Schafgarbe im Naturgarten: Insektennutzen, Ausbreitung, Ansiedlung
- Die Gemeine Schafgarbe ist in Deutschland einheimisch, breitet sich aber über Rhizome und Selbstaussaat aus.
- An Beeträndern kann sich die Wildart stark ausbreiten; Verblühtes zu entfernen dämmt die Selbstaussaat ein.
- Bienen und Fliegen finden an der Schafgarbe Nektar, Raupen und Feldhase nutzen sie als Futter.
- Häufige tiefe Mahd übersteht die Schafgarbe, blüht dann aber nicht.
- Wildpflanzensaat kommt obenauf, wird angewalzt und braucht mindestens 4 bis 5 Wochen durchgehende Feuchtigkeit.

Du überlegst, ob Schafgarbe in deinen Naturgarten passt, und hast gelesen, sie sei invasiv? Die Gemeine Schafgarbe ist in Deutschland einheimisch und blüht von Juni bis Oktober. Bienen und Fliegen holen sich an ihren Blüten Nektar. Gleichzeitig wandert die Wildart über Rhizome und Samen und kann sich an Beeträndern stark ausbreiten. Ich gebe ihr deshalb Platz in der Wiesenecke und am Saum und halte sie im Beet in Grenzen.
Gemeine Schafgarbe auf einen Blick
Die Gemeine oder Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eine krautige, ausdauernde Staude. Für den Naturgarten zählen vor allem diese Angaben:
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Status in Deutschland | einheimisch |
| Wuchshöhe | 60 cm |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
| Standort | sonnig und eher trocken, verträgt sommerliche Trockenheit |
| Boden | lehmig oder sandig, gut durchlässig, auch nährstoffarm |
| Ausbreitung | über Rhizome und SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat., gilt als verwilderungsfähig |
| Blütenbesucher | Nektar für Bienen und Fliegen, beobachtet auch Schwebfliegen, Schmetterlinge und Wildbienen |
| Weitere Nutzer | Futterpflanze für Raupen, Äsungspflanze für den Feldhasen |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger, eher trockener Standort ist geeignet; sommerliche Trockenheit wird vertragen.
- Bodenart
Lehmige oder sandige, gut durchlässige Böden sind geeignet; auch nährstoffarme Böden werden vertragen.
- Bodenreaktion
Böden mit einem pH-Wert von 6–8 sind geeignet.
- Substrat
Für die Aussaat eignet sich normale Anzuchterde.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für naturnahe Freiflächen und als Rasenersatz in wenig betretenen Bereichen. Die Wildart kann sich an Beeträndern stark ausbreiten.
Pflege
- Pflege
Verblühtes entfernen, um die Blüte zu verlängern und Selbstaussaat einzudämmen; auch auf die Ausbreitung durch unterirdische Ausläufer achten.
- Düngung
Für Schafgarbe im Schnittblumenanbau reicht in der Regel eine mäßige, ausgewogene Düngung. Übermäßigen Stickstoff vermeiden: Er kann schwache und umknickende Stängel, schlechtere Blütenqualität und zu starkes Blattwachstum verursachen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als ausdauernde, krautige Staude.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als Schnitt- und Trockenblume sowie als Bodendecker in naturnahen Pflanzungen.
Ist Schafgarbe invasiv?
Die Gemeine Schafgarbe ist in Deutschland einheimisch. Eine eingeschleppte Art, die sich hier neu breitmacht, ist sie also nicht. Ausbreitungsfreudig ist die Wildart trotzdem: Unterirdisch schiebt sie sich über Rhizome weiter, oberirdisch sät sie sich selbst aus. An Beeträndern kann sie sich dadurch stark ausbreiten, und sie gilt als verwilderungsfähig.
Am besten aufgehoben ist die Schafgarbe auf naturnahen Freiflächen wie Wiese, Saum oder Blühstreifen. Als Rasenersatz eignet sie sich nur in Bereichen, die wenig betreten werden.
So halte ich sie im Beet in Grenzen
Verblühtes abzuschneiden dämmt die Selbstaussaat ein und verlängert zugleich die Blüte. Die Rhizome behältst du dort im Blick, wo das Beet an Weg oder Rasen grenzt. Am Beetrand steche ich ab, was über die Kante wächst, und schneide die verblühten BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. heraus.
Ganz ohne Kompromiss geht das nicht. Wer jeden verblühten Trieb zurückschneidet, nimmt Insekten auch die dürren Stängel, in denen sie Unterschlupf finden können. Deshalb schneide ich nur am Beetrand konsequent, in der Wiesenecke bleibt ein Teil der Stängel ganzjährig stehen.
