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Orchideen richtig gießen: Tauchbad, Wasserwahl und typische Gießfehler

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bei Phalaenopsis im Klarsichttopf zeigt dunkle Rinde Feuchte, hellere Rinde und silbrige Wurzeln zeigen Abtrocknung.
  • Für Phalaenopsis im Topf ist ein wöchentliches Tauchbad von etwa 10 Minuten in lauwarmem Wasser beschrieben.
  • Epiphytische Zimmerorchideen nach dem Tauchbad etwa 15 Minuten abtropfen lassen, erst dann zurück in den Übertopf.
  • Lauwarmes, kalkarmes Wasser wie Regenwasser nehmen, kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Arten Probleme bereiten.
  • Im Winter brauchen auch Orchideen bei weniger Licht weniger Wasser, deshalb zurückhaltender gießen.
  • Wirkt die Orchidee trotz nassem Substrat welk, können durch Staunässe geschädigte Wurzeln dahinterstecken.
Magentafarbene Blüten einer Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis) am gebogenen Blütenstiel vor hellem Fenster
Foto: mari_di_ann · Pixabay Content License · Quelle ↗

Deine Orchidee lässt die Blätter hängen, und du greifst zur Gießkanne? Schau vorher ins Substrat. Ist die Rinde noch nass, können durch Staunässe geschädigte Wurzeln dahinterstecken, die das Wasser schlecht aufnehmen. Dann bringt die nächste Wassergabe nur noch mehr Nässe an Wurzeln, die schon darunter leiden. Bevor ich gieße, hebe ich deshalb den Topf an und schaue durch die Topfwand auf Rinde und Wurzeln.

Wann braucht deine Orchidee Wasser?

Für Topfpflanzen gilt ein Grundsatz: Das Substrat darf bedarfsgerecht antrocknen, danach wird der Ballen durchdringend gewässert. Bei Orchideen kommt es also vor allem auf den richtigen Zeitpunkt an.

Bei Phalaenopsis im durchsichtigen Topf siehst du diesen Zeitpunkt. Dunkle Rinde zeigt an, dass das Substrat noch feucht ist. Hellere Rinde und silbrige statt grüne Wurzeln weisen darauf hin, dass es abgetrocknet ist.

Das Gewicht hilft zusätzlich. Wenn du den Topf vor und nach dem Gießen anhebst, kannst du den Feuchtezustand mit der Zeit am Gewicht einschätzen.

Beim Umtopfen von Zimmerorchideen werden nach Möglichkeit transparente Kunststofftöpfe empfohlen. Zusammen mit den Farbsignalen von Rinde und Wurzeln heißt das: Im Klarsichttopf liest du den Gießzeitpunkt direkt ab, statt ihn zu schätzen.

Mini-Checkliste

Das prüfe ich, bevor ich gieße:

  • Ist die Rinde hell statt dunkel?
  • Sind die Wurzeln silbrig statt grün?
  • Fühlt sich der Topf deutlich leichter an als direkt nach dem letzten Gießen?
  • Ist der Übertopf leer?
Marias Erfahrung

Ich hebe jede Orchidee vor dem Tauchen an und nach dem Abtropfen noch einmal. Den Gewichtsunterschied merke ich mir und schaue dabei durch die Topfwand auf Rinde und Wurzeln.

Wie oft solltest du Orchideen gießen?

Für Phalaenopsis in Topfkultur ist ein Tauchbad einmal pro Woche beschrieben. Diesen Rhythmus nehme ich als Ausgangspunkt, nicht als festen Termin. Zeigen Rinde und Wurzeln vor dem geplanten Tauchbad noch Feuchte, warte ich mit dem Gießen.

Wie schnell ein Topf abtrocknet, hängt auch am Gefäß. Unglasierte Tontöpfe verlieren zusätzlich Wasser über ihre poröse Wand, Kunststofftöpfe dagegen nicht.

Auch das Substrat bestimmt mit. Für Phalaenopsis eignet sich ein spezielles Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Woraus es besteht und wie du das passende Substrat je Orchideenart auswählst, erklärt ein eigener Ratgeber.

Im Winter weniger Wasser

Für gängige Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit. Im Winter fällt weniger Licht, und dann brauchen auch Orchideen weniger Wasser und Nährstoffe. Das gilt selbst dann, wenn der Raum warm bleibt. Ich gieße in dieser Zeit zurückhaltender und richte mich weiter nach Rinde, Wurzeln und Gewicht.

Auch das Substrat lässt sich an die Jahreszeiten anpassen. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du Orchideensubstrat über Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter pflegst.

