Futterrüben im Garten: Was die Runkelrübe dem Boden gibt und nimmt
- Futterrüben sind Starkzehrer; im Humusbilanzmodell der LfL gilt ihr Anbau als humuszehrend.
- Wer Rüben samt Laub vom Beet trägt, entzieht dem Boden viele Nährstoffe; das Laub kannst du zurückgeben.
- Frisches Rübenlaub nur flach einarbeiten, tief eingegraben kann frische Grünmasse unter Luftabschluss faulen.
- Kompost als Grunddüngung: höchstens 3 l/m² im Jahr, im Frühjahr; gut verrotteter Mist eignet sich als organische Grunddüngung für Futterrüben.
- Gründüngung vor Rüben mit Bedacht wählen: Raps kann den Weißen Rübenzystennematoden beherbergen, Phacelia ist wie die Rübe Wirtspflanze von Rhizoctonia solani.
- Runkelrübe: Aussaat März bis Mai, Ernte September bis November, Fruchtwechselpause 4 Jahre.
Futterrüben haben den Ruf, Gartenboden zu verbessern, dabei zählen sie zu den StarkzehrernStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe.. Ob dein Beet nach einem Rübenjahr besser dasteht, hängt an dem, was du davor, währenddessen und danach tust. Ich plane ein Rübenbeet deshalb immer zusammen mit Kompost, Rübenlaub und Gründüngung.
Futterrübe und Runkelrübe meinen dieselbe Pflanze, eine Form von Beta vulgaris. Stoppelrüben sind dagegen Formen von Brassica rapa und damit eine andere Art. Die Runkelrübe ist zweijährig und blüht erst im zweiten Standjahr, im Garten erntest du sie aber schon im ersten Herbst. Wo Rüben unter den Futterpflanzen stehen, zeigt dir der Überblick über Futterpflanzen mit Grünland, Futterkohl, Rüben und Zichorie.
Verbessern Futterrüben den Boden von selbst?
Nicht automatisch. Wer Rüben samt Blättern vom Beet trägt, entzieht dem Boden viele Nährstoffe. Im LfL-Humusbilanzmodell gilt der Rübenanbau als humuszehrend, zurückbleibende Rübenblätter verbucht das Modell gesondert. Das Laub ist damit der Teil der Ernte, den du dem Beet zurückgeben kannst. Die Rübe selbst geht in den Futtertrog, das Laub bleibt bei mir auf der Fläche.
Eine Humusbilanz ist ein Rechenmodell. Sie bewertet Kulturen danach, ob sie Humus eher zehren oder aufbauen, misst aber keinen tatsächlichen Humusgehalt in deinem Boden. Für dein Beet ist sie ein Planungswert, keine Messung.
Was in der Rübe steckt
Mit der Ernte geht alles, was die Rübe eingelagert hat, vom Beet. Die Tabellenwerte zeigen, um welche Größenordnung es dabei geht.
Der Tabellenwert für Futterrüben liegt bei 146 g TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist. je kg Frischmasse. Je kg Trockenmasse enthalten sie als Tabellenwert 30 g Kalium. Für Phosphor liegt der Tabellenwert bei 2,4 g, für Kalzium bei 2,7 g je kg Trockenmasse. Tabellenwerte sind Mittelwerte, deine eigene Ernte kann davon abweichen.
Was diese Werte für den Futterwert bedeuten, erklärt der Ratgeber, welche Nährstoffe in Futterrüben stecken und wie verdaulich sie sind.
Welches Beet passt für Futterrüben?
Futterrüben bevorzugen tiefgründige, mittelschwere bis schwere Böden ohne Staunässe und einen vollsonnigen Platz. Meide zu Nässe neigende Stellen, das beugt auch Wurzelbrand vor. Mehr zur Bodenwahl steht in der Futterpflanzen-Übersicht unter „Standort, Boden und Winterhärte“.
Plane das Beet für eine ganze Saison ein. Gesät wird die Runkelrübe von März bis Mai, geerntet von September bis November. Für den Boden heißt das: Eine Gründüngung gehört ins Jahr davor, und nach der Ernte bleibt vor allem das Laub.
