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Gesunde Liebeshainblumen: Blattläuse erkennen und Krankheiten vorbeugen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion

Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Liebeshainblume (Nemophila) gilt im Allgemeinen als krankheitsfrei, Blattläuse können sie aber befallen.
  • Blattläuse findest du häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen; bei schwachem Befall reicht oft ein Wasserstrahl.
  • Marienkäfer sowie Larven von Florfliegen und Schwebfliegen fressen Blattläuse, chemische Mittel können sie mittreffen.
  • Bei heißem und feuchtem Wetter geht die Liebeshainblume zurück, das muss keine Krankheit sein.
  • Echter Mehltau bildet oben einen abwischbaren Belag, Falscher Mehltau einen festen Belag auf der Blattunterseite.
  • Welke Pflanzen prüfst du erst auf Bodenfeuchte, Kästen und Töpfe brauchen freie Abzugslöcher.
Eine Nahaufnahme der blauen Hainblume (Nemophila menziesii) mit ihrer charakteristischen weißen Mitte und dunklen Staubblättern.
Foto: Sureshbup · CC BY-SA 3.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Ein blaues Polster, das im Hochsommer plötzlich lückig wird, sieht schnell nach einer Krankheit aus. Bei der Liebeshainblume lohnt vorher ein ruhiger Blick, denn sie gilt im Allgemeinen als krankheitsfrei. Blattläuse können sie befallen, und bei heißem, feuchtem Wetter geht sie zurück. Ich schaue deshalb zuerst auf Wetter, Erde und Blattunterseiten, bevor ich an einen Pilz denke.

Was die Liebeshainblume ist

Die Liebeshainblume ist Nemophila, eine einjährige und nicht winterharte Sommerblume aus dem westlichen Nordamerika, unter anderem aus Kalifornien und Oregon. Ihre fünfblättrigen, schalenförmigen Blüten sind himmelblau mit weißer Mitte und tragen dunklere Punkte. Lebensdauer und Herkunft der Sommerblumen im Vergleich findest du im Kurzporträt der Sommerblumen.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; in sommerlichen Trockenperioden zur Blütenförderung wässern.

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Direkt am endgültigen Standort säen.

Saattiefe

Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.

Pflege

Pflege

In trockenen Sommerphasen gießen, um die Blüte zu fördern; kein Rückschnitt erforderlich.

Düngung

Vor dem Pflanzen in Gartenränder oder Gefäße Kompost einarbeiten.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.

Aussaatkalender Hainblume
GartenkalenderVorkultur: März, April; Aussaat: April, Mai, Juni, September; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: SeptemberBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberVorkulturAussaatBlüte

Welche Krankheiten und Schädlinge an der Liebeshainblume vorkommen

Die Liebeshainblume gilt im Allgemeinen als krankheitsfrei. Blattläuse können sie befallen, deshalb steht dieser Schädling bei ihr im Mittelpunkt. Als Einjährige durchläuft sie Keimung, Blüte, Samenbildung und Absterben innerhalb einer Vegetationsperiode. Ein Polster, das nach der Samenbildung abstirbt, ist deshalb kein Fall für den Pflanzenschutz.

Taucht ein anderes Schadbild auf, hilft dir die Tabelle beim Einordnen. Die mittlere Spalte nennt mögliche Ursachen, keine sichere Diagnose.

Was du siehst Kann hindeuten auf Erster Handgriff
Tiere an Blattunterseiten und Triebspitzen, gekräuselte oder verkrüppelte Blätter Blattläuse Nach Nützlingen schauen, schwachen Befall mit Wasserstrahl abspülen
Abwischbarer weißer Belag auf der Blattoberseite Echter Mehltau Erkrankte Blätter entfernen, betroffene Triebe zurückschneiden
Nicht abwischbarer Belag unterseits, oben gelbliche bis braune Flecken Falscher Mehltau Befallenes Material entfernen, nicht auf den eigenen Kompost
Grauer Belag auf faulenden Pflanzenteilen bei hoher Luftfeuchte Grauschimmel Faulende Teile herausschneiden
Gelblich-weiße Sprenkel, teils feine Gespinste Spinnmilben, etwa 0,5 mm groß Stark befallene Triebe entfernen
Silbrig graue Stellen, bei starkem Befall verformte Blüten Thripse Befallene Blüten entfernen
Fraß vom Blattrand her, silbrige Schleimspuren Schnecken Schnecken absammeln
Welke Blätter Trockenstress oder beginnende Wurzelfäule Erst die Bodenfeuchte prüfen
Polster geht bei heißem, feuchtem Wetter zurück Witterung, nicht zwingend eine Krankheit Erde prüfen, morgens an die Wurzeln gießen
Mythos-Check

