Wunderblumen kultivieren: Knollen vortreiben, überwintern und gesund halten
- Wuchshöhe je nach Sorte 25 bis 90 cm, Wuchsbreite 30 bis 50 cm.
- Knollen in Töpfen mit Wasserabzug vortreiben, hell stellen und feucht statt nass halten.
- Vorgetriebene Pflanzen abhärten und im Mai frostfrei auspflanzen.
- Abstand in der Reihe 20 bis 50 cm, Reihenabstand 20 bis 40 cm, keine Rankhilfe nötig.
- Im Herbst zurückschneiden, Knollen ausgraben und frostfrei, dunkel und trocken lagern.

Wunderblumen sind nicht winterhart, ihre Knollen lassen sich aber frostfrei über den Winter bringen. Holst du sie im Herbst aus dem Beet, kannst du sie im Frühjahr im Haus vortreiben und im Mai mit ersten Trieben auspflanzen. Ich hebe meine Knollen jeden Herbst aus und lege sie im Frühjahr wieder in Töpfe auf die hellste Fensterbank.
Botanisch ist die Wunderblume (Mirabilis jalapa) eine mehrjährige Knollenpflanze, die häufig einjährig gezogen wird. Hier geht es um das Vortreiben der Knollen, das Auspflanzen und die Überwinterung, dazu um Fehler, Krankheiten und Schädlinge, die dir unterwegs begegnen können.
Wunderblume kurz vorgestellt
Die Wunderblume blüht von Juli bis Oktober. Ihre duftenden Blüten öffnen sich am späten Nachmittag und schließen sich am nächsten Morgen. Herkunft, Nachtblüte, Sorten und Ideen fürs Beet stellt dir das ausführliche Porträt der Wunderblume als Gartenpflanze vor.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; vor kalten, austrocknenden Winden schützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Vor kalten, austrocknenden Winden schützen; vor dem Herausnehmen der Knollen im Herbst zurückschneiden.
- Düngung
Für gutes Wachstum gelegentlich düngen und mäßig mit Wasser versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Blumenrabatten und Beete.
Wie hoch wird die Wunderblume?
Die Wunderblume wird je nach Sorte 25 bis 90 cm hoch. Für einzelne Sorten gelten engere Spannen, die Tabelle stellt sie nebeneinander. In die Breite geht die Pflanze 30 bis 50 cm, und genau diese Breite bestimmt später den Abstand im Beet.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Wuchshöhe der Art | 25 bis 90 cm |
| Wuchshöhe einzelner Sorten | 50 bis 60 cm oder 60 bis 80 cm |
| Wuchsbreite | 30 bis 50 cm |
| Blütezeit | Juli bis Oktober |
Mit dieser Höhe passt sie in Beete und Rabatten ebenso wie in Gefäße auf der Terrasse. Wie du sie in Kübel, Balkonkasten und Hängekorb einplanst, zeigt der Balkon-Ratgeber.
Wie treibst du Wunderblumen-Knollen im Haus vor?
Vortreiben heißt: Die überwinterte Knolle bekommt im Haus Erde, Wasser und Licht und treibt schon vor dem Auspflanzen aus. So kommt im Mai eine Pflanze mit Trieben ins Beet und keine kahle Knolle, deren Austrieb du erst abwarten musst.
Knollen prüfen und eintopfen
Ich hole die Knollen aus dem Lager und drücke jede kurz mit dem Daumen an. Feste Knollen topfe ich ein, weiche oder faulige Stücke sortiere ich aus. Der Topf braucht einen Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Nimm dafür ein sauberes Gefäß und frische, gut durchlässige Erde.
Setze die Knolle so ein, dass die Seite mit den Resten der alten Triebe nach oben zeigt, und bedecke sie mit Erde. Danach gießt du an, bis die Erde bis zum Topfboden durchfeuchtet ist, und lässt überschüssiges Wasser ablaufen.
Licht, Wärme und Wasser bis zum Auspflanzen
Stell die Töpfe an den hellsten Platz, den du im Haus hast. Die Wunderblume ist eine Pflanze für volle Sonne, und junge Triebe können bei zu wenig Licht lang, instabil und hellgrün werden. Viel Wärme begünstigt bei Lichtmangel zusätzlich lange, weiche Triebe. Steht der Topf eher dunkel, rückst du ihn deshalb nicht noch an die Heizung.
Halte die Erde feucht, aber nicht nass. Ob Wasser fehlt, prüfst du mit dem Finger tiefer im Topf, denn torffreie Erde trocknet an der Oberfläche schnell ab.
Ich hebe jeden Topf kurz an, bevor ich gieße. Am Gewicht merke ich, ob die Erde unten noch feucht ist, und ein schwerer Topf bekommt an diesem Tag kein Wasser.
Ein Trieb hängt, und sofort kommt die Gießkanne. Prüfe zuerst die Erde, denn auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke verursachen.
