Lampionblumen im Naturgarten: Was sie Insekten wirklich bieten
- Für Honigbienen bieten Lampionblumen nur ein geringes Nektar- und Pollenangebot.
- Der orange Lampion ist der zur Fruchtreife vergrößerte Kelch, die Blüte selbst ist weißlich.
- Physalis alkekengi blüht von August bis Oktober und wird 60 bis 100 cm hoch.
- Astern und ungefüllte Dahlien ergänzen das Bienenfutter im Spätsommer und Herbst.
- Stehen gelassene dürre Stängel können Insekten Unterschlupf bieten.
- Die Lampionblume gilt als verwilderungsfähig und braucht im Garten eine feste Fläche.

Viele pflanzen die Lampionblume in den Naturgarten, weil ihre orangen Laternen im Herbst leuchten. Als BienenweideAls Bienenweide bezeichnet man Blütenpflanzen, die Honig- und Wildbienen reichlich Nektar und Pollen bieten. Auch eine Fläche, die mit solchen Pflanzen bepflanzt oder eingesät ist, heißt Bienenweide. taugt sie allerdings wenig: Für Honigbienen ist ihr Angebot an Nektar und Pollen gering. Ich setze sie deshalb nie allein, sondern immer zwischen Stauden, die im Spätsommer und Herbst Bienen versorgen. Was sie dem Naturgarten bringt, hängt vor allem davon ab, wie du sie kombinierst und was du über Winter stehen lässt.
Gemeint ist Physalis alkekengi, die auch Blasenkirsche heißt. Die mehrjährige Staude wird 60 bis 100 cm hoch. In der Breite nimmt sie 30 bis 50 cm ein.
Wie viel Nektar und Pollen bietet die Lampionblume?
Die Lampionblume blüht von August bis Oktober. Ihre Blüten sind weißlich und unscheinbar, und für Honigbienen halten sie nur ein geringes Angebot an Nektar und Pollen bereit. Als Futterpflanze für Bestäuber ist sie damit eine Ergänzung, keine Grundlage. Wer ein Beet vor allem für Bienen anlegt, plant sie als Strukturpflanze ein und überlässt das Futter anderen Arten.
Das auffällige Orange gehört nicht zur Blüte. Der Lampion ist der Kelch, der sich zur Fruchtreife vergrößert und die Beere umschließt. Er wächst also erst heran, wenn aus der Blüte eine Frucht wird. Wer Insekten an der Lampionblume beobachten will, schaut deshalb auf die kleinen weißlichen Blüten und nicht auf die Laternen.
„Die leuchtenden Lampions locken Bienen an.“ Die orangen Hüllen sind vergrößerte Kelche um die reifende Beere und keine Blüten. Für Bienen zählt die weißliche Blüte, und deren Angebot an Nektar und Pollen fällt für Honigbienen gering aus.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; kann ohne angemessene Kontrolle lästig werden.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Beete und Rabatten sowie Bauerngärten, Stadt- und Hofgärten.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst eintopfen und leicht schattig im Frühbeet halten, bis sie gut etabliert sind.
- Düngung
Lampionblumen im Kübel von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Blumenrabatten und Beete.
Wo passt die Lampionblume im Naturgarten hin?
Im Garten steht die Lampionblume sonnig bis halbschattig. Sie mag einen gut durchlässigen, frischen Boden. Sie wächst auf sauren, neutralen und alkalischen Böden, solange sie gut durchlässig sind.
Wo die Art von Natur aus wächst, zeigen ihre ökologischen ZeigerwerteZeigerwerte sind Kennzahlen, die angeben, unter welchen Standortbedingungen eine Pflanzenart in der Natur bevorzugt vorkommt, etwa bei Licht, Feuchte, Bodenreaktion oder Stickstoff. Umgekehrt kannst du aus wild wachsenden Pflanzen so auf die Bedingungen am Standort schließen. nach Ellenberg. Sie beschreiben die Bedingungen, unter denen eine Pflanze in der Natur vorkommt. Eine Grenze dessen, was sie im Garten verträgt, ziehen sie nicht.