„Liebeshainblume und Nemesia sind dieselbe Pflanze, also gelten dieselben Pflanzenschutztipps.“ Das stimmt nicht. Die Liebeshainblume heißt botanisch Nemophila, Nemesia ist der Elfenspiegel. Schadenslisten und Pflegetipps für den Elfenspiegel überträgst du deshalb nicht auf dein Nemophila-Beet.

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Blattläuse an der Liebeshainblume erkennen und loswerden

Woran du Befall erkennst

Blattläuse sitzen an Zierpflanzen häufig an den Blattunterseiten und an den Triebspitzen. Dort können sie gekräuselte oder verkrüppelte Blätter und Triebe verursachen. Weil die Liebeshainblume nur 10 bis 20 cm hoch wird, gehst du für den Blick unter die Blätter in die Hocke. Wenn ich gieße, hebe ich ein paar Triebe an und schaue darunter.

Was du bei Befall tust

Schau zuerst nach, ob schon Nützlinge an der Kolonie fressen. Marienkäfer sowie Larven von Florfliegen und Schwebfliegen gehören zu den natürlichen Feinden der Blattläuse. Bei schwachem Befall genügt häufig ein Wasserstrahl, mit dem du die Läuse von den Trieben spülst. Stark besetzte Triebspitzen knipst du ab und entsorgst sie mitsamt den Läusen.

Marias Erfahrung

Ich spritze Blattläuse morgens ab, damit Pflanzen und Boden tagsüber wieder abtrocknen. Triebe, an denen schon Marienkäfer oder Larven sitzen, lasse ich dabei aus.

Nützlinge im Beet halten

Ein Marienkäfer frisst während seines ganzen Lebens etwa 5000 Blattläuse. Schwebfliegenweibchen legen ihre Eier in die Nähe von Blattlauskolonien, und die Larven saugen die Läuse aus. Florfliegenlarven fressen neben Blattläusen auch Thripse und Spinnmilben. Laubschichten und Polsterstauden geben Marienkäfern Schutz zum Überwintern.

Die Liebeshainblume ist selbst eine Nahrungsquelle für Nützlinge und Insekten, und der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz schont nützliche Insekten. Wer sein Nemophila-Beet spritzt, kann also genau die Helfer treffen, die an den Blüten Nahrung suchen.

Pilzbefall und Fäulnis erkennen

Pilzkrankheiten gehören bei der Liebeshainblume nicht zum typischen Bild. Bei langer Nässe und dichtem Stand lohnt trotzdem ein Blick auf Belag und faulende Stellen.

Mehltau: Belag oben oder unten

Kurz erklärt

Echter Mehltau bildet typischerweise einen abwischbaren weißen Belag auf der Blattoberseite und kann auch bei trockenwarmer Witterung auftreten. Falscher Mehltau sitzt als nicht abwischbarer Belag auf der Unterseite, oben zeigen sich gelbliche bis braune Flecken.

Bei beginnendem Echtem Mehltau entfernst du erkrankte Blätter und schneidest betroffene Triebe zurück. Das kann helfen, die Ausbreitung einzudämmen. Von Falschem Mehltau befallenes Material nimmst du ebenfalls heraus, entsorgst es aber nicht auf dem eigenen Kompost. Ausreichender Abstand, gute Belichtung und Durchlüftung senken das Risiko für Echten Mehltau, ebenso der Verzicht auf Stickstoffüberdüngung. Auf abendliches Gießen zu verzichten, gilt bei Echtem Mehltau als Maßnahme mit nicht gesicherter Wirkung. Ich gieße trotzdem morgens, weil Pflanzen und Boden dann tagsüber abtrocknen.

