Futterzichorie gesund halten: Mehltau, Wurzelfäule und Schädlinge erkennen
- Weißliche Beläge auf den Blättern können auf Echten Mehltau hindeuten: befallene Blätter abschneiden und nicht verfüttern.
- Welke trotz nasser Erde kann auf Wurzelschäden durch zu viel Wasser hindeuten; Wasserstau fördert die violette Wurzelfäule.
- Gekräuselte Blätter können auf Blattläuse hindeuten; Marienkäferlarven fressen Blattläuse.
- Weißliche, wachsartige Ausscheidungen am Wurzelhals und Kümmerwuchs können auf Wurzelläuse hindeuten.
- Gegen Schnecken: Schneckenzaun setzen, Verstecke kontrollieren, Schnecken absammeln.
- Die Sorte Spadona nur alle 3 bis 4 Jahre am selben Standort anbauen.

Weiße Beläge auf den Blättern, eine Pflanze, die trotz nasser Erde welkt, gekräuselte Blätter: Solche Zeichen an Futterzichorie werfen zwei Fragen auf. Was steckt dahinter, und dürfen die Blätter noch in den Napf? Ich gehe bei jedem Verdacht in derselben Reihenfolge vor: Blätter umdrehen, Erde fühlen, notfalls eine Pflanze ausgraben. An Pflanzenschutzmittel denke ich erst ganz am Schluss.
Futterzichorie ist eine Zichorie (Cichorium intybus), die du als Grünfutter für ihre Blätter anbaust, zum Beispiel die Sorte Spadona. In einem Versuch enthielt getrocknete Futterzichorie der Sorte Grassland’s Puna im Blattstadium 149 g Rohprotein je kg TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist.. Wie sie sich neben Grünland, Futterkohl und Rüben einordnet und was Futterwerte aussagen, erklärt der Überblick über Futterpflanzen von Grünland bis Zichorie.
Was hinter dem Schadbild stecken kann
Symptome sind Hinweise, keine Diagnosen. Die Schadbilder in dieser Tabelle sind an Chicorée beschrieben, einer anderen Kulturform der Zichorie. An Futterzichorie achte ich auf dieselben Zeichen.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Mein erster Handgriff |
|---|---|---|
| Weißliche Beläge auf den Blättern | Echten Mehltau | Befallene Blätter abschneiden, nicht verfüttern |
| Welke trotz nasser Erde, dunkelviolettes Pilzgeflecht an der Wurzel | Violette Wurzelfäule oder Wurzelschaden durch Nässe | Nicht nachgießen, eine Pflanze ausgraben |
| Gekräuselte Blätter | Blattläuse | Blattunterseiten ansehen, nach Marienkäferlarven suchen |
| Kümmerwuchs, weißliche, wachsartige Ausscheidungen am WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. | Wurzelläuse | Pflanze ausgraben, Wurzelhals prüfen |
| Fraßstellen an Blättern, Schleimspuren | Schnecken | Verstecke kontrollieren, absammeln |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist ein vollsonniger Platz mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotene Sorte „BIO Zichoriensalat“ lässt sich im Hochbeet ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Wildform und Sorten zur Wurzelnutzung im Mai/Juni direkt säen. Blattsorten im April für die Sommer- oder im Juni/Juli für die Winterkultur direkt oder in Töpfe säen und ausreichend große Jungpflanzen auspflanzen.
Pflege
- Pflege
Bei Kultur in trockeneren Gebieten bei Bedarf zusätzlich bewässern und zugleich guten Wasserabzug sicherstellen.
- Düngung
Bei der Blattzichorie Catalogna Special ist in dauerhaften Salatbeständen gewöhnlich keine zusätzliche Düngung nötig; bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt dies nicht.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Steingärten, Blumenrabatten, Beete und Kiesgärten.
Krankheiten an Futterzichorie: Mehltau und Wurzelfäule
Echter Mehltau: weißliche Beläge auf den Blättern
Echter Mehltau kann bei Chicorée weißliche Beläge auf den Blättern verursachen. Entdecke ich solche Beläge an Futterzichorie, schneide ich die befallenen Blätter ab und verfüttere sie nicht. Die Schere wische ich danach ab, bevor ich an die nächste Pflanze gehe.
Der Mehltau sitzt auf den Blättern, und bei der Sorte Spadona wachsen nach einem Schnitt innerhalb von 4 bis 5 Wochen neue erntereife Blätter nach. Ein RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. befallener Blätter kostet dich also einen Erntegang, nicht gleich die ganze Pflanze. Ob der neue Austrieb sauber bleibt, zeigt erst der nächste Blick ins Beet.