Ohne Knollen: Start über Samen
Hast du keine Knollen, ziehst du Wunderblumen im März und April aus Samen vor. Wie du KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. und SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. triffst und wann die Jungpflanzen ins Freie dürfen, beschreibt der Ratgeber, wie du Wunderblumen durch Aussaat und Stecklinge vermehrst. Die Termine weiterer Sommerblumen hast du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Sommerblumen im Blick.
Wann und wie pflanzt du vorgetriebene Knollen aus?
Erst abhärten
Vorgetriebene Pflanzen gewöhnst du vor dem Umzug ins Beet schrittweise an draußen. Stell sie bei mildem Wetter zuerst geschützt in den Schatten und später auch in die Sonne. Werden die Nächte kalt, holst du sie wieder herein.
Pflanzzeit, Platz und Abstand
Ausgepflanzt wird im Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Wähle einen vollsonnigen Platz, der vor kalten, austrocknenden Winden geschützt ist. Setze den Ballen so tief, wie er im Topf stand, drücke die Erde rundum an und gieße gründlich an.
Eine Knolle, die du nicht vorgetrieben hast, legst du ebenfalls im Mai direkt ins Beet. Die Pflanztiefe liegt bei 10 cm.
Wunderblumen wachsen frei und brauchen keine Rankhilfe. In der Reihe hält jede Pflanze 20 bis 50 cm Abstand zur nächsten, der Reihenabstand liegt bei 20 bis 40 cm. Manche Sortenangaben nennen 50 cm zwischen den Reihen. Die Pflanze selbst wird 30 bis 50 cm breit.
Wie sich das auf deine Fläche verteilt, siehst du, wenn du das Beet mit dem digitalen Beetplaner aufteilst.
Schutz vor Spätfrost
Die Wunderblume ist nicht winterhart, und ein später Nachtfrost kann frisch gepflanzte Triebe schädigen. Ist nach dem Auspflanzen noch eine kalte Nacht angekündigt, legst du abends ein Vlies über die Pflanzen und nimmst es am nächsten Tag wieder ab. Wunderblumen in Töpfen stellst du für solche Nächte an einen geschützten Platz wie unter ein Vordach.
Typische Stolpersteine beim Anbau von Wunderblumen
Bevor ich bei schwachen Wunderblumen nach Schädlingen suche, prüfe ich Platz, Boden, Wasser und Dünger. Diese Punkte kannst du selbst beeinflussen.
Zu wenig Sonne, zu viel Wind
Die Wunderblume braucht volle Sonne und Schutz vor kalten, austrocknenden Winden. Im Schatten oder an zugigen Ecken kann sie schwächer wachsen und weniger blühen. Wie du den passenden Platz nach Licht, Boden und Lage am Haus auswählst, zeigt der Standort-Ratgeber.
Schwerer, nasser Boden
Gut passt ein mäßig nährstoffreicher, feuchter und gut durchlässiger Boden, ob Lehm, Sand oder Kalkboden. Ein hoher Tonanteil verringert die Durchlässigkeit und begünstigt Staunässe. Kompost kann solche Böden lockern.
Gießen nach Kalender statt nach Bedarf
Wunderblumen mögen feuchte, aber gut durchlässige Erde. Gieß nach Bedarf und prüfe vorher die Feuchte, statt einem festen Rhythmus zu folgen. Wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst, erklärt der Sommerblumen-Ratgeber.
Zu viel Dünger, zu dichter Stand
Gedüngt wird gelegentlich und ohne festen Rhythmus, dazu passt eine mäßige Wasserversorgung. Zu viel Stickstoff und ein enger Stand können Echten MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. fördern, ein sehr dichter Bestand außerdem GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten..
Zu früh draußen, zu lange im Boden
Kommen die Pflanzen vor dem Mai ins Beet, kann ein später Frost die Triebe treffen. Bleiben die Knollen im Winter im Boden, setzt du sie dem Frost aus, denn winterhart sind sie nicht.
Krankheiten und Schädlinge bei Wunderblumen
Beim Gießen schaue ich mir die Triebspitzen und die Blattunterseiten meiner Wunderblumen an. Die Probleme, auf die ich dabei achte, kennst du von vielen Beet- und Balkonpflanzen.
Woran du Befall erkennst
Ein Belag allein ist noch keine Diagnose, aber Lage und Beschaffenheit geben dir Hinweise. Echter Mehltau zeigt sich typischerweise als abwischbarer, weißlicher Belag auf der Blattoberseite. Grauschimmel bildet bei hoher Luftfeuchtigkeit einen grauen Belag auf faulenden Pflanzenteilen.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Handgriff |
|---|---|---|
| kleine Insekten an Triebspitzen und Knospen, klebrige Blätter | Blattläuse | bei schwachem Befall mit einem Wasserstrahl abspritzen |
| abwischbarer, weißlicher Belag auf der Blattoberseite | Echter Mehltau | befallene Blätter entfernen, für Luft im Bestand sorgen |
| grauer Belag auf faulenden Blättern oder Blüten | Grauschimmel | faulende Teile entfernen |
| helle Sprenkel auf den Blättern, feine Gespinste | SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. | befallene Blätter entfernen, Pflanze weiter beobachten |
Pflanzenschutz bei Wunderblumen: vorbeugen
Ausreichender Abstand, gute Belichtung und Durchlüftung sowie Zurückhaltung beim Stickstoff unterstützen die Vorbeugung gegen Echten Mehltau. Weil eine Wunderblume 30 bis 50 cm in die Breite geht, planst du den Abstand nach ihrer Größe im Sommer und nicht nach dem kleinen Ballen beim Pflanzen.