| Zeigerwert nach Ellenberg | Wert | Skala |
|---|---|---|
| Licht | 5 | 1 Tiefschatten bis 9 Volllicht |
| Feuchte | 6 | 1 TrockenheitszeigerTrockenheitszeiger sind Wildpflanzen, die vor allem auf trockenem Boden wachsen. Kommen sie an einer Stelle im Garten gehäuft vor, ist das ein Hinweis darauf, dass der Boden dort eher trocken ist. bis 9 NässezeigerNässezeiger sind Pflanzen, deren gehäuftes Vorkommen einen sehr nassen Boden anzeigt, oft mit Staunässe. Typische Beispiele sind Ackerminze, Huflattich und Kriechender Hahnenfuß. |
| Reaktion (Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht.) | 8 | 1 stark sauer bis 9 basisch, kalkreich |
| Stickstoff | 7 | 1 stickstoffärmst bis 9 übermäßig stickstoffreich |
| Temperatur | 7 | 1 kühl, alpin bis 9 warm, mediterran |
Zusammen beschreiben die Werte eine Pflanze halbschattiger, frischer und eher warmer Plätze mit kalk- und stickstoffreichem Boden. Für den Naturgarten heißt das: Ein frischer, nährstoffreicher Beetrand liegt näher an ihren natürlichen Bedingungen als ein mageres Kiesbeet. Welchen Platz sie für Blüte und Früchte braucht, liest du im Ratgeber zu Licht, Boden und Platz für die Lampionblume.
Welche Partner schließen die Futterlücke?
Weil die Lampionblume selbst wenig Nektar und Pollen liefert, kommt es auf ihre Nachbarn an. Astern und ungefüllte Dahlien ergänzen im Spätsommer und Herbst das Nahrungsangebot für Bienen. Sie blühen damit in derselben Zeit wie die Lampionblume und liefern, was ihr fehlt. Ebenso wichtig ist der Standort: Pflanzgemeinschaften bleiben stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchte, Nährstoffe und Licht haben.
| Partner | Blütezeit | Standort | Für Insekten |
|---|---|---|---|
| Myrten-Aster ‘Pink Star’ | September und Oktober | sonnig, frischer Boden | Astern ergänzen das Bienenfutter im Spätsommer und Herbst |
| Indianernessel (Monarda didyma) | Juli bis September | volle Sonne bevorzugt, etwas Schatten toleriert, feucht und gut durchlässig | ‘Pardon My Rose’ und ‘Electric Neon Pink’ mit besonders intensivem Insektenbeflug in der LWG-Prüfung |
| Koreanische Minze (Agastache rugosa) | Juni bis Oktober | sonnig, gut wasserdurchlässiger Boden | von Bienen und Schmetterlingen besucht |
Die Myrten-Aster passt vom Standort her gut zur Lampionblume, weil auch sie frischen Boden mag. Bei der Indianernessel fielen zwei Sorten durch intensiven Insektenbeflug auf. Rechne bei ihr aber mit Mehltau, denn in der vergleichenden Sichtung war keine geprüfte Form vollständig widerstandsfähig. Die Koreanische Minze will Sonne und einen gut wasserdurchlässigen Boden, deshalb setze ich sie an den sonnigen Rand. Auch die Kokardenblumen-Serien ‘Gusto’ und ‘SpinTop’ fielen in der LWG-Prüfung als besonders attraktiv für Insekten auf. Sie brauchen jedoch volle Sonne und guten Wasserabzug, und neben eine Lampionblume auf frischem Boden setze ich sie deshalb nicht.
Gefüllte Sorten als Bienenpartner wählen. Bei gefüllten Blüten können Staub- und Fruchtblätter ihre ursprüngliche Funktion verlieren. Für Bienen greifst du zu offenen, ungefüllten Blüten.
Ich zeichne die Nachbarn vorher im Beetplaner ein, damit ich sehe, wer neben wem steht. Wie du die Lampionblume gestalterisch ins Beet einbindest, zeigt der Beitrag über Lampionblumen im spätsommerlichen Staudenbeet.
Stängel und Fruchtstände: Unterschlupf über den Winter
Im Naturgarten zählt nicht nur, was blüht. Ein Teil der dürren Staudenstängel kann das ganze Jahr stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten. Wildbienen brauchen je nach Art Hohlräume und Pflanzenstängel als Nistplätze. Standfeste Stängel und Fruchtstände können über Winter stehen bleiben, in sommergrünen Staudenpflanzungen kommen sie erst im Spätwinter weg. Welche Insekten genau in den Stängeln einer Lampionblume überwintern, lässt sich nicht pauschal sagen. Wichtig ist zuerst, dass überhaupt Stängel stehen bleiben.
