Marokkanisches Leinkraut aussäen: von der Keimung bis ins Beet
- Marokkanisches Leinkraut ist ein Lichtkeimer: Säe es etwa 0 bis 0,5 cm tief und bedecke die Samen höchstens dünn.
- Die Samen keimen bei 15 bis 20 °C.
- Bis zur Keimung vergehen 14 bis 21 Tage, so lange bleibt die Oberfläche feucht.
- Draußen säst du im April und Mai, die Vorkultur im Topf startet im März oder April.
- Vorgezogenes Leinkraut 'Licilia Red' kommt nach dem Abhärten nicht vor Mitte Mai ins Freiland.
- In der Reihe und zwischen den Reihen hältst du jeweils 20 cm Abstand.

Marokkanisches Leinkraut ist ein Lichtkeimer: Seine Samen brauchen Licht, um zu keimen. Wer sie wie größere Samen in eine Rille legt und mit Erde zudeckt, nimmt ihnen genau das. Ich säe Leinkraut deshalb obenauf, drücke die Samen nur an und halte die Oberfläche feucht, bis die KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. da sind. Danach folgen Anzucht, AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. und Auspflanzen, und für jeden Schritt zeige ich dir die Handgriffe, mit denen ich arbeite.
Marokkanisches Leinkraut kurz vorgestellt
Marokkanisches Leinkraut (Linaria maroccana) ist einjährig und nicht winterhart. Es wächst 40 bis 60 cm hoch und blüht von Juni bis August. Was Sommerblumen in Lebensdauer und Herkunft unterscheidet, zeigt das Kurzporträt im Überblick zu den Sommerblumen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger, vorzugsweise sandiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direkt am endgültigen Standort säen.
Pflege
- Pflege
Nach der Blüte zurückschneiden, wenn Selbstaussaat verhindert werden soll.
- Düngung
Für die Sorte Licilia Azure vor der Pflanzung Kompost oder granulierten Dünger einarbeiten; dies gilt für Garten- und Gefäßkultur.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Die Aussaatwerte auf einen Blick
Diese Werte brauchst du von der Saat bis zum Pflanzen. Angaben, die nur für eine bestimmte Sorte gelten, nenne ich im Text mit dem Sortennamen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Keimverhalten | Lichtkeimer |
| Saattiefe | etwa 0 bis 0,5 cm |
| Keimtemperatur | 15 bis 20 °C |
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage |
| Aussaatzeit | April bis Mai |
| Startmonate der Kultur | März bis April |
| Pflanzabstand in der Reihe | 20 cm |
| Reihenabstand | 20 cm |
| Wuchsbreite | 20 cm |
| Wuchshöhe | 40 bis 60 cm |
| Blütezeit | Juni bis August |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nicht winterhart |
Wann säst du Leinkraut: direkt ins Beet oder im Topf?
Draußen säst du Leinkraut im April und Mai, und zwar direkt an den Platz, an dem es blühen soll. Als Startmonate der Kultur gelten März und April. Diesen früheren Start nutze ich für die Vorkultur im Topf, einen Teil des Saatguts säe ich zusätzlich direkt ins Beet.
Die Direktsaat spart dir das Umsetzen, weil die Pflanzen von Anfang an am endgültigen Ort wachsen. Die Vorkultur liefert dir fertige Tuffs, die du gezielt setzen kannst, etwa in Lücken im Staudenbeet. Dafür musst du die Jungpflanzen abhärten und beim Auspflanzen auf die Nachttemperaturen achten. Wenn du deine Aussaaten über das Frühjahr verteilen willst, hilft dir der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Reste aus der Saatguttüte lagere ich kühl und trocken. Bei älterem Saatgut mache ich vor der Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt. auf feucht gehaltenem, nicht nassem Küchenpapier, das ich gegen Austrocknung abdecke. Weil Leinkraut ein Lichtkeimer ist, stelle ich die Probe dabei hell auf.
Wie tief säst du Leinkraut als Lichtkeimer?
Säe Leinkraut etwa 0 bis 0,5 cm tief. In der Praxis heißt das: Samen auf die Erde streuen, andrücken und höchstens dünn bedecken. Ich drücke die Saat mit einem flachen Brettchen an und siebe keine Erde darüber. Weil die Samen obenauf liegen und 14 bis 21 Tage bis zur Keimung brauchen, muss gerade die oberste Erdschicht über diese ganze Zeit feucht bleiben.
Lichtkeimer sind Samen, die zum Keimen Licht brauchen. Deshalb gehören sie an die Oberfläche oder knapp darunter, nicht in eine tiefe SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an..
Ist dein Saatgut sehr fein und nicht pilliert, mische es vor dem Säen mit etwas Sand. So lässt es sich dünner aussäen.
Direktsaat: So bereitest du das Saatbeet vor
Lockere den Boden, entferne unerwünschten Bewuchs und zieh die Fläche mit dem Rechen glatt. Das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. soll fein geharkt, unkrautfrei und gut durchlüftet sein. Ich säe in Reihen mit 20 cm Abstand, damit ich beim Jäten erkenne, wo die Saat liegt.
Für einen frühen Blühbeginn gießt du die Ansaat in Trockenzeiten während der Auflaufphase täglich. Ich nehme dafür eine Brause mit feinem Strahl, damit die obenauf liegenden Samen nicht weggeschwemmt werden. Die frisch eingesäte Fläche betrittst du möglichst nicht, damit die Poren im Boden erhalten bleiben.
Die Saat nach dem Ausstreuen mit dem Rechen einarbeiten. Beim Lichtkeimer Leinkraut landen die Samen dabei zu tief; drück sie stattdessen nur an.