Im ökologischen Feldanbau stehen Futterrüben nach humusaufbauenden Kulturen. Im Garten nehme ich deshalb ein Beet, auf dem im Vorjahr eine Gründüngung stand. Bei der Beetwahl schaue ich außerdem, wo zuletzt Rote Bete, Mangold oder Spinat wuchsen, denn auch sie können WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter. des Weißen Rübenzystennematoden sein.
Wie bereitest du den Boden vor dem Rübenjahr vor?
Erst untersuchen, dann düngen
Bevor ich ein Beet für Rüben einplane, lasse ich den Boden untersuchen. Für die Probe steche ich die Schicht von 0–25 cm ab. Aus 10–15 Einzelproben derselben Fläche mische ich eine Probe. Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich für deine Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger.
Kompost und Mist als Grundversorgung
Als Starkzehrer brauchen Futterrüben eine gute Grundversorgung. Kompost bringe ich im Frühjahr aus, als allgemeine GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. höchstens 3 l/m² im Jahr. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt diese Kompostgabe nicht vollständig. Für die Rüben nehme ich deshalb gut verrotteten Mist dazu, der sich als organische Grunddüngung für Futterrüben eignet.
Hältst du Kleintiere, kannst du einen Kreislauf im Kleinen nachbauen. Im ökologischen Betrieb verbindet der Kreislauf aus Futterpflanzen, Tierhaltung und organischem Dünger den Futterbau mit der Bodenfruchtbarkeit. Wie Bio-Betriebe das bei Rüben lösen, beschreibt der Ratgeber, wie Futterrüben im Bio-Anbau organisch mit Nährstoffen versorgt werden.
Ein stark verdichtetes Beet den Rüben zum Lockern überlassen. Bei starken Verdichtungen kann zur akuten Lockerung ein mechanischer Eingriff nötig sein. Ich lockere so ein Beet vor der Aussaat mit der Grabegabel und säe erst danach.
Welche Gründüngung passt vor Futterrüben?
Die Rübe selbst erntest du, für den Boden zählt deshalb die Gründüngung im Jahr davor. Sie nimmt Nährstoffe aus dem Bodenwasser auf und hält sie vorübergehend in der Pflanzenmasse fest. Verrottet die Masse, werden diese Nährstoffe wieder frei. Der Humus, der dabei entsteht, kann leichte Böden mehr Wasser speichern lassen und schwere Böden durchlässiger machen.
| Gründüngung | Was für sie spricht | Was du vor Rüben bedenkst |
|---|---|---|
| Phacelia | wächst schnell | gehört wie die Futterrübe zu den Wirtspflanzen von Rhizoctonia solani |
| Winterraps | bei Saat von Juli bis spätestens Anfang September kräftiger Aufwuchs noch im Aussaatjahr | kann Wirtspflanze des Weißen Rübenzystennematoden sein, ist ein Kreuzblütler |
| resistente Ölrettich- oder Senfsorten | können helfen, den Weißen Rübenzystennematoden zu verringern | zählen als Kreuzblütler in der Kohl-Fruchtfolge mit |
Phacelia wächst schnell, ist aber wie die Rübe eine Wirtspflanze von Rhizoctonia solani. Direkt vor Rüben säe ich sie deshalb nicht. Senf gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern, sodass du eine solche Gründüngung in die Fruchtfolge des Kohls einrechnest. In Beeten mit häufigem Kohl, Radieschen oder Rettich lässt du Raps als Gründüngung weg. Ich trage dafür im Beetplaner für Gartenbeete ein, wo Kohl und Kreuzblütler standen.
Mähe die Gründüngung rechtzeitig vor der Samenreife, damit sie sich nicht ungewollt aussät. Im Frühjahr arbeite ich sie nur flach ein, denn frische Masse kann tief im Boden unter Luftabschluss faulen. Bis zur Rübensaat lasse ich danach meist etwa 2–3 Wochen Zeit. Wie schnell die Nährstoffe frei werden, hängt unter anderem von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab.
Wann die Futterrübe selbst als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. infrage kommt, liest du im Ratgeber, ob sich Futterrüben als Zwischenfrucht eignen und wo ihre Grenzen liegen.
Was passiert nach der Ernte mit dem Rübenlaub?