Ich schneide im September und Oktober einen Teil der Lampions für die Vase und lasse die übrigen Stängel mit ihren Fruchtständen stehen. Wie du Lampions für Vase und Gesteck erntest und trocknest, zeigt der Beitrag dazu.
Verwelkte Blüten abzuschneiden kann bei vielen Stauden die unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern. Bei der Lampionblume würdest du damit allerdings auch die Lampions entfernen, denn sie wachsen aus dem Kelch der Blüte heran.
An einer Beetecke lasse ich ein paar dürre Lampionstängel auch über den Spätwinter hinaus stehen. Sie zeigen mir zugleich, wo die Fläche der Lampionblume endet.
Bekommen Vögel etwas ab?
Als Vogelfutterpflanze plane ich die Lampionblume nicht ein. Wer Vögeln im Winter Samen bieten will, ergänzt das Beet um Arten, deren Samenstände dafür bekannt sind. Die Wilde Karde liefert dem Stieglitz im Winter Samen, dafür bleiben ihre Fruchtstände über Winter stehen. Beim Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea ‘Roter Leuchtstern’ bleiben die Samenstände als Winterschmuck und Vogelnahrung stehen und werden erst im Frühjahr geschnitten.
Die Karde passt auch vom Boden her zur Lampionblume, denn für Feuchte, Bodenreaktion und Stickstoff hat sie dieselben Zeigerwerte. Beim Licht steht sie dagegen mit dem Wert 9 am Volllicht-Ende der Skala. Setz sie deshalb auf die sonnige Seite deiner Lampionfläche. Sie ist zweijährig und bildet im ersten Jahr eine bodennahe Blattrosette, erst im zweiten Jahr kommt der Blütenstängel.
Die Beeren in den Lampions sind für mich Zierde, kein Obst. Was du nicht sicher als essbar bestimmt hast, isst du nicht. Besteht der Verdacht, dass jemand giftige Pflanzenteile aufgenommen hat, ruf ein Giftinformationszentrum an oder hol ärztliche Hilfe, und löse kein Erbrechen aus.
Wie viel Platz bekommt die Lampionblume?
Die Lampionblume gilt als verwilderungsfähig. Ohne angemessene Kontrolle kann sie lästig werden. Im Naturgarten ist das mehr als eine Platzfrage. Je nach Art brauchen Wildbienen offene oder spärlich bewachsene Bodenstellen als Nistplatz. Breitet sich ein Lampionbestand ungebremst aus, kann er genau solche Stellen zuwachsen lassen.
Ich gebe der Lampionblume eine feste Fläche und steche im Frühjahr mit dem Spaten ab, was darüber hinauswächst. Daneben halte ich eine Stelle mit offenem Boden frei. Kleine Teilstücke, die ich verschenken will, topfe ich ein und halte sie leicht schattig im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet., bis sie gut angewachsen sind.
Aussaat, Pflanzung und Kübel: die Eckdaten
Für die Anzucht genügen ein paar Eckdaten.
| Was | Wert |
|---|---|
| Aussaat | März bis Juni |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| Keimdauer | 14 bis 30 Tage |
| Pflanzzeit | April bis Mai |
| Abstand | 30 cm in der Reihe, 30 cm zwischen den Reihen |
| Wuchshöhe | 60 bis 100 cm |
Den passenden Zeitpunkt für die Aussaat behältst du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser im Blick.
Im Kübel bleibt die Lampionblume dort, wo du sie hinstellst. Sie ist topfgeeignet, und im Gefäß fehlt ihr der Raum, sich über das Beet auszubreiten. Dafür versorgst du sie von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger. Das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Pflege und Pflanzengesundheit kurz gefasst
Für den Naturgarten zählt bei der Pflege vor allem, dass der RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. erst im Spätwinter kommt. Was von Frühjahr bis Winter sonst ansteht, zeigt der Jahreskalender mit allen Pflegearbeiten an der Lampionblume.
Bei Krankheiten und Schädlingen gilt im Staudenbeet die Reihenfolge vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Tauchen Blattläuse auf, genügt bei schwachem Befall an Zierpflanzen häufig ein Wasserstrahl. Wie du Krankheiten und Schädlingen an Stauden vorbeugst und sie kontrollierst, erklärt der Stauden-Ratgeber.



