Blumen · Stauden & Ziergräser · Probleme

Witwenblumen: Mehltau, Wurzelfäule und Schädlinge erkennen und bekämpfen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion

Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Witwenblumen gehören zur Gattung Knautia, Skabiosen zur eigenen Gattung Scabiosa.
  • Echter Mehltau zeigt sich als weißer, abwischbarer Belag vor allem auf der Blattoberseite.
  • Trockenes Wetter ist keine Entwarnung: Für die Keimung der Mehltaupilze können schon 70 % relative Luftfeuchte reichen.
  • Befallene Blätter abpflücken, kranke Triebe bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden und über Haus- oder Biomüll entsorgen.
  • Welke trotz feuchter Erde und braune, faule Wurzeln deuten auf Wurzelfäule durch Staunässe hin.
  • Schwachen Blattlausbefall spritzt du mit Wasser ab, Schnecken sammelst du in der Dämmerung ab.
Blattschaden als Hinweis auf einen Schädlings- oder Krankheitsbefall
Foto: Nothing Ahead · Pexels License · Quelle ↗

Ein weißer Belag auf den Blättern, mitten in einem trockenen Sommer: An Witwenblumen kann das Echter Mehltau sein. Trockenes Wetter schützt nicht davor. Wer den Belag früh bemerkt, kann befallene Blätter entfernen, solange es nur einzelne Flecken sind. Ich schaue mir meine Witwenblumen im Sommer deshalb genau an: Blattoberseiten, Blattunterseiten, Triebspitzen und verblühte Köpfe.

Hier findest du die Krankheiten und Schädlinge, die an Witwenblumen auftreten können, jeweils mit Schadbild, Ursache und erstem Handgriff. Vorher lohnt ein kurzer Blick auf den Namen, denn Witwenblumen und Skabiosen sind zwei verschiedene Gattungen.

Witwenblume oder Skabiose: Welche Pflanze steht in deinem Beet?

Witwenblumen gehören zur Gattung Knautia. Skabiosen bilden mit Scabiosa eine eigene, botanisch getrennte Gattung. Die Wiesen-Witwenblume Knautia arvensis blüht blauviolett, Knautia macedonica rot bis dunkelrot. Ihre Sorte ‚Red Knight‘ trägt rubinrote Blüten. Die Sorte ‚Butterfly Blue‘ ist dagegen keine Witwenblume, sondern eine Tauben-Skabiose, Scabiosa columbaria.

Die Unterscheidung hilft dir, Angaben zu Standort und Krankheiten der richtigen Pflanze zuzuordnen.

Mythos-Check

„Witwenblumen heißen botanisch Scabiosa.“ Das stimmt nicht: Witwenblumen sind Knautia, Skabiosen sind Scabiosa. Ein Merkmal hilft beim Unterscheiden: Bei der Wiesen-Witwenblume ist die Blütenkrone vierzipflig, Skabiosen haben fünf Kronzipfel. Eine volkstümliche Deutung verbindet sogar den Namen Witwenblume mit diesen vier Zipfeln.

Was steckt hinter dem Schadbild?

Die Tabelle ordnet typische Anzeichen einem möglichen Auslöser und einem ersten Handgriff zu. Sie ersetzt keine Diagnose, sie zeigt dir, wo du genauer hinschauen solltest.

Was du siehst Was dahinterstecken kann Erster Handgriff
Weißer, abwischbarer Belag, vor allem auf der Blattoberseite Echter Mehltau Befallene Blätter abpflücken, kranke Triebe bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden
Nicht abwischbarer, weißlicher bis grauvioletter Belag unterseits, oben gelbe bis braune Flecken Falscher Mehltau Befallene Blätter entfernen, beim Gießen das Laub trocken lassen
Grauer Pilzbelag auf braun werdenden Blüten oder abgestorbenem Laub Grauschimmel Befallenes sorgfältig ausputzen, auch abgefallene Blütenblätter
Pflanze welkt, Wurzeln braun, faul oder vermorscht Wurzelfäule, begünstigt durch Staunässe Bodenfeuchte prüfen, Nässe abstellen
Kolonien an Triebspitzen, gekräuselte und klebrige Blätter Blattläuse Schwachen Befall mit dem Wasserstrahl abspritzen
Punktartige, weißlich gelbe Sprenkel, feine Gespinste unterseits Spinnmilben Blattunterseiten absuchen, stark befallene Blätter entfernen
Silbrig graue Flecken, helle Streifen auf Blütenblättern Thripse Befallene Blüten und Triebspitzen ausschneiden
Weiß gepuderte Insekten auf der Blattunterseite, Honigtau Weiße Fliege Stark besetzte Blätter abnehmen
Fraßstellen und Schleimspuren Schnecken In der Dämmerung absammeln