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So gießt du Orchideen: Tauchbad oder Durchgießen

Das Tauchbad Schritt für Schritt

Für meine Phalaenopsis nehme ich das Tauchbad. So gehst du vor:

  1. Füll einen Eimer mit lauwarmem, kalkarmem Wasser, zum Beispiel Regenwasser.
  2. Stell den Innentopf mit der Orchidee hinein, sodass das Substrat unter Wasser steht.
  3. Lass ihn im Bad: Für Phalaenopsis in Topfkultur sind etwa 10 Minuten beschrieben.
  4. Heb den Topf heraus und lass ihn vollständig abtropfen, bei epiphytischen Zimmerorchideen etwa 15 Minuten.
  5. Kipp den Übertopf aus und stell die Orchidee erst dann zurück.

Durchgießen unter laufendem Wasser

Statt zu tauchen, kannst du Orchideen einige Minuten unter laufendem, lauwarmem Wasser gießen. Danach müssen sie abtropfen und dürfen nicht im überschüssigen Wasser stehen. Ich halte den Strahl dabei auf die Rinde und nicht auf die Blätter. Damit das Wasser abfließen kann, braucht jedes bepflanzte Gefäß freie Wasserabzugslöcher.

Dünger kommt mit dem Gießwasser

Dünger gibst du mit dem Gießwasser, und zwar auf bereits feuchtes Substrat, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Zu hohe oder zu häufige Gaben können Orchideenwurzeln schädigen. Rhythmus und Pausen über das Jahr findest du im Abschnitt dazu, wie du Zimmerpflanzen in der Wachstumsphase düngst.

Luftfeuchte: messen und einordnen

Das Wasser bekommt meine Orchidee über Tauchbad oder Durchgießen. Die Luftfeuchte messe ich getrennt davon mit einem digitalen Thermohygrometer, das relative Luftfeuchte und Temperatur gemeinsam anzeigt. Für junge und blühfähige Phalaenopsis im Erwerbsanbau werden etwa 60 % relative Luftfeuchtigkeit beschrieben. In ungedämmten oder schlecht gedämmten Wohnungen sollte die Luftfeuchtigkeit im Winter dagegen als Faustregel unter 50 % liegen. Den Gewächshauswert kannst du in so einer Wohnung also nicht einfach auf den ganzen Raum übertragen. Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen außerdem in der dunklen Jahreszeit Grauschimmel, besonders an geschwächten Zimmerpflanzen.

Welches Wasser passt zu Orchideen?

Lauwarm und kalkarm

Zum Tauchen epiphytischer Zimmerorchideen eignet sich lauwarmes, kalkarmes Wasser, zum Beispiel Regenwasser. Kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Zimmerpflanzen dagegen Probleme bereiten. Ich sammle Regenwasser und lasse die Kanne vor dem Gießen im Zimmer stehen, bis sich das Wasser nicht mehr kalt anfühlt.

Mythos-Check

Eiswürfel auf das Substrat legen, damit die Orchidee langsam Wasser bekommt? Damit kommt kaltes Wasser direkt an die Wurzeln. Für Orchideen eignet sich lauwarmes Wasser, und kaltes Wasser kann empfindlichen Arten Probleme bereiten. Ich gieße deshalb nicht mit Eiswürfeln.

Hartes Leitungswasser, Salze und pH-Wert

Gießwasser bringt eigene gelöste Stoffe mit, etwa Calcium und Magnesium. Orchideen gelten im gärtnerischen Kultursubstrat als sehr salzempfindlich. Der EC-Wert erfasst die Leitfähigkeit aller gelösten Salze aus Gießwasser und Dünger, unterscheidet aber keine einzelnen Nährstoffe. Für deine Orchidee heißt das: Die Salzlast im Topf stammt nicht nur aus dem Dünger, sondern auch aus dem Wasser, mit dem du gießt.

Eine hohe Carbonathärte des Gießwassers begünstigt außerdem, dass der pH-Wert im Substrat steigt. Ein zur Pflanze unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme begrenzen, obwohl genug Nährstoffe vorhanden sind. Welche Werte die einzelnen Gattungen brauchen, steht im Ratgeber dazu, wie du den pH-Wert für deine Orchideengattung einstellst.

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Besondere Situationen beim Gießen

Während der Blüte

Die Blüte einer Phalaenopsis kann lange dauern.

Zahl im Blick

Phalaenopsis können bei ungefähr 22 °C Raumtemperatur länger als 3 Monate blühen.

In dieser Zeit gieße ich nach denselben Signalen wie sonst und stelle die Pflanze nach dem Tauchbad nur abgetropft zurück. Den Zusammenhang zwischen Substrat und Blütenbildung erklärt der Ratgeber dazu, wie das Substrat über Wurzeln, pH-Wert und Feuchte die Blüte beeinflusst.

