Futterkohl-Aussaat: der passende Termin im Frühjahr und im Juli
- Als Hauptfrucht säst du Markstammkohl im April und Mai, Saatgut für Grünfutter kannst du ab März vorziehen.
- Als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen, die letzten Termine liegen je nach Empfehlung zwischen Mitte und Ende Juli.
- Die Saat keimt bei 10 bis 20 °C, deshalb misst du die Bodentemperatur in Saattiefe, bevor du säst.
- Die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier, deshalb kommt das Kulturschutznetz direkt nach der Saat aufs Beet.
- Plane mindestens 5 Jahre Anbaupause zu anderen Kreuzblütlern ein, auch zu Radieschen, Rettich und Senf.
Bei Futterkohl entscheidest du zwischen Frühjahr und Sommer, und beide Termine haben einen Haken. Im Frühjahr läuft die Saat in die Zeit hinein, in der die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. ihre Eier ablegt. Im Sommer schließt sich das Fenster schon im Juli. Ich lege meinen Termin deshalb nicht nach dem Kalender allein fest, sondern nach Bodenwärme, Bodenfeuchte, BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. und Sorte.
Als Hauptfrucht belegt Futterkohl das Beet von der Frühjahrssaat bis zur Ernte. Als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. folgt er im Sommer auf eine Kultur, die schon abgeerntet ist. Die Termine hier beziehen sich auf Markstammkohl, eine Futterkohl-Form mit verdicktem Trieb und hoher Blattmasse. Furchenkohl für den Wildacker findest du bei den Sorten.
Wann ist Saatzeit für Futterkohl? Die Fenster im Überblick
Welche Monate für dich gelten, hängt davon ab, wie du den Kohl anbaust. Die Fenster überlappen sich:
| Anbau | Saattermin |
|---|---|
| Hauptfrucht | April und Mai |
| Grünfutter-Saatgut vorziehen | März bis Mai |
| Grünfutter-Saatgut direkt ins Beet | Mai bis Juli |
| Sommerzwischenfrucht | frühe Julisaat, letzte Termine je nach Empfehlung Mitte bis Ende Juli |
| Furchenkohl für den Wildacker | Mai bis Juli |
Innerhalb dieser Fenster entscheidet bei mir das Thermometer über den ersten Saattag. Ob ich im Frühjahr oder im Juli säe, entscheidet das Beet.
Ab welcher Bodenwärme du Futterkohl säen kannst
Markstammkohlsaat keimt bei 10 bis 20 °C. In diesem Bereich dauert es 8 bis 12 Tage, bis sie keimt. Eine Herstellerempfehlung nennt mit 15 bis 18 °C einen engeren Bereich.
Ich messe morgens in Saattiefe, beim Gartensaatgut also 0,5 bis 1 cm unter der Oberfläche. Das Thermometer stecke ich an mehreren Stellen ein, weil sonnige und schattige Ecken eines Beets unterschiedlich warm sein können. Erst wenn alle Messpunkte im Keimbereich liegen, säe ich.
Die Tageslänge übersetze ich nicht in einen Saattermin. Ich plane mit dem, was ich messen oder abzählen kann: Bodenwärme, Bodenfeuchte und die Zeit bis zur Ernte.
Wie feucht der Boden zur Saat sein sollte
Markstammkohl ist eine feinsamige Kultur. Die Saat braucht ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss, damit sie beim Auflaufen an Wasser kommt. Vor der Saat greife ich deshalb in die obere Krume. Klebt sie zu Klumpen zusammen, warte ich ab; zerfällt sie krümelig und fühlt sich frisch an, säe ich.
Ein nasser Boden bringt noch ein zweites Risiko mit: Feuchte, staunasse und saure Böden begünstigen die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen., eine Krankheit der Kohlpflanzen. Nach der Saat gieße ich früh morgens und bodennah. Wie viel Wasser der Kohl in welcher Phase braucht, erklärt der Ratgeber, wie du Futterkohl je nach Wachstumsphase bewässerst.
Vor jeder Futterkohl-Saat prüfe ich vier Dinge. Der Boden hat in Saattiefe 10 bis 20 °C. Die Krume zerfällt krümelig und ist weder nass noch schmierig. Auf dem Beet stand seit mindestens 5 Jahren kein anderer KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen.. Das KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit weniger als 1 mm Maschenweite liegt bereit.
Frühjahrsaussaat: Futterkohl als Hauptfrucht
Als Hauptfrucht säst du Markstammkohl im April und Mai. Saatgut, das als Grünfutterpflanze angeboten wird, kannst du schon ab März vorziehen und die kräftigen Jungpflanzen später auspflanzen.
Die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier, deine Frühjahrssaat läuft also in diese Zeit hinein. Ich lege deshalb noch am Saattag ein Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite auf und schließe die Ränder dicht. Das Netz kann auch Nützlinge aussperren; wie du sonst vorbeugst, beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Sommeraussaat: Futterkohl als Zwischenfrucht im Juli
Für Markstammkohl als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen. Die letzten empfohlenen Saattermine reichen je nach Anbauempfehlung von Mitte bis Ende Juli.
Als Zweitfrucht angebauter Markstammkohl wird ab Mitte Oktober geerntet, als Frischfutter oder für Silage. Weil er sich anfangs langsam entwickelt, lege ich die Sommersaat an den Anfang des Julifensters, damit ihm bis zur Ernte möglichst viel Zeit bleibt.
Als VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. auf abgeernteten Gartenbeeten eignen sich Erbsen, Bohnen und Salat. So trägt ein Beet im selben Jahr zwei Kulturen. Was Futterkohl als Zwischenfrucht darüber hinaus leistet, zeigt der Ratgeber zu Futterkohl als Zwischenfrucht im Garten.