Nicht jedes Symptom lässt sich mit bloßem Auge zuordnen. Pilzliche und bakterielle Blattflecken an Stauden können sich so ähneln, dass erst eine Laboruntersuchung die Ursache klärt. Bei Verdacht auf ein Virus hilft die Pflanzenschutzdienststelle weiter, denn chemische Mittel können Viruskrankheiten nicht bekämpfen. Auch ein Nährstoffmangel sieht manchmal aus wie eine Krankheit: Vergilben vor allem ältere Blätter zwischen zunächst grün bleibenden Adern, kann das auf Magnesiummangel hindeuten.

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Echter Mehltau: Woran erkennst du ihn an Witwenblumen?

So sieht der Belag aus

Echter Mehltau beginnt häufig mit kleinen weißen Flecken auf den Blättern. Daraus kann sich ein mehlartiger Belag entwickeln, der vor allem auf der Blattoberseite sitzt. Ich mache bei jedem verdächtigen Fleck den Wischtest: Lässt sich der weißliche Belag mit dem Finger abwischen, spricht das für Echten Mehltau.

Falscher Mehltau sieht anders aus. Er bildet häufig einen weißlichen bis grauvioletten Belag auf der Blattunterseite, der sich nicht abwischen lässt. Auf der Oberseite erscheinen dazu gelbe bis braune Flecken. Beschrieben ist er unter anderem an Akeleien, Mädchenaugen und Glockenblumen. Wie du Glockenblumen gegen Rost und Falschen Mehltau gesund hältst, zeigt der Ratgeber dazu.

Warum trockenes Wetter keine Entwarnung ist

Beim Echten Mehltau ist Trockenheit kein Schutz. Die Pilze sind für ihre Keimung nicht auf Regen angewiesen.

Zahl im Blick

Für die Keimung Echter Mehltaupilze können bereits 70 % relative Luftfeuchte ausreichen. Ein trockener Sommer schließt einen Befall anfälliger Stauden deshalb nicht aus.

Für Witwenblumen hat das eine praktische Folge. Knautia macedonica eignet sich für sonnige, trockene Standorte, und die Sorte ‚Red Knight‘ gilt als trockenheitstolerant. Gleichzeitig kann dem Mehltau zur Keimung schon die Luftfeuchte genügen. Der trockene Platz, an dem Witwenblumen gut stehen, hält den Pilz also nicht verlässlich fern.

Wie anfällig Witwenblumen sein können, zeigt ein Gewächshausversuch. Dort musste die Frühjahrskultur von Knautia macedonica ‚Thunder & Lightning‘ wegen starken Echten Mehltaus entfernt werden.

Was den Befall begünstigt

Ausreichender Abstand, gute Belichtung und Durchlüftung lassen die Pflanzen schneller abtrocknen und gehören deshalb zur Vorbeugung. Stehen Witwenblumen eng und schattig zwischen hohen Nachbarn, fehlt genau das. Auch die Düngung spielt mit: Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Übermäßige Stickstoffgaben vermeide ich bei Witwenblumen deshalb.

Tipp

Halte bei Knautia macedonica den Pflanzabstand deiner Saatgutangabe ein. Das Anzuchtprofil von Thompson & Morgan nennt 40 cm, ein anderes Saatgutsortiment 50 cm. In der Staudenmischung ‚Farbenspiel‘ sind vier Pflanzen je 10 m² Gesamtfläche vorgesehen. Wie viel Platz das ergibt, kannst du im Beetplaner für deine Fläche durchspielen.