Geerntet wird die Runkelrübe von September bis November. Für das Laub gilt dieselbe Regel wie für jede frische Grünmasse: flach einarbeiten, nicht tief eingraben. Verrottet es, werden die darin gebundenen Nährstoffe wieder frei. Für eine Winterraps-Gründüngung ist es nach der Rübenernte meist zu spät, denn für kräftigen Aufwuchs wird Raps bis spätestens Anfang September gesät.
Bei der Ernte drehe ich jede Rübe aus dem Boden und schneide das Laub gleich auf dem Beet ab. Ich verteile es über die Fläche, zerkleinere es mit dem Spaten und hacke es flach unter.
Die Runkelrübe ist nicht winterhart, und frische Futterrüben sind bei etwa 5 °C nur begrenzt lagerfähig. Wie du erntest und lagerst, steht in der Futterpflanzen-Übersicht unter „Ernte und Verwertung“ und „Lagern und Futterhygiene“.
Wie schützt du den Boden, solange die Rüben wachsen?
Futterrüben wachsen in der Jugend langsam und schließen ihre Reihen spät. Ein Gründüngungsbewuchs dagegen beschattet den Boden und vermindert VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Erosion. Zwischen jungen Rübenreihen fehlt dieser Schutz also lange, der Boden liegt offen.
Besonders zwischen der vierten und achten Woche nach dem Auflaufen brauchen die Rüben wenig Unkrautkonkurrenz. Ich hacke dann zwischen den gut sichtbaren Reihen und zupfe in der Reihe von Hand. Sobald ich zwischen den Reihen nicht mehr hacke, decke ich den Boden dort mit Mulch ab, als Richtwert etwa 2–3 cm. Feinen Rasenschnitt lege ich nur locker, angetrocknet und dünn auf.
Dein Bodenjahr rund um die Rüben
- Vorjahr: Bodenprobe aus 10–15 Einzelproben ziehen, Gründüngung säen, Phacelia und Raps direkt vor Rüben meiden.
- Frühjahr: Gründüngung flach einarbeiten, etwa 2–3 Wochen warten, Kompost bis höchstens 3 l/m² ausbringen.
- Während der Kultur: Unkraut in der vierten bis achten Woche nach dem Auflaufen kurz halten, danach zwischen den Reihen mulchen.
- Herbst: Rüben ernten, Laub zerkleinern und flach einarbeiten.
Anbau, Schädlinge und Fruchtfolge kurz gefasst
Aussaat
Die Saattiefe der Runkelrübe liegt bei 2–3 cm. Für die Direktsaat im ökologischen Feldanbau gilt eine Bodentemperatur von mindestens 5–8 °C als erforderlich. Wie du sät, vereinzelst und hackst, zeigt der Ratgeber, wie du Futterrüben im Kleingarten anbaust und pflegst. Die Termine behältst du im Aussaatkalender für Futterpflanzen im Blick, die Grundlagen stehen in der Futterpflanzen-Übersicht unter „Aussaat je Kultur“.
Schädlinge und Krankheiten
Im Rübenbeet können unter anderem Blattläuse, die Rübenfliege und Wurzelbrand Probleme machen. Hast du für die Rüben eine alte, feuchte Wiese umgebrochen, achte besonders auf Erdschnaken. Wie du vorbeugst, steht in der Futterpflanzen-Übersicht unter „Krankheiten und Schädlinge“.
Fruchtfolge
Für die Runkelrübe gilt eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren. Getreide ist eine empfohlene VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen., Weizen eine günstige Folgefrucht. Mehr dazu liest du im Ratgeber, welche Vor- und Nachfrüchte zu Futterrüben passen.
Futter und Feldanbau
In der Fütterung gelten Futterrüben als energiereiches, proteinarmes Ausgleichsfutter. Ihren geringen Strukturgehalt muss die Ration ausgleichen, mehr dazu steht in der Futterpflanzen-Übersicht unter „Futterwert und Rübentypen“. Wie Futterrüben im landwirtschaftlichen Anbau zur Bodenfruchtbarkeit beitragen, behandelt der Ratgeber über Futterrüben als Bodenverbesserer auf dem Acker.