Grauschimmel an faulenden Teilen

Grauschimmel bildet bei hoher Luftfeuchtigkeit einen grauen Belag auf faulenden Pflanzenteilen. Schneide diese Teile heraus, das kann den Befall eindämmen. Ein sehr dichter Bestand begünstigt bei Beet- und Balkonpflanzen die Ausbreitung. Vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können bei Balkonpflanzen zu Befallsstellen werden. In Ampeln und Kästen schaust du deshalb nach abgeknickten Trieben.

Welke Pflanzen und nasse Wurzeln

Welke Blätter können Trockenstress anzeigen, aber auch beginnende Wurzelfäule. Prüfe deshalb die Bodenfeuchte, bevor du zusätzlich gießt. Bei torffreier Topferde kann die Oberfläche schon trocken sein, während tiefere Schichten noch nass sind. Hebe den Topf an und fühle mit dem Finger tiefer in die Erde.

Blattflecken ohne klare Ursache

Blattflecken an krautigen Gartenpflanzen können von Schaderregern stammen oder nichtparasitäre Ursachen haben. An Sommerblumen sind sie meist nicht bekämpfungswürdig, befallene Blätter entfernst du einfach. Kümmert die Pflanze und bleibt die Ursache unklar, kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Diagnose klären.

Häufiger Fehler

Kranke Pflanzenteile landen auf dem Kompost, und die Schere geht danach direkt an gesunde Triebe. Material mit Falschem Mehltau gehört nicht auf den eigenen Kompost. Schere und Handschuhe reinigst du nach der Arbeit an kranken Pflanzen, bevor du gesunde anfasst.

Wenn es keine Krankheit ist: Hitze, Schwüle und Wasser

Liebeshainblumen gehen bei heißem und feuchtem Wetter zurück. In trockenen Sommerphasen gießt du sie, um die Blüte zu fördern. Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich und lass das Laub trocken. Weil sie als krankheitsfrei gilt und bei Schwüle ohnehin zurückgeht, kann ein lückiges Polster im Hochsommer schlicht eine Wetterfrage sein. Bevor du nach einem Mittel suchst, prüfst du deshalb Erde und Blattunterseiten. Wie du die Liebeshainblume durch das Gartenjahr pflegst und vor Wetterstress schützt, zeigt der Ratgeber zur Pflege der Liebeshainblume.

Vorbeugen mit Platz, Abstand und Gefäß

Die Liebeshainblume wächst in voller Sonne oder im Halbschatten, auf nährstoffreichem, feuchtem und gut durchlässigem Boden. Auch halbschattige Steingärten passen zu ihr. Wie sie an halbschattigen und schattigen Plätzen gelingt, liest du im Ratgeber zur Liebeshainblume an schattigen Plätzen.

Ausreichender Pflanzabstand verbessert Luftzirkulation und Abtrocknen der Blätter und senkt so das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten. Vereinzle die Direktsaat am endgültigen Standort deshalb rechtzeitig nach der Keimung, sodass in der Reihe 10 cm Abstand bleiben. Zwischen den Reihen planst du 20 cm ein, im Beetplaner kannst du das Raster vorab einzeichnen. Als Bodendecker zwischen höheren Sommerblumen und Stauden kann sie ebenfalls stehen; wie das gelingt, zeigt der Ratgeber zur Liebeshainblume als Bodendecker.

Für Balkonkästen, Ampeln und Pflanzgefäße eignet sich die Liebeshainblume ebenfalls. Die Gefäße brauchen funktionierende Abzugslöcher, weil stehendes Wasser Wurzelfäulnis begünstigt. Wassergefüllte Untersetzer leerst du nach starkem Regen.

Vor dem Pflanzen arbeitest du Kompost in die Erde ein. Wie viel Dünger dein Beet darüber hinaus braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung.

Hausmittel und chemische Mittel kurz eingeordnet

Hausmittel

Schmierseife und Rapsöl werden oft als Hausmittel gegen Blattläuse genannt. Ein Wirkversprechen und eine Rezeptur gibt es dafür von mir nicht, ich bleibe bei Wasserstrahl, Abknipsen und Nützlingen.