Vorkultur: So ziehst du Leinkraut im Topf als Tuff vor
Nimm für die Vorkultur saubere Gefäße mit Wasserabzug und frische Aussaaterde. Das Substrat sollte nährstoffarm und gut durchlässig sein und beim Säen bereits feucht. Bei der Sorte ‘Licilia Red’ säst du mehrere Samen in einen Topf, damit daraus ein Tuff wird.
Stell die Töpfe an einen hellen Platz mit 15 bis 20 °C. Eine Folie über dem Gefäß hält die Feuchte. Lüfte sie bis zur Keimung täglich und nimm sie ab, sobald die Sämlinge da sind. Ich kontrolliere beim Lüften gleich mit, ob die Oberfläche noch feucht ist. Nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. brauchen die Sämlinge ausreichend Licht, denn Lichtmangel begünstigt lange, instabile Triebe.
sauberes Gefäß mit Abzugsloch · frische Aussaaterde mit einem Salzgehalt unter 0,5 g je Liter · Samen obenauf und angedrückt · Folie zum Abdecken · heller Platz bei 15 bis 20 °C
Pikieren oder im Tuff lassen?
Einen Tuff aus der Topfsaat lasse ich bis zum Auspflanzen beisammen. Hast du dagegen in eine Schale gesät, pikierst du, sobald nach den Keimblättern das erste Laubblatt sichtbar wird. Fass jeden Sämling dabei an den Keimblättern, ohne zu ziehen, und setz ihn mit gerader, nicht umgebogener Wurzel ein. Danach schließt du das Pflanzloch seitlich, gießt an und drückst die Erde leicht an.
Bei genug Platz pikierst du zunächst in 8-cm-Töpfe und setzt bei Bedarf später in größere Endtöpfe um. Die PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt.
Abhärten: So gewöhnst du die Jungpflanzen an draußen
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du vorgezogenes Leinkraut tagsüber an die Außentemperaturen. Stell die Töpfe bei mildem Wetter zuerst geschützt in den Schatten und später auch in die Sonne. Niedrigere Temperaturen und mehr Belüftung gehören ebenfalls zum Abhärten. Werden die Nächte kalt, holst du die Pflanzen wieder in den Schutz.
Für vorgezogenes Leinkraut der Sorte ‘Licilia Red’ ist Mitte Mai der früheste Termin fürs Freiland. Bei anderen Sorten lese ich vorher die Angaben auf der Saatguttüte.
Auspflanzen: Pflanzort vorbereiten und Leinkraut setzen
Leinkraut steht am besten sonnig in gut durchlässigem, mäßig nährstoffreichem Boden. Wie du den passenden Platz findest, welche Sorten es gibt und wie du Leinkraut im Garten pflegst und einsetzt, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Lockere den Boden am Pflanzort und entferne Unkraut. In bestehenden Zierbeeten arbeite ich mit dem Sauzahn, der den Boden lockert, ohne die Schichten zu wenden. Für die Sorte ‘Licilia Azure’ empfiehlt der Saatgutanbieter Select Seeds, vor der Pflanzung Kompost oder einen granulierten Dünger einzuarbeiten, im Beet wie im Gefäß.
Mit welchem Abstand setzt du Leinkraut?
Setz die Pflanzen mit 20 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen hältst du ebenfalls 20 cm ein. Einen Tuff aus der Vorkultur setze ich als Ganzes an eine Pflanzstelle. Wuchsbreite und Pflanzabstand sind gleich groß, deshalb schließt sich die Reihe, sobald die Pflanzen ausgewachsen sind.
Ich setze den Ballen so tief, wie er im Topf stand, drücke die Erde rundherum an und gieße gründlich an. Wie viele Pflanzen bei diesem Abstand auf deine Fläche passen, kannst du im Beetplaner für dein Gartenbeet durchspielen.
Die ersten Wochen im Beet: Eingewöhnung
Achte nach dem Pflanzen darauf, dass die Wurzelballen nicht austrocknen, solange die Pflanzen noch nicht eingewurzelt sind. Bei Hitze und Trockenheit gießt du das Beet durchdringend mit etwa 20 bis 25 l/m², verteilt auf mehrere Gießgänge. Eine tägliche Pauschalmenge ist das nicht.
Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden. Bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr lege ich sie nur dünn aus. Unkraut zwischen den jungen Pflanzen ziehe ich von Hand, solange die Reihen noch offen sind.
Leinkraut im Topf und Balkonkasten
Marokkanisches Leinkraut ist topfgeeignet und wird als Beet- und Balkonpflanze verwendet. Das Gefäß braucht am Boden mindestens ein Abzugsloch, und unter dem Gefäß muss Wasser abfließen können. Ein größeres Erdvolumen kann mehr Wasser bevorraten.
Bei torffreier Erde prüfst du den Gießbedarf im unteren Bereich des Substrats oder durch Anheben des Gefäßes. Welkt eine Pflanze im Topf, prüfst du vor dem nächsten Gießen die Feuchte, denn auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke verursachen. Wassergefüllte Untersetzer leere ich nach Regen aus.
Wie geht es nach dem Anwachsen weiter?
Nach der Blüte schneidest du Leinkraut zurück, wenn es sich nicht selbst aussäen soll. Überwintern lässt es sich nicht, weil es einjährig und nicht winterhart ist. Mehr zur Pflege im Jahreslauf steht im Ratgeber zum Leinkraut im Garten.
Bei Krankheiten und Schädlingen arbeite ich vorbeugend und von Hand: Schädlinge sammle ich ab, erkrankte Pflanzenteile schneide ich heraus. Werkzeug und Handschuhe reinige ich, bevor ich nach kranken Pflanzen an gesunde gehe. Wie du bei Sommerblumen vorbeugst und von Hand eingreifst, steht im Sommerblumen-Überblick im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.