Indianernesseln gehören zu den besonders mehltauanfälligen Stauden, und auch dort begünstigt trocken-warme Witterung den Erreger. Wer sie ebenfalls im Garten hat, findet im Ratgeber, wie du Mehltau an der Indianernessel erkennst und eindämmst.

Was du bei Befall tust

Bei beginnendem Befall pflückst du die erkrankten Blätter ab. Befallene Triebe schneidest du bis ins gesunde Gewebe zurück. Das kann die Ausbreitung bremsen, vor einem neuen Befall schützt es nicht. Die Schere wische ich danach ab, damit ich keine Erreger ins nächste Beet trage.

Häufiger Fehler

Mehltaublätter landen auf dem Gartenkompost. Dort entstehen möglicherweise keine Temperaturen, die die Erreger abtöten. Befallene Pflanzenteile gehören deshalb in den Haus- oder Biomüll.

Danach änderst du die Bedingungen. Gieße morgens direkt an den Wurzeln, ohne die Blätter zu benetzen, dann trocknet das Laub schneller ab. Lichte zu dicht stehende Nachbarn aus, damit Luft und Licht an die Witwenblumen kommen.

Jetzt dran

Im Herbst nimmst du pilzbefallene Blätter aus dem Beet. Gesundes altes Staudenlaub darf dagegen bis April oder Mai stehen bleiben.

Grauschimmel: Was bedeutet grauer Belag an welken Blüten?

Grauschimmel, auch Botrytis genannt, ist an Stauden wie Nelken, Vergissmeinnicht und Pfingstrosen beschrieben. An Nelken werden die Blütenblätter braun und tragen einen grauen Pilzbelag. Beim Vergissmeinnicht überzieht ein grauer Sporenrasen abgestorbenes älteres Laub. An Pfingstrosen können kurz nach dem Austrieb einzelne Triebe welken und umfallen, am Stängelgrund zeigt sich dann Nassfäule.

An meinen Witwenblumen schaue ich deshalb an dieselben Stellen: verblühte Köpfe, welkende Triebe und altes Laub am Boden. Vom Echten Mehltau unterscheidet sich Grauschimmel durch Farbe und Ort. Mehltau ist weiß und lässt sich vor allem auf der Blattoberseite abwischen. Grauschimmel bildet einen grauen Belag, etwa auf braunen Blütenblättern oder abgestorbenem Laub.

Vorbeugen lässt sich mit guter Luftzirkulation und indem du befallene Pflanzenreste entfernst. Erkrankte Triebe, Blätter, Knospen und abgefallene Blütenblätter nimmst du sorgfältig heraus und entsorgst sie wie beim Mehltau. Wie Grauschimmel und Falscher Mehltau beim Vergissmeinnicht aussehen und wie du sie dort eindämmst, zeigt der Ratgeber dazu.

Wurzelfäule: Warum welkt die Witwenblume trotz feuchter Erde?

Wenn eine Witwenblume kümmert oder welkt, obwohl die Erde feucht ist, lohnt der Blick unter die Oberfläche. Braune, faule oder vermorschte Wurzeln sind ein Hinweis auf eine Wurzelkrankheit. Ich lockere dafür mit der Grabgabel vorsichtig den Rand des Ballens und schaue mir die äußeren Wurzeln an.

Hält Staunässe länger an, fehlt den Wurzeln Sauerstoff, und Wurzel- und Stammgrundfäulen werden begünstigt. Auch welkende Staudentriebe können auf Fäulen am Stängelgrund zurückgehen. Deren Erreger finden bei anhaltender Bodenfeuchte und schlechter Bodendurchlüftung günstige Bedingungen.

Für Knautia macedonica sind gut durchlässige Böden mit trockenen bis frischen Verhältnissen angegeben. Ein schwerer, nasser Boden passt also nicht zu ihr und schafft zugleich die Bedingungen, unter denen Fäulen entstehen.