Nach der Blüte am kühleren Platz

Nach der Blüte kann ein kühlerer Standort bei Phalaenopsis die erneute Blütenbildung anregen. Gleichzeitig begünstigen Kälte und anhaltende Feuchtigkeit bei Orchideen die Ausbreitung von Erregern der Schwarz- und Wurzelfäule. Wenn du deine Phalaenopsis kühler stellst, achte dort also besonders darauf, dass die Rinde zwischen zwei Wassergaben abtrocknet.

Frisch umgetopft

Beim Umtopfen von Phalaenopsis kommen altes Rindensubstrat und morsche Wurzeln weg, die gesunden Wurzeln bekommen frisches Rindensubstrat. Sitzt die Pflanze danach noch locker, kann ein gebogener Draht sie im Substrat fixieren. Vor der nächsten Wassergabe richte ich mich wieder nach Rinde, Wurzeln und Gewicht, genau wie sonst auch.

Vanda ohne Substrat

Vanda wird häufig ganz ohne Substrat kultiviert. Nach dem Befeuchten müssen die Wurzeln wieder gut abtrocknen. Steht deine Vanda in einer Kulturvase, füllst du diese deshalb nicht dauerhaft mit Wasser.

Häufige Fehler beim Orchideengießen

Gießen nach Kalender

Ein fester Gießtag ist bequem, sagt aber nichts über den Zustand im Topf. Anhaltende Nässe kann Sauerstoffmangel und Wurzeltod verursachen. Prüf deshalb vor dem Gießen Rinde, Wurzeln und Gewicht, auch wenn der übliche Tag gekommen ist.

Die Orchidee steht im Wasser

Nach dem Tauchen oder Durchgießen darf die Orchidee nicht im überschüssigen Wasser stehen. Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis. Ich kontrolliere deshalb den Übertopf, nachdem die Pflanze zurück ist, und kippe nachgelaufenes Wasser aus.

Welke Blätter als Durst deuten

Eine Orchidee, die trotz feuchtem Substrat vertrocknet wirkt, hat womöglich kein Wasserproblem im Topf, sondern eines an den Wurzeln. Scheinbare Trockenheit in noch nassem Rindensubstrat kann auf geschädigte Wurzeln hinweisen. Schau deshalb zuerst ins Substrat, bevor du nachgießt.

Achtung

Steht deine Orchidee nass und wirkt trotzdem welk, entferne überschüssiges Wasser und gieß zunächst nicht weiter. Findest du beim Austopfen abgestorbene Wurzeln, schneide sie weg. Danach kannst du die Pflanze vor dem erneuten Eintopfen eine Nacht abtrocknen lassen. Altes Substrat einer Pflanze mit Wurzelfäule verwendest du nicht wieder. Auch verunreinigte Töpfe können Erreger auf weitere Orchideen übertragen.

Gelbe Blätter vorschnell deuten

Gelbe Blätter heißen nicht automatisch, dass du zu viel gießt. Blattvergilbung mit Blattfall kann bei Zimmerpflanzen auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen, Wasserstress oder Nährstoffmangel hindeuten. Welke, matte oder fleckige Orchideenblätter haben ebenfalls verschiedene mögliche Ursachen und erlauben allein keine sichere Diagnose eines Nährstoffmangels. Ich schaue mir deshalb erst Substrat und Wurzeln an, bevor ich am Gießen etwas ändere.

Gießen am Abend

Im Erwerbszierpflanzenbau gehört es zur Grauschimmelvorbeugung, dass die Pflanzen nachts trocken bleiben. Ich übertrage das auf die Fensterbank und tauche meine Orchideen vormittags.

Zu großer Topf

Ein übergroßer Pflanztopf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen und dadurch die Wurzeln zu schädigen. Phalaenopsis braucht beim Umtopfen im Normalfall keinen größeren Topf, wenn verbrauchtes Substrat und morsche Wurzeln entfernt sind. Wer trotzdem vorsorglich größer topft, erhöht damit das Risiko, zu viel zu gießen, ohne dass die Pflanze den Platz braucht.

Zerfallenes Substrat

Wenn Orchideensubstrat zerfällt, können die Wurzeln zu wenig Luft bekommen und faulen. Deshalb braucht deine Orchidee rechtzeitig frisches Substrat. Für Phalaenopsis in Zimmerkultur liegt der übliche Umtopfrhythmus bei etwa 2 bis 3 Jahren, abhängig vom Zustand der Wurzeln und des Substrats. Woran du erkennst, dass ein Substratwechsel fällig ist, erklärt ein eigener Ratgeber.

Jetzt dran

Heb deine Orchidee an und schau durch die Topfwand auf Rinde und Wurzeln. Steht im Übertopf Wasser, kipp es aus. Erst danach entscheidest du, ob gegossen wird.

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