Was Schafgarbe Insekten und Wildtieren bietet
Nektar für Bienen, Fliegen und Schmetterlinge
Die Gewöhnliche Schafgarbe liefert Bienen und Fliegen Nektar. In einer Untersuchung zur Biodiversität im Stadtgrün wurden an ihren Blüten Fliegen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Wildbienen beobachtet. Damit gehört sie zu den Stauden, die gleich mehrere Besuchergruppen versorgen. Außerdem gilt sie als nützlingsfreundlich.
Pollen ist für Bienen Aufbaunahrung, Nektar liefert ihnen Energie. Bei der Schafgarbe ist das Nektarangebot für Bienen und Fliegen beschrieben.
Futter für Raupen und den Feldhasen
Die Schafgarbe ist nicht nur Blütenpflanze, sondern auch Futterpflanze. Unter anderem fressen die Raupen von Thetidia smaragdaria und Phragmatobia fuliginosa an ihr. Auch der Feldhase nutzt die Gewöhnliche Schafgarbe als Äsungspflanze.
Wurzeln, Rhizome und der Boden
Unter der Erde bildet die Gewöhnliche Schafgarbe tiefreichende Wurzeln. Dazu kommen die Rhizome, über die sie sich ausbreitet. In naturnahen Pflanzungen wird sie als BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. verwendet. Bewachsene Bodendeckerflächen schützen allgemein vor Erosion und hemmen den Unkrautaufwuchs.
Wildbienen, die im Boden nisten, brauchen je nach Art dagegen offene oder spärlich bewachsene Bodenstellen. Eine lückenlos geschlossene Schafgarbenfläche bietet ihnen also keinen Nistplatz. Ich lasse deshalb zwischen den Schafgarbenflächen einzelne Bodenstellen offen.
„Schafgarbe düngt den Boden für ihre Nachbarn.“ Im Blühstreifenanbau wird die Gewöhnliche Schafgarbe trotz ihrer tiefreichenden Wurzeln ohne Düngeeffekt eingeordnet. Stickstoff aus der Luft binden etwa Lupinen mithilfe von KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar., für die Schafgarbe ist so etwas nicht beschrieben.
Wie Schafgarbe die Artenvielfalt im Garten stützt
Die Schafgarbe blüht von Juni bis Oktober und deckt damit Sommer und Herbst ab. Ein zeitlich gestaffeltes Blütenangebot entsteht aber erst, wenn Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblüher zusammenkommen. Weil die Schafgarbe erst im Juni einsetzt, braucht das Frühjahr andere Pflanzen, etwa Winterling und Schneeglöckchen. Späte Astern und Herbstkrokusse ergänzen das Angebot zum Saisonende.
Blüten allein reichen Insekten nicht. Ein Insektengarten braucht auch Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten, zum Beispiel offene Bodenstellen sowie Stein- und Holzhaufen. Manche Wildbienen nisten je nach Art in Hohlräumen oder Pflanzenstängeln. Totholz ergänzt die Blütenpflanzung zusätzlich um Brut- und Rückzugsräume.
Frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen überbrücken in Staudenmischpflanzungen die Zeit zwischen Winterrückschnitt und neuem Austrieb. Zwischen der Schafgarbe schließen sie die Lücke vor ihrer Blüte.
Schafgarbe in der Wildblumenwiese
In der Wiese zeigt sich, wie zäh die Schafgarbe ist: Häufige tiefe Mahd kann sie überdauern. Blüten bildet sie unter diesem Schnitt allerdings nicht. Weil ihr Wert für Bienen und Fliegen am Nektar der Blüten hängt, nützt eine ständig kurz gemähte Schafgarbe den Insekten wenig.
Für nährstoffreiche, grasbetonte Frischwiesen gilt als Mährhythmus ein erster Schnitt zwischen Ende Mai und Mitte Juni. Der zweite Schnitt folgt frühestens Anfang bis Mitte September. Grundsätzlich richtest du den Mähtermin danach, wann die Wiesenpflanzen, die du fördern willst, Samen gebildet haben.
Das Mahdgut darf vor dem Abräumen einige Tage auf der Fläche trocknen. So fallen Samen aus, und Tiere können in ungemähte Bereiche wechseln. Jährlich wechselnde Altgrasstreifen auf 5 bis 10 % der Wiesenfläche können Rückzugsräume und Überwinterungsplätze erhalten.
Ich mähe meine Wiesenecke nicht in einem Zug. Jedes Jahr bleibt an einer anderen Stelle ein Streifen stehen, und das Mahdgut lasse ich vor dem Abräumen liegen.