Nicht jede Welke ist Fäule. Im Topf können Pflanzen auch bei Hitze schlapp werden. Prüfe deshalb vor dem nächsten Gießen die Feuchte im unteren Substratbereich, denn eine trockene Oberfläche kann Nässe darunter verdecken. Welkekrankheiten durch Fusarium sind etwa an Schleifenblumen dokumentiert, mehr dazu findest du bei Fusarium und anderen Problemen an der Schleifenblume.

So gehst du bei Wurzelfäule vor

Ist der Wurzelballen weitgehend faul, nimmst du die Pflanze heraus und entsorgst sie über Haus- oder Biomüll. Bevor an dieselbe Stelle eine neue Witwenblume kommt, beseitigst du die Ursache. Bei Staunässe lockerst du auch tiefer liegende Verdichtungen. Auf tonigen Böden arbeite ich mineralisches Material wie Splitt ein, damit der Boden durchlässiger wird.

Für Ersatz nimmst du nur gesundes Saat- und Pflanzgut. ‚Red Knight‘ wird von März bis Mai vorgezogen und ab dem Sommer verpflanzt. Den passenden Termin findest du auch im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser.

Im Topf, etwa mit der als Topfpflanze geeigneten ‚Midget Mauves‘, sind freie Ablauflöcher Pflicht. Stehendes Wasser kann sonst Wurzelfäulnis begünstigen. Draußen überwinternde Töpfe stellst du ohne Untersetzer auf, damit sich kein Wasser staut.

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Schädlinge an Witwenblumen: Wer saugt und wer frisst?

Fünf Gruppen solltest du an Witwenblumen erkennen können: Blattläuse, Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliegen und Schnecken. Bei der Tauben-Skabiose ‚Butterfly Blue‘ gelten Blattläuse und Milben als mögliche kleinere Probleme.

Marias Erfahrung

Bei Verdacht nehme ich eine Lupe mit ins Beet und drehe einige Blätter um. Spinnmilben und Weiße Fliegen sitzen an den Blattunterseiten, also dort, wo der Blick beim Vorbeigehen nicht hinfällt.

Blattläuse

Blattläuse sitzen häufig in Kolonien an Triebspitzen und Blattunterseiten. Befallene Blätter können sich kräuseln und kleben, weil die Läuse Honigtau ausscheiden. Auf diesem Honigtau können sich Rußtaupilze ansiedeln.

Bei schwachem Befall reicht es meist, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Ich halte dabei eine Hand hinter den Trieb, damit er nicht abknickt. Bleiben Kolonien an einzelnen Spitzen sitzen, schneide ich diese Spitzen heraus. Schmierseife wird als Hausmittel gegen Blattläuse oft genannt, ihr wird nachgesagt, die weichhäutigen Tiere zu schwächen. Ich setze zuerst auf Wasser und Kontrolle.

Spinnmilben

Erwachsene Spinnmilben sind nur etwa 0,5 bis 0,7 mm groß. Du erkennst sie eher an ihren Spuren: punktartige, weißlich gelbe Sprenkel auf den Blättern und feine Gespinste. Später können sich die Blätter bronzefarben verfärben. Die Milben sitzen überwiegend an der Blattunterseite, dort suchst du bei Verdacht zuerst.

Im Freiland werden Spinnmilben besonders in trockenen, warmen Sommerperioden zum Problem. ‚Red Knight‘ ist für sonnige Standorte angegeben und gilt als trockenheitstolerant. Wer Witwenblumen standortgerecht pflanzt, setzt sie also an Plätze, an denen Spinnmilben in heißen, trockenen Sommern gute Bedingungen finden.

Stark gesprenkelte Blätter schneide ich ab und entsorge sie im Hausmüll. Rapsöl wird als Hausmittel gegen Spinnmilben genannt. Kontrolliere den Befall weiter, statt dich auf Rapsöl zu verlassen.

Thripse

Thripse verursachen silbrig graue Flecken auf den Blättern, teils mit kleinen Kotspuren. Junge Blätter können sich verformen. Auf den Blütenblättern zeigen sich aufgehellte Streifen, und die Blüten können sich verfärben und verformen. Ich schaue mir bei Witwenblumen deshalb nicht nur das Laub, sondern auch die Blütenköpfe genau an. Befallene Blüten und verformte Triebspitzen schneide ich heraus.