Den Juli-Kohl auf das Beet säen, auf dem im Frühjahr Radieschen oder Rettich standen. Beide gehören wie Senf, Raps und Kresse zu den Kreuzblütlern und zählen in der Fruchtfolge mit. Für Futterkohl als Zwischenfrucht wird eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern angegeben.
Wo in den letzten Jahren Kreuzblütler standen, trage ich im Beetplaner für die Fruchtfolge ein.
Gibt es regionale Unterschiede bei der Aussaat?
Wann dein Boden die Keimtemperatur erreicht, zeigt dir das Thermometer, nicht die Landkarte. Wird der Boden in deinem Garten spät warm, rückt der erste Saattag im Frühjahr einfach nach hinten.
Für die Sommersaat gilt: Kennst du den passenden Schlusstermin für deine Lage nicht, plane mit der frühen Julisaat. Dann bleibt dir Spielraum bis zum spätesten der empfohlenen Schlusstermine.
Ich trage jedes Jahr meine Saattage und die gemessene Bodentemperatur in den Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken ein. So kann ich die Jahre in meinem Garten miteinander vergleichen.
Welche Sorte zu welchem Termin passt
Für den Sommerzwischenfruchtanbau werden Futterkohlsorten auch nach ihrer Frostempfindlichkeit eingestuft. Camaro gilt dort als ertragsstark bei mittlerer Frostempfindlichkeit. Furchenkohl ist wenig frostempfindlich, bringt aber nur einen sehr geringen Ertrag. Bei der Julisaat wählst du also zwischen Futtermenge und Frostfestigkeit.
Furchenkohl für den Wildacker säst du von Mai bis Juli. Dort wächst er mindestens zweijährig und steht also über den ersten Winter hinaus auf der Fläche.
Für voll ausgewachsenen Markstammkohl wird eine Kältetoleranz von −12 °C angegeben. Bei an Kälte gewöhntem Futterkohl auf dem Wildacker reichen die Angaben bis −15 °C. Auf frisch aufgelaufene Saat übertrage ich keinen dieser Werte; mehr zur Winterhärte steht im Futterpflanzen-Ratgeber unter Standort, Boden und Winterhärte.
Beim Markstammkohl gibt es blattarme und blattreiche Typen, und niedrig wachsende Sorten haben höhere Trockenmassegehalte als stängelige. Was das für den Futterwert heißt, steht im Futterpflanzen-Ratgeber unter Futterwert und Rübentypen. Wie Sorte, Standort und Frosthärte die Qualität prägen, vertieft der Ratgeber dazu, woran du hochwertigen Futterkohl erkennst.
Frühjahr oder Juli: was dich welcher Termin kostet
Die Tabelle stellt Aufwand und Nutzen der beiden Termine nebeneinander.
| Frühjahr als Hauptfrucht | Juli als Zwischenfrucht | |
|---|---|---|
| Saattermin | April und Mai, Vorziehen ab März | frühe Julisaat, letzte Termine Mitte bis Ende Juli |
| Beet | vom Frühjahr bis zur Ernte belegt | bis Juli frei für eine Vorfrucht wie Erbsen, Bohnen oder Salat |
| Schutz | Netz direkt nach der Saat, die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier | Netz direkt nach der Saat |
| Jugendphase | langsamer Start, Unkraut regulieren | langsamer Start, Unkraut regulieren |
| Ernte | bei 12 bis 15 % Trockensubstanz | als Zweitfrucht ab Mitte Oktober, bei 12 bis 15 % Trockensubstanz |
Vorziehen kostet dich Anzucht und Auspflanzen, dafür startest du früher als mit der Direktsaat ab Mai. Den Ausschlag gibt bei mir das Beet. Ist es ab dem Frühjahr frei, säe ich Futterkohl im April oder Mai als Hauptfrucht. Trägt es bis zum Sommer Erbsen, Bohnen oder Salat, folgt der Kohl im frühen Juli als Zwischenfrucht.
Was nach dem Saattermin kommt
Aussaat. Wie du Saatreihen ziehst, Abstände setzt und Jungpflanzen vereinzelst oder auspflanzt, zeigt die Anleitung, wie du Futterkohl Schritt für Schritt anbaust.
Boden und Düngung. Auf dem Wildacker toleriert Futterkohl auf durchlässigen Böden einen pH-Wert von 4,5 bis 8, ein Optimum ist das nicht. Im Feldanbau wird die Stickstoffdüngung von Markstammkohl geteilt: eine Gabe vor der Saat, eine weitere bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe. Standort, Boden und Nährstoffe vertieft der Futterpflanzen-Ratgeber in den Abschnitten Standort, Boden und Winterhärte sowie Gießen und Düngen.
Pflege. Markstammkohl wächst anfangs langsam und braucht in dieser Phase eine wirksame Unkrautregulierung. Hacken und VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Pflege.
Ernte und Nutzung. Geerntet wird Markstammkohl bei 12 bis 15 % Trockensubstanz, als Frischfutter oder für Silage. Schnitt und Lagerung beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber unter Ernte und Verwertung sowie Lagern und Futterhygiene, und für welche Nutztiere sich Futterkohl eignet, klärt ein eigener Ratgeber. Verfütterst du im Herbst an Wiederkäuer, denk daran: Nitratreiches Herbstfutter kann besonders für sie ein Vergiftungsrisiko sein, und eine pauschal sichere Menge gibt es nicht.
Ziehst du neben dem Kohl auch Futterrüben, beginnt deren Saat früher im Jahr: Runkelrüben säst du von März bis Mai. Wie das auf kleiner Fläche klappt, zeigt der Ratgeber, wie du Futterrüben im Kleingarten ziehst.