Gedüngt wird die Wiese nicht. Stellst du Rasen auf Blumenwiese um, unterbleibt die Stickstoffdüngung, damit Gräser nicht stärker gefördert werden als Kräuter und Blumen. Der BUND weist zudem darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann.
Gute Partner in Wiese und Saum
Für Hausgärten gibt es die Saatmischung „Wärmeliebender Saum“, die Echtes Leinkraut unter anderem mit Gewöhnlicher Schafgarbe und Wiesensalbei verbindet. Die Blüten des Echten Leinkrauts nutzen insbesondere Hummeln als Nahrungsquelle. Das Leinkraut breitet sich ebenfalls aus, und zwar durch AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen..
Die Wiesen-Margerite bietet Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen Nahrung. Glockenblumen kannst du in der Blumenwiese gezielt als Nahrungspflanzen für Scherenbienen einsetzen. Die Tauben-Skabiose wiederum liefert der spezialisierten Knautien-Sandbiene Pollen; welchen Wert die Skabiose im Naturgarten hat, beschreibt der Ratgeber dazu.
So siedelst du Schafgarbe naturnah an
Für Wiese, Saum oder Blühstreifen säst du. Empfohlen werden für naturnahe Blühmischungen Wildpflanzen aus regionaler Herkunft, weil sie an die örtlichen Bedingungen angepasst sind. Die Mischung soll außerdem zum vorhandenen Boden passen. Einen nährstoffreichen Gartenboden behandelst du nicht ungeprüft wie einen Magerstandort.
Das Saatbett machst du eben und feinkrümelig und befreist es von Wurzel- und Samenunkräutern. Wildpflanzensaatgut kommt obenauf, wird nicht eingearbeitet und anschließend angewalzt, damit es Bodenkontakt bekommt. Das passt zur Schafgarbe, denn sie ist Lichtkeimer mit einer Saattiefe von 0 cm. Danach braucht die Ansaat mindestens 4 bis 5 Wochen durchgehende Feuchtigkeit. Ich prüfe in dieser Zeit die Oberfläche mit dem Finger und gieße nach, sobald sie abtrocknet.
Vorkultur und Pflanzung im Beet
Fürs Beet kannst du die Schafgarbe in normaler AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. vorziehen; angegeben ist eine Keimdauer von 10 bis 14 Tagen. Wie Aussaat, Vorkultur und Pflanzung von Stauden allgemein ablaufen, steht im Stauden-Überblick. Die Termine hast du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken im Blick.
Jungpflanzen setzt du in der Reihe 30 cm auseinander. Zwischen den Reihen bleiben ebenfalls 30 cm. Auch trockenheitsverträgliche Staudenpflanzungen gießt du in den ersten ein bis zwei VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend.
Standort und Pflege in Kürze
Die Schafgarbe steht gern sonnig und eher trocken und verträgt sommerliche Trockenheit. Lehmige oder sandige, gut durchlässige Böden passen, auch nährstoffarme; das NC-State-Artenprofil nennt pH 6 bis 8. Was zu Licht, DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. und Vorbereitung gehört, erklärt der Ratgeber dazu, welchen Standort die Schafgarbe braucht und wie du ihn vorbereitest.
Beim Düngen hältst du dich zurück. Übermäßiger Stickstoff kann schwache und umknickende Stängel, eine schlechtere Blütenqualität und zu starkes Blattwachstum verursachen. Wie du Schafgarbe pflanzt, vermehrst, gießt, schneidest und überwinterst, zeigt der Pflege-Ratgeber.
Sorten, Gestaltung und Nutzung
Neben der Wildform gibt es Gartensorten, etwa die buschige, hellgelb blühende Schafgarbe ‘Credo’. ‘Credo’ eignet sich als Begleitstaude zu hohem Rittersporn. Für Insekten wählst du ungefüllte, zugängliche Blüten, denn stark gefüllte Blüten bieten häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung. Welche Schafgarben-Arten und Sorten es gibt und wofür sie sich eignen, stellt der Ratgeber dazu vor.
Im Beet kombinierst du die Schafgarbe mit Partnern, die ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben, denn solche Gemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter. Den Platz dafür kannst du im Beetplaner skizzieren.
Als Schnitt- und Trockenblume lässt sich die Schafgarbe ebenfalls verwenden, und sie gilt als duftend. In der Volksheilkunde werden ihr Wirkungen nachgesagt, die keinen ärztlichen Rat ersetzen. Gegessen wird aus Garten und Natur nur, was sicher als essbar bestimmt ist.