Backpulverlösung oder SchachtelhalmbrüheSchachtelhalmbrühe ist ein gekochter Auszug aus Ackerschachtelhalm. Die gelöste Kieselsäure soll das äußere Zellgewebe der Pflanzen festigen; die Brühe wird vorbeugend gegen Pilzkrankheiten an Obst und Gemüse gesprüht. werden gegen Mehltau oft empfohlen, und beiden wird eine schützende Wirkung nachgesagt. Bei Blättern, die verfüttert werden, bleibe ich deshalb bei Schere und Kontrolle.
Violette Wurzelfäule: wenn Wasser im Boden steht
Die violette Wurzelfäule überzieht geschädigtes Wurzelgewebe mit einem dunkelvioletten Pilzgeflecht. Gefördert wird sie durch Wasserstau. Zu viel Wasser kann Wurzeln außerdem so schädigen, dass die Pflanzen ähnlich welken wie bei Wassermangel. Wer eine welke Zichorie auf nassem Boden nachgießt, kann das Problem also verschärfen.
Bevor ich gieße, stecke ich einen Finger in die Erde. Ist sie nass und die Pflanze trotzdem welk, grabe ich eine Pflanze vorsichtig aus und sehe mir die Wurzel an. Ein dunkelviolettes Geflecht darauf deutet auf die violette Wurzelfäule hin. Diese Pflanze kommt nicht zurück ins Beet, und an der Stelle wächst erst nach der Anbaupause wieder Zichorie.
Ziehst du Zichorie im Topf, braucht das Gefäß Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Schädlinge an Futterzichorie: Blattläuse, Schnecken, Wurzelläuse
Blattläuse: gekräuselte Blätter
Blattlausbefall kann bei Chicorée dazu führen, dass sich die befallenen Blätter kräuseln. Beim Ernten drehe ich deshalb einzelne Blätter um und sehe mir die Unterseiten an. Sitzen dort Läuse, suche ich als Nächstes nach Marienkäferlarven. Sie gehören zu den Blattlausfressern und gelten bei Chicorée als natürliche Gegenspieler.
Finde ich Larven in der Kolonie, lasse ich die Pflanze in Ruhe und sehe beim nächsten Erntegang wieder nach. Einzelne stark befallene Blätter schneide ich ab. SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. wird als Hausmittel gegen Läuse oft genannt. Sie kann aber auch die Marienkäferlarven treffen, die du schonen willst.
Pflanzen mit Läusen markiere ich mit einem kurzen Stab. Beim nächsten Erntegang schaue ich dort zuerst nach.
Schnecken: Fraß an Blättern und Jungpflanzen
Schnecken hinterlassen Fraßstellen an den Blättern und Schleimspuren auf Pflanze und Boden. Bei jungen Pflanzen schaue ich besonders genau hin. Ein Schneckenzaun lässt sich im Garten gut mit einer regelmäßigen Kontrolle der Verstecke und dem Absammeln verbinden. Am Beetrand hebe ich dazu Steine, Bretter und Laub an und sammle ab, was darunter sitzt.
Für Futterrüben am Wiesenrand wird ein kurz gehaltener Grasstreifen als Vorbeugung gegen einwandernde Schnecken genannt. Grenzt dein Zichorienbeet an eine Wiese, kann so ein Streifen Schnecken etwas abhalten. Verlass dich aber nicht darauf. Kaffeesatz oder Sägespäne rund um die Pflanzen sollen Schnecken ebenfalls fernhalten. Ich bleibe bei Zaun und Absammeln.
Wurzelläuse und Fraß im Boden
Wurzelläuse an Chicorée können am Wurzelhals von weißlichen, wachsartigen Ausscheidungen umgeben sein. Über der Erde kann sich ein Befall durch Kümmerwuchs zeigen. Kümmert eine Pflanze ohne erkennbaren Grund, grabe ich sie vorsichtig aus und prüfe den Wurzelhals. Dabei unterscheide ich gleich mit: Weißlich und wachsartig spricht eher für Wurzelläuse, ein dunkelviolettes Geflecht eher für die violette Wurzelfäule.
Andere Fraßspuren an der Wurzel ordne ich nicht aus der Ferne einem bestimmten Schädling zu. Sichtbare Larven sammle ich ab und notiere mir die Beetstelle für die Fruchtfolge.