Weiße Fliegen

Erwachsene Weiße Fliegen tragen einen weißen Wachspuder und sitzen an den Blattunterseiten. Wie Blattläuse scheiden sie Honigtau aus, auf dem sich Rußtau bilden kann. Stark besetzte Blätter nehme ich ab und kontrolliere danach die Unterseiten der Nachbarblätter.

Schnecken

Schnecken verraten sich durch Fraßstellen an den Blättern und durch Schleimspuren. Ich sammle sie in der Dämmerung ab, bei feuchter Witterung auch am frühen Morgen. Ein Schneckenzaun hilft, verlass dich aber nicht allein darauf: Er schützt das Beet nur zuverlässig, wenn du innerhalb der Umzäunung weiter absammelst. Kaffeesatz wird nachgesagt, Schnecken durch seine raue Struktur abzuhalten. Kaffeesatz ersetzt das Absammeln nicht.

Achtung

Weinbergschnecken stehen unter Schutz und dürfen nicht gezielt bekämpft werden. Lass sie beim Absammeln sitzen.

Vorbeugen, Pflege und Mittel: kurz eingeordnet

Im Staudenbeet gilt beim Pflanzenschutz eine feste Reihenfolge: erst vorbeugen, dann kontrollieren, dann mechanisch eingreifen. Für Witwenblumen heißt Vorbeugen vor allem ein sonniger Platz, durchlässiger Boden, genug Abstand und keine übermäßigen Stickstoffgaben. Die ganze Stufenfolge beschreibt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen bei Stauden.

Hausmittel wie Schmierseife, Rapsöl oder Pflanzenjauchen ordne ich als Versuch ein, nicht als sichere Lösung. Insekten finden Unterschlupf, wenn ein Teil der dürren Staudenstängel stehen bleibt; kranke Pflanzenteile gehören aber nicht dazu.

Im Herbst wird ‚Red Knight‘ zurückgeschnitten. Wann Stauden im Jahreslauf geschnitten, geschützt und gemulcht werden, steht im Stauden-Ratgeber bei der Pflege im Jahreslauf.

Chemie ist bei Witwenblumen nur die letzte Stufe, und dann nur mit einem für Haus- und Kleingarten zugelassenen Mittel. Es gelten Gebrauchsanweisung, Schutzkleidung, Wartezeit und eine fachgerechte Entsorgung der Reste. Solche Mittel können auch Blütenbesucher treffen, an Witwenblumen etwa die Knautien-Sandbiene, die dort Pollen für ihren Nachwuchs sammelt.

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Aus der Praxis: Vier Fälle und wie ich vorgehe

Mehltau nach der ersten Blüte

Mitten in der Saison zeigt sich auf den Blättern ein weißer, abwischbarer Belag, und der erste Flor ist vorbei. Ich pflücke dann die befallenen Blätter ab und schneide kranke Triebe bis ins gesunde Gewebe zurück. Bei ‚Red Knight‘ kann ein leichter Rückschnitt nach der ersten Blüte einen zweiten Flor fördern. Fällt der Befall in diese Zeit, kann ein Schnitt also beides leisten. Danach gieße ich nur morgens an der Wurzel und lichte zu dichte Nachbarn aus.

Erste Blattläuse an frisch gepflanzten Witwenblumen

An den Triebspitzen junger Pflanzen sitzen erste Kolonien, die Blätter beginnen zu kleben. Ich spritze die Läuse mit einem Wasserstrahl ab und stütze den Trieb dabei mit der Hand. Danach schaue ich mir Triebspitzen und Blattunterseiten erneut an. Sitzen dort weiter Kolonien, schneide ich die befallenen Spitzen heraus, statt zu einem Mittel zu greifen.