Ich gieße bodennah, damit das Wasser an die Wurzeln kommt und das Laub trocken bleibt. Vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können zu Befallsstellen für Grauschimmel werden, deshalb schneide ich sie ab. Welke Blüten auszupfen und hohe Pflanzen an windigen Plätzen stützen gehört ebenfalls dazu. Wann im Jahr welcher Handgriff ansteht, zeigt der Pflegeplan für Wunderblumen durch die Jahreszeiten.
NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei., die Blattläuse dezimieren, siedeln sich eher an, wenn sie im Garten Verstecke und Überwinterungsplätze finden. Die Wunderblume selbst gilt als nützlingsfreundlich.
Wenn doch Befall auftritt
Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig ein kräftiger Wasserstrahl. Befallene und faulende Teile schneidest du ab, ich entsorge sie im Hausmüll und nicht auf dem Kompost. Werkzeug und Handschuhe reinigst du danach, bevor du an gesunden Pflanzen weiterarbeitest.
Zu Chemie greifst du nur als letztes Mittel. Dann kommt ausschließlich ein für Haus- und Kleingarten zugelassenes Mittel infrage, angewendet genau nach Gebrauchsanweisung und mit Schutzkleidung. Halte die angegebene Wartezeit ein und entsorge Reste so, wie es auf der Packung steht. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.
Wie bringst du die Knollen aus dem Beet durch den Winter?
Winterhart ist die Wunderblume nicht. Ihre Knollen lassen sich aber frostfrei überwintern, und dafür holst du sie im Herbst aus dem Beet.
Wann die Knollen aus dem Boden kommen
Die Blüte reicht bis in den Oktober. Ich grabe die Knollen aus, wenn die Blüte nachlässt und die ersten Fröste angekündigt sind. Vorher schneidest du die Triebe zurück.
Für britische Gärten nennt die Royal Horticultural Society (RHS) eine trockene Mulchdecke gegen übermäßige Winternässe, wenn Knollen im Boden bleiben. Winterhart wird die Pflanze dadurch nicht, deshalb hole ich meine Knollen heraus.
Ausgraben und abtrocknen
Lockere die Erde rund um die Pflanze mit einer Grabegabel und hebe die Knolle von unten an, damit du sie nicht ansticht. Schüttle die lose Erde ab und lass die Knollen an einem trockenen, luftigen Ort liegen, bis ihre Oberfläche abgetrocknet ist. Danach entfernst du vertrocknete Triebreste und sortierst beschädigte oder faulige Knollen aus.
Lagern und kontrollieren
Gelagert wird frostfrei, dunkel und trocken, ein frostfreier Keller eignet sich dafür. Ich lege die Knollen in eine Kiste mit trockenem Sand, sodass sie sich nicht berühren. Im Lager prüfst du sie auf weiche oder faulige Stellen und nimmst befallene Knollen sofort heraus.
Ich beschrifte jede Kiste mit dem Beetplatz und der Blütenfarbe der Mutterpflanze. Beim Eintopfen im Frühjahr weiß ich dann, welche Knolle wohin gehört.
Und Wunderblumen im Kübel?
In frei stehenden Gefäßen friert der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. schneller durch als im Gartenboden. Da die Wunderblume nicht winterhart ist, bringst du Kübel früher in Sicherheit als die Knollen im Beet. Wie du Wunderblumen in Topf und Kübel pflanzt, gießt und überwinterst, beschreibt der Topf-Ratgeber.
Wichtige Punkte zur Fehlervermeidung
Die Liste folgt dem Lauf der Kultur vom Eintopfen bis zum Einlagern. Ich gehe sie jede Saison einmal durch, bevor ich die ersten Knollen aus der Kiste hole.
- Nur feste, gesunde Knollen eintopfen und Töpfe mit Wasserabzug nehmen.
- Am hellsten Platz vortreiben und bei wenig Licht nicht zusätzlich warm stellen.
- Die Erde feucht, aber nicht nass halten und vor dem Gießen die Feuchte prüfen.
- AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten., im Mai auspflanzen und in kalten Nächten schützen.
- Einen vollsonnigen, windgeschützten Platz mit durchlässigem Boden wählen.
- Den Abstand nach der Wuchsbreite planen, nicht nach dem Ballen.
- Gelegentlich düngen und Stickstoff nicht übertreiben.
- Befallenes entfernen und Werkzeug danach reinigen.
- Vor dem Frost zurückschneiden, Knollen ausgraben und frostfrei lagern.