Vorbeugen: Boden, Fruchtfolge und Kontrolle
Wie du Futterzichorie säst, welchen Abstand sie braucht und wie du das Beet vorbereitest, steht in der Anleitung zu Aussaat, Pflege, Ernte und Lagerung von Futterzichorie. Die Termine zum Abhaken liefert der Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken. Hier geht es nur um das, was Krankheiten und Schädlingen vorbeugt.
Drainage verbessern
Zichorie gilt als Pflanze für volle Sonne und nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Auf schwerem Boden arbeite ich deshalb an der Struktur. Gründüngung kann über die Humusbildung die Durchlässigkeit schwerer Böden verbessern. Bei starken Verdichtungen kann ein mechanischer Eingriff nötig sein, um den Boden akut zu lockern.
Zichorie lässt sich auch im Hochbeet ziehen. Das ist meine Ausweichlösung für Beete, die nach Regen lange nass bleiben. In trockeneren Gegenden gilt für Zichorie: bei Bedarf zusätzlich wässern und zugleich für guten Wasserabzug sorgen. Ich gieße früh morgens und bodennah.
Fruchtfolge und Mischkultur
Für die Futterzichorie-Sorte Spadona wird empfohlen, sie nur alle 3 bis 4 Jahre am selben Standort anzubauen. Damit ich den Überblick behalte, trage ich jede Zichorienfläche in den Beetplaner für Gartenbeete ein. Fruchtfolge gehört zum Pflanzenschutz ohne Mittel, eine Garantie gegen Krankheiten ist sie aber nicht.
Mischkultur kann die Gartenfläche besser ausnutzen. Ob bestimmte Gemüsenachbarn sich gegenseitig günstig beeinflussen, lässt sich dagegen häufig schwer nachweisen. Nachbarn für die Zichorie wähle ich deshalb nach Platz und Licht und erwarte von ihnen keinen Schutz vor Schädlingen. Welche Kulturen gut nebeneinander passen, kannst du im Mischkultur-Werkzeug nachschlagen.
Räumst du ein Zichorienbeet, trag die Stelle gleich in deinen Beetplan ein. So weißt du beim nächsten Planen noch, wo die Zichorie stand.
Pflanzengesundheit stärken
Für Blattzichorie in dauerhaften Salatbeeten gilt zusätzliche Düngung in der Regel als nicht nötig. Das ist aber kein Grund, bei einem nachgewiesenen NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. aufs Düngen zu verzichten. Ob etwas fehlt, zeigt dir eine Bodenuntersuchung.
Für eine Bodenprobe im Gemüsebeet wird die Schicht von 0 bis 25 cm beprobt. Die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. setzt du aus 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche zusammen.
Der Rest der Vorbeugung ist Aufmerksamkeit. Beim Ernten prüfe ich Blattflächen, Blattunterseiten und den Wurzelhals, vor dem Gießen fühle ich die Erde.
Blattunterseiten auf Läuse und Marienkäferlarven prüfen, Blätter auf weißliche Beläge ansehen, Erde vor dem Gießen fühlen, Verstecke am Beetrand anheben, kümmernde Pflanzen markieren und am Wurzelhals prüfen.
Integrierter Pflanzenschutz: Mittel erst ganz zum Schluss
Integrierter Pflanzenschutz verbindet Vorbeugung, Kontrolle, Handarbeit und Nützlinge. Chemische Mittel kommen erst in Frage, wenn das nicht reicht.
Selbst angesetzten PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. wird nachgesagt, Pflanzen zu stärken. Bei mir bleiben Schere, Zaun und der Blick auf die Nützlinge die ersten Schritte.
Reicht das nicht und du denkst über ein Pflanzenschutzmittel nach, kommt nur ein Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten in Frage. Halte dich genau an die Gebrauchsanweisung, trag Schutzkleidung und entsorge Reste so, wie es dort vorgeschrieben ist. Bedenke dabei, dass ein Mittel auch Nützlinge wie Marienkäferlarven treffen kann.
Futterzichorie landet im Napf. Ernte nach einer Behandlung erst, wenn die Wartezeit aus der Gebrauchsanweisung abgelaufen ist. An Blättern für meine Tiere spritze ich grundsätzlich nicht.
Ernte und Lagerung: was nicht ins Futter gehört
Die Erntezeit der Zichorie reicht von Juni bis November. Angefaulte oder schimmelige Blätter sortiere ich schon beim Schneiden aus, weil Schimmelpilzgifte Futterpflanzen bereits auf dem Feld oder erst im Lager belasten können. Wie du schneidest, trocknest und lagerst, steht in der Anbauanleitung für Futterzichorie, Grundsätzliches zur Futterhygiene im Überblick über Futterpflanzen.