Chemie als letzter Schritt

Chemische Mittel kommen bei der Liebeshainblume nur infrage, wenn ein Schaderreger sicher bestimmt ist und sanftere Wege versagt haben. Dann gelten Zulassung für Haus- und Kleingarten, Gebrauchsanweisung, Schutzkleidung, Wartezeit und fachgerechte Entsorgung. Die allgemeinen Regeln zu Hausmitteln und zum Mitteleinsatz findest du im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Dein Kontrollgang

Für den Kontrollgang gehe ich immer dieselben Stellen in derselben Reihenfolge durch. Die Reihenfolge beginnt bei den Blättern und endet an der Erde.

Mini-Checkliste

Triebe anheben und Blattunterseiten sowie Triebspitzen auf Läuse und gekräuselte Blätter ansehen. Weißen Belag prüfen: abwischbar auf der Oberseite oder fest auf der Unterseite. Faulende Stellen und abgeknickte Triebe heraussuchen. Auf Fraß vom Blattrand und Schleimspuren achten. Im Topf die Erde auch tiefer fühlen. Vor jedem Eingriff nach Marienkäfern und Larven schauen.

Passt dazu

Säst du neben der Liebeshainblume auch Prachtlein aus, findest du die Krankheiten und Schädlinge am Prachtlein in einem eigenen Ratgeber.

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Häufige Fragen

Ist die Liebeshainblume dasselbe wie Nemesia?
Nein. Die Liebeshainblume heißt botanisch Nemophila und ist eine einjährige Sommerblume aus dem westlichen Nordamerika mit himmelblauen Blüten und weißer Mitte. Nemesia ist dagegen der Elfenspiegel, also eine andere Pflanze. Pflege- und Pflanzenschutztipps für den Elfenspiegel lassen sich deshalb nicht einfach auf die Liebeshainblume übertragen.
Welche Krankheiten und Schädlinge kommen an der Liebeshainblume vor?
Die Liebeshainblume gilt im Allgemeinen als krankheitsfrei. Blattläuse können sie aber befallen, sie sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Bei heißem und feuchtem Wetter geht die Pflanze außerdem zurück, was nicht zwingend auf eine Krankheit hindeutet.
Welche sanften Methoden helfen gegen Blattläuse an der Liebeshainblume?
Schau zuerst, ob Marienkäfer oder Larven von Florfliegen und Schwebfliegen schon an der Kolonie fressen. Bei schwachem Befall genügt häufig ein Wasserstrahl, mit dem du die Läuse abspülst, und stark besetzte Triebspitzen knipst du ab. Hausmitteln wie Schmierseife wird eine Wirkung nachgesagt, eine verlässliche Rezeptur für die Liebeshainblume gibt es dafür aber nicht.
Welche Rolle spielen Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen bei Liebeshainblumen?
Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und Schwebfliegen gehören zu den natürlichen Feinden der Blattläuse. Ein Marienkäfer frisst während seines ganzen Lebens etwa 5000 Blattläuse. Florfliegenlarven fressen daneben auch Thripse und Spinnmilben. Laubschichten und Polsterstauden bieten Marienkäfern Schutz zum Überwintern, und der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz schont die Helfer.
Woran erkenne ich Grauschimmel oder Wurzelschäden an Liebeshainblumen?
Grauschimmel zeigt sich bei hoher Luftfeuchtigkeit als grauer Belag auf faulenden Pflanzenteilen, die du herausschneidest. Welke Blätter können dagegen Trockenstress oder beginnende Wurzelfäule anzeigen. Prüfe deshalb die Bodenfeuchte, bevor du gießt, und halte bei Kästen und Töpfen die Abzugslöcher frei, weil stehendes Wasser Wurzelfäulnis begünstigt.
Worauf achte ich bei der Kontrolle meiner Liebeshainblumen?
Heb ein paar Triebe an und sieh dir Blattunterseiten und Triebspitzen an, denn dort sitzen Blattläuse häufig. Prüfe, ob ein weißer Belag abwischbar auf der Blattoberseite liegt oder fest auf der Unterseite sitzt, und such nach faulenden Stellen. Fraß vom Blattrand mit silbrigen Schleimspuren spricht für Schnecken. Bei torffreier Topferde fühlst du auch tiefer, weil die Oberfläche trocken sein kann, während es darunter nass ist.
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