge und Schädlinge.
Ein Pflanzenschutzmittel ist bei Schädlingen in der Blumenerde der letzte Schritt, erst nach Kulturmaßnahmen und biologischen Verfahren. Dann kommt nur ein für den Haus- und Kleingarten gekennzeichnetes, für Pflanze und Schadorganismus zugelassenes Mittel infrage: Du hältst Gebrauchsanleitung, Schutzvorgaben und Wartezeit ein, Kinder und Haustiere bleiben fern, und Reste bringst du zur Sondermüll-Sammelstelle. Wie sich natürliche und chemische Wege vergleichen und warum ein Mittel auch Nützlinge treffen kann, steht im selben Ratgeber unter „Natürlich oder chemisch“.
Woraus gute Blumenerde besteht
Ich drehe den Erdsack vor dem Kauf um und lese die Zutatenliste. Gute torffreie Erde sollte aus mindestens drei verschiedenen Torfersatzstoffen gemischt sein. Typische Ersatzstoffe sind Holzfasern, KokosfasernKokosfasern sind die Fasern aus der Umhüllung der Kokosnuss, die bei deren Verarbeitung anfallen. Als torffreier Bestandteil von Blumen- und Pflanzerden sorgen sie für viel Luft im Substrat, halten aber weniger Wasser als Torf., RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt. und Kompost. Steht nur einer davon auf dem Sack, nehme ich eine andere Erde.
Bleibt eine Pflanze über Jahre im selben Gefäß, nimm strukturstabile Kübelpflanzenerde. Sie beugt vor, dass die Erde im unteren Teil des Gefäßes verdichtet und vernässt.
Auch vorgedüngte torffreie Erde kann zeitweise zu wenig StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). enthalten, den die Pflanze aufnehmen kann. Der Grund liegt in den Ersatzstoffen selbst. Ich verlasse mich deshalb nicht allein auf den Aufdruck „vorgedüngt“ und plane das Nachdüngen von Anfang an ein.
Torffreie Erde richtig gießen
Torffreie Erde kann oben trocken und unten noch feucht sein. Prüf vor dem Gießen deshalb die Feuchte weiter unten im Topf oder heb das Gefäß an und schätz sein Gewicht. Wer nur nach der trockenen Oberfläche gießt, gibt der Erde leicht zu viel Wasser. Übermäßiges Gießen und Sauerstoffmangel im Wurzelbereich können aber selbst welke und gelbe Blätter verursachen. Bevor du solche Blätter einem Schädling zuschreibst, prüf also erst die Nässe unten im Topf.
Frisch gegossene Töpfe hebe ich einmal an und merke mir, wie schwer sie sind. Vor dem nächsten Gießen hebe ich sie wieder an. Ist der Topf noch schwer, warte ich, auch wenn die Oberfläche trocken aussieht.
Bevor du ein Gefäß mit Erde füllst, prüf die Wasserabzugslöcher. Überschüssiges Wasser muss abfließen können, sonst entsteht StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt..
Blumenerde lagern: nur für die aktuelle Pflanzzeit
Torffreie Erde kaufst du am besten nur für die aktuelle Pflanzzeit. Musst du einen Rest zwischenlagern, kommt er an einen kühlen, dunklen Ort. Angebrochene Säcke rolle ich oben fest zusammen und klammere sie zu, damit die Erde nicht austrocknet. Bevor ich Erde aus einem älteren Sack verwende, schaue und rieche ich hinein. Riecht sie muffig oder zeigt sie Schimmel, kommt sie nicht in meine Zimmertöpfe.
- Zutatenliste lesen: mindestens drei verschiedene Torfersatzstoffe
- nur so viel kaufen, wie die aktuelle Pflanzzeit braucht
- Reste verschlossen, kühl und dunkel lagern
- für Dauerbepflanzungen strukturstabile Kübelpflanzenerde nehmen
- Abzugslöcher vor dem Befüllen prüfen
- vor dem Gießen die Feuchte unten im Topf prüfen