Schnecken an den jungen Blättern

Im Frühjahr sind junge Blätter angefressen, auf dem Boden glänzen Schleimspuren. Ich gehe dann in der Dämmerung mit Eimer und Taschenlampe durchs Beet und sammle ab. Wo ein Schneckenzaun steht, sammle ich auch innerhalb weiter. Weinbergschnecken bleiben dabei sitzen.

Witwenblume im Topf hängt schlapp

Eine ‚Midget Mauves‘ im Topf lässt an einem heißen Tag die Triebe hängen. Ich gieße nicht sofort, sondern prüfe zuerst die Feuchte im unteren Substratbereich. Ist die Erde unten nass, kann das eher auf ein Wurzelproblem durch Dauernässe hindeuten als auf Durst. Dann kontrolliere ich die Ablauflöcher und schaue mir die Wurzeln an: Braune, faule Wurzeln sprechen für Wurzelfäule.

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Häufige Fragen

Was sind die typischen Anzeichen von Mehltau bei Witwenblumen?
Echter Mehltau beginnt häufig mit kleinen weißen Flecken, die sich zu einem mehlartigen Belag ausweiten können. Typisch ist, dass sich der weißliche Belag vor allem auf der Blattoberseite mit dem Finger abwischen lässt. Sitzt dagegen ein nicht abwischbarer, weißlicher bis grauvioletter Belag auf der Blattunterseite und zeigen sich oben gelbe bis braune Flecken, spricht das eher für Falschen Mehltau.
Welche Krankheiten treten bei Witwenblumen auf?
Echter Mehltau kann Witwenblumen stark treffen: In einem Gewächshausversuch musste die Frühjahrskultur von Knautia macedonica ‚Thunder & Lightning‘ wegen starken Befalls entfernt werden. Bei länger anhaltender Staunässe können Wurzel- und Stängelgrundfäulen auftreten, weil den Wurzeln Sauerstoff fehlt. Grauschimmel zeigt sich an Stauden als grauer Pilzbelag, etwa auf braun werdenden Blütenblättern oder abgestorbenem Laub.
Wie erkennt man Schädlinge an Witwenblumen früh genug?
Schau dir Triebspitzen und Blattunterseiten genau an, denn dort sitzen Blattläuse, Spinnmilben und Weiße Fliegen häufig. Blattläuse bilden Kolonien und hinterlassen klebrigen Honigtau, Spinnmilben verraten sich durch punktartige, weißlich gelbe Sprenkel und feine Gespinste. Thripse verursachen silbrig graue Blattflecken und aufgehellte Streifen auf den Blütenblättern, Weiße Fliegen tragen einen weißen Wachspuder.
Welche Rolle spielt die richtige Standortwahl für die Gesundheit von Witwenblumen?
Der Standort entscheidet mit darüber, welche Probleme auftreten. Knautia macedonica braucht gut durchlässigen Boden mit trockenen bis frischen Verhältnissen, denn länger anhaltende Staunässe nimmt den Wurzeln den Sauerstoff und begünstigt Fäulen. Gegen Echten Mehltau senken ausreichende Pflanzabstände, viel Licht und eine ausgewogene Nährstoffversorgung das Risiko.
In welcher Jahreszeit treten Spinnmilben an Witwenblumen vermehrt auf?
Spinnmilben werden im Freiland besonders in trockenen, warmen Sommerperioden zum Problem. Die Wiesen-Witwenblume bevorzugt trockene, sonnige Standorte und steht damit genau unter solchen Bedingungen. Die erwachsenen Milben sind nur etwa 0,5 bis 0,7 mm groß, deshalb suchst du die Blattunterseiten nach weißlich gelben Sprenkeln und feinen Gespinsten ab.
Wie unterscheidet man Grauschimmel von anderen Pilzkrankheiten an Witwenblumen?
Echter Mehltau bildet einen weißen, abwischbaren Belag, vor allem auf der Blattoberseite. Grauschimmel zeigt sich dagegen als grauer Pilzbelag oder Sporenrasen, etwa auf braun werdenden Blütenblättern oder abgestorbenem älterem Laub. Wurzelfäule erkennst du nicht an einem Belag, sondern an welkenden Pflanzen mit braunen, faulen oder vermorschten Wurzeln.
